































Ob gefaltet, überbacken oder gerollt: Mit fluffigen Tortillas wickelt man alle um den Finger! Entdecke viele leckere Rezepte – inklusive DIY-Grundteig, Tipps zur Zubereitung und vielseitigen Varianten vom mexikanischen Taco bis zur spanischer Kartoffel-Tortilla.
Tortillas sind einer der wichtigsten Bestandteile der mexikanischen Küche und auch von unseren Speisekarten längst nicht mehr wegzudenken – jeder kennt und liebt die leckeren Fladen!
Aber was genau sind eigentlich Tortillas – dasselbe wie Wraps? Streng genommen nicht ganz: Die Tortilla meint das dünne Fladenbrot, das die Basis für Tacos, Enchiladas, Quesadillas oder eben Wraps bildet. Der Begriff „Wrap“ beschreibt also eher eine Zubereitungsart: Das Einwickeln der Füllung (englisch:„to wrap“) in meist etwas größere Weizentortillas. Umgangssprachlich werden aber beide Begriffe häufig für den eigentlichen Teigfladen verwendet.
In Mexiko werden die Fladen traditionell aus Maismehl hergestellt. Hierzulande sind Weizentortillas gängiger. Man kann sie in jedem Supermarkt kaufen – oder ganz einfach selbst machen! Das Grundrezept ist simpel: wenige Vorratszutaten, eine heiße Pfanne und etwas Übung beim Ausrollen sind alles, was du brauchst.
Für selbst gemachte Weizentortillas braucht es nur vier Basis-Zutaten:
Wer mag, kann noch eine Prise Zucker in den Grundteig geben, um den Geschmack abzurunden. Traditionell werden Tortillas ohne Hefe oder Backpulver gebacken.
Obwohl Tortillas ohne Backtriebmittel auskommen, braucht der Teig seine Ruhephasen, um geschmeidiger zu werden. Der Rest ist Kneten, Rollen, Backen – und Genießen! So gelingen Weizentortillas Schritt für Schritt:
Schritt 1: Kneten
Mehl und Salz in einer Schüssel verrühren. Öl zugeben und alles mit den Händen zu einem klumpigen Teig verkneten. Warmes Wasser nach und nach zugießen. Mit den Knethaken des Handrührgerätes verkneten und anschließend den Teig mit den Händen oder einer Küchenmaschine etwa fünf Minuten elastisch kneten.
Schritt 2: Ruhen lassen
Den Teig zurück in die Schüssel legen und mit Frischhaltefolie oder einem feuchten Küchentuch bedecken, damit er nicht austrocknet. Den Tortillateig ca. 2 Stunden ruhen lassen.
Gut zu wissen: Beim Ruhenentspannt sich das im Weizen enthaltene Klebereiweiß Gluten. Der Teig wird geschmeidiger und lässt sich später leichter ausrollen. Es gilt: mindestens 30 bis 60 Minuten ruhen lassen. Je länger, desto besser!
Schritt 3: Tortillas backen
Nach der Ruhezeit den Teig in gleichgroße Portionen teilen und zu Kugeln formen. Jede Kugel auf einer bemehlten Arbeitsfläche rund 2–3 cm dünn ausrollen. Eine gusseiserne oder beschichtete Pfanne ohne Fett hoch erhitzen. Die Fladen darin portionsweise bei starker Hitze von jeder Seite 30-40 Sekunden ausbacken. Sie sollten kleine Blasen werfen und leicht gebräunt sein. Fertige Fladen am besten in ein feuchtes Küchentuch wickeln. So bleiben sie weich und lassen sich später einfach zu Burritos, Wraps oder Enchiladas rollen.
Vom Kneten übers Pressen bis zum Aufbewahren – so machen es die Profis!
Für traditionelle Maistortillas unverzichtbar (und natürlich auch für die Weizenvariante gut geeignet): die Tortillapresse aus Gusseisen, die sogenannte „tortilladora“. Sie drückt aus dem Teig mittels Hebelwirkung runde, dünne Fladen – ganz ohne Nudelholz. Sollte die Presse keine Antihaftbeschichtung besitzen, verhindern zwei Lagen Backpapier, dass der Teig daran kleben bleibt. Tipp: Nicht zu viel Druck auf einmal – lieber zwei-, dreimal pressen und den Teigfladen zwischendurch drehen. Danach wie gewohnt in der Pfanne bei starker Hitze backen. Schon steht die Grundlage für Tacos, Quesadillas und Co.
Echte Maistortillas werden mit Masa Harina zubereitet. Dabei handelt es sich um ein speziell behandeltes Maismehl, das mit Kalkwasser nixtamalisiert wurde. Dafür werden Maiskörner in einer alkalischen Lösung (Kalkwasser) eingeweicht und gekocht. Normales Maismehl, wie es hierzulande oft erhältlich ist, funktioniert für die Zubereitung von Maistortillas nicht.
Wie auch Weizentortillas benötigen die klassischen Mais-Teiglinge ihre Ruhezeit, damit sich die Flüssigkeit gleichmäßig im Teig verteilt und die Konsistenz weder zu trocken noch zu klebrig wird.
Für Weizenfladen eignen sich Weizenmehl Type 405, Type 550 oder Dinkelmehl Type 630 sehr gut. Grundsätzlich sind auch Weizen- oder Dinkelvollkornmehl geeignet. Dann braucht der Teig aber etwas mehr Wasser.
Der Tortillateig lässt sich wunderbar vorbereiten und einen bis maximal zwei Tage später für Tacos oder Burritos weiterverarbeiten. Dafür den zubereiteten Teig in Teiglinge teilen, zu Portionskugeln formen und einzeln in Frischhaltefolie wickeln oder in eine luftdichte Dose setzen, mit einem feuchten Tuch bedecken und gut verschließen. So wird verhindert, dass die Oberfläche austrocknet. Gerade Tortillas aus Mais trocknen schneller aus und lassen sich später schlechter ausrollen oder pressen, wenn sie nicht luftdicht verpackt werden.
Frisch gebackene Tortillas halten sich gut verpackt (z.B. in einem luftdichten Behälter) etwa zwei bis drei Tage im Kühlschrank. Vor dem Servieren kurz in der heißen Pfanne aufbacken oder im Backofen erwärmen. So werden sie wieder weich und biegsam.
Das klappt ohne Probleme! Die mexikanischen Fladen am besten mit einer Lage Backpapier getrennt voneinander in eine Vorratsdose schichten, luftdicht verschließen und einfrieren. So halten sie sich mehrere Monate im Eisfach. Vor der Verwendung die Teigfladen einzeln entnehmen und kurz in einer Pfanne oder Mikrowelle auftauen. Danach schmecken sie fast wieder wie frisch gemacht.
Nur, wenn sie aus 100 Prozent Maismehl (Masa Harina) bestehen. Klassische Weizen-Tortillas enthalten Gluten. Wer sich also glutenfrei ernährt, sollte zu den traditionellen Maistortillas greifen oder auf spezielle glutenfreie Mehlmischungen bei der Zubereitung ausweichen. Achtung auch bei fertigen Tacos, Nachos oder Enchiladas aus der Packung: Immer die Zutatenliste checken, hier wird oft Weizen verwendet.
Liebhaber von mexikanischen Rezepten oder Tex-Mex-Fingerfood kommen hier auf ihre Kosten. Ob Burritos, Tacos, Tostadas, Quesadillas oder Enchiladas: Jedes klassische Tortillagericht ist eine Spezialität und schmeckt unwiderstehlich gut.
Burritos sind die Schwergewichte unter den Tortillas: üppig gefüllt, dicht gerollt, herrlich saftig. Der klassische Burrito wird mit saftigem Hackfleisch, schwarzen Bohnen und Mais belegt. Das Besondere: Der gebackene Fladen wird zunächst mit Käse getoppt und zugedeckt in der Pfanne für ein paar Minuten weitergebacken, bis der Käse schmilzt. Danach kommen Salat, Tomaten und die warme Hackfleisch-Mischung dazu. Alles gut einschlagen und fest aufrollen. Diese Falttechnik erinnert an die gängigen Wrap-Rezepte, sitzt aber etwas fester, damit beim Reinbeißen nichts verrutscht. Und: Der Burrito wird typischerweise warm serviert.
Lieber vegetarisch oder vegan? Die Füllung lässt sich nach Herzenslust und Geschmack abwandeln. Beim veganen Burrito ersetzt man zum Beispiel Hackfleisch und Käse durch pflanzliche Alternativen.
Oder einfach mal herzhaft in den Tag starten: mit einem Rührei-Burrito! Die Füllung mit Avocado, Paprika und Kräuterquark ist perfekt für ein deftiges Sonntagsfrühstück oder einen gemütlichen Brunch geeignet.
Tacos sind klein, handlich und als Fingerfood beliebt. Von geschmortem Fleisch über saftigen Lachs bis zu gebratenem Gemüse – hier darf man nach Belieben füllen. Wer es ausgefallen liebt, sollte sich diese Prachtexemplare nicht entgehen lassen: Caiko-Tacos mit koreanischem Bulgogi oder Big Mac Tacos belegt mit Hack, Cheddar, Gewürzgurken, rote Zwiebel und einer pikanten Soße.
Tacos lassen sich entweder leicht geklappt oder flach belegt servieren. Tipp: Nach dem Zubereiten sofort auftischen – sonst saugen sich die saftigen Fladenbrote voll und weichen durch.
Die mexikanische Antwort auf unser Käsebrot – nur heißer und knuspriger! Für Quesadillas werden Tortillas in einer Pfanne angebacken, zur Hälfte nach Herzenslust belegt, beispielsweise mit Paprika, Mais, Avocado und geriebenem Käse. Dann nur noch zusammenklappen und knusprig braten. Achtung! Nicht zu beherzt füllen, sonst quellen die Zutaten beim Brutzeln heraus.
Auch lecker: Quesadillas mit Hähnchen, Frühlingszwiebeln, Chili und Paprika. Dazu passt Ananas-Salsa, Guacamole oder ein Klecks Sauerrahm.
Für Fans von Gratins genau das Richtige: Enchiladas. Für das mexikanische Comfort Food werden gefüllte Tortillas in eine Auflaufform gelegt, mit pikanter Tomatensoße oder grüner Soße – zum Beispiel in Enchiladas Verdes – übergossen und mit einer dicken Schicht Käse überbacken. Die Füllung bestehend meist aus Hackfleisch, Zwiebeln, Paprika, Kidneybohnen und Mais – wie bei unseren Enchiladas Suizas.
Aber auch Chicken Enchiladas oder vegetarische Enchiladas mit einem würzigen Gemüse-Mix haben das Zeug zum echten Wohlfühlessen.
Perfekter Snack für gemütliche Filmabende: selbst gemachteNachos. Dafür zunächst die Tortilla-Chips herstellen: Maismehl, Weizenmehl, Wasser, Olivenöl und Salz mischen und zu einem glatten Teig verkneten. Anschließend in Teiglinge teilen, diese auf einer bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Fladen darin ausbacken, herausnehmen und in Dreiecke schneiden.
Dann für die Würzmarinade Olivenöl mit Paprikapulver, Salz oder Chilipulver mischen. Nacho-Dreiecke damit bestreichen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen und im heißen Ofen goldbraun, knusprig backen. Pur knabbern oder nach Belieben mit Salsa, Guacamole oder Käsedip servieren.
Keine Zeit zum Selberrollen? Auf die schnelle gelingen die Chips auch aus fertigen Teigfladen aus dem Supermarkt.