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Milch und Milchprodukte

Milch und Milchprodukte

Milch begleitet uns meist ein Leben lang – ob nach der Geburt als Muttermilch oder anschließend in Form von Kuhmilch als Zugabe zum Morgenkaffee, in Müsli, in anderen Milchprodukten oder einfach pur. Dabei ist Milch nicht nur reich an Eiweißen, sondern auch an energiespendenden Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen, die wichtig für den Menschen und seine Ernährung sind. Welche Produktionsschritte das nährstoffreiche Getränk vom Erzeugerbetrieb bis hin zum Supermarktregal durchläuft, welche verschiedenen Milchprodukte es gibt und aus welchen Inhaltsstoffe sich Milch zusammensetzt, erfährst du hier.

Wissenswertes zur Milch

Milch und Milchprodukte gehören gemeinsam mit Eiern und Getreide zu den wichtigsten natürlichen Nährstoffquellen für den menschlichen Körper. Vor allem der hohe Kalziumgehalt macht die Milch zu einem wahren Nährstoffspender – besonders für heranwachsende Kinder. Kalzium stärkt die Entwicklung der Knochen und gesunder Zähne. Etwa ab dem ersten Lebensjahr sollten (Klein-)Kinder deshalb täglich etwa 300 ml bis 350 ml Milch zu sich nehmen – entweder pur oder in Form von Milchprodukten wie Joghurt oder Käse. Säuglingen sollte man innerhalb der ersten sechs Monate keine Kuhmilch geben, da der kleine Körper den hohen Proteingehalt der Milch noch nicht schnell genug abbauen kann.

Die Palette an Milchprodukten ist vielseitig: Sahne, Joghurt, Crème fraîche, Kefir und vieles mehr. Sogenannte Hochleistungskühe – Tiere, die deutlich mehr Milch liefern als für den eigenen Bedarf notwendig wäre – ermöglichen die zahlreiche Produktion der verschiedenen Milchprodukte. Durchschnittlich 6.700 l Milch gibt solch eine gezüchtete Hochleistungskuh, einige Tiere geben sogar bis zu 12.000 l.

Solch große Mengen per Hand zu melken ist nicht möglich, weshalb für den Melkprozess inzwischen eigens entwickelte Maschinen genutzt werden, die die Milch unmittelbar nach dem Melken filtern, entlüften und kühlen.

Während des gesamten Melk-, Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses wird genaustens auf Sauberkeit und Hygiene geachtet, um Bakterien und Krankheitserreger zu vermeiden. Die Erzeugerbetriebe samt Personal, Stallungen, Tieren und Geräten sowie die Rohmilch selbst werden deshalb regelmäßig geprüft.

Die weiße Farbe der Milch entsteht übrigens während des Verdauungsprozesses der Kuh. Das Gras, das die Milchkuh auf der Weide zu sich nimmt, wird im Verdauungstrakt gespalten und aufbereitet. Die Nährstoffe, die während dieser Aufspaltung entstehen, werden daraufhin über die Blutlaufbahn in den Euter transportiert. Dort sorgen die etwa zwei Milliarden Milchdrüsenzellen für die Umwandlung in Milch. In der Flüssigkeit sind sogenannte Lezithine enthalten, die unter anderem als wichtige Stoffe für den Nervenaufbau und das Gehirn gelten. Diese Lezithine sorgen dafür, dass sich das Wasser und die in der Milch befindlichen Fett-Tröpfchen miteinander verbinden – also eine Emulsion eingehen. Die Fettpartikel werden dadurch fein in der Milch verteilt. Einfallendes Licht trifft auf die Tröpfchen und wird von diesen reflektiert und gestreut, wodurch die Flüssigkeit weiß erscheint.

Woraus besteht Milch?

Hauptbestandteil von Milch ist – wie bei vielen anderen Lebensmitteln auch – Wasser. Erst durch die zahlreichen festen Nährstoffe, die sich in der Flüssigkeit befinden, wird die Milch zu einem nahrhaften Lebensmittel und wichtigem Bestandteil der Ernährung. Diese festen Nährstoffe werden auch „Milchtrockenmasse“ genannt und beinhalten:

Diese Milchtrockenmasse macht die Weiterverarbeitung zu Milchprodukten wie Joghurt, Quark, Käse oder Sahne erst möglich.

Milchzucker

1 l Vollmilch beinhaltet etwa 48 g Lactose. Der Milchzucker ist von der Kalorienanzahl identisch mit herkömmlichem Haushaltszucker, regt zusätzlich jedoch die Verdauung an. Zudem ist Lactose verantwortlich dafür, dass es bekömmliche Sauermilch-Produkte gibt. Die Umwandlung von süßer zu saurer Milch erfolgt durch Milchsäurebakterien, die ebenfalls Bestandteil des Naturprodukts sind und den Milchzucker in Säure verarbeiten.

Milchfett

Neben der Lactose sind in einem Vollmilch-Liter auch noch rund 35 g Milchfett enthalten. Dieses sorgt für eine gute Verdaulichkeit, einen niedrigen Schmelzpunkt von beispielsweise Butter und den Inhalt von den Vitaminen A, D und E, die allesamt fettlöslich sind. Diese Fettkügelchen setzen sich bei längerem Stehen ab, sofern die Milch nicht homogenisiert ist. Es bildet sich dann an der Oberfläche eine Sahne- oder auch Rahmschicht, während sich darunter Magermilch absondert.

Mineralstoffe und Vitamine

Wie bereits beschrieben, ist Milch ein wichtiger Nährstofflieferant für Kalzium und auch Phosphor, Jod, Magnesium und Kalium. Darüber hinaus beinhaltet sie zahlreiche Vitamine der Gruppen A und B. In einigen Ländern wird Milch zudem mit Vitamin D angereichert.

Wie hoch der Gehalt an Vitaminen ist, ist von der Trennung von Fett und Magermilch abhängig. Dementsprechend besitzt zum Beispiel fettarme Milch nur etwa die Hälfte an fettlöslichen Vitaminen im Vergleich zu herkömmlicher Vollmilch.

Milcheiweiß

Die in der Milch befindlichen Eiweiße (Proteine) enthalten Aminosäuren. Diese sind für Mensch und Körper unentbehrlich, da sie für den Aufbau und den Erhalt von Muskeln benötigt werden. Wie viel Proteine du pro Tag zu dir nehmen solltest, hängt von deinem Alter und deinem Gewicht ab.

1 l Vollmilch enthält 33 g Milcheiweiß, das auch für das „sauer“ oder „dick“ werden der Milch verantwortlich ist. Mit der Zeit gerinnt das Eiweiß und wird fest. Dabei wird eine Flüssigkeit abgesondert, die Molke genannt wird und viele Mineralstoffe, Reste von Lactose und Eiweißen sowie Vitamine enthält. Dieser natürliche Prozess dient als Grundlage, um Käse herzustellen – bei der professionellen Produktion von Käse wird der Gerinnungsprozess jedoch durch die Zugabe von Lab beschleunigt.

Hygienerichtlinien der kontrollierten Milchwirtschaft

Wer in seinem Betrieb Milch produzieren möchte, muss sich an zahlreiche Hygienemaßnahmen und Vorschriften während aller Produktionsschritte halten. Mithilfe dieser Richtlinien und regelmäßiger Kontrollen wird die hohe Wertigkeit des Endproduktes gewährleistet. So werden beispielsweise die Tiergesundheit, die Haltung, die Futtermittel und der Melkprozess genaustens überprüft. Ebenfalls kontrolliert wird, ob bei den Milchkühen Arzneimittel verwendet werden.

Unmittelbar nach dem Melken muss die Milch gefiltert und gekühlt werden – das übernehmen inzwischen meist direkt die Melkmaschinen. Vom Stall wird die Milch anschließend in die zuständige Molkerei transportiert. Auf dem Weg dorthin darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden und die Milch muss stets eine Temperatur zwischen 8 °C und 10 °C aufweisen.

In der Molkerei angekommen wird die Milch sorgfältig gemäß der Milchgüteverordnung (MilchGüV) geprüft. Dabei werden folgende Punkte untersucht:

  • Keimzahl: Die in der Milch befindliche Keimanzahl gibt Aufschluss über die Hygienestandards des Erzeugerbetriebs. Das Ergebnis wird in Güteklassen eingeteilt. Güteklasse 1 weist weniger als 100.000 Keime pro cm³ auf, Güteklasse 2 mehr als 100.000 pro cm³. Durchschnitt sind in der Regel etwa 20.000 Keime pro cm³.
  • Anzahl somatischer Zellen: Diese Zellen dienen als Anhaltspunkt, um die Eutergesundheit der Milchkühe zu ermitteln.
  • Hemmstoffgehalt: Auch Rückstände von Medikamenten oder Antibiotika werden in der Molkerei genaustens unter die Lupe genommen.
  • Gefrierpunkt: Durch das Ermitteln des Gefrierpunktes der Milch ist es möglich, Rückschlüsse bezüglich des Anteils von Fremdwasser, wie beispielsweise Kondenswasser, und der Ernährung der Milchkühe zu ziehen.

Liegen Keim- oder Zellgehalt über den akzeptierten Grenzwerten, wird eine Warnung an den Erzeugerbetrieb ausgegeben. Dieser muss sich um die Verbesserung der Werte kümmern. Sind die Werte nach vier Monaten noch immer über dem Grenzbereich, wird der Betrieb nicht weiter als Anlieferer zugelassen.

Verfahren der Milchherstellung und -verarbeitung

Ohne weitere Verarbeitungsschritte wird rohe Milch schnell sauer und verdirbt. Das liegt daran, dass die Mikroorganismen in ihr einen idealen Nährboden zur Vermehrung finden. Es gibt jedoch einige Verfahren, mithilfe derer sich die Milch länger haltbar machen lässt – teils über mehrere Wochen oder Monate ohne Kühlung. Diese Verfahren dienen auch der gleichbleibenden Qualität der Milchprodukte. Durch die Prozesse gehen zwar Inhaltsstoffe verloren, die Milch beinhaltet jedoch weiterhin zahlreiche wichtige Nährstoffe. Zudem kann sich durch das Haltbarmachen das Aroma leicht ändern.

Nach der Qualitätskontrolle wird die Milch weiterverarbeitet. Sie wird dafür auf 40 °C erhitzt und mithilfe von Zentrifugalkraft in Magermilch und Rahm getrennt. Das passiert in einem sogenannten Separator. Anschließend folgen die weiteren Bearbeitungsschritte, die sich je nach gewünschtem Milchprodukt unterscheiden.

Die im folgenden beschriebenen Verfahren werden bei den meisten Milchsorten angewandt – mit Ausnahme von Roh- und Vorzugsmilch. Welche Behandlung für die jeweilige Milch genutzt wurde, muss auf der Verpackung vermerkt sein. Doch was bedeuten eigentlich Begriffe wie „pasteurisiert“, „homogenisiert“ oder „ultrahocherhitzt“?

Pasteurisieren

Nahezu alle Frischmilchsorten, die im Supermarktregal stehen, müssen während ihrer Herstellung pasteurisiert werden. Die Pasteurisierung – benannt nach ihrem Erfinder Louis Pasteur, einem französischen Chemiker – ist eine schonende Wärmebehandlung, bei der Keime abgetötet, aber weder Geschmack noch viele Nährstoffe verloren gehen. Dabei wird die Milch auf 62 °C bis 75 °C erhitzt und anschließend wieder auf etwa 4 °C bis 5 °C gekühlt. Während des Erhitzungsprozesses wird das Eiweiß innerhalb der Milch aufgeschlossen, wodurch diese letztendlich leichter verdaulich wird.

Homogenisieren

Ziel der Homogenisierung ist es, die Bekömmlichkeit und den Geschmack der Milch zu verbessern, indem die unterschiedlich großen Fettkügelchen zerkleinert und gleichmäßig in der Milch verteilt werden. Während des Homogenisierungsprozesses wird dafür die Milch unter hohem Druck durch feine Düsen gepresst. Die Folge der Homogenisierung ist zudem, dass sich das Milchfett nicht mehr in Form von Rahm absetzen kann.

Ultrahocherhitzen

Das Ultrahocherhitzen besitzt vor allem ein Ziel: die Haltbarkeit der Milch zu verlängern. Dafür wird das Produkt auf 135 °C bis 150 °C erhitzt – für etwa drei bis sechs Sekunden lang. Danach wird sie sofort wieder abgekühlt. Durch diese schnelle Erhitzung werden sämtliche lebende Keime in der Milch abgetötet. Das Endprodukt, die wochenlang haltbare H-Milch, wird dann in lichtgeschützte, sterile Verpackungen gefüllt. Beim Ultrahocherhitzen gehen einige Geschmacks- und Nährstoffe verloren – mehr als bei der Pasteurisierung, aber weniger als beim Sterilisieren.

Sterilisieren

Für eine noch längere Haltbarkeit sorgt die Sterilisierung der Flüssigkeit. Das Endprodukt ist anschließend als ungekühlte Konserve bis zu einem Jahr haltbar. Dafür wird die Milch für einen Zeitraum von 15 bis 20 Minuten auf 115 °C bis 120 °C erhitzt. Neben den Keimen werden dabei aber auch sämtliche Mikroorganismen und Enzyme abgetötet und ein großer Anteil der Vitamine geht verloren. Der Geschmack verändert sich und lebenswichtige Eiweiße der Milch besitzen in Anschluss an die Sterilisierung eine geringere Wirksamkeit. Ungeeignet ist die sogenannte Steril-Milch daher vor allem für Kleinkinder und Säuglinge. Stattdessen kannst du sie für die Zubereitung von Milchspeisen nutzen, die du ohnehin längere Zeit kochst.

Kondensieren

Auch indem man Milch Wasser entzieht, wird diese länger haltbar. In Vakuumbehältern wird die Flüssigkeit erhitzt, damit das Wasser verdampft und die Milch sterilisiert wird. Auf diese Weise entsteht eine eingedickte, konzentrierte Flüssigkeit mit hohem Nährwert und einem großen Anteil an Milchtrockenmasse von durchschnittlich 125 g pro Liter Milch. Mineralstoffe, Milchzucker, Eiweiß und Fett bleiben darin erhalten. Wie hoch der Anteil an Trockenmasse ist, variiert von Produkt zu Produkt und wird anhand von Fettstufen unterschieden. Wie hoch der Fettgehalt letztlich noch ist, muss auf der Verpackung in % angegeben werden. Zusätzlich vermerken die Hersteller in der Regel auch den Anteil fettfreier Trockenmasse.

Je mehr Wasser entzogen wird, desto höher der Fettanteil. Folgende Kondensmilch-Produkte gibt es:

  • Kondenssahne/kondensierte Kaffeesahne: 26,5 % Trockenmasse, mindestens 15 % Fett
  • Kondensmilch:25 % Trockenmasse, mindestens 7,5 % Fett
  • Kondensmilch teilentrahmt: mindestens 20 % Milchtrockenmasse, etwa 1,5 % bis 7,5 % Fett
  • Kondensmagermilch: mindestens 20 % Trockenmasse, bis zu 1 % Fett

Gezuckerte Kondensprodukte besitzen andere Trockenmasse- und Fettanteile und sind zudem mit Zucker versetzt.

  • Trockenmilch oder Milchpulver:Wird die Flüssigkeit beim Kondensationsprozess fast vollständig verdampft, entsteht Trockenmilch oder Milchpulver. Es handelt sich dabei also um reine Trockenmasse. In der Regel wird Milchpulver hergestellt, wenn ein Überangebot an Milch herrscht – zum Beispiel während einer sogenannten Milchschwemme, bei der zu viel Milch für den Absatzmarkt produziert wird. In Konserven abgefüllt ist die Trockenmilch lange haltbar. Sie wird zum Beispiel auch zur Herstellung von Süß- und Backwaren oder auch für die Produktion von Käse oder Joghurt genutzt. Damit das Pulver wieder flüssig und somit trinkbar ist, wird dieses mit Wasser vermengt. Der Emulgator Lezithin sorgt dafür, dass sich das Pulver temperaturunabhängig und ohne Klumpen im Wasser auflöst. Das Instant-Milchpulver wird in der Regel als Voll- oder Magermilch gehandelt.

Kennzeichnung von Milchprodukten

Mit welcher Art der Verarbeitung die Milch hergestellt wurde, wird auf dem Etikett vermerkt – ebenso wie Informationen bezüglich der Inhaltsstoffe, der Haltbarkeit und weiterer Aspekt. Im Bereich der Lebensmittel ist das von großer Bedeutung, damit die Konsumenten genau wissen, was in dem von ihnen gekauften Produkt enthalten ist. Auf Milchverpackungen sind daher folgende Informationen abgebildet:

  • Sorte der Milch
  • Art der Wärmebehandlung
  • Inhalt
  • Fettgehalt in Prozent
  • Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum
  • Zuständige Molkerei
  • Angaben zur Homogenisierung

Was für Milchprodukte gibt es?

Je nach Rasse der Kuh, ihrer Ernährung und der Jahreszeit unterscheidet sich der natürliche Fettgehalt der gemolkenen Milch. Um im Handel jedoch jederzeit eine gleichbleibend hohe Qualität liefern zu können, wird der Fettgehalt in den Molkereien reguliert. Das gelingt mithilfe eines sogenannten Separators, der die Milch in Rahm und Magermilch trennt und Schmutzpartikel herausfiltert. Die beiden Bestandteile werden dann gemäß dem gewünschten Verhältnis wieder vermischt. Dadurch entstehen die unterschiedlichen Standardsorten mit stets gleichbleibendem Fettgehalt.

Rohmilch

Rohmilch findest du nicht im Supermarkt, sondern in der Regel direkt beim Erzeuger. Es handelt sich dabei um eine unbehandelte, lediglich gefilterte Milch. Der Fettgehalt ist also nicht reguliert und beträgt meist zwischen 3,5 % und 4,2 %. Sie wird unmittelbar nach dem Melken gekühlt, bis sie den Verbraucher erreicht. Die Rohmilch darf zudem nur am Melktag selbst oder am Tag danach verkauft werden. Da die in der Milch befindlichen Keime bei Rohmilch nicht durch Herstellungsprozesse abgetötet werden, besteht laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ein geringes Infektionsrisiko. Es ist für Milcherzeuger daher Pflicht, den Hinweis „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ gut lesbar an der Ausgabestelle zu platzieren, um die Konsumenten darauf hinzuweisen.

Vorzugsmilch

Bei Vorzugsmilch handelt es sich ebenfalls um unbehandelte Rohmilch, die sehr strengen amtlichen Richtlinien unterliegt. Das naturbelassene Milchprodukt darf – bei Einhaltung dieser Richtlinien – auch im Handel an die Verbraucher verkauft werden. Vorzugsmilch ist also die einzige Form von Rohmilch, die im Supermarkt verkauft wird. Sie darf nur innerhalb von 24 Stunden an den Konsumenten übergeben werden und ist mit einem Verbrauchsdatum versehen, zu welchem die Milch spätestens verzehrt werden muss. Um das Infektionsrisiko für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Kinder und Säuglinge zu senken, solltest du die Milch etwa zehn Minuten lang auf eine Temperatur von 70 °C erhitzen.

Vollmilch

Die am häufigsten vorkommende Standardsorte ist die Vollmilch mit 3,5 % Fettgehalt. Darüber hinaus gibt es auch Vollmilch mit natürlichem Fettgehalt, die nicht in Rahm und Magermilch getrennt und wieder vermischt wird. Der Fettgehalt liegt bei dieser Art der Vollmilch bei mindestens 3,5 %.

Nährwerte von 100 g Vollmilch mit 3,5 % Fett:

  • Brennwert: 267 kJ (64 kcal)
  • Eiweiß: 3,3 g
  • Kohlenhydrate: 4,8 g
  • Fett: 3,5 g
  • Mineralstoffe: 0,7 g
  • Vitamin A: 0,028 mg
  • Karotin: 0,020 mg
  • Vitamin B1: 0,040 mg
  • Vitamin B2: 0,200 mg
  • Vitamin C: 1,000 mg

 (Quelle: Renner/Renz-Schauen: Nährwerttabellen für Milch und Milchprodukte)

Fettarme Milch

Bei fettarmer Milch wird der Fettgehalt auf 1,5 % bis 1,8 % reduziert. Zudem kann zusätzliches Eiweiß hinzugefügt werden – dies muss aber ausdrücklich auf der Verpackung der Milch vermerkt werden.

Magermilch

Magermilch, auch als entrahmte Milch bekannt, besitzt einen maximalen Fettgehalt von 0,5 %. Teils wird sie mit zusätzlichem Eiweiß angereichert. Somit eignet sich Magermilch als ideale Milchoption für Personen, die auf ihre Eiweißzufuhr und ihr Gewicht achten.

Konsummilch

Du findest im Handel jedoch auch Milch mit anderen Fettanteilen. Dabei handelt es sich um sogenannte Konsummilch, die seit Beginn des Jahres 2008 verkauft werden darf, sofern der Fettgehalt klar auf der Verpackung sichtbar ist.

Sahne

Der Rahm frisch gemolkener Milch setzt sich nach einiger Zeit an der Oberfläche ab oder wird mithilfe einer Zentrifuge von der Magermilch getrennt. Rahm ist dabei nichts anderes als Sahne. Sie ist reichhaltig an Fett, Milcheiweiß und fettlöslicher Vitamine. Sahne dient zum Beispiel als Basis für die Herstellung von Butter. Um die Haltbarkeit von Rahm zu erhöhen, wird sie ebenso wie Milch mithilfe verschiedener Verfahren bearbeitet. Durch die Zugabe entrahmter Milch entstehen unterschiedliche Fettstufen, die im Handel unter verschiedenen Namen verkauft werden. Sahne besitzt einen Fettgehalt von 15 % bis 29 %. Ab einem Gehalt von mindestens 30 % wird sie als Schlagsahne bezeichnet und lässt sich dank des höheren Fettanteils leichter steif schlagen als normale Sahne. Ideal für das Schlagen von Sahne ist eine Temperatur von 5 °C bis 6 °C. Wie leicht die Sahne beim Schlagen standfest wird, ist neben dem Fettgehalt und der Temperatur auch vom Eiweißgehalt und dem Alter der Schlagsahne abhängig. „Süße Sahne“ ist lediglich eine umgangssprachliche Bezeichnung für nicht-gesäuerte Sahne.

Sprühsahne

Fertige Sprühsahne ist in Dosen erhältlich und eignet sich vor allem zum Garnieren von Backwaren, Süßspeisen und anderen Gerichten. Ungeöffnet und ungekühlt ist sie bis zum angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum haltbar. Stelle die Dose jedoch etwa drei bis vier Stunden, bevor du sie nutzen möchtest, in den Kühlschrank. Es gibt verschiedene Sprühsahnesorten, zum Beispiel Schlag-, Gourmet- und Diätsahne, die je nach Zusammensetzung unterschiedlich viel Sahne, Zucker, Emulgator, Milcheiweiß, Stabilisatoren, Aroma und Treibgas beinhalten (Distickstoffmonoxid).

Crème double

Besitzt Sahne einen Fettgehalt von 43 %, wird diese Crème double genannt. Die Konsistenz ist löffelfest und eignet sich daher hervorragend, um Desserts oder Soßen zu verfeinern.

Die Wege der Milch

Milchersatzprodukte

Inzwischen verzichten immer mehr Leute auf den Verzehr von Milch und Milchprodukten – zum Beispiel aufgrund einer Laktoseunverträglichkeit oder Allergien gegen Kuhmilch. Stattdessen werden Ersatzprodukte aus Hafer, Milch, Reis oder anderen pflanzlichen Rohstoffen verwendet. Da es sich bei Milchersatzprodukten nicht um Milch handelt, dürfen diese im Handel nicht als solche betitelt werden. Dennoch sind die Bezeichnungen Hafermilch, Mandelmilch und Co. im alltäglichen Sprachgebrauch etabliert.

Sojamilch wird aus Sojabohnen hergestellt. Von den enthaltenen Nährstoffen ähnelt sie der herkömmlichen Kuhmilch, jedoch ist der Kalziumanteil deutlich geringer. Besonders bei Säuglingen und Kindern muss also für eine zusätzliche Kalziumzufuhr gesorgt werden, wenn statt Kuhmilch ein Sojaersatz verabreicht wird.

Mandelmilch besitzt einen leicht nussigen Geschmack und ist daher besonders beliebt für Desserts und Müslis. Der Milchersatz enthält weder Laktose noch Gluten oder Cholesterin. Für Säuglinge sollte Mandelmilch jedoch nicht verwendet werden, da sie nicht ausreichend Kalzium, Aminosäuren, Vitamine und Mineralien besitzt, um den Nährstoffbedarf zu decken.

Kokosmilchenthält viele Nährstoffe und Mineralien, die sich vor allem positiv auf den Elektrolyt-Haushalt des eigenen Körpers auswirken. In tropischen Ländern wird die aus dem Nussmark gewonnene Kokosmilch teilweise sogar als Ersatz für Muttermilch verwendet. Du kannst sie als Paste oder in Dosen kaufen und mit ihr verschiedenen Gerichten und Getränken ein exotisches Aroma verleihen.

Hafermilch ist eine weitere, laktosefreie Milchalternative. Um sie herzustellen, werden Haferflocken in Wasser eingeweicht und anschließend püriert. Dann folgen eine kurze Fermentationsphase und das Abfiltern der Haferflocken. Für den Handel werden dem Haferdrink zusätzlich noch Mineralien wie Kalzium zugeführt. Hafermilch ist ballaststoffreich und beinhaltet Beta-Glucane, eine Zuckerart, die sich positiv auf die Verdauung auswirkt. Für Personen mit Glutenunverträglichkeit ist die Hafermilch aufgrund des Gluten-Gehalts jedoch nicht geeignet.

Haltbarkeit von Milchprodukten

Wie lange du Milchprodukte ohne Bedenken verzehren kannst, ist abhängig von der Sorte und der genutzten Behandlung. Auf allen Milcherzeugnissen muss ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben sein – außer auf Vorzugsmilch, dort ist die Angabe eines Verbrauchsdatums Pflicht.

  • Vorzugsmilch: 2 Tage im Kühlschrank
  • PasteurisierteMilch: 3 bis 6 Tage im Kühlschrank
  • ESL-Milch (hocherhitzte Milch, ESL = Extended Shelf Life): 12 bis 21 Tage im Kühlschrank
  • H-Milch (ultrahocherhitzte Milch): mindestens 12 Wochen – auch ungekühlt
  • Steril-Milch: bis zu einem Jahr – auch ungekühlt
  • Kondensmilch: mindestens ein Jahr ohne Kühlung
  • Milchpulver: 6 bis 12 Monate bei trockener, kühler Lagerung
  • Sahne: frisch etwa 15 Tage im Kühlschrank, ultrahocherhitzt rund 12 Wochen, sterilisiert und ungekühlt bis zu einem Jahr
  • SaureSahne: 14 bis 18 Tage (je nach Fettgehalt)
  • Crèmefraîche: etwa 18 bis 20 Tage im Kühlschrank
  • Sauermilch, Buttermilch, Joghurt und Kefir: jeweils etwa 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank
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