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Kartoffelauflauf ist der Oberbegriff für überbackene Ofengerichte mit Kartoffeln in Soße – pur oder in Kombination mit Gemüse, Fisch und Fleisch.
Kartoffelgratin meint eine spezielle Form des Auflaufs, für den die Knollen in dünne Scheiben geschnitten und in Schlagsahne oder einer Mischung mit Milch im Backofen gegart werden. Umgangssprachlich werden beide Begriffe allerdings häufig synonym verwendet.
Für Aufläufe und Gratins sind festkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffel am besten geeignet. Die behalten beim Backen ihre Form und zerfallen nicht. Ideale Auflauf-Sorten sind beispielsweise Linda, Hansa, Annabelle und Nicola (festkochend) oder La Bonnote, Laura, Marabel und Finka (vorwiegend festkochend).
Die Krönung für jeden Kartoffelauflauf: eine appetitlich goldbraune Käsekruste! Bei klassischen Rezepten kommen oft Gouda oder Emmentaler zum Einsatz. Sehr gut schmecken aber auch Bergkäse, Gruyère, Comté, Pecorino oder Parmesan. Für einen zarten Schmelz sorgt milder Mozzarella. Mit Feta wird’s würzig-mediterran.
Weitere wichtige Basics sind Milch und Sahne, Eier, Salz, Pfeffer und Muskatnuss für die Soße sowie Knoblauch und Butter zum Einreiben der Form. Dazu kann man nach Lust und Laune weitere Zutaten kombinieren.
Werden die Kartoffeln in Scheiben geschnitten, wie es bei Gratin üblich ist, müssen sie nicht vorgegart werden. Sollen ganze oder halbierte Knollen im Auflauf landen, kann ein Vorkochen sinnvoll sein, um die Backzeit zu verkürzen.
Praktisch für die Alltagsküche: Kartoffelaufläufe können problemlos zwei bis drei Tage aufbewahrt werden. Bis zum Verzehr sollten sie zugedeckt im Kühlschrank gelagert werden. Vor dem Servieren dann einfach bei 120 °C Ober-/Unterhitze etwa 30 Minuten im Backofen erwärmen – alternativ und etwas schneller klappt’s auch in der Mikrowelle.
Nach dem Backen und vollständigen Auskühlen kann man einen Kartoffelauflauf auch einfrieren. Luftdicht verpackt hält er sich im Eisfach ca. drei Monate.
Kartoffelaufläufe sind ein wunderbares Sattmacher-Essen – da braucht es nicht mehr viele Extras. Am besten eignen sich leichte, frische Beilagen wie ein grüner Salat, Gurken- oder Tomatensalat. Alternativ kann die Kartoffelspeise als Beilage zu Lachsfilet, Geflügel, Hackbällchen oder vegetarischen Bratlingen serviert werden.
Herrlich deftig und schnell gemacht – so geht das klassische Rezept:
2. 800 g festkochende Kartoffeln schälen, waschen, gründlich trocken reiben und in sehr dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Kartoffelscheiben dachziegelartig in die Gratinform schichten. Sahnemischung darübergießen. Mit 50 g geriebenem Käse (z.B. Emmentaler) bestreuen.
3. Auflauf im vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze: 180 °C, Umluft: 160 °C, Gas: Stufe 2) auf der untersten Schiene ca. 50 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen, ca. 5 Minuten ruhen lassen und servieren.
Gut zu wissen: Eine Portion vom klassischen Kartoffelauflauf liefert ca. 590 kcal, 47 g Fett, 33 g Kohlenhydrate und 11 g Eiweiß.
Der Ofenliebling lässt sich mit Gemüse vielseitig kombinieren und erhält durch die knackfrischen Zutaten eine Extraportion wertvoller Nährstoffe. Wie wäre es zum Beispiel mit saftigem Kartoffel-Zucchini-Auflauf, frühlingshaftem Spargel-Kartoffel-Auflauf, farbenfrohem Rainbow-Kartoffelgratin oder deftigem Rosenkohl-Kartoffelauflauf mit Bergkäse? Sehr beliebt sind auch vegetarische Kartoffelaufläufe mit Brokkoli und Blumenkohl, Paprika, Kohlrabi, Kürbis, Spinat oder Fenchel.
Soll es rein pflanzlich zugehen, muss der Kartoffelauflauf ohne Sahne und Ei zubereitet werden. Wie köstlich das gelingen kann, zeigt zum Beispiel unser veganer Kartoffel-Brokkoli-Auflauf – herrlich cremig und wunderbar würzig!
Wer es herzhaft-deftig liebt, kann verschiedene fleischige Zutaten verwenden. Zu den Dauerbrennern zählt zum Beispiel Omas Kartoffelgratin mit Hack, für das man das Fleisch zunächst anbrät und dann in Schichten mit den Kartoffelscheiben in eine Auflaufform füllt.
Schnell gemacht ist ein Kartoffelauflauf mit Schinken. Alternativ können ausgelassener Bacon, angebratenes Hähnchenbrustfilet, Steakstreifen, Salami, Chorizo oder Wiener Würstchen unter die Kartoffelscheiben gemischt werden.
Wer einen kleinen Blick über den Tellerrand wagt, kann sich mit Kartoffeln aus dem Ofen sogar in Urlaubsstimmung schlemmen – die goldbraunen Aufläufe sind auf der ganzen Welt beliebt!
Genießen wie Gott in Frankreich lässt es sich mit einer herzhaften Tartiflette – einem Kartoffelgratin mit Speck, Reblochon-Käse und Weißwein.
In Schweden serviert man zu Weihnachten und Midsommar Janssons Versuchung. In der festlichen Auflaufform tummeln sich Kartoffelstifte mit Anchovis, Zwiebeln und Sahne unter knusprigen Semmelbröseln.
In Großbritannien genießt man die Knollen als goldbraun gebackenes Püree auf saftigem Shepherd’s Pie mit Hackfleisch und Erbsen.
Ist die Konsistenz nicht wie gewünscht, kann das verschiedene Ursachen haben: Meist wurde zu viel Sahne bzw. Milch verwendet – oder es fehlt an Bindemittel wie Eiern. Manchmal ist auch noch etwas mehr Garzeit nötig, damit die Soße richtig andicken kann.
Die im Rezept angegebene Garzeit ist längst abgelaufen – und die Kartoffeln sind noch viel zu hart? Möglicherweise wurden sie einfach zu dick geschnitten und brauchen noch einige Minuten mehr im Ofen. Wichtig ist auch, dass sie gut mit Soße bedeckt sind, damit sie gleichmäßig durchgaren können.