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Laktoseintoleranz: Milchprodukte

Laktoseintoleranz: Infos & Tipps

Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall – in Deutschland sind ca. 15-20 Prozent der Bevölkerung von Laktoseintoleranz betroffen. Erfahre hier, wie es dazu kommt, welche Möglichkeiten zur Behandlung es gibt und wie du deinen Alltag entsprechend gestaltest.

Was ist Laktoseintoleranz?

Menschen, die unter Laktoseintoleranz leiden, können die in Milch und Milchprodukten enthaltene Laktose (Milchzucker) nicht verdauen: Ihr Körper produziert kein oder nur sehr wenig Laktase, das Enzym, das den Milchzucker in für den Menschen verdauliche Zuckerarten spaltet.

Was ist Laktose?

Laktose bezeichnet den Milchzucker, der in Milch und Milchprodukten steckt. Bei der Verdauung wird er vom gesunden Menschen mithilfe des Enzyms Laktase in seine Bestandteile Glucose und Galaktose gespalten.

Was sind die Ursachen für Laktoseintoleranz?

Laktoseintoleranz: Ursachen, z. B. Milchzucker in Milch

Man unterscheidet drei verschiedene Ursachen für die Milchzuckerintoleranz:

1. Absolute Laktoseintoleranz
Diese Laktoseunverträglichkeit beruht auf einem angeborenen Laktasemangel, der in der Regel schon wenige Tage nach der Geburt festgestellt wird. Der auch als Alaktasie bezeichnete genetische Defekt ist vererbbar und sehr selten. Diese Form der Laktoseintoleranz bleibt das ganze Leben lang bestehen.

2. Primäre Laktoseintoleranz
Bei dieser Variante der Laktoseintoleranz treten die Beschwerden meist erst im Erwachsenenalter auf, da die Produktion von Laktase mit zunehmendem Alter abnimmt. Die primäre Laktoseintoleranz tritt in den verschiedenen Weltregionen unterschiedlich häufig auf: Während in Asien über 90 Prozent der Bevölkerung von Laktoseintoleranz betroffen sind, sind es in Nordeuropa und Nordamerika nur ca. 15 Prozent.

3. Sekundäre Laktoseintoleranz
Von einer erworbenen oder vorübergehenden Laktoseintoleranz spricht man, wenn die Unverträglichkeit infolge einer Krankheit auftritt: Meist handelt es sich dabei um Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Gastroenteritis oder Zöliakie. Aber auch Alkoholmissbrauch, eine Operation, eine Chemotherapie oder Mangelernährung können dazu führen, dass die Produktion von Laktase beeinträchtigt wird. Wird die Ursache behoben, nimmt der Körper die Laktaseproduktion in der Regel wieder auf, und die Beschwerden verschwinden.

Die 10 wichtigsten Fakten rund um Laktoseintoleranz auf einen Blick

1. Laktoseintoleranz ist keine Allergie, sondern eine Verdauungsstörung des Nahrungsmittels Laktose.

2. Eine Laktoseunverträglichkeit entsteht, wenn im Körper das Enzym Laktase fehlt oder es in zu geringem Umfang produziert wird. Fehlt Laktase, gelangt die Laktose unverdaut in den Dickdarm, wo sie von Darmbakterien abgebaut wird.

3. Die wichtigsten Symptome einer Laktoseintoleranz sind Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Blähungen.

4. Fast ein Viertel aller Deutschen sind von einer Laktoseintoleranz betroffen – in Asien und Afrika sind es bis 90 Prozent.

5. Mit einer Ausschlussdiät und anschließendem Expositionstest kann man feststellen, ob eine Laktoseintoleranz vorliegt. Der Arzt diagnostiziert eine Laktoseintoleranz mit dem H2-Atemtest oder einem Bluttest.

6. Laktoseintoleranz ist nicht behandelbar. Der Fokus liegt auf der Vermeidung von laktosehaltigen Produkten.

7. Bei der laktosefreien Ernährung liegt die Aufnahme von Laktose unter einem Gramm Laktose pro Tag. Alle laktosehaltigen Lebensmittel müssen aus dem Speiseplan gestrichen und durch laktosefreie Produkte ersetzt werden. 

8. Neben laktosefreier Milch sind im Handel auch laktosefreier Quark, Joghurt sowie viele weitere Produkte erhältlich.

9. Viele reife Käse enthalten wenig Laktose und können meist problemlos gegessen werden. Besonders Hartkäse, wie Emmentaler oder Bergkäse, enthält wenig Laktose und wird auch bei einer starken Laktoseintoleranz vertragen. 

10. Als Notbehelf im Urlaub oder im Restaurant bieten sich Laktasetabletten an, die dem Körper das fehlende Enzym Laktase zuführen. Sie sind allerdings nicht zur dauerhaften Einnahme geeignet und kein Ersatz für eine Ernährungsumstellung.

Welche Symptome sind typisch für Laktoseintoleranz?

Laktoseintoleranz: durch Milchzucker in Milchprodukten wie Käse

Da der Milchzucker durch das Fehlen des Enzyms Laktase im Dickdarm nicht aufgespalten werden kann, sind Magen-Darm-Beschwerden typische Symptome einer Laktoseunverträglichkeit. Sie treten meist kurze Zeit nach dem Verzehr des Mahlzeit auf. Die folgenden Symptome können auf eine Intoleranz hinweisen:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Erbrechen

Wie wird eine Laktoseintoleranz festgestellt?

Wer Symptome für eine Laktoseintoleranz bei sich feststellt, kann sich ganz einfach bei einem Arzt mit einem Atem- und Bluttest Gewissheit verschaffen. Eine Selbstmedikation, ohne eindeutige Diagnose, ist nicht ratsam. Nur durch einen Test beim Arzt kann die Nahrungsmittelunverträglichkeit sicher nachgewiesen werden.

Wie sieht eine Behandlung aus?

Eine Laktoseunverträglichkeit ist chronisch und von daher nicht heilbar. Es gibt jedoch viele Dinge, die Betroffene machen können: 

  • Milchprodukte meiden und durch Ausprobieren testen, welche Produkte in welchen Mengen vertragen werden.
  • 3-Stufen-Therapie: Karenzphase-Testphase-Dauerernährung
  • Enzym-Präparate/Laktasetabletten in Ausnahmefällen einnehmen.
  • Auf laktosefreie Lebensmittel umsteigen.

Was ist der Unterschied zwischen laktosearm und laktosefrei?

Laktoseintoleranz: Laktose in Joghurt

Milchzucker (Laktose) ist in vielen Fertigprodukten und natürlich in den meisten Produkten auf der Basis von Milch enthalten. Es gibt spezielle Hersteller, die die Zusammensetzung ihres Milchanteils so verändern, dass die Laktose in Joghurt, Quark oder Frischkäse ausgeschaltet ist. Diese Produkte erkennt man an der speziellen Kennzeichnung "laktosefrei". Gleichzeitig gibt es aber auch Milchprodukte, die von Natur aus laktosefrei sind. Das gilt zum Beispiel für viele sehr reife Käsesorten.

Die meisten Menschen mit einer Laktoseunverträglichkeit leiden an einer Laktase-Unterproduktion. Das heißt, der Körper produziert das Enzym Laktase nur in unzureichender Menge. Diese Menschen können viele Milchprodukte problemlos essen und müssen nur auf eine laktosearme Ernährung achten. Denn: Je stärker die Milch verarbeitet wurde, desto weniger Milchzucker enthält sie. Das ist ein Grund, warum Menschen mit einer Laktoseintoleranz nach einem Latte Macchiato Unwohlsein verspüren, während Quark oder Frischkäse oft kein Problem darstellen.

Es gibt jedoch eine kleine Prozentzahl an Menschen, deren Körper das Enzym Laktase gar nicht produziert. Damit ihnen die für eine Laktoseintoleranz typischen Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen nicht das Leben schwer machen, sollten sie milchzuckerhaltige Lebensmittel meiden. Für sie ist eine vegane Ernährung bzw. der komplette Verzicht auf Milchprodukte der beste Weg. Tipp: In Ausnahmefällen können spezielle Nahrungsergänzungsmittel genommen werden, die dem Körper das Enzym Laktase zuführen. Nimmt man die ein, kann der Milchkaffee oder das Eis problemlos genossen werden.

Laktosefreie Lebensmittel als Alternative

Laktoseintoleranz: laktosefreier Mozzarella

Viele Hersteller bieten ihre Milchprodukte inzwischen auch in einer laktosefreien Variante an. So findet man in den Kühlregalen der Supermärkte laktosefreie Milch sowie laktosefreien oder laktosearmen Käse, Pudding, Joghurt und Quark. Allerdings sollte man wissen, dass auch als laktosefrei bezeichnete Produkte einen geringen Anteil an Milchzucker enthalten können.

Eine gute Alternative zu normalen Milchprodukten sind Lebensmittel aus pflanzlichen Erzeugnissen wie Soja, Hafer oder Reis. So lässt sich die Milch in vielen Koch- oder Backrezepten durch Hafer-, Soja- oder Reismilch ersetzen.

Beim Einkauf genau hinschauen

Wer unter einer Laktoseintoleranz leidet, sollte weitestgehend auf Milchzucker verzichten. Neben Milchprodukten enthalten auch viele industriell hergestellte Lebensmittel wie Backwaren, Wurst, Süßigkeiten oder Fertiggerichte Laktose. Deshalb ist es wichtig, beim Einkauf immer genau auf die Zutatenliste zu schauen.

Welche Milchprodukte sind trotz Laktose gut verträglich?

Einige Milchprodukte wie Naturjoghurt, Kefir oder Dickmilch, die mit speziellen Milchsäurebakterien versetzt sind, sind auch für unter Laktoseintoleranz leidende Menschen verdaulich, da der Milchzucker in diesen Produkten bereits zersetzt ist.

Genauso verhält es sich mit lang gereiftem Hart- oder Schnittkäse wie z. B. Parmesan, Gouda oder Emmentaler. Es ist also nicht immer nötig, zu den z. T. erheblich teureren laktosefreien Produkten zu greifen.

Wichtig: Auf ausreichende Calciumzufuhr achten

Milch ist ein wichtiger Calciumlieferant. Wer auf Milchprodukte verzichtet, sollte deshalb besonders darauf achten, ausreichend Calcium zu sich zu nehmen – z. B. durch grüne Gemüsesorten wie Fenchel, Mangold, Spinat, Brokkoli oder Grünkohl. Viele Alternativen zur Milch, z. B. Soja-Drinks, sind mit mit dem Mineralstoff angereichert und bieten somit eine gute Calciumquelle.

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