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Sorbitintoleranz

Sie haben noch nie etwas von Sorbit gehört? Der Zuckeraustauschstoff ist natürlicher Bestandteil vieler Lebensmittel und wird daneben auch wegen seiner chemischen Eigenschaften als Zusatzstoff in der Lebensmittelindustrie geschätzt. Doch nicht jeder verträgt Sorbit gleich gut – bei manchem kann der Verzehr zu starken Beschwerden führen. Lesen Sie hier mehr über die Ursachen und was Betroffene tun können.

Summenformel Sorbitol

Was ist Sorbit?

Der Zuckeralkohol Sorbit wird auch Sorbitol oder Glucitol genannt und ist ein chemisches Zwischenprodukt von Zucker. In manchen Lebensmitteln ist Sorbit natürlicherweise enthalten, hauptsächlich in Früchten oder Gemüsesorten. Wegen seiner guten chemischen und technologischen Eigenschaften als Zuckeraustauschstoff, Trägerstoff oder Feuchthaltemittel wird Sorbit allerdings auch vielen Produkten zugesetzt. Dazu gehören beispielsweise Light- oder Diätprodukte, Kaugummis und Kaubonbons sowie Fertigprodukte.

Wie viel Sorbit ist verträglich?

Generell gilt Sorbit als sicherer Lebensmittelzusatzstoff, der in geringen Mengen von den meisten Menschen ohne Probleme vertragen wird. Ab Dosen von ca. 5 Gramm täglich, können Symptome wie Bauchschmerzen oder Blähungen entstehen. Bei übermäßigem Verzehr – z. B. einer ganze Dose Kaugummis – können die Verdauungsprobleme bis hin zum Durchfall reichen. Daher ist auf vielen sorbithaltigen Produkten auch der Hinweis "kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken" zu finden.


Ein bisschen anders verhält es sich bei Menschen mit einer Sorbitintoleranz – bei ihnen kann Sorbit schon in sehr kleinen Dosen zu Unverträglichkeits-Symptomen führen.

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Was ist Sorbitintoleranz?

Die Sorbitintoleranz gehört zu der großen Gruppe der Nahrungsmittelintoleranzen, die sich dadurch kennzeichnen, dass bestimmte Nahrungsbestandteile im Darm nicht oder nicht ausreichend verdaut werden und dann zu Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen führen können. Bei einer Sorbitunverträglichkeit wird der Zuckeraustauschstoff im Dünndarm nicht oder nur teilweise in den Körper aufgenommen. Somit gelangen die Reste weiter in den Dickdarm, wo sie von den Dickdarm-Bakterien abgebaut werden, wobei Gase und kurzkettige Fettsäuren entstehen. Diese wiederum sind die Ursache für die Vielzahl verschiedener Beschwerden.

Diagnose einer Sorbitintoleranz

Klassischerweise wird eine Sorbitintoleranz beim Arzt durch einen H2-Atemtest diagnostiziert. Dafür muss der Patient zuerst in Wasser gelöstes Sorbit trinken. Während des bakteriellen Abbaus von Sorbit im Dickdarm entsteht Wasserstoff, der über die Lunge abgeatmet wird. Dieser Wasserstoff kann durch ein spezielles Messgeräte gemessen werden. Je weniger das Sorbit also im Dünndarm absorbiert wird, desto mehr gelangt davon in den Dickdarm. Und je mehr Sorbit im Dickdarm ankommt, desto mehr Wasserstoff produzieren die Bakterien, der dann wiederum im H2-Atemtest gemessen wird. Ein hoher Wert weist dementsprechend auf eine Sorbitunverträglichkeit hin – eine eindeutige Klassifizierung nach Schweregrad gibt es allerdings nicht.

Therapie bei Sorbitintoleranz

Eine Therapie zur Bekämpfung der Ursachen einer Sorbitunverträglichkeit ist bisher noch nicht gefunden worden. Menschen, die von der Unverträglichkeit betroffen sind, können allerdings die Symptome gut in den Griff bekommen, indem sie auf sorbithaltiges Essen verzichten. Viele müssen dabei auch nicht komplett auf Sorbit verzichten, da sie kleine Mengen problemlos tolerieren können.

Symptome einer Sorbitintoleranz

  • Blähungen
  • aufgeblähter Bauch
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Aufstoßen
  • Kopfschmerzen
  • Mundgeruch

Wo ist Sorbit enthalten?

Als Zwischenprodukt von Zucker ist Sorbit natürlicherweise nur in Lebensmitteln zu finden, die zuckerhaltig sind. Dazu gehören vor allem bestimmte Früchte und Gemüsesorten. Als Zusatzstoff findet es sich in unterschiedlichen Mengen allerdings auch in vielen verarbeiteten Produkten, besonders Diätprodukten und viele Süßigkeiten. Wer ganz sicher gehen möchte, ob irgendwo Sorbit zugesetzt wurde, wirft einen genauen Blick auf die Zutatenliste – denn als Zusatzstoff muss es auf der Verpackung angegeben sein!

Sorbithaltiges Obst

Lebensmittel, die hohe Mengen an Sorbit enthalten:

In manchen Lebensmitteln, z. B. Obst, ist Sorbit natürlicherweise in recht hohen Mengen enthalten. Besonders Kernobst und Trockenfrüchte sind stark sorbithaltig – diese Früchte sollten Betroffene bei einer Sorbitintoleranz möglichst vermeiden. Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften wird Sorbit in der Lebensmittelherstellung allerdings auch als Zuckeraustauschstoff, Trägerstoff oder Feuchthaltemittel verwendet. Daher ist Sorbit auch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten. Diese Tabelle soll Betroffenen helfen, die richtigen Lebensmittel bei einer Sorbitunverträglichkeit auszuwählen:

  Sorbithaltige Lebensmittel

Sorbitfreie Lebensmittel

Obst

Apfel, Birne, Kirsche, Aprikose, Pfirsich, Dattel, Trockenfrüchte

Ananas, Zitrusfrüchte, Banane, Wassermelone, Kiwi

Gemüse

Aubergine, Brokkoli, Fenchel, Paprika, Rosenkohl

Erbse, Salat, Tomate, Zucchini, Kürbis

Getränke

Light-Getränke, Bier, Wein, Saft aus sorbithaltigem Obst

Wasser, Tee, Kaffee, evtl. Säfte aus sorbitfreiem Obst (naturbelassen)

Milch/Milchprodukte

Milchprodukte mit Früchten (Fruchtjoghurt, -quark, -buttermilch, -molke, -eis)

Milch, Sahne, Naturjoghurt, Quark, Käse

Fleisch/Wurst/Fisch

verarbeitete Fleisch- und Fischwaren (Wurst, Paniertes) können Sorbit enthalten

unverarbeitetes Fleisch und unverarbeiteter Fisch

Süßes

Diabetikerprodukte, Kaugummis, Marmeladen/Gelees aus sorbithaltigen Früchten, Schaumzuckerwaren, Schokoladen mit Füllungen

Nussaufstriche, Honig, Marmeladen/Gelees aus sorbitfreiem Obst, Schokoladen ohne Füllungen, Traubenzucker

Würzmittel/Fette

Apfelessig, Rotweinessig, Brühen, Fertigsuppen und -soßen, Würzmischungen und -pasten, fertige Salatdressings, Remoulade

Öle, Butter, Salz, Pfeffer

 

Nicht alle sorbithaltigen Lebensmittel führen bei Patienten mit Sorbitunverträglichkeit zu Beschwerden – letztendlich ist die wirklich verzehrte Menge und die individuelle Verträglichkeitsgrenze ausschlaggebend.  

Sorbitarme Rezepte

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