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Gewürze auf Holzlöffeln

Ayurveda: die traditionelle indische Heilkunst

Der Begriff Ayurveda stammt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt "Das Wissen vom Leben" (Ayus – Leben; Veda – Wissen). Die typgerechte Ernährung spielt dabei eine große Rolle. Lernen Sie hier Ihren Ayurveda-Typ kennen und erfahren Sie, welche Lebensmittel und Gerichte Ihnen besonders gut tun.

Ayurveda Rezepte

Ayurveda - was ist das?

Krishna Figur

Der Ayurveda gilt als älteste traditionelle medizinische Heilkunst. Seine Ursprünge lassen sich bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen. Die zentralen Elemente der Ayurveda-Lehre sind

  • Ernährung,
  • Massagen,
  • Reinigungskuren,
  • Yoga und
  • Pflanzenheilkunde.

Ayurveda geht davon aus, dass es im menschlichen Organismus drei Bioenergien gibt, die idealerweise in einem harmonischen Gleichgewicht zueinander stehen, da es dem Menschen ausschließlich mit diesem Gleichgewicht gut geht. Diese sogenannten Doshas bezeichnet man als die Prinzipien des Lebens. Sie heißen

  • Vata (Luft, Wind, Äther),
  • Pitta (Feuer und Wasser) und
  • Kapha (Erde und Wasser).

Sie stehen gleichzeitig für die fünf Elemente. Befinden sich die Doshas im Ungleichgewicht, geht es Körper und Geist schlecht und Krankheiten entstehen. Für die ayurvedische Küche und für alle anderen Bereiche des Ayurveda ist die Analyse der jeweiligen Doshas eine wichtige Voraussetzung, da sich die Behandlung und Ernährung darauf ausrichten.

Ayurvedische Küche

Nach der Ayurveda-Lehre gehört jeder Mensch im Einklang mit seinen Doshas zu einem bestimmten Dosha-Typ (Vata, Pitta, Kapha).

Bei der Bestimmung des Typs spielt vor allem die Verdauung eine große Rolle, da eine nicht funktionierende Verdauung im Ayurveda als Ursache vieler anderer körperlicher Beschwerden gilt. Für jeden dieser Typen gibt es besondere konkrete Ernährungsempfehlungen. Bevor man demzufolge beginnt, ayurvedisch zu kochen, muss man erst wissen, zu welcher Dosha-Kategorie man gehört.

Des Weiteren kombiniert man nach der Ayurveda-Lehre ausschließlich bestimmte Lebensmittel miteinander. Eine wichtige Rolle spielen ebenfalls Gewürze, da ihnen im Ayurveda eine große Heilkraft zugeschrieben wird. Größtenteils verzichten sollte man auf Rohkost, da diese vom Körper zu schlecht verdaut und verwertet werden kann.

Zehn Weisheiten der Ayurveda-Ernährung

Neben den Dosha-Typen existieren in der ayurvedischen Küche wichtige Ernährungsrichtlinien, die für alle gelten und unabhängig vom jeweiligen Typ sind. Diese lauten:

Tisch mit verschiedenen Gerichten
  • Gegessen wird ausschließlich, wenn man Hunger hat. Auf Zwischenmahlzeiten verzichtet man.
  • Zwischen den Mahlzeiten sollten drei Stunden oder mehr liegen, damit die Nahrung komplett verdaut wird, bevor Neue hinzukommt.
  • Während jeder Mahlzeit nimmt man alle ayurvedischen Geschmacksrichtungen zu sich. Das sind süß, sauer, salzig, bitter, herb und scharf.
  • Tierische Eiweiße kombiniert man nicht miteinander.
  • Obst verzehrt man lieber vor der Hauptmahlzeit, statt danach.
  • Die Hauptmahlzeit nimmt man am Mittag ein, weil zu der Zeit die Verdauung optimal funktioniert.
  • Die Mahlzeiten verzehrt man in Ruhe, auf keinen Fall im Stehen und, wenn es machbar ist, in Gesellschaft.
  • Man isst nur so viel, bis man angenehm gesättigt ist.
  • Trinken sollte man einige Zeit vor und nach den Mahlzeiten - nach Möglichkeit nicht währenddessen.
  • Nach Möglichkeit sollte man den Tag mit einem warmen Frühstück, z. B. Porridge, starten.

Welcher Ayurveda-Typ bin ich?

Alle drei Doshas sind in jedem Menschen vorhanden – nur eben unterschiedlich stark ausgeprägt. Welches bei Ihnen vorherrschend ist, können Sie hier herausfinden.

Ayurvedische Gewürze - In der indischen Heilkunst entscheidend

Gewürze und Kräuter spielen in der ayurvedischen Küche eine große Rolle. Nach der ayurvedischen Lehre verfügen Gewürze über große Kräfte, die Heilung bringen können. So lassen sich zum einen exotische Speisen mit den Gewürzen der ayurvedischen Küche verfeinern. Zum anderen erzielen die Gewürze eine wohltuende und heilsame Wirkung bei Alltagsbeschwerden.

Ayurveda-Kräuter für Körper, Geist und Seele

Ayurveda Grafik

Die ayurvedische Gesundheitslehre umfasst deutlich mehr, als nur das richtige Gewürz bei der Speisenzubereitung zu finden. Es geht um das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele. Und so geht es in der Ayurveda-Küche darum, den Körper mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen und eine ausreichende Energiezufuhr sicherzustellen. Außerdem soll die richtige Balance erzielt werden. Die ayurvedische Lehre kennt daher drei Ayurveda-Typen, die die individuelle Konstitution eines Menschen prägen. Je nachdem, welches Dosha für einen Menschen bestimmend ist, werden nach der ayurvedischen Lehre die Lebensmittel und Gewürze individuell zusammengestellt.

 

 

Die volle Geschmacksvielfalt

Kurkuma-Latte

Nun müssen Sie nicht eine Anamnese bei einem Ayurveda-Arzt durchführen lassen, um von dem uralten Wissen der ayurvedischen Küche zu profitieren. Die ayurvedische Küche macht von einer Vielzahl von Kräutern und Gewürzen Gebrauch. Sie können einfach testen und experimentieren, was Ihnen schmeckt. Unabhängig vom jeweiligen Dosha-Typ sollte jede Mahlzeit die sechs Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer, bitter, scharf und herb enthalten. Auf diese Weise lassen sich nicht nur die verschiedenen Lebensmittel, sondern auch die Kräuter und Gewürze des Ayurveda auswählen.

Von süß bis scharf: Die Gewürze im Überblick

  • Bitter sind Kurkuma, Koriandersamen und Koriandergrün, Kreuzkümmel, Safran, Beifuß, Oregano, Rosmarin, Wacholder
  • Scharf sind Anis, Curry, Kurkuma, Kardamom, Koriandersamen und Koriandergrün, Kumin, Masala, Muskat, Nelken, Safran, Zimt
  • Gemüsesalz, Kochsalz, Meersalz und Steinsalz sind salzig
  • Zu den herben Gewürzen zählen Kurkuma und Galgant
  • Süß sind Anis, Kardamom, Muskat, Nelken, Palmzucker, Rohrzucker, Rosenpaprika, Safran, Sesam, Sternanis, Vanille, Zimt
  • Tamarinde, Granatapfelsamen und Essig sind saure Gewürze

Viele qualitativ hochwertige und dennoch erschwingliche Gewürze finden Sie z. B. im REWE Bio Sortiment.

Die Top 3 perfekt im Einsatz

Linsensuppe

Ohne Kurkuma geht gar nichts – zumindest nicht in der Ayurveda-Küche. Er balanciert und harmonisiert alle drei Doshas und soll eine antioxidative und antientzündliche Wirkung haben. Kurkuma passt zu Gerichten der indischen Küche, wie klassischen Currys, Gemüsebeilagen, Chutneys oder Pfannkuchen.

Ingwer ist wohltuend Erkältungen und fördert die Verdauung.  Ingwer wird frisch, getrocknet, gemahlen oder kandiert verwendet. Seine frisch-würzigen Aromen machen ihn zum idealen Begleiter der asiatischen Küche. Er ist Grundbestandteil vieler Suppen und Currys.

Kreuzkümmel wirkt laut Ayurveda entgiftend. Kreuzkümmel-Tee ist ein bewährtes Hausmittel gegen Blähungen und Hitzewallungen.

Die sechs Geschmacksrichtungen im Ayurveda

Im Ayurveda sind sechs Geschmacksrichtungen – Rasha – bekannt, die in alle Mahlzeiten integriert werden, um die perfekte Balance zu finden. Was sie bedeuten und wie man eine ayurvedische Mahlzeit komponiert, erfahren Sie hier.

Amla

Die saure Komponente Amla wirkt auf die Sinne und schärft sie für Neues. Ein Spritzer Zitrone oder Tomaten bringen diese Komponente ins Spiel. Wichtig ist: Zu viel Amla führt laut Ayurveda zu Eifersucht, Ungeduld und Neid – oder dem Sauer-Gesicht.

Madhura

Die Geschmacksrichtung "süß" – Madhura – entspannt, spendet Kraft und macht zufrieden. Diese Philosophie ist Naschkatzen gut vertraut. In einer Hauptmahlzeit lassen sich Schokolade und Co. aber schwer unterbringen. Wie gut, dass Karotten, Süßkartoffeln und Mandeln ebenfalls zu dieser Kategorie zählen.

Lavana

Die wichtige Prise Salz im Essen genießt man im Ayurveda mit Vorsicht. Zu viel Lavana – und der Mensch wird schlapp und leidet unter Bluthochdruck. Dies ist eine Einstellung, mit der die westliche Medizin ebenfalls einverstanden ist.

Katu

Chili, Ingwer, Pfeffer und Zimt – Katu ist nichts für zarte Geschmacksnerven. Wer zu einem hitzigen Gemüt neigt, sollte mit dieser Geschmacksrichtung vorsichtig sein, da Wutausbrüche oftmals die Folge sind. Alle anderen freuen sich über – wortwörtlich – scharfe Sinne.

Tikta

Bitteres Essen gehört allgemein zu den wenig beliebten Geschmackserlebnissen. Die ayurvedische Wahrheit lautet aber: Tikta, beispielsweise in Kurkuma, Kardamom und Chicorée, wirkt ausgleichend, befreit von Emotionen und ist antiseptisch und fettreduzierend. Demzufolge ist es Zeit, ab und zu bitter zu essen.

Kashaya

Kashaya – zusammenziehend, herb oder adstringierend genannt – schenkt Energie, beruhigt rauchende Gemüter und wirkt schleimlösend. Mit Spinat, Linsen oder anderen intensiv herben Produkten wird der Teller bunter und das Immunsystem freut sich über einen Extrakick.