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Joghurt

Joghurt

Pur oder mit Früchten, mit Müsli zum Frühstück oder als Dessert: Joghurt gehört zu den beliebtesten Milchprodukten. 2017 hat jeder Deutsche im Schnitt 16 kg Joghurt gegessen. Doch was hat es eigentlich auf sich mit den Joghurtkulturen und ist Joghurt wirklich so gesund, wie immer gesagt wird?

Naturjoghurt & Co.: die verschiedenen Joghurtarten auf einen Blick

Naturjoghurt

Joghurt gehört zu den sogenannten Sauermilchprodukten, genau wie Kefir oder Buttermilch. Im Kühlregal gibt es die verschiedensten Sorten: mild und säuerlich, stichfest und sämig, Naturjoghurt bzw. Fruchtjoghurt und natürlich mit unterschiedlichem Fettgehalt. Entscheidend für den Unterschied sind die zugesetzten Milchsäurebakterien bzw. der Fettgehalt der Milch, die für die Herstellung genommen wird.

Magermilchjoghurt: enthält maximal 1,5 % Fett

Fettarmer Joghurt: enthält zwischen 1,5 % und 3,8 % Fett

Joghurt: enthält mindestens 3,5 % Fett

Sahnejoghurt: enthält mindestens 10 % Fett

Griechischer Joghurt: höherer Eiweißgehalt, zwischen 0,1 und 10 % Fett

Woraus besteht Joghurt? Alles rund um die Herstellung

Ganz grob gesagt wird Joghurt aus Milch hergestellt, die mit Milchsäurebakterien versetzt wird. Je nachdem welche Kultur man verwendet, schmeckt der Joghurt säuerlich oder mild. Bei der Herstellung verwandeln die Milchsäurebakterien einen Teil des Milchzuckers Laktose in Milchsäure. Die Milchsäure wiederum sorgt dafür, dass die Milch gerinnt, andickt und der klassische Joghurt entsteht. Beim herkömmlichen Joghurt werden meist die Milchsäurebakterien Streptococcus Thermophilus oder Lactobacillus bulgaricus verwendet. Die beiden sorgen für einen etwas säuerlichen Geschmack. Der beliebte milde Joghurt wird mit Lactobacillus acidophilus zubereitet.

Joghurt selber herstellen

Joghurt kann man übrigens auch gut selber herstellen – ganz ohne Joghurt-Bereiter. Dafür benötigt man 1 Liter Milch, egal ob H-Milch oder frische Milch, und 2 Esslöffel Naturjoghurt.

So geht's: Milch auf 90 Grad erhitzen, ca. 5 Minuten köcheln lassen und dann auf 50 Grad abkühlen. Joghurt unter die Milch rühren, in sterile Gläser füllen und für 30 Minuten in den 50 Grad warmen Backofen stellen. Über Nacht im Backofen stehen lassen, am nächsten Tag abdecken und im Kühlschrank lagern. Die Konsistenz ist cremig und kein stichfester Joghurt.

Hätten Sie das gewusst?

  • Schon im 5. Jahrhundert wurde Joghurt in China hergestellt und verzehrt.
  • Joghurt wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts in den westlichen Ländern Europas beliebter.
  • Der erste Joghurt entstand aus einer zufälligen Säuerung von Milch.
  • Die Bezeichnung Joghurt taucht in vielen Sprachen auf, der Ursprung geht auf das türkische Wort yoğurt zurück und bedeutet gegorene Milch.

Welche Inhaltsstoffe stecken im Joghurt?

Nicht zu fett, dafür voller Eiweiß und Calcium: In Joghurt stecken viele Nährstoffe. Mit einer 150 g Portion wird beispielsweise ein Viertel des täglichen Calciumbedarfs gedeckt. Daneben ist Naturjoghurt eiweißreich und kohlenhydratarm, insbesondere der griechische Joghurt. Er eignet sich dadurch auch für eine Low Carb Ernährung.

Nährwert 

pro 100 g Joghurt (3,5 % Fett)

Kalorien 69 kcal
Kohlenhydrate 4 g
Eiweiß 4 g
Fett 4 g
Calcium 120 mg
Vitamin B1 0,04 mg
Vitamin B2 0,18 mg
Vitamin B12

0,4 μg

 

Wie viele Kalorien hat Joghurt?

Der Kaloriengehalt von Joghurt hängt vom Fettgehalt ab und ob es sich um Natur- oder Fruchtjoghurt handelt. Fruchtjoghurt enthält viel Zucker. Wer bei einer Diät Kalorien sparen möchte, greift zu fettarmem Naturjoghurt und kombiniert ihn mit frischen Früchten.

Joghurt Kilokalorien pro 100 g
Joghurt 3,5 % Fett 69 kcal

Joghurt 1,5 % Fett 

50 kcal

entrahmter Joghurt 

36 kcal

Sahnejoghurt 10 % Fett

117 kcal

Fruchtjoghurt 3,5 % Fett

104 kcal

Fruchtjoghurt 1,5 % Fett

83 kcal
Sahne-Fruchtjoghurt 153 kcal

 

Wie gesund ist Joghurt?

Joghurt

Er soll gut für die Darmflora sein, die Verdauung in Schwung bringen, Verstopfung vorbeugen und bei Sodbrennen helfen: Joghurt werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Als besonders gesund gilt probiotischer Joghurt, der mit speziellen probiotischen Bakterien hergestellt wird. Wer zu Naturjoghurt greift, tut seinem Körper in jedem Fall etwas Gutes. Das Milchprodukt enthält viel Calcium, ist kalorienarm und fettarm, je nach Fettgehalt. Ob probiotische Joghurts so viel besser sind, wird von Ernährungswissenschaftlern kritisch gesehen. Das Problem: Die Bakterien werden größtenteils von der Magensäure vernichtet und kommen gar nicht im Darm an.

Gut zu wissen: Auch Menschen mit einer Histaminintoleranz vertragen Joghurt meist gut. Das Milchprodukt enthält eher wenig Histamin. Joghurt wird von Menschen mit Laktoseintoleranz ebenfalls oft gut vertragen.

Welcher Joghurt ist gesund?

Joghurt steht im Ruf sehr bekömmlich und gesund zu sein. Stimmt! Allerdings gilt das nicht für jeden Joghurt. In Fruchtjoghurt steckt sehr viel Zucker: im 150 g Becher bis zu 6 Stücke Würfelzucker! Daneben enthält er Farb- und Konservierungsstoffe. Die weitaus bessere Alternative ist ein Naturjoghurt, der mit Früchten verfeinert wird. Der Zusatz "Joghurt mild" auf der Packung heißt, dass der Geschmack nicht so säuerlich ist – perfekt für die Umstellung von Frucht- auf Naturjoghurt.

Gut zu wissen: Es ist egal, ob man Bio-Joghurt, fettarmen oder Sahnejoghurt kauft. Der Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen ist ähnlich und nicht vom Fettgehalt abhängig.

Wie viel Joghurt sollte man am Tag essen?

Es gibt keine generellen Empfehlungen und richtet sich auch danach, wie viele andere Milchprodukte bzw. tierische Lebensmittel gegessen werden. Wer täglich einen 150 g Becher Naturjoghurt isst, macht jedoch nichts falsch.

Wie lange ist Joghurt haltbar? Tipps zur Lagerung

Joghurt

Ungeöffnet ist Joghurt mehrere Wochen haltbar. Aufschluss gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum, das auf der Packung aufgedruckt ist. Doch auch nach Ablauf dieses Datums kann Joghurt oft noch gegessen werden. Ein Geruchs- und Geschmackstest helfen bei der Entscheidung, ob das Produkt noch genießbar ist oder nicht.

Damit Joghurt möglichst lange frisch bleibt, sollte er dunkel und kühl gelagert werden. Der optimale Platz ist im mittleren Fach des Kühlschranks bei rund 5 Grad. Einmal geöffnet, sollte der Joghurt innerhalb der nächsten zwei, drei Tage verbraucht werden. 

Gut zu wissen: Joghurt kann nicht gut eingefroren werden. Er wird nach dem Auftauen oft klumpig.

Joghurt in der Küche: Tipps für die Zubereitung von leckeren Rezepten

Joghurt ist ein Tausendsassa in der Küche. Am liebsten wird er morgens zum Frühstück gegessen, zum Beispiel mit Früchten oder Müsli. Man kann auch schnell leckere Desserts mit dem Milchprodukt zubereiten. Ein Klassiker sind Schichtdesserts oder Fruchtcremes. Mit Gelatine kann man Joghurt übrigens auch andicken und ihn für die Zubereitung von Torten nutzen, z. B. Kühlschranktorten. Daneben ist er die Grundlage für verschiedene Dips, Saucen und Dressings.

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