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Kräuter & Gewürze

Küchenkräuter

Frische Kräuter verfeinern nahezu jedes Rezept und lassen sich auch auf einem kleinen Balkon oder in Töpfen auf der Fensterbank selber anbauen. Viele deiner selbstgezüchteten Küchenkräuter kannst du ganzjährig ernten und musst so nie auf deren einzigartigen Geschmack verzichten. Erfahre hier mehr zu den wichtigsten und bekanntesten Küchenkräutern.

Lauchgewächse

Bärlauch

Bärlauch blüht weiß und duftet stark. Das Kraut ist eine Zwiebelpflanze, die mit dem Schnittlauch verwandt ist. Es hat lanzetten-förmige Blätter und wächst wild in humusreichen Auen- und Laubwäldern. Pflücken kannst du Bärlauch in der Natur von März bis Ende Mai. Pass aber auf, wenn du wilden Bärlauch pflückst: Er sieht der giftigen Herbstzeitlose und dem ebenfalls giftigen Maiglöckchen zum Verwechseln ähnlich.

Bärlauch enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie Eisen, Magnesium und Schwefelverbindungen. Seinen Namen bezieht das Kraut aus dem altgermanischen, da seine Inhaltsstoffe „Bärenkräfte“ verleihen. Verwende das Kraut möglichst roh, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Du kannst Bärlauch gut für Suppen, Soßen, Käsezubereitungen oder als Pesto nutzen.

Knoblauch

Knoblauch ist ein Zwiebelgewächs, das aus Zentralasien kommt. Er wird überall auf der Welt als beliebtes Gewürz verwendet. Knoblauch riecht beißend-scharf und schmeckt sehr würzig. Er enthält ätherische Öle, in denen Jod und wertvolle Sulfide vorkommen. Deshalb gilt Knoblauch nicht nur als beliebtes Gewürz, sondern seit Jahrtausenden auch als Heilpflanze. Es gibt frischen, getrockneten und granulierten Knoblauch. In der Knoblauchknolle finden sich einzelne Zehen, die du zum Würzen von Speisen verwendest. Knoblauch eignet sich hervorragend zum Verfeinern von Gemüsegerichten, Fleischgerichten, Eintöpfen, Hackfleisch, Fisch, Mayonnaise, Kräuterbutter und Suppen. Auch deinem Salat kannst du mit etwas Knoblauch die richtige Würze geben – hier reicht es oft schon aus, wenn du die Salatschüssel vor der Verwendung von innen mit einer Knoblauchzehe einreibst.

Warum ist Knoblauch so gesund?

Im Knoblauch sind nicht nur ätherische Öle mit wertvollen Substanzen enthalten, sondern auch Senföle. Diese desinfizieren und stärken das Immunsystem. Das im Knoblauch enthaltene Allicin wirkt gegen schädliche Pilze und Bakterien – selbst bei hunderttausendfacher Verdünnung. Dabei ist es trotzdem schonend zur wichtigen Mikroflora des menschlichen Darms. Um die gesunde Wirkung von Knoblauch wussten schon die alten Ägypter – so sollen die Pyramidenbauer täglich Knoblauch gegessen haben. Frischen Knoblauch kannst du also gar nicht oft genug essen, wenn er nicht die unangenehme Knoblauchfahne verursachen würde.

Welches Mittel hilft gegen eine Knoblauchfahne?

Wer regelmäßig Knoblauch isst, kennt sie nur zu gut: die Knoblauchfahne. Oft nimmt man sie an sich selbst nicht so stark wahr wie andere. Denn Knoblauchgeruch wird auch über die Haut ausgedünstet. Wenn du oft Knoblauch isst, riechst du auch bei anderen eine Knoblauchfahne nicht mehr so stark oder gar nicht mehr. Doch was hilft gegen die lästige Fahne? Gegen den Knoblauchgeschmack im Mund kannst du Pfefferminze, Petersilie, Gewürznelken, Kaffeebohnen, Kaugummi oder in Essig eingelegten Ingwer kauen. Auch das Trinken von Milch hilft sporadisch gegen den Knoblauchgeschmack. Gegen den Geruch der Hautausdünstungen ist allerdings noch kein Kraut gewachsen – hier hilft nur abwarten, bis alles ausgedünstet ist.

Schnittlauch

Auch Schnittlauch gehört zu den Lauch- beziehungsweise Zwiebelgewächsen. Schnittlauch hat ein mildes Zwiebelaroma und eignet sich für alle Gerichte, die sonst auch mit Zwiebeln zubereitet werden können. Im Supermarkt bekommst du Schnittlauch ganzjährig frisch, tiefgefroren oder gefriergetrocknet. Dabei verwendest du frischen Schnittlauch nur für rohe oder bereits gegarte Speisen – mitgekocht wird er nicht. Tiefgekühlten Schnittlauch kannst du zum Auftauen kurz mitgaren. Möchtest du gefriergetrockneten Schnittlauch verwenden, weiche ihn am besten vor der Verwendung kurz ein, damit er seinen vollen Geschmack entfaltet.

Chinesischer Schnittlauch – Kui Ts’ai

Chinesischer Schnittlauch ist auch als Schnittknoblauch bekannt. Er hat ein herzhaft-süßliches Knoblaucharoma, ist aber etwas milder als Knoblauch. In Asien wächst er wild, in Deutschland wird er extra angebaut und steht so fast das ganze Jahr über zur Verfügung. Chinesischen Schnittlauch kannst du roh verwenden oder dünsten beziehungsweise mitkochen. Die Samenkapseln und Blüten des Schnittlauchs sind ebenfalls essbar, die Blüten schmecken vor allem frittiert besonders gut.

Doldengewächse

Dill

Dill ist ein feingefiedertes Kraut, das ursprünglich aus Südeuropa kommt. Mittlerweile wird Dill aber in ganz Europa angebaut. Du kannst das Doldengewächs gut selbst züchten oder im Supermarkt frisch, tiefgefroren oder getrocknet als Dillspitzen kaufen. Dill wird gerne auch als Gurkenkraut bezeichnet. Denn mit seinem frischen und leicht herben Aroma passt er besonders gut zu Gurken. Aber das Kraut ist weit vielfältiger: Ob in Dill-Senf-Soßen oder Remoulade, hellen Rahmsoßen für Geflügel und Fisch, zu Eiern, in Quark oder Kräuterbutter und in Salatsoßen – Dill macht sich immer gut. Auch zu Fisch und Meeresfrüchten wie Aal, Krabben, Krebsen, Lachs und Makrelen passt Dill hervorragend. Zudem wird Dill beispielsweise bei Graved Lachs zum Marinieren oder Beizen genutzt.

Verarbeitest du frischen Dill, solltest du die feinen Blättchen schneiden, nicht zerhacken. Denn wenn du sie zerhackst, werden sie matschig. Außerdem ist Dill hitzeempfindlich und geht beim Kochen kaputt. Würze deshalb am besten erst die fertigen Speisen mit Dill oder lasse das feine Gewürz maximal noch etwas mitziehen.

Die Dilldolden bilden auch Samen aus – getrocknet schmecken diese Samen nach Kümmel sowie leicht nach Anis. Sie werden vor allem für Fischsud, eingelegte Gurken und zu Eintöpfen sowie Lammbraten verwendet.

Fenchelkraut

In mediterranen Ländern wächst der Fenchel wild, bei uns muss man ihn kaufen oder im Garten selber ziehen. Neben den schmackhaften Gemüseknollen können die Stängel, das Grün und die Samen, die in den goldgelb blühenden Dolden heranreifen, verwendet werden. Die Fenchelsamen benutzt man – ähnlich wie Anis – als Gewürz für Brot und Gebäck, zum Einlegen von Gemüse und Gurken und für Eintöpfe. Köstlich schmeckt gegrilltes Fleisch, auf italienische Art mit gestoßenem Fenchelsamen bestreut. Das Fenchelgrün verfeinert Salate, Füllungen, Fischsuppen und -saucen. Fencheltee kann gegen Magenschmerzen und Blähungen helfen. Das Fenchelöl wird zusammen mit Honig zu Hustenbonbons verarbeitet.

Mediterrane Kräuter

Basilikum

Basilikum gehört zur Familie der Lippenblütler und kommt ursprünglich aus Indien. Allerdings wird Basilikum schon seit Jahrhunderten auch in Europa angebaut. Die Basilikumpflanze kann bis zu 40 cm hoch werden und war bisher vor allem in der französischen und italienischen Küche beliebt. Aber auch in Deutschland findet Basilikum immer öfter Verwendung. Der Geschmack ist leicht pfeffrig und erinnert entfernt an Gewürznelke. Das Küchenkraut gibt es frisch, getrocknet und gerebelt zu kaufen. Frisches Basilikum lässt sich auch daheim im Topf auf der Fensterbank gut halten. Das gehackte und gerebelte Kraut kannst du mitkochen. Frische Blätter solltest du jedoch nur über fertige Speisen streuen, da sie sonst matschig werden.

Basilikum passt gut zu Gemüse wie Tomaten, Gurken und Auberginen, Bohnen und auch zu Pilzen. Du kannst das Kraut auch gut zu Pesto verarbeiten, indem du es mit Pinienkernen, Knoblauch und Parmesan mit einem Mörser zerstößt und die Mischung dann mit Öl verrührst.

Mittlerweile gibt es außerdem mehr Sorten als nur das klassische, grüne Basilikum: beispielsweise rotes Basilikum mit herberem Geschmack, Thai-Basilikum, das ebenfalls rötliche Blätter und einen leichten Kampfergeschmack hat sowie Zitronenbasilikum mit kleineren, behaarten Blättern. Sogar Zimtbasilikum ist erhältlich – es schmeckt tatsächlich nach Zimt.

Majoran

Majoran blüht weiß-lila und hat einen behaarten Stängel. Als Gewürz werden die Blätter verwendet – und das schon seit Jahrhunderten: Bereits die alten Römer und Griechen haben Majoran als Gewürz und Heilmittel gegen viele Leiden eingesetzt. Die grünen Blätter der Pflanze haben einen stark würzigen Eigengeschmack, weshalb du sie etwas sparsamer dosieren solltest. Du kannst Majoran frisch, getrocknet und gerebelt kaufen oder selbst anzüchten. Wie bei so vielen Küchenkräutern gibst du frischen Majoran am besten erst zur fertig zubereiteten Speise hinzu. Gerebelten und getrockneten Majoran kannst du dagegen auch mitkochen. Das mediterrane Küchenkraut passt zu Kartoffelsalat und -suppe, Hackfleischgerichten, verschiedenen Bratengerichten, Wildragouts, Hülsenfruchtsuppen, Lebergerichten, Kräuterkäse und Mayonnaise sowie Gemüsegerichten. Außerdem erhalten Würste wie Leber-, Brat- und Blutwürste dank Majoran ihre Würze.

Oregano

Oregano wird auch Dost genannt und gilt als das Lieblingsgewürz der italienischen Küche schlechthin. Pizza und Pastagerichte sowie Gemüsegerichte aus Tomaten, Zucchini und Auberginen werden typischerweise mit Oregano gewürzt. Auch die italienische geschmorte Kalbshaxe (Osso bucco) erhält ihren würzigen Geschmack über den Oregano. Das Kraut ist eng mit dem Majoran verwandt und gilt ebenfalls als Heilpflanze. Etwas schärfer als Majoran hat Oregano einen mild-pikanten Geschmack. Sein volles Aroma entfaltet das Kraut erst beim Backen oder Kochen. Es gibt ihn vor allem getrocknet und gerebelt das ganze Jahr über im Supermarkt zu kaufen – frisch ist er eher selten erhältlich.

Rosmarin

Der Rosmarinstrauch ist vor allem im Mittelmeerraum zu finden, kann aber auch hierzulande kultiviert werden. Als Gewürz finden nur die Triebspitzen des Strauches Verwendung. Sie ähneln im Aussehen graugrünen Tannenzweigen. Rosmarin erhältst du sowohl frisch als auch getrocknet und gerebelt im Supermarkt. Doch egal, ob frisch oder getrocknet, das Kraut passt zu vielen deftigen Gerichten. Er verleiht Fleisch und Soßen einen würzigen Geschmack, passt zu Fisch, Suppen und Kartoffeln oder verfeinert Brot- und Backwaren wie italienisches Focaccia. Auch gebratenes Gemüse wie Zucchini lässt sich mit Rosmarin gut verfeinern. Immer beliebter wird es auch, Rosmarin für Getränke oder Süßspeisen zu verwenden – einige gehackte Blätter im Schokoladenkuchen geben dem Backwerk ein besonderes Aroma.

Salbei

Der Name des Salbeis ist lateinischen Ursprungs: „salvare“ bedeutet heilen. Diesen Namen hat er aufgrund seiner Wirkung als Heilpflanze erhalten. Salbei enthält ätherische Öle, die desinfizierend und entzündungshemmend wirken. Seine heilende Wirkung entfaltet Salbei beispielsweise in Tee, Hustensirup sowie Husten- und Halsbonbons.

Das mediterrane Küchenkraut ist im Mittelmeerraum beheimatet. Du kannst es aber auch zu Hause im Blumentopf heranziehen. Salbei blüht violett-bläulich oder weiß. Zum Würzen werden nur die jungen, graufilzigen Blätter genutzt. Sie schmecken intensiv-würzig und etwas bitter. Vor allem roh sind Salbeiblätter zäh und schmecken streng, weshalb sie zum Verzehr am besten angebraten werden. Beim Anbraten entfalten sie auch ihr volles Aroma. Salbei ist frisch und getrocknet erhältlich, wobei frischer Salbei am aromatischsten ist. Da das Kraut einen starken Eigengeschmack hat, beziehungsweise stark würzt, reichen bereits ein oder zwei frische Blätter zum Würzen von Speisen. Salbei eignet sich besonders gut zum Verfeinern von Fleischgerichten aller Art, von Fisch, Pasta, Salat und Kräutersaucen.

Thymian

Auch Thymian ist ein mediterranes Küchenkraut. Er lässt sich aber auch hierzulande kultivieren. Thymian ist ein niedriges Strauchgewächs, das weiß bis lila-rosa blüht. Seine Stängel sind holzig und nicht genießbar, aber sie entwickeln kräftige Blätter, die zum Würzen genutzt werden. Du erhältst Thymian frisch oder getrocknet – in beiden Fällen riecht er sehr aromatisch und schmeckt leicht pfeffrig. Spezielle Züchtungen weisen besondere Geschmacksnoten auf: So gibt es etwa Zitronen-, Orangen-, Lavendel- oder Kümmelthymian. Die Pflanze ist mit dem Majoran verwandt und hat heilsame Eigenschaften. So wirkt Thymian antibakteriell und entzündungshemmend.

Du kannst das Küchenkraut mitkochen, solltest es dabei aber sparsam dosieren. Denn vor allem getrockneter Thymian hat es in sich – er würzt noch etwa drei Mal so stark wie frischer Thymian. Sein pikanter Geschmack passt zu allen Arten von Fleischgerichten, vor allem zu Kalb und Lamm. Auch Kartoffelgerichte, dunkle Soßen und Salate lassen sich mit Thymian verfeinern. Besonders gut passt Thymian auch zu Ziegen- und Schafskäse, egal ob gebacken, gegrillt oder pur.

Kräuter der Provence

Kräuter der Provence sind eine Mischung klassisch südfranzösischer Küchenkräuter. Die meisten der in der Mischung verwendeten Kräuter wachsen wild in der Region Provence in Frankreich. Die Zusammensetzung der Mischung variiert. In den allermeisten Mischungen sind aber Rosmarin, Oregano, Thymian und Bohnenkraut enthalten. Da die Provence auch für ihre Lavendelfelder bekannt ist, werden den Kräutern der Provence auch oft Lavendelblüten zugefügt. Oft sind auch Majoran, Basilikum, Salbei und seltener Koriander, Ysop, Muskat oder Orangenschale dabei. Kräuter der Provence eignen sich optimal zum Würzen von Gemüsegerichten wie Ratatouille sowie Grillfleisch und Fisch, besonders Lammfleisch.

Salatkräuter

Beifuß

Beifuß wird auch Johanniskraut oder Wilder Wermut genannt – er ist also mit dem Wermut verwandt. Das Kraut wächst unauffällig an vielen Wegrändern sowie Brachflächen, kann bis zu zwei Meter hoch wachsen und hat einen würzigen, leicht bitteren Geschmack. Vor der Blüte des Beifußes erntet man die Blütenrispen, die dann als Gewürz Verwendung finden. Beifuß ist auch als Heilkraut bekannt – er dient der Stärkung der Nerven und soll beruhigend wirken. Zudem ist Beifuß appetitanregend sowie dank seiner enthaltenen Bitterstoffe verdauungsfördernd. Dadurch macht er vor allem fettreiche Speisen wie Enten- und Gänsebraten bekömmlicher. Verwendung findet Beifuß auch in Hammelfleisch und Schmalz sowie zum Würzen von verschiedenen Gemüsesorten wie Wirsing, Weißkohl und Möhren. Auch zu Speck und Eiern passt Beifuß als Gewürz. Das Küchenkraut ist frisch oder getrocknet und gerebelt erhältlich.

Bohnenkraut

Bohnenkraut stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum, wird aber bereits seit dem neunten Jahrhundert in Deutschland gezüchtet. Das pfeffrig schmeckende Küchenkraut ist auch als Heilpflanze bekannt und soll magenstärkend sowie krampflösend wirken. Bohnenkraut blüht weiß bis lila. Als Gewürz verwendet werden die kleinen Blätter. Sie sind frisch gehackt oder gebündelt erhältlich oder getrocknet und gerebelt. Das Kraut ist vor allem als Wurstgewürz beliebt, weshalb es auch den Beinamen Wurstkraut trägt. Neben Wurst lassen sich damit auch Bohnengerichte, Suppen, Ragouts, Mayonnaisen und Salate wie Kartoffel-, Gurken-, Tomaten- und Fleischsalat lecker würzen.

Borretsch

Borretsch stammt aus dem Mittleren Osten und blüht blau. Er wird Gurkenkönig genannt, da er ideal zum Würzen von Gurkensalat ist. Aber auch andere Salate lassen sich gut mit Borretsch verfeinern. Er ist neben sechs weiteren Kräutern Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße. In Italien werden Ravioli mit Borretsch gefüllt oder man dünstet ihn wie Spinat. Außerdem wird Borretsch zum Würzen von Kräuterbutter, Joghurt, Käse, Fisch, Hackfleisch und Geflügel genutzt. Getränke dekoriert er mit seinen Blüten und verleiht ihnen ein leichtes Gurkenaroma. Die Blüten sind ebenfalls essbar und aromatisieren häufig Essig. Die Blätter des Borretschs sind sehr behaart, weshalb zum Verzehr am besten junge Blätter verwendet werden sollten, die man fein schneidet. Zum Trocknen eignet Borretsch sich nicht.

Estragon

Die Estragonpflanze wird bis zu 120 cm hoch. Nur ihre jungen, zarten Blatttriebe werden gepflückt und sind dann frisch oder getrocknet erhältlich. Estragon gehört in der französischen und italienischen Küche zu den wichtigsten Küchenkräutern. Das Kraut entfaltet erst beim Kochen seinen leicht pfeffrigen, aromatischen Geschmack, der sowohl an Waldmeister als auch an Anis erinnert. Estragon würzt Salate, Fleisch, Fisch, Remoulade, Soßen, Senf, Essiggemüse und Weinessig. Erhältlich ist meist russischer Estragon, der etwas herber schmeckt. Es gibt aber auch echten französischen Estragon, der ein besonders raffiniertes Aroma aufweist. Angeboten wird das Kraut frisch, getrocknet oder in Essig eingelegt.

Kapern

Kapern waren bereits bei den alten Griechen und Römern ein beliebtes Gewürz und eine Arznei. Der Kapernstrauch ist im Mittelmeerraum heimisch. Hier werden die Blüten als geschlossene Knospen geerntet, getrocknet und dann salzig oder sauer eingelegt. Je kleiner die Knospen sind, desto feiner sind die Kapern. Sie schmecken etwas bitter und leicht scharf. Kapern verleihen Fleischgerichten, Soßen, den bekannten Königsberger Klopsen, Fisch, Tatar und hart gekochten Eiern einen scharf-sauren Geschmack. Immer enthalten sind Kapern im Vitello tonnato (Kalbfleisch mit Thunfischsauce). Je später die Kapern an die Speisen gegeben werden, desto intensiver bleibt ihr Aroma. Die fast olivengroßen, langstieligen Früchte des Kapernstrauches werden auch Kapernäpfel genannt. Sie schmecken besonders gut zu Käse und Lamm und sind oft auf Antipasti-Tellern zu finden. Die schmackhaftesten Kapern kommen von der französischen Riviera.

Kerbel

Kerbelkraut duftet süßlich und sieht der Petersilie ähnlich. Es ist aber kleiner und zarter gefiedert. Kerbel sollte erst an die fertigen Speisen gegeben, statt mitgekocht zu werden. So werden auch für die Kerbelsuppe nur die Stängel mitgekocht, die Blätter dagegen erst zum Schluss eingerührt. Kerbel schmeckt leicht nach Anis und Fenchel. Es passt zu Kräutersaucen, in Omeletts, Joghurt und Quark, zu Salaten, Lammbraten, Fisch und in frische Erbsengerichte. Kerbel ist vor allem frisch erhältlich. Es gibt ihn auch getrocknet, allerdings verliert er dann stark an Geschmack und Aroma.

Kresse

Gartenkresse lässt sich leicht in einer Schale auf etwas Erde oder feuchter Watte ziehen. Sie kann aber auch das ganze Jahr über frisch gekauft werden. Sowohl die zarte Gartenkresse mit ihren sternförmigen Blättchen als auch die etwas großblättrigere Kresse schmeckt etwas scharf und ist senfähnlich. Kresse würzt kurz gebratenes Fleisch, Salate, hart gekochte Eier, Soßen und Quark. Einen noch kräftigeren Geschmack liefert Brunnenkresse, die seltener erhältlich ist, aber auch einfach selbst gezogen werden kann. Der Geschmack der Brunnenkresse ist würzig und erinnert an Meerrettich. Sie eignet sich gut für Quark, Salate und Kartoffelgerichte. Zudem ist Brunnenkresse vitaminreich und hat eine blutreinigende Wirkung. Keine der Kressearten lässt sich einfrieren oder trocknen.

Liebstöckel

Liebstöckel ist eine mehrjährige Staude. Die Blätter sind pikant-würzig und verleihen Schmorbraten, Eintöpfen, Ragouts, Suppen und Soßen ein besonders Aroma. Liebstöckel eignet sich anstelle von Salz zum Würzen und wird deshalb vielerorts auch Maggikraut genannt. Frische Zweige oder getrocknete, gerebelte Blätter werden mitgekocht. Frische Blätter werden fein gehackt und erst am Ende an die Speisen gegeben, damit sie ihr volles Aroma behalten.

Petersilie

Sowohl die krause als auch die glatte Petersilie gilt als das beliebteste Küchenkraut und kommt weltweit als Universalgewürz zum Einsatz. Frische, fein gehackte Petersilie enthält viel Vitamin C, wirkt entwässernd und sollte nur an die fertigen Speisen gegeben werden. Ist die Petersilie tiefgefroren oder getrocknet, sollte man sie einmal kurz aufkochen lassen. Zum Mitkochen dagegen eignet sich nur die Wurzel der Petersilie. Das Kraut passt zu Kartoffeln, Suppen, Soßen, Eintöpfen, Fisch und Geflügel, Gemüse, Eierspeisen und Salat.

Pimpinelle

Die Blätter der Pimpinelle, Pimpernelle oder Bibernelle sind rundlich und gefiedert. Die wild wachsenden Blätter der Pflanze sollten vor der Blüte geerntet werden, da sie nur zu diesem Zeitpunkt nussartig-würzig und leicht nach Gurke schmecken. Pimpinelle wird am besten so frisch wie möglich verwendet – trocknen lässt sie sich nicht, dafür aber einfrieren. Das Kraut schmeckt zu Salaten, Suppen, Soßen, Gemüse und Fischgerichten. Es sollte immer erst zum Schluss an die Speisen gegeben werden.

Ysop

Ysop stammt aus dem Orient und ist ein blaublühender Strauch mit lanzettenförmigen Blättern. Sein Geschmack erinnert an Minze und Kampfer. Damit passt Ysop gut zu Kartoffel- und Tomatengerichten, Schweinebraten und Rindsrouladen, in Soßen, Eintöpfe, Salate und zu Aal. Nach Möglichkeit sollte er als frisches Kraut verwendet werden.

Minze, Melisse und Koriander

Minze

Die grüne Minze, die auch als Pfefferminze bekannt ist, gehört zu den beliebtesten Kräutern. Sie hat einen charakteristischen, erfrischenden Geschmack, den sie ihrem hohen Anteil an Menthol und anderen ätherischen Ölen verdankt. Es gibt verschiedene Arten von Minze, die mehr oder weniger Menthol enthalten. Den kräftigsten Geschmack hat die dunkelgrüne englische Minze. Die kleinblättrige Pfefferminze schmeckt leicht pfeffrig, die rötliche Pfefferminze intensiv-scharf. die Thai-Minze mild und die großblättrige grüne Minze leicht süßlich. Es gibt auch Sorten, denen sich weitere Aromen beimischen. Die gelbumränderte Apfelminze schmeckt beispielsweise fruchtig und die Schokominze ähnlich wie „After Eight“.

Ihr feines Aroma gibt die Minze bereits in kleinen Mengen ab und verfeinert damit Salate, Soßen, Schmorgerichte, Getränke, Gebäck und Desserts. Der belebende Minz-Tee ist das Hauptgetränk arabischer Länder. Dafür wird echte Nana-Minze benötigt, die einen besonders hohen Anteil an ätherischen Ölen aufweist und ein sehr feines Aroma freigibt.

Zitronengras

Ursprünglich wuchs Zitronengras wild in ganz Südostasien. Heute wird es in Asien, Westindien und Brasilien angebaut. Das tropische Gras hat eine verdickte Wurzel und duftet und schmeckt deutlich nach Zitrone. Die Pflanze wird etwa zwei Meter hoch. Auf den ersten Blick sieht Zitronengras in der Form aus wie dünne Frühlingszwiebeln. Allerdings dienen nur die ganz jungen, zarten Blätter als Gewürze für verschiedene Gerichte. Zitronengras passt zu Geflügel, Fisch, Meeresfrüchten, Schweine-, Rind- und Lammfleisch sowie zu Soßen, Marinaden und Dips. Bei der Dosierung sollte man zurückhaltend vorgehen, da das Gras relativ scharf ist. In der Regel werden die Stängel nur mitgekocht und dem Gericht anschließend wieder entnommen, weil sie meist fasrig bleiben. Lediglich ganz zarte Stängel können fein gehackt auch mitgegessen werden. Zitronengrasstängel lassen sich auch gut als Ersatz für Holzspieße verwenden. Die aufgespießten Speisen schmecken dann angenehm pikant.

Zitronenmelisse

Zitronenmelisse duftet und schmeckt zitronenähnlich. Ursprünglich ist die Pflanze im Mittelmeerraum beheimatet, lässt sich aber auch im heimischen Garten gut kultivieren. Oft wird sie im Supermarkt frisch im Topf angeboten. Die jungen, frischen Blätter und Triebe verfeinern Blatt- und Rohkostsalate, Soßen, Gemüsegerichte, Lammbraten, Erfrischungsgetränke sowie Sorbets.

Koriander

Der Koriander ist im Orient beheimatet und wird wegen seines speziellen Geruchs auch Wanzendill genannt. Vor allem der kugelförmige, braune Samen der Pflanze war schon im Altertum als Gewürz und Arznei bekannt. So gaben etwa die Ägypter ihren Toten das Gewürz mit ins Grab und Karl der Große beschrieb Koriander als Arznei gegen vielerlei Gebrechen wie Magen-Darm-Beschwerden. In der Küche werden Koriandersamen für eingelegtes Gemüse wie Gurken und Rote Bete, Kohlarten, Schweinefleisch und Brot sowie Brötchen verwendet. Gemahlener Koriander verfeinert Weihnachtsgebäck, Apfelkompott und Apfelkuchen, Gulasch, Geflügelfüllungen, Kartoffelgerichte und ist auch als Wurstgewürz beliebt. Mittlerweile gibt es frischen Koriander auch im Supermarkt zu kaufen. Die zarten Blättchen haben ein herbes Aroma, das besonders gut zu gegartem Gemüse wie Möhren, Zucchini und Bambus sowie zu Fleisch passt. Koriander wird immer zum Schluss über die Speisen gestreut.

Die Küche Asiens

Die vielfältige Küche Asiens nutzt vor allem frische Zutaten, eine Vielzahl an Gewürzen und starke Kontraste. So soll frisches Gemüse in Kombination mit aromatischen Gewürzen geschmacklich im Mund explodieren und viel Abwechslung bieten. Geschmacksrichtungen wie süß und sauer, scharf und salzig, aromatisch und bitter, kühlend und wärmend gehören dazu. Die Basis bilden Reis, Nudeln, Gemüse, Pilze und Obst, die mit Gewürzen aller Art verfeinert werden. Fleisch und Fisch gelten eher als Beilagen.

In der Regel wird das Gemüse geputzt, klein geschnitten, schnell im Wok gebraten und dann mit den jeweils passenden Gewürzen abgeschmeckt. Dabei bleibt das Gemüse knackig und behält seine Vitamine. Eine andere gängige Zubereitungsart ist das Dämpfen. Hierbei werden die Zutaten in einen Bambuskorb gelegt, über kochendes Wasser gehängt und im Dampf gegart. Beliebt ist außerdem das Frittieren von Gemüse, Fisch, Wurzeln und Blättern in heißem Öl. Viele Zutaten der asiatischen Küche sind auch in Deutschland erhältlich. Verschiedene Rezepte ermöglichen es, die gesunden Speisen einfach nachzukochen.

Die Briten und die Minze

In der englischen Küche spielt die Minze seit Jahrhunderten als Küchenkraut eine der Hauptrolle. Die 1696 in Hertfordshire durch eine Kreuzung bekannter Minzearten entstandene Englische Minze ist besonders intensiv im Duft und Geschmack. Legendär in England ist beispielsweise Hammelbraten mit Pfefferminzsauce. Die Engländer würzen aber auch gerne andere Fleischgerichte, Fisch, Soßen, Suppen, Salate, Gemüse und Quark mit Minze. Meist wird das Kraut dabei frisch über die fertigen Speisen gestreut oder mitgekocht. Auch Desserts werden meist mit einem Minzblatt als Garnitur serviert.

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