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Rotkohl

Rotkohl

Kräftige rote bis violette Farben, knackiger Biss und eine Menge Nährstoffe – Rotkohl ist ein Gemüse, das schon vor Jahrhunderten den Weg auf die Teller der deutschen Küchen gefunden hat. Besonders als Beilage zum Sonntagsbraten bei den Großeltern ist er in Erinnerung geblieben. Aber auch heute wird Rotkohl vielfältig eingesetzt. Doch wie und wann wächst der rote Kohl eigentlich? Welche wertvollen Nährstoffe enthält das Gemüse? Und woher stammt es? Hier erfährst Du mehr.

Was ist Rotkohl?

Rotkohl, auch als Blaukraut bekannt, ist ein Gemüse aus der Gattung der Kohlgewächse. Genau genommen, ist der Rotkohl eine Kopfkohlvariante. Deshalb sind nahe Verwandte des roten Krauts der Weißkohl oder Wirsingkohl. Aber auch andere Kohlsorten wie Blumenkohl oder Brokkoli weisen biologische Ähnlichkeiten zum roten Kohl auf. Beim Rotkohl entwickelt sich während des Wachstums ein fester Kopf. Die einzelnen Blätter liegen eng aneinander und bilden eine runde Form. Dabei können sich äußeren Blätter leicht ins Grüne verfärben. Im Inneren strahlen die Kohlblätter in einem satten Rot oder Blau.

Ursprünglich stammt wilder Kohl aus dem Mittelmeerraum. Manchmal wurde er auch in der Nähe der Atlantikküste, zum Beispiel in Frankreich, vorgefunden. Die geschlossenen Kopfsorten sind jedoch über die Zucht durch den Menschen entstanden. In historischen Schriften aus Griechenland oder dem Römischen Reich wird zwar von Kohl berichtet, geschlossene Kopfsorten finden allerdings keine Erwähnung. Mit dem Mittelalter begann dann auch der Anbau von Kohl und vor allem von Rotkohl in Deutschland. Kohl war lange eines der Hauptlebensmittel in unserer Region. Er versorgte die Menschen mit wichtigen Nährstoffen und erwies sich durch seine lange Haltbarkeit im Winter als ergiebige Nahrungsquelle. Auch in der Medizin kam Rotkohl in der frühen Zeit zum Einsatz – ob nun als Wickel bei Entzündungen oder als wohltuende Suppe bei Beschwerden im Verdauungstrakt.

Wann und wie wird Rotkohl angebaut?

Mittlerweile ist Rotkohl ganzjährig erhältlich, da die ersten Köpfe bereits Anfang Juni geerntet werden. Die reguläre Rotkohl-Saison beginnt allerdings erst im Herbst. Die Aussaat für die Pflanzen startet im Mai und Juni. Dazu pflanzen die Kohlbauern lange Reihen auf endlosen Feldern. Die einzelnen Pflanzen haben hierbei den optimalen Abstand zueinander.

Bis die Kohlköpfe die richtige Größe erreicht haben, vergehen etwa drei bis vier Monate. Dabei wachsen die Blätter der Gemüsepflanzen von innen nach außen und bilden die festen Schichten im Inneren des Kopfes. Die Hauptsaison für Rotkohl fällt also in die Monate September bis November. Im Norden und Osten Europas liegen die Anbaugebiete. Hier wächst der Rotkohl besonders gut. Feuchte Böden und frische Luft bekommt dem Kohl besonders gut. Eines der größten Anbaugebiete befindet sich in Schleswig-Holstein. Der Kreis Dithmarschen ist bekannt für seine Kohlproduktion.

Bei der Ernte gibt es zwei Wege. Entweder findet sie manuell statt oder mittels großen Kohlerntemaschinen, die von einem Traktor gezogen werden. Bei den Kohlerntemaschinen wird der Kohl automatisch über Laufbänder in einen Anhänger transportiert. Wird das Gemüse per Hand geerntet, schneiden die Feldhelfer den Kohlkopf direkt unterhalb des Strunks ab und lagern ihn später in dafür konzipierte Anhänger. Der eingefahrene Rotkohl kommt danach als ganzer Kopf in die Ladentheke oder wird zur Weiterverarbeitung verfrachtet. Im Supermarkt findest du den Rotkohl daher auch im Glas.

Möchtest du erfahren, wann andere Gemüsesorten Saison haben, findest du im REWE Saisonkalender einen Überblick.

Welche Rotkohlsorten gibt es?

Produzenten und Kohlbauern unterscheiden insgesamt zwölf Sorten voneinander. Bei den verschiedenen Varianten geht es jedoch weniger um den Geschmack, sondern vielmehr um den Ertrag. Das bedeutet, dass der Zeitpunkt der Aussaat, die Entwicklungsdauer und das Gewicht treibende Faktoren darstellen. Die Sorte Amarant benötigt beispielsweise nur etwa drei Monate zum Wachsen und kann bereits ab März ausgesät werden. Die Kohlköpfe sind zwar kleiner, allerdings können Produzenten so bereits im Juni frisch geernteten Rotkohl anbieten. Die Sorte Pesaro hingegen wächst zur Hauptsaison und benötigt etwa vier Monate, um sich zu entwickeln. Dabei erzeugt sie aber auch Köpfe, die bis zu 4,5 kg schwer werden.

Welche Inhaltsstoffe stecken im Rotkohl?

Rotkohl enthält eine Menge wertvoller Nährstoffe und stärkt dadurch den Organismus. In 100 g des roten Gemüses steckt ungefähr der halbe Tagesbedarf an Vitamin C und ein Drittel der empfohlenen Menge an Vitamin K. Beide Inhaltsstoffe stärken Immunsystem und Knochen. Außerdem punktet Rotkohl mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen. Das macht in erster Linie satt, wirkt sich aber auch positiv auf die Verdauung aus. Mineralstoffe wie Magnesium oder Kalium sind weitere wichtige Bausteine.

Auch ein ausgewogener Mix sekundärer Pflanzenstoffe ist im Rotkohl enthalten. Stoffe wie Flavonoide oder Phenole fangen freie Radikale im menschlichen Körper ein und schützen auf diese Weise die Zellen. Durch den hohen Ballaststoffanteil und den besonderen Aufbau der Pflanzenzellen ist Rotkohl allerdings in roher Form für Menschen schwer zu verdauen. Wer also unter Verdauungsproblemen leidet, sollte den Rotkohl vorher garen.

Die Inhaltsstoffe in der Übersicht:

Energie 
Kcal22
Fett-
Kohlenhydrate4 g

 

Mineralstoffe 
Natrium (Na)10 mg
Kalium (K)240 mg
Kalzium (Ca)35 mg
Magnesium (Mg)15 mg
Phosphat (P)30 mg
Eisen (Fe)0,4 mg
Zink (Zn)0,2 mg

 

Vitamine 
Beta-Carotin15 µg
Vitamin E1,7 mg
Vitamin B10,06 mg
Vitamin B20,04 mg
Vitamin B60,15 mg
Folsäure35 µg
Vitamin C55 mg

 

Halbierter Rotkohl lehnt an ganzem Kopf

Wozu passt Rotkohl?

Traditionell wird der Rotkohl in Deutschland als Beilage zu einem leckeren Bratengericht genossen. Besonders gut schmeckt das rote Gemüse in den Wintermonaten zu einem Enten- oder Gänsebraten. Meistens gesellen sich noch Kartoffeln und eine dunkle Soße dazu. Durch Apfel oder Orange erhält der Rotkohl zudem eine fruchtige Note.

Auch in die moderne Küche hat der rote Kohl Einzug gehalten. Wer gerne mal einen Döner genießt, der wird häufig auch auf Rotkohl stoßen. Roher Rotkohl entfaltet auch in Salaten seinen einzigartigen süßlichen Geschmack. Im Fitness-Bereich findet sich Rotkohl immer häufiger in sättigenden Smoothies und Säften wieder.

Die besten Rezepte mit Rotkohl

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