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Mythen rund ums Ei

Urban Farming in Berlin

Barsch und Basilikum aus der Hauptstadt


Ja, Sie haben richtig gelesen! Modernen Konzepten sei Dank züchtet das Berliner Start-Up ECF Farmsystems nun mitten in Berlin "Hauptstadtbarsch" und "Hauptstadtbasilikum". Beides können Sie in rund 140 REWE Märkten in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kaufen. REWE engagiert sich gemeinsam mit dem Start-Up für eine ganzheitliche, nachhaltige und regionale Lebensmittelproduktion.

Barsch und Basilikum

Barsch und Basilikum mitten aus Berlin

Regionale und nachhaltige Lebensmittel liegen im Moment absolut im Trend. Immer mehr Menschen machen sich Gedanken um die Umwelt, wollen unnötige Transportwege und überflüssiges Verpackungsmaterial vermeiden. Sie kaufen gerne Produkte aus ihrer Region, doch Lebensmittel direkt aus der Großstadt waren bisher Raritäten. Dank der Aquaponik-Methode ist es nun aber möglich, auch in der Stadt Obst, Gemüse und sogar Fische zu züchten. Industriebrachen und andere ungenutzte Flächen in Städten können so wunderbar als “Urban Farming” Areal aufgewertet werden. Auch große Flachdächer sind in Zukunft beste Flächen für den städtischen Lebensmittelanbau. Auf dem Gelände einer alten Malzfabrik züchtet das Berliner Start-Up ECF Farm mitten in der Hauptstadt frischen Buntbarsch und Basilikum. Mit Erfolg! Die beiden Unternehmer Nicolas Leschke und Christian Echternacht haben fünf Jahre lang an der idealen Methode getüftelt, Fisch und Pflanzenzucht miteinander zu vereinen. Mittlerweile sind die beiden wahre Experten auf dem Gebiet der Aquaponik und beraten Interessenten in ganz Europa.

Aquaponik?


AQUAkultur = Fische und andere Meerestiere werden in großen Becken an Land gezüchtet.

HydroPONIK = Pflanzen werden nicht in Erde, sondern in einem anorganischen Substrat (Kies oder Blähton) in Gewächshäusern gezüchtet und mit einer wässrigen Lösung ernährt.

Wie funktioniert Aquaponik?

Aquaponik ist eine Mischung aus Aquakultur und Hydroponik, sprich Fischzucht und Gemüseanbau werden auf geniale Art und Weise miteinander kombiniert. Das Prinzip ist ganz einfach: Die Fische werden in großen Fischbecken in Aquakultur gezüchtet und mit Biofutter gefüttert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Aquakulturen bekommen die Fische aber keine Antibiotika. Fische scheiden Ammonium aus, das in einem speziellen Filter der Aquakultur zu Nitrat umgewandelt wird. Nitrat ist wiederum Hauptbestandteil des hydroponischen Pflanzendüngers. Hier kommt der Clou der Methode: Das Wasser der Fischbecken muss täglich zu drei bis fünf Prozent ausgetauscht werden. Es wird mit einer speziellen Technik von der Aquakultur in die Hydroponik Anlage geleitet. Dort wird der Basilikum mit dem Wasser aus den Fischbecken bewässert. Durch das im Wasser enthaltene Nitrat wird der Basilikum ganz automatisch gedüngt. Man kann sagen, der Fisch füttert den Basilikum. Für die Kräuterzucht setzen die Urban Farmer übrigens weder Pestizide noch Gentechnik ein. Alle Prozesse sind umwelt- und ressourcenschonend optimiert. Das Wasser, das die Pflanzen nicht aufnehmen, wird durch einen natürlichen Filter gereinigt und verbleibt teils im Hydroponik Kreislauf und wird teils zurück in die Fischbecken geleitet. So entsteht ein ständiger und ressourcenschonender Kreislauf.

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Basilikum aus Berlin

Nachhaltigkeit durch "Urban Farming"?

Dank der Produktion direkt vor Ort sparen die Hersteller pro Jahr sechs Tonnen Plastikmüll. Für den kurzen Transport können sie beispielsweise komplett auf Plastikschalen zur Bewässerung verzichten. Aber nicht nur die Umwelt profitiert von den kurzen Transportwegen, auch der Kunde kann sich über lokal produzierte und extrem frische Produkte freuen.

Ist Aquaponik nun ein Konzept mit Zukunft? Bestimmt! Mit dieser Technik lassen sich ungenutzte Flächen in der Stadt sinnvoll nutzen. Zudem ist der Wasserverbrauch deutlich niedriger als in der herkömmlichen Landwirtschaft. Die Qualität der Kräuter und Gemüsesorten ist außerdem sehr hochwertig, da sie in einem geschlossenen Kreislauf viel leichter zu kontrollieren ist. Allerdings ist es bisher nicht möglich, heimische Fische mit dieser Technik zu züchten. Im Sommer wird es sehr warm in den Fischbecken und bei diesen Temperaturen fühlen sich nur tropische Fische wohl. Etwa der afrikanische Buntbarsch, afrikanische Welse oder der Pakus aus Südamerika. Die Möglichkeiten beim Obst- und Gemüseanbau sind hingegen vielfältig: Ob Salat, Kräuter, Tomaten, Erdbeeren oder Zucchini - viele Obst- und Gemüsesorten lassen sich problemlos in Aquaponikfarmen züchten. Der große Vorteil: Obst und Gemüse werden erst geerntet, wenn sie reif sind. Dadurch schmecken sie deutlich besser, als grün geerntete Ware, die erst beim Transport künstlich nachreift.

In der Vision der beiden Urban Farmer werden Supermärkte in Zukunft ihr eigenes Gemüse auf Dächern oder anderen urbanen Freiflächen züchten. Ein erster Schritt in diese Richtung ist der Verkauf von “Hauptstadtbarsch” und “Hauptstadtbasilikum” in Berliner REWE Märkten. Die Nachfrage ist hoch und die Kunden sind mit den regional gezüchteten Produkten sehr zufrieden.