REWEREWE Besser leben.REWE Besser leben.
https://www.rewe.de/lexikon/salz/
Salz

Salz

Als „weißes Gold“ ist es in die Geschichte eingegangen: Salz. In längst vergangenen Zeiten wurde das begehrte Mineral rund um den Globus als Zahlungsmittel eingesetzt. Der Entdecker Marco Polo berichtete sogar, dass er auf seinen Asien-Reisen auf Salzkristalle gestoßen ist, die zu Münzen gepresst wurden – und ähnlich wertvoll waren wie Gold. Bis heute wird Salz zum Würzen und Konservieren von Nahrungsmitteln verwendet. Doch: Was genau ist eigentlich Salz? Woraus wird es gewonnen und wie viel Salz ist gut für unseren Körper?

Was ist Salz?

Salz ist von Natur aus in den meisten Lebensmitteln enthalten. Trotzdem ist es als Gewürz aus der Küche nicht mehr wegzudenken. Speisesalz besteht aus Natriumchlorid – einer der wichtigsten Mineralstoffe für Mensch und Tier. Natriumchlorid reguliert den Wasserhaushalt und bildet im Magen die für die Verdauung essenzielle Salzsäure. Außerdem ist es für die Gewebespannung sowie für den Aufbau von Muskeln und Nerven wichtig. Kurz: Salz ist lebensnotwendig.

Natriumchlorid bildet farblose Kristalle, die eine kubische Struktur ausbilden. Es wird in der Regel aus dem Meer – oder aus versteinertem Meersalz – gewonnen. In Deutschland werden lediglich 3 % des abgebauten Salzes zu Speisesalz weiterverarbeitet. Die restlichen 97 % landen im Winter als Rutschschutz auf Straßen und Gehwegen oder finden Verwendung in industriellen Prozessen. Denn Salz ist ebenfalls Bestandteil von Waschmitteln, Seifen, Farben, Lacken und Kosmetikartikeln – aber auch wichtig für die Herstellung von beispielsweise Schläuchen, Kreditkarten oder Papier.

Wie wird Salz gewonnen?

Der geologische Ursprung allen Salzes ist das Meer: Das veranschaulichte erstmals der Geologe Carl Ochsenius, als er 1877 seine Barrentheorie veröffentlichte. Diese besagt, dass ein enorm salzhaltiges Urmeer vor etwa 250 Millionen Jahren die Erde bedeckte. Die Erdoberfläche war damals in starker Bewegung, was zu Kontinentalverschiebungen führte. Dadurch wurden die Erdschichten in Küstennähe aufgeschoben, wodurch seichtere Meeresbecken vom Ozean abgetrennt wurden.

Da zu dieser Zeit in Mitteleuropa wüstenartige Bedingungen herrschten, verdunstete durch die starke Sonneneinstrahlung das Meerwasser wie in riesigen Siedepfannen. Die im Wasser gelösten Mineralien und Salze setzten sich am Grund ab und wurden dann für eine lange Zeit von Staub und Ton begraben. So entstanden große unterirdische Salzvorkommen, die bis heute durch den Bergbau gefördert werden.

Eine andere Möglichkeit der Salzgewinnung ist die künstlich herbeigeführte Verdunstung von Meerwasser. Diese Methode ist mit viel Aufwand verbunden: Unmengen an Meerwasser werden in eigens für die Gewinnung von Salz angelegten Becken gepumpt. Dabei handelt es sich um sogenannte Salzgärten. Das Wasser verdunstet und auf den Böden der ausgetrockneten Becken bleibt festes Salz zurück.

Die richtige Dosis: Wie viel Salz ist gut für uns?

Obwohl Salz für den menschlichen Körper wichtig ist, kann er es nicht selbst bilden. Daher muss Salz mit der Nahrung aufgenommen werden. Einen gestrichenen Teelöffel Salz, das sind etwa 5 g, sollte jeder Mensch pro Tag zu sich nehmen, um seinen Bedarf zu decken. Im Durchschnitt essen wir jedoch eher zu viel Salz, insgesamt etwa 10 g.

Im zunehmenden Alter, bei starkem Schweißaustritt oder bei hoher Beanspruchung der Muskulatur steigt der Salzbedarf im Körper. Doch das bedeutet nicht, dass man in diesen Fällen etwas mehr Salz auf seine Mahlzeiten streuen sollte. Vielmehr ist ein maßvoller Genuss zu empfehlen. Denn eine längerfristige Überversorgung mit Salz kann zu Bluthochdruck, Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Die Nieren, die überschüssiges Salz ausscheiden, werden ebenfalls belastet. Und auch die Zusammensetzung der Bakterien im Darm kann sich durch zu viel Salz verändern.

Reduzieren kannst du deinen Salzkonsum schon mit einfachen Tricks. Greife regelmäßiger zu frischen anstatt zu verarbeiteten Produkten. Beim Kochen bietet sich der Einsatz von Kräutern und anderen Gewürzen an, bevor du zum Salzstreuer greifst. Außerdem ist Salzkonsum am Ende auch Gewohnheit. Erscheinen dir die Gerichte im ersten Moment zu fad, warte eine gewisse Zeit, damit sich deine Geschmacksnerven an die salzärmeren Speisen gewöhnen.

Welche Arten von Salz gibt es?

Gewöhnlich wird in der Küche Kochsalz oder das fein gemahlene Tafelsalz verwendet. Das darin enthaltene Jod soll prophylaktisch einem potenziellen Mangel vorbeugen, während der Inhaltsstoff Fluorid gegen Karies wirken soll. Zum Zubereiten und Konservieren von Fleischwaren verwendet man in der Regel Nitrit-Pökelsalz. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus Speisesalz und Salpetersäure.

Neben diesen herkömmlichen Salz-Arten werden spezielle und deutlich teurere Varianten angeboten, die sich hauptsächlich optisch und in Ihrer Konsistenz voneinander unterscheiden.

Himalay-Salz

Der Name Himalaya-Salz ist etwas irreführend. Denn die leicht rosafarbenen und grob gemahlenen Kristalle stammen zum größten Teil aus einem Salzbergwerk südlich von Islamabad und nicht aus dem Hochgebirgsmassiv. In der pakistanischen Hauptstadt werden sie industriell verarbeitet und von dort in die ganze Welt verkauft. Das Himalaya-Salz besteht wie andere nichtraffinierte Steinsalze zu etwa 97 Prozent aus Kochsalz und einigen weiteren Mineralien. Die rosa Färbung ist insbesondere auf einen geringfügigen Gehalt von Eisenoxid zurückzuführen. Seine gesundheitsfördernde Wirkung ist wissenschaftlich allerdings nicht erwiesen.

Fleur de Sel

Das Fleur de Sel – die Blume des Salzes – schmeckt hingegen leicht nussig, gleicht bei den Inhaltsstoffen allerdings gewöhnlichem Meersalz. Während dieses aber sehr grobkörnig, hart und trocken ist, ist Fleur de Sel wie eine Flocke und extrem zart und mild. Es wird in einem aufwendigen Prozess aus Meerwasser in Frankreich, Spanien und Portugal gewonnen. Fleur de Sel sollte nicht in einer Mühle gemahlen werden, da es verhältnismäßig viel Restfeuchte enthält. Trotz aller Zartheit ist es sehr knusprig. Damit verleihst du deinen Mahlzeiten eine ganz individuelle Note.

Die Würze des Lebens

Dass Salz schon vor mehreren Jahrtausenden eine zentrale Bedeutung für verschiedene Hochkulturen hatte, beweist ein Blick in die Geschichte. Bereits die Ägypter, die Sumerer und die Babylonier benutzen Salz nicht nur um ihre Speisen zu würzen, sondern um sie in erster Linie zu konservieren. Frische und dementsprechend leicht verderbliche Nahrungsmittel wie Fleisch oder Fisch wurden gepökelt – also mit Salz eingerieben oder in eine Salzlösung eingelegt.

Und auch im Alten Rom schrieb der Gelehrte Cassiodorus vor über 1.500 Jahren: „Der Mensch kann ohne Gold, aber nicht ohne Salz leben.“ Während die frühen Hochkulturen Salz aus Ablagerungen in Salzwüsten gewannen, wurde bei den Römern ausschließlich Meersalz verwendet. Über die Via Salaria (die Salzstraße) wurde das kostbare Gut über Fernstraßen ins Binnenland transportiert.

Viele Städte kamen durch den Handel mit Salz zu großem Reichtum. Im Römischen Reich wurden sogar Subventionen gezahlt, um das teure Mineral auch für das weitestgehend ärmere Volk erschwinglich zu machen und so den Erhalt des inneren Friedens zu sichern. Aus diesem Grund ist auch der heute immer noch in der Wirtschaft verwendete Begriff Sold auf Salz zurückzuführen. Denn Beamte und Soldaten bekamen im Römischen Staat ihren Lohn zum Teil in Form von Salz ausgezahlt.

Im Landesinneren haben die Menschen ihre Siedlungen ganz gezielt in der Nähe von Salzlagerstätten gegründet. Schon vor etwa 3.000 Jahren nahm das vermutlich erste Salzbergwerk bei Hallstatt in den österreichischen Alpen seinen Betrieb auf. Das Ende der glorreichen Zeit läutete schließlich der Beginn der Industrialisierung ein, die das seltene Luxusprodukt in ein alltägliches Lebensmittel verwandelte.

Dein REWE Newsletter
Angebote, Rezepte und Aktionen. Einfach in deinen Posteingang holen!

Es ist leider ein Fehler aufgetreten.

Versuch es später noch einmal.