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Beikostplan – Rezepte & Tipps

Beikostplan – Rezepte & Tipps

Im ersten Lebensjahr passiert einiges im Leben deines Babys. Die Einführung des ersten Breis ist ein wichtiger Meilenstein, der viele Eltern verunsichert. Erfahre in unserem Beikostplan, wann du welchen Brei einführst und wie du ihn ganz einfach selber zubereitest.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Beikost einzuführen?

Der Beikostplan ist stufenweise aufgebaut. Einen genauen Zeitpunkt für den Start gibt es jedoch nicht. Das ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. In den ersten 4 Monaten werden die Babys komplett gestillt bzw. bekommen Pre-Nahrung. Frühestens mit dem Ende des 4. Monats und spätestens mit dem Beginn des 7. Monats solltest du deinem Kind den ersten Brei anbieten. Dann reicht die Muttermilch bzw. die Milchnahrung nicht mehr aus, um den Energiebedarf komplett zu decken. Dein Baby ist jetzt bereit für feste Nahrung, auch wenn die Umstellung oft ein wenig dauert.

Wenn du unsicher bist, frag am besten deinen Kinderarzt oder die Hebamme. Sie achten auf den sogenannten Zungenstreckreflex. Mit 4 Monaten hat sich dieser in der Regel zurückgebildet, sodass auch feste Nahrung gut geschluckt werden kann. Ebenfalls wichtig: Dein Baby sollte genug Muskeln entwickelt haben, um im Sitzen gefüttert zu werden – wahlweise sitzend auf deinem Schoß oder in einer Wippe/Babyschale.

Warum ist Beikost für dein Baby so wichtig?

In den ersten Monaten verträgt der Bauch deines Babys nur flüssige Nahrung, am besten Muttermilch, alternativ Pre-Milch. Der Verdauungstrakt ist noch in der Entwicklung und über die Milch wird das Kind mit allen wichtigen Nährstoffen und ausreichend Energie versorgt. Um den 7. Lebensmonat herum ist dein Baby jedoch so groß und benötigt so viel Energie, dass die Milch nicht mehr ausreicht. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt, um mit dem Beikostplan zu starten. Auch, weil Nährstoffspeicher von z. B. Eisen, die vor der Geburt angelegt wurden, allmählich aufgebraucht sind.

Gut zu wissen: Als Beikost wird alles bezeichnet, was du deinem Kind neben Milch fütterst. Also nicht nur Brei, sondern auch ein Stückchen Obst, Brötchen oder Zwieback an dem es lutscht.

Beikost: selbstgekochter Baby-Brei vs. gekaufte Gläschen

Die Supermarkt-Auswahl an fertig zubereiteten Gläschen ist riesig und der Inhalt unterliegt strengen Kontrollen. Generell sind die Gläschen empfehlenswert. Teilweise enthalten sie jedoch Fleischbrühe oder Gewürze, in Getreidebreien steckt oft ein Zuckerzusatz. Hier lohnt ein genauer Blick auf die Zutatenliste.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bereitet Babys Brei selber zu. Das gelingt einfach und du weißt genau, welche Zutaten drin stecken. Wenn du eine Gefriertruhe hast, kannst du die Portionen gut vorkochen und einfrieren.

Tipps für den Start in die Beikost

  • Nehmt euch Zeit und füttert den Brei in aller Ruhe.
  • Bereite eine kleine Portion fein püriertes Gemüse zu, die du deinem Baby mit einem Teelöffel anbietest. Vermutlich öffnet es bereitwillig seinen Mund, Kinder sind schließlich neugierig. Auch wenn ein Teil wieder rauskommt, probier es sanft noch mal.
  • Gib deinem Baby nach den ersten Löffeln Brei wie gewohnt seine Milch.
  • Halte dich an den Beikostplan, wenn das Füttern des Breis gut geklappt hat. Falls dein Kind den Brei noch nicht akzeptiert, warte einfach ein, zwei Wochen und probier es dann wieder aus.

Beikostplan, Brei Nr. 1: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei am Mittag

Der Beikostplan startet frühestens ab dem 5. Monat mit dem Mittagsbrei. Der Mittagsbrei ist ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, allerdings startest du in der ersten Woche mit einem reinen Gemüse-Brei. Mag dein Baby diesen, kommt erst Kartoffel hinzu und eine Woche später eine kleine Portion Fleisch. Ganz wichtig: Ergänze den Brei um 1 EL Rapsöl und sobald das Fleisch hinzukommt um 1-2 EL Saft. Im Öl stecken Energie und wertvolle Fettsäuren. Das im Saft steckende Vitamin C hilft dabei, dass das im Fleisch steckende Eisen vom Körper besser aufgenommen werden kann.

Grundrezept Gemüse-Brei

Gare eine kleine Portion Gemüse, z. B. Möhre, Kürbis, Pastinake und püriere sie ganz fein. Gut abkühlen lassen und dann vorsichtig füttern. Verzichte bei der Zubereitung bitte auf Salz, Brühen oder Gewürze jeglicher Art. Am nährstoffschonendsten ist es, wenn du das Gemüse dämpfst oder in einer kleinen Menge Wasser dünstest.

Steigere die Gemüsemenge nach und nach auf etwa 100 g.

Welches Gemüse kann ich für den Gemüse-Brei nehmen?

Oft werden Möhren oder Pastinaken empfohlen, weil sie süß schmecken und gut verträglich sind. Folgende Gemüsesorten sind ebenso gut für den ersten Babybrei geeignet:

Tipp: Wechsel die Sorten ruhig ab. Kleine Portionen Gemüse kannst du auch in Eiswürfelförmchen einfrieren und nach Bedarf auftauen.

Grundrezept Gemüse-Kartoffel-Brei

Mag dein Baby den Gemüsebrei, kannst du ihn nach 1-2 Wochen um 1 Kartoffel und 1 EL Rapsöl ergänzen.

Gare dafür 120 g Gemüse und 60 g Kartoffel, püriere beides fein und gib das Öl dazu. Möhren-Kartoffel-Brei wird z. B. von den meisten Kindern sehr gern gegessen.

Alternativen zur Kartoffel

Wenn sich der Mittagsbrei gut bei deinem Baby etabliert hat, kannst du die Kartoffel ab und an auch gegen Nudeln, Reis, Hirse oder Couscous tauschen.

Grundrezept Gemüse-Kartoffel-Fleisch

Im letzten Schritt wird der Gemüse-Kartoffel-Brei um eine Portion mageres Fleisch ergänzt. Schneide 100 g Gemüse, 50 g Kartoffeln und 30 g mageres Fleisch klein. Gib es mit ein wenig Wasser in einen Topf und dünste alles etwa 15 Minuten gar. Etwas abkühlen lassen und mit 1 EL Rapsöl fein pürieren. Wer mag, gibt 2 EL Saft hinzu. Alternativ können als Nachtisch auch 2-3 EL Obstmus gefüttert werden.

Welches Fleisch ist empfehlenswert?

Gerade zu Beginn der Beikost ist mageres Fleisch gut geeignet. Greife zu Rinderfilet, Rindertatar oder auch mal Hähnchen- oder Putenbrust.

Wie viele Portionen Fleisch sollen im Beikostplan berücksichtigt werden?

Damit dein Baby ausreichend mit Eisen und Zink versorgt ist, solltest du 2-3 x pro Woche einen Brei mit Fleisch zubereiten. 1-2 x pro Woche kannst du stattdessen fettreichen Fisch wie Lachs zum Brei geben.

Kartoffel-Möhrenbrei mit Fisch
  • Laktosefrei
  • Glutenfrei
30min
Einfach
Kartoffel-Spinatbrei mit Haferflocken
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
  • Vegan
30min
Einfach

Beikostplan, Brei Nr. 2: der Milch-Getreide-Brei am Abend

Ab dem 6. Monat kannst du den Milch-Getreide-Brei einführen. Viele Eltern wollen damit starten, weil sie hoffen, dass der Nachwuchs nachts besser schläft und nicht mehr hungrig aufwacht. Warte jedoch lieber ab und halte dich an den Beikostplan. In der Regel ist Hunger nur einer der Gründe, warum dein Baby wach wird.

Auch den Getreidebrei mit Milch kannst du gut selber zubereiten. Falls du ihn im Glas oder als Mischung zum Anrühren kaufen möchtest: Achte unbedingt darauf, dass kein Zucker zugesetzt wird. Gerade Milchbreis für etwas ältere Kinder enthalten oft Zucker.

Grundrezept Milch-Getreide-Brei

200 ml Milch erhitzen und 20 g Getreideflocken einrühren. Abkühlen lassen und zum Schluss 20 g Obstmark unterrühren.

Anstelle der Milch kannst du auch Pre-Milch verwenden.

Welches Getreide nimmt man für den zweiten Brei?

Getreide steckt voller Mineralstoffe, verwende am besten Vollkorngetreideflocken. Gut geeignet sind Schmelzflocken, da sie sich in der warmen Milch besonders schnell auflösen. Neben Haferflocken kannst du auch Dinkel, Reis oder Grieß nehmen. Durch die Zugabe des Obstmarks bekommt der Brei eine Extraportion Vitamin C.

Welche Milch nimmt man für die Zubereitung des Getreide-Breis?

Ganz klassisch wird der Milch-Getreide-Brei mit 200 ml Vollmilch zubereitet. Dein Baby benötigt die Extrakalorien, die in der vollfetten Variante stecken. Wichtig: da zu viel Eiweiß nicht gut für dein Kind ist, sollten es nicht mehr als 200 ml Milch am Tag sein. Füttere also bitte nicht Joghurt oder Quark zwischendurch. Alternativ kannst du den Brei auch mit der Hälfte Milch und der anderen Hälfte Wasser zubereiten. Pre-Nahrung eignet sich bei allergiegefährdeten Kindern auch als Milchersatz.

Beikostplan, Brei Nr. 3: Getreide-Obst-Brei am Morgen bzw. Nachmittag

Der letzte Brei im Beikostplan ist der Getreide-Obst-Brei. Er wird wahlweise morgens zum Frühstück oder nachmittags gefüttert. Wie auch die anderen Brei-Rezepte, kannst du diese Beikost problemlos selber zubereiten. Beim Obst und den Getreideflocken kannst du gut variieren.

Grundrezept Obst-Getreide-Brei

3 EL Getreideflocken in kaltem/warmem Wasser nach Packungsanweisung anrühren und quellen lassen. 120 g Obstmus und 1 TL Rapsöl unter die Flocken mischen.

Wichtig: Bereite diesen Brei nur mit Wasser zu, nicht mit Milch.

Welches Obst schmeckt im dritten Brei?

Beim Getreide-Obst-Brei hast du die Qual der Wahl. Greife zu saisonalem Obst wie Beeren, Äpfeln oder Birnen. Genauso gut schmecken Bananen. Zitrusfrüchte solltest du dagegen nicht nehmen. Das Obstmus kannst du gut selber machen, indem du die Früchte in ein wenig Wasser garst. Falls du es kaufst, achte bitte auf Zuckerzusätze. Reines Obstmark ist in der Regel ohne Zuckerzusatz, Obstmus enthält dagegen oft welchen.

Beikostplan: So viel zusätzliche Flüssigkeit benötigt das Baby

Zu Beginn des ersten Lebensjahres spielen zusätzliche Getränke wie Wasser keine Rolle. Das Baby bekommt ausreichend Flüssigkeit über die Muttermilch bzw. das Fläschchen. Das ändert sich auch erstmal nicht, wenn der erste Brei gefüttert wird. Hast du am Ende des Beikostplans 3 Breimahlzeiten fest etabliert, hat dein Kind mehr Durst und benötigt zusätzliche Getränke. Zunächst reichen 200 ml Wasser aus. Am Ende des ersten Jahres sollten es 600-700 ml täglich sein.

Stilles Wasser ist der beste Durstlöscher. Alternativ kannst du deinem Kind auch ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees geben. Auf Limonaden, Säfte oder auch Milchgetränke solltest du verzichten. Sie enthalten Zucker, Kalorien und im Fall der Milchgetränke reichlich Eiweiß, das die Nieren noch nicht in der Menge verarbeiten können.

Gut zu wissen: In der Regel kannst du deinem Kind Leitungswasser geben. Das wird in Deutschland sehr gut kontrolliert. Lass es am besten so lange ablaufen, bis es kalt aus der Leitung kommt. Und erkundige dich vorsichtshalber, ob ihr Bleileitungen im Haus habt. Falls ja, solltest du zu stillem Mineralwasser greifen.

Baby-led weaning, die breifreie Beikost

Immer öfter kommt im Zusammenhang mit der Beikost der Trend Baby-led weaning zur Sprache. Gemeint ist eine Beikost, die ohne Brei auskommt. Das Baby kann sich selbstständig aus einem bestimmten Nahrungsangebot das aussuchen, was es interessiert und mit den Händen in den Mund stecken. Beispielsweise ein Stück Kartoffel, Fleisch oder eine Erbse. In der Theorie, die dahinter steckt, soll das Kind instinktiv wissen, was gut für es ist. Außerdem kann es die Lebensmittel so besser entdecken.

Die Meinungen zu dem Trend sind gespalten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte lehnt ihn eher ab, weil die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen so nicht sichergestellt werden kann.