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Nutri-Score

Nutri-Score

Zu fett, zu süß, zu viele Kalorien: Gut jeder zweite Deutsche ist zu dick, Tendenz steigend. Schuld ist neben Bewegungsmangel die Ernährung. Hier soll der Nutri-Score helfen. Die freiwillige Nährwertkennzeichnung, die vorne auf Produkten abgebildet wird, soll die tägliche Lebensmittelauswahl unterstützen.

Was ist der Nutri-Score?

Der Nutri-Score ist eine Nährwertkennzeichnung, die sowohl Inhaltsstoffe wie Kalorien, Eiweiß und Fett als auch den Gemüse- und Obstanteil eines Lebensmittels bewertet und anhand dieser Eigenschaften einen Wert ermittelt. Die Skala startet beim grünen A und geht bis zum roten E. Wie die klassische Nährwertkennzeichnung auf der Rückseite der Verpackung bezieht sich der Nutri-Score auf 100 g bzw. 100 ml des zu Grunde liegenden Produkts. Im Gegensatz zur Nährwertkennzeichnung wird er jedoch vorne auf der Packung angebracht. Das macht es leicht, auf einen Blick ähnliche Produkte im Supermarktregal miteinander zu vergleichen.

Nutri-Score

Angewendet wird der Nutri-Score nur für verarbeitete Lebensmittel wie Pizza, Kekse, Fertiggerichte, Käse oder Fruchtjoghurt. Obst, Gemüse, Gewürze oder Honig – Lebensmittel, die ohne eine Zutatenliste auskommen – eignen sich nicht für diese Ernährungsampel. Bislang berechnen Danone, Iglo, Bofrost oder McCain den Nutri-Score für ihre Produkte. Danone plant beispielsweise die Umsetzung auf 90 Prozent aller Produkte bis Ende 2019. Bofrost zeigt den Nuri-Score seiner Lebensmittel schon auf der Webseite an.

Der Nutri-Score wurde von unabhängigen Ernährungswissenschaftlern entwickelt. Frankreich verwendet ihn seit 2017. Allerdings ist die Kennzeichnung, genau wie in Deutschland, freiwillig.

Gut zu wissen: Der Nutri-Score gibt einen Anhaltspunkt für die Lebensmittelauswahl. Er gibt Auskunft über die Nährwertqualität, sagt aber nichts darüber aus, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist. Auch Lebensmittel, die mit einem roten E gekennzeichnet sind, darf man essen. Entscheidend sind die Portionsgröße, aber auch die persönlichen Lebensumstände wie der Aktivitätsgrad im Beruf und in der Freizeit, die individuellen Ernährungsgewohnheiten sowie die Konstitution.

Wie wird der Nutri-Score berechnet?

Jeder Hersteller berechnet den Nutri-Score seiner Lebensmittel selbst. Kontrolliert wird die Verwendung von der französischen Gesundheitsbehörde Santé publique France. Hier müssen sich Hersteller auch anmelden, wenn sie den Score verwenden wollen.

Die Grundlage für den Nutri-Score ist eine Berechnungsformel, die aus drei Schritten besteht. 

Marmelade

Schritt 1 prüft den Gehalt von Kalorien, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Natrium pro 100 g bzw. 100 ml. Für jedes Kriterium gibt es Punkte von 0 bis 10. Je höher die Punktzahl, desto schlechter ist das Lebensmittel bewertet.

Schritt 2 ermittelt die Gesamtpunktzahl. Dafür werden als erstes die vier negativen Kriterien aus Schritt 1 für eine Zwischensumme zusammengerechnet. Dem gegenübergestellt werden drei positive Eigenschaften des Lebensmittels: Gehalt an Ballaststoffen, Eiweißgehalt und der Anteil an Obst, Gemüse sowie Nüssen. Für diese Inhaltsstoffe bekommt das Lebensmittel 0 bis 5 Punkte, die von der Zwischensumme abgezogen werden. Der Eiweißgehalt fließt allerdings nicht in die Bewertung ein, wenn der Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen insgesamt weniger oder gleich 80 Prozent des Lebensmittels ausmacht.

Schritt 3 ordnet den Nutri-Score ein:

-1 und weniger: dunkelgrünes A

0 bis +2: hellgrünes B

+3 bis +10: gelbes C

+11 bis +18: oranges D

+19 und mehr: rotes E

Saft: Nutri-Score

Getränke werden anders berechnet als feste Lebensmittel, unter anderem unterscheidet sich die Punkteverteilung. Wasser ist das einzige Getränk, das mit A gekennzeichnet werden darf.

Neben Getränken gibt es auch eine andere Bewertung für Käse und Fette. Beim Käse wird beispielsweise der Eiweißgehalt immer eingerechnet, sodass er keinen Wert im Bereich E hat. Der Grund: Käse ist fettreich und hat deswegen einen schlechten Nutri-Score. Allerdings enthält er große Mengen Calcium, die zum Erhalt normaler Knochen und Zähne beitragen. Bei Fetten wird der Anteil an gesättigten Fettsäuren im Vergleich zum Gesamtfett bewertet. So erhalten pflanzliche Öle mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, z. B. Rapsöl oder Walnussöl, einen besseren Nutri-Score als Butter.

Gut zu wissen: Entscheidet sich ein Hersteller für die Verwendung des Nutri-Scores, muss er diesen auf alle Produkte drucken. Es ist nicht erlaubt nur die “gesunden” Produkte auszuwählen.

Beispiele für den Nutri-Score

Iglo Vollkorn-Fischstäbchen: A

Iglo Backfisch-Stäbchen: C

Bofrost Broccoli-Nudelauflauf: B

Bofrost Rigatoni-Käse-Auflauf: D

Iglo Rahm-Spinat mit Blubb: A

Iglo Blattspinat mit Frischkäse: C

Die Nutri-Score Ampel

-1 und weniger: dunkelgrünes A

0 bis +2: hellgrünes B

+3 bis +10: gelbes C

+11 bis +18: oranges D

+19 und mehr: rotes E

Welche Vorteile hat der Nutri-Score?

Es gibt viele kontroverse Meinungen zum Nutri-Score. Verbraucherschützer wie die Verbraucherzentralen sind sich jedoch einig, dass der Nutri-Score eine gute erste Einschätzung des Lebensmittels liefert. Die Einstufung in fünf Farben ist einfach und Studien in Frankreich haben belegt, dass Menschen dank Nutri-Score gesundheitsbewusster einkaufen.

Welche Nachteile hat der Nutri-Score?

Kritiker bemängeln beim Nutri-Score, dass er nicht umfassend genug ist. Nicht berücksichtigt wird beispielsweise der Gehalt an Vitaminen wie Vitamin C oder Folsäure, Mineralstoffen wie Eisen oder Calcium sowie der Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Auch Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder Süßstoffe fließen nicht in die Bewertung ein.

Weitere Kennzeichnungssysteme für Lebensmittel

Neben dem Nutri-Score gibt es weitere Kennzeichnungssysteme. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat in einer repräsentativen Befragung neben dem Nutri-Score drei weitere Systeme getestet: das Modell der deutschen Lebensmittelwirtschaft (BLL), das System des Max Rubner-Instituts (MRI) und das Keyhole-Modell aus Skandinavien. Die Befragten haben sich mehrheitlich für den Nutri-Score ausgesprochen.

BLL-Modell

Bll-Modell

Das BLL-Modell arbeitet mit Tortendiagrammen. Die Diagramme zeigen den Gehalt von Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz an.

MRI-Modell

MRI-Modell

Das MRI-Modell arbeitet mit fünf Waben, die den Gehalt von Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz pro 100 g zeigen. Die Waben werden türkis eingefärbt, wenn sie einen niedrigen Gehalt des Nährstoffs haben.

Keyhole-Modell

Keyhole-Modell

Das Keyhole-Modell ist das älteste und wurde schon Ende der 80er -Jahre entwickelt. Im Gegensatz zu den anderen Modellen ist es eine Positivkennzeichnung. Es werden nur Produkte mit dem Schlüsselloch-Symbol gekennzeichnet, die innerhalb derselben Produktgruppe eine günstige Bewertung an ausgewählten Nährstoffen haben.

Nährwertkennzeichnung in anderen Ländern

Frankreich hat den Nutri-Score 2017 als freiwillige Kennzeichnung eingeführt. Belgien, Spanien, Portugal und Luxemburg wollen folgen. Großbritannien arbeitet seit 2006 mit einer freiwilligen Lebensmittelampel. Sehr viel länger schon gibt es in Schweden das Keyhole-Modell (1989), das Lebensmittel kennzeichnet, die fettarm, zuckerarm, salzarm und ballaststoffreich sind. Gut 2.000 Produkte sind mit dem grünen Schlüsselloch-Symbol gekennzeichnet. In Australien und Neuseeland wird der Health Star vergeben, der Sterne von 1 bis 5 verteilt.

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