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Spirituosen

Spirituosen

Weinbrand, Whisky, Wodka & Co.: von den Inhaltsstoffen und Besonderheiten der Getränke bis zu ihrer Herstellung. Erfahren Sie alles über die hochprozentigen Spirituosen!

Weinbrand

In seiner großen Vielfalt ist der Wein die edle Basis, der Rohstoff unseres Weinbrandes. Die Auswahl der für die Destillation besonders geeigneten Weine jedoch ist eine große Kunst und verlangt viel Erfahrung. Ob deutscher Weinbrand, französischer Cognac oder spanischer Brandy, ob griechischer Metaxa oder russischer Grusiniak – breit ist die Palette der gebrannten Weine dieser Welt. Überall, wo Wein angebaut wird, da wird er auch »veredelt«. In Deutschland wird der Geist des Weines besonders geschätzt, Weinbrand gilt als die beliebteste Spirituose.

Einst wurde er als »aqua vitae«, als Lebenswasser bezeichnet und als »Arzeney« nur in Apotheken verkauft. Die Vertriebswege für Weinbrand haben sich seit dem 11. Jahrhundert allerdings glücklicherweise geändert – je mehr sich der Branntwein aus Wein vom Heil- zum Genussmittel wandelte.

Destillation

Ein einfacher naturwissenschaftlicher Prozess steht am Beginn aller Weinbrand-Produktion:

Während Wasser erst bei 100 °C kocht, siedet Alkohol schon bei 78 °C und wird zu Dampf. Erhitzt man also Wein und kühlt den Dampf in einer wasserumspülten Kühlschlange sogleich wieder ab, so ist das sich niederschlagende Destillat naturgemäß alkoholreicher als der Ausgangsstoff.

In der Praxis kommt der Wein zunächst in einen Vorwärmer und wird auf eine Temperatur von 40 °C gebracht. Von dort fließt er in große kupferne Kessel, die Brennblasen. Beheizte Rohre bringen den Wein darin auf die zum Verdampfen erforderliche Temperatur. Die mit den Bukettstoffen des Weines angereicherten alkoholreichen Dämpfe steigen empor und gelangen durch den Helm der Blase in die Kühlzylinder.

Der Wein gewinnt hier – nunmehr in konzentrierter Form und kristallklar – seine flüssige Eigenschaft wieder. Das Ergebnis dieser Destillation ist der sogenannte »Raubrand«. Er hat ca. 40 Vol.-% Alkohol und schmeckt so, wie sein Name klingt. Erst durch eine zweite Destillation wird er verfeinert.

Beim zweiten Brennvorgang unterscheidet man zwischen Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf. Nur den Mittellauf – den man etwas poetischer auch das »Herz« oder »Herzstück« nennt – verarbeitet man später zu Weinbrand. Vor- und Nachlauf hingegen werden ausgeschieden, da sie unerwünschte Nebenstoffe enthalten.

Jenes qualitativ allein für den Weinbrand geeignete Herzstück herauszufinden, das ist der wichtigste Vorgang der Weinbrandherstellung und verlangt die volle Aufmerksamkeit des Brennmeisters. Die Temperaturen während des Brennvorganges sind genau zu regulieren, um die Hitzegrade zu erreichen, die für das Gewinnen der Bukettstoffe am günstigsten sind. Ständig muss der schwankende Alkoholgehalt des herauslaufenden Destillats überwacht werden, und schließlich muss der Brennmeister durch Geruchs- und Geschmacksproben den Mittellauf exakt vom Vor- und Nachlauf trennen.

Das kristallklare Destillat lagert in kleinen Fässern aus dem wertvollen Holz der Eiche mindestens 6 Monate lang und nimmt dabei Extrakt- und Geschmacksstoffe auf. Da aber Holz ein Naturprodukt ist, kann sich das Destillat im ersten Fass anders entwickeln als im zweiten. Nach einer gewissen Zeit füllt man deshalb den Inhalt der Fässer in einen großen Bottich zum »Egalisieren«, zum Vermischen.

Das Reifen setzt sich anschließend in den kleinen Fässern fort. Sind die Destillate ausgereift, ist das Können des Brennmeisters noch einmal gefordert. Bisher waren die Destillate nämlich stets nach Herkunft und Jahrgängen getrennt, doch jetzt gilt es, aus ihrer Vielzahl eine markentypische Komposition zusammenzustellen. Schließlich erwartet jeder Verbraucher, dass »seine« Marke immer gleich schmeckt. Wein aber ist in jedem Jahr, jeder Lage, auf jedem Boden und von jeder Rebsorte anders, und deshalb unterscheidet sich auch jedes einzelne Destillat.

Der Brennmeister probt so lange, bis er das richtige Mischungsverhältnis herausgefunden hat. Dann erst kann er in großen Eichenholzfässern die genau bemessenen einzelnen Destillate vermischen: Die »Vermählung« findet statt.

Zuletzt wird das Destillat noch mit reinem Wasser auf die »Trinkstärke« herabgesetzt. Für deutschen Weinbrand bedeutet das 38 Vol.-%, im Allgemeinen beträgt er 36 Vol.-%.

Osborne Stier Rdk Ail

Der berühmte Osborne-Stier wurde als Kunstwerk anerkannt und darf deshalb in der Natur stehen bleiben.

 

Brandy-Herstellung

Brandyherstellung Rdk Aixs

1. Grundlage der Brandy-Herstellung sind leichte Weine, die destilliert werden und nach dem Keltern mindestens 6 Monate in alten Fässern reifen.

Brandyherstellung Rdk Aixs

2. Da sich das Destillat in jedem Fass anders entwickeln kann, muss es regelmäßig geprüft werden.

Brandyherstellung Rdk Aixs

3. Mittels eines sogenannten Schwingers werden Proben vom Brandy entnommen, die auf Farbe, Geruch und Geschmack geprüft werden.

Brandyherstellung Rdk Aixs

4. Ist das Brandy-Destillat ausgereift, vermischt und mit Wasser auf Trinkstärke gebracht, wird es in Flaschen abgefüllt, verschlossen und etikettiert.

Lagerung

Für Weinbrand ist eine Mindestlagerzeit vorgeschrieben: Sie beträgt für die Lagerung in kleinen Fässern (unter 1.000 Liter) mindestens 6 Monate, in großen Fässern (über 1.000 Liter) mindestens 12 Monate. Wird der Weinbrand länger gelagert, darf das tatsächliche Alter auf dem Etikett angegeben werden.

Deutsche Weinbrennereien

Deutsche Weinbrennereien beziehen ihre Weine aus den großen Anbaugebieten Europas. Dieser Wein wird vor seiner langen Reise und vor der Destillation viniert, d. h., er wird im Ursprungsland – unter Zollaufsicht – mit so viel hochprozentigem Weindestillat verstärkt, dass sich ein Alkoholgehalt von 24 Vol.-% ergibt. So bleibt der »Brennwein« auch ohne die sonst unerlässlichen Zusätze, z. B. Schwefel, haltbar. Die europäische Weinmarktverordnung definiert Brennwein als ein Erzeugnis, das aus einer »Vereinigung« von Wein und Weindestillat besteht.

Berühmte Weinbrände

Cognac

Cognac ist ein geschützter Name für einen Weinbrand, der nur aus Trauben eines gesetzlich festgelegten Anbaugebietes rund um das französische Städtchen Cognac in der Provinz Charente hergestellt werden darf. Die Herstellung ist prinzipiell die gleiche wie bei jedem anderen Weinbrand, allerdings wird der Wein in der Charente ungefiltert destilliert und der Rohstoff nicht durch Hitzeschlangen in der Brennblase, sondern durch offenes Feuer unter dem Destillierkolben erwärmt. Dieser »Raubrand« wird noch ein zweites Mal destilliert. Erst dann darf er zum Cognac reifen.

Cognacglaeser Rdk Ais

Dieses alte Verfahren und die speziellen Trauben dieses Gebiets verleihen dem Cognac seinen typischen Geschmack. Wie Weinbrand wird auch Cognac in kleinen Fässern gelagert. Nur Eichen aus den Wäldern der benachbarten Provinz Limousin werden für die Reifung des Cognacs verwendet, weil sie dem Destillat die gold-gelbe Farbe geben und ihm die Schärfe entziehen. Während der Reifung verdunstet ein Teil des Alkohols und steigt als »Anteil der Engel« in den Himmel über der Stadt Cognac. Auch der Cognac erhält erst durch den Verschnitt vieler, sehr unterschiedlich lang gelagerter Destillate seine Qualität und den für eine Marke charakteristischen gleichbleibenden Geschmack. Der Mindestalkoholgehalt ist auf 40 Vol.-% festgelegt.

Die Vorschriften für Cognac sind sehr streng. Das Anbaugebiet wurde nach Qualitätsstufen eingeteilt. Die besten Zonen sind die Grande Champagne und die Petite Champagne. Wenn der Wein nur aus Trauben der Grande Champagne stammt, darf der Cognac »Grande Champagne« oder »Grande Fine Champagne« genannt werden. Bei einem »Fine Champagne« müssen mindestens 50 % des Weines aus der Grande Champagne kommen, der Rest aus der Petite Champagne.

Sein Alter verbirgt der Cognac hinter diversen Zeichen, Abkürzungen und Begriffen. Die gesetzliche Mindestreife beträgt 30 Monate, die Hersteller haben sich jedoch verpflichtet, keinen Tropfen zu verkaufen, der nicht mindestens 3 Jahre in Eichenfässern lagerte.

Die geläufigsten Bezeichnungen sind:

Sortiment Cognac Rdk Ail
  • V. S. (very superior) oder 3 Sterne für Marken guter Qualität, deren jüngstes Destillat mindestens 2 1/2 Jahre alt ist. Im Durchschnitt  haben solche Brände eine Lagerzeit von 3–4 1/2 Jahren.
  • V. S. O. P. (very superior old pale), dessen jüngster Bestand teil 4 1/2 Jahre in Fässern gereift sein muss. Dieser Cognac weist eine durchschnittliche Lagerzeit von 4 1/2–6 1/2 Jahren auf.
  • Weitere Bezeichnungen sind Napoléon, Extra old (X.O.) und Royal für Cognac von außergewöhnlicher Qualität mit einer Mindestlagerzeit ab 6 1/2 Jahren.

Armagnac

Ein Weinbrand, dessen Weine aus der französischen Gascogne stammen müssen. Er hat einen unverwechselbaren Geschmack und unterscheidet sich von Cognac durch einen anderen Brennwein und ein anderes Brennverfahren. Der Alkoholgehalt des Destillats darf 63 Vol.-% nicht übersteigen, deshalb enthält es noch zahlreiche Duft- und Aromastoffe, die dem Armagnac den typischen Geschmack geben. Auch dieser Weinbrand reift in Fässern.  Armagnac wird ebenfalls aus Bränden mehrerer Jahrgänge verschnitten und hat eine Trinkstärke von 40 Vol.% .

Es gibt bei Armagnac auch auch Jahrgangsbrände.

Armagnac Rdk Ais

Brandy

Brandys gehören ebenfalls zur Gattung der Branntweine aus Wein. Sie stammen hauptsächlich aus Italien, Spanien und Griechenland. Auch wird Brandy zweimal destilliert. Seine Lagerzeit beträgt mindestens 6 Monate, oft reift er aber weitaus länger. Der Mindestalkoholgehalt liegt durchschnittlich bei 36 Vol.-%.

Brandy schmeckt im Allgemeinen weitaus schwerer und viel süßlicher als deutscher Weinbrand, Cognac oder Armagnac.

Xbrandy Rdk Ail

Calvados

Calvados wird in Frankreich aus Apfelwein (Cidre) mit einem kleinen Anteil Birnen hergestellt und hat einen Alkoholgehalt von mindestens 40 Vol.-%.

Der Cidre wird 1–2 Jahre gelagert, bevor mit dem Brennen begonnen wird. Das Destillat muss mindestens ein Jahr in Eichenholzfässern reifen, damit es die dunklere Farbe und den typischen Geschmack bekommt, erst dann darf es als Calvados verkauft werden. Viele Sorten haben eine Reifezeit von 2–5 Jahren, manche sogar von 50 Jahren und mehr.

Ein junger Calvados schmeckt feurig und fruchtig. Mit zunehmender Reife wird die Farbe dunkler und der Geschmack weicher. Am besten wärmt man das Glas vor dem Einschenken mit der Hand an, damit sich das Aroma voll entfalten kann.

Calvados Rdk Ais

Metaxa

Der griechische Weinbrand, benannt nach seinem Hersteller Spyros Metaxas, wird seit 1888 aus roten Reben der Region Attika im Süden von Athen auf traditionelle Weise hergestellt.

In der mindestens fünfjährigen Lagerzeit der Destillate in Limousin-Eichenfässern entwickelt er eine honiggelbe Farbe und seinen karamellähnlichen Geschmack.

Metaxa 5-Sterne-Classic hat einen Alkoholgehalt von 38 Vol.-%.

Die Premiumqualität Metaxa 7-Sterne-Amphora lagert mindestens sieben Jahre im Eichenfass, die Farbe ist goldgelb, der Geschmack etwas würziger, der Alkoholgehalt beträgt 40 Vol.-%.

Metaxa Grande Fine aus ausgesuchten Destillaten ist das Spitzenprodukt mit einer Mindestlagerzeit von 15 Jahren. Er ist bernsteinfarben, samtig-weich und fruchtig-elegant im Geschmack.

Calvados Rdk Ais

Über den Umgang mit Weinbrand

Weinbrand ist ein ziemlich unproblematisches Getränk. Dennoch gibt es einigeTipps, die den Genuss noch steigern können:

 

  • Weinbrand schmeckt zimmerwarm am besten. Er gehört keinesfalls in den Kühlschrank. Sollte er einmal zu kalt sein, kann man seine Temperatur mit der Hand, die das Glas umfasst, langsam steigern.
  • Nur in den richtigen Gläsern entfaltet Weinbrand sein volles Bukett. »Richtig« sind die sogenannten bauchigen Schwenker, die sich nach oben verengen und die aufsteigenden Bukettstoffe verdichten.
  • Der Kenner genießt Weinbrand in 3 Etappen: Er betrachtet das gold-braune Farbenspiel, riecht dann das weinige Bukett – das Glas sollte dabei ein wenig kreisförmig geschwenkt werden – und trinkt den Brand dann in kleinen, genussvollen Zügen.
  • Weinbrand verlässt erst nach der optimalen Lagerzeit im Eichenholzfass die Brennerei und verändert sich in der Flasche nicht mehr. In der nicht angebrochenen Flasche behält er seine Qualität unbegrenzt, und selbst wenn die Flasche schon geöffnet ist, wird sich der Geist des Weines so schnell nicht verflüchtigen. Wichtig ist nur: Nach dem Einschenken muss die Flasche immer wieder gut verschlossen werden.

Branntwein

Schon früh sind unsere Vorfahren dahinter gekommen, wie man die Lebensgeister auf angenehme Weise wecken kann: Feuer und Wasser genügten, um aus Beeren, Getreide, Obst oder Kartoffeln Branntwein herzustellen. Im Laufe der Jahrhunderte ist aus diesen einfachen »Branntweinen« die heutige bunte Angebotspalette geworden. Die hellen Branntweine werden unterteilt in Kornbrand, Obstbrand und Wacholder.

Korn

Korn, auch Kornbrand genannt, darf nur aus Roggen, Weizen, Buchweizen, Hafer oder Gerste hergestellt werden und ist für Spirituosen aus dem deutschen Sprachraum geschützt.

Die vergorene Maische wird in 2 Stufen gebrannt – über Rohbrand zum Feinbrand, bei dem alle unerwünschten Stoffe beseitigt werden. Anschließend wird das Destillat auf Trinkstärke herabgesetzt: beim Korn auf 32 Vol.-%, beim Kornbrand auf 37,5 Vol.-%. Für die Bezeichnung »alt« ist eine Reifezeit von 6 Monaten vorgeschrieben. Die leicht goldgelbe oder bräunliche Färbung einiger Kornbrände stammt von der Lagerung in Eichenholzfässern.

Der Geschmack hängt von der verwendeten Getreideart ab: Weizenkorn schmeckt mild, Roggenkorn herzhafter. Korn soll kalt, aber nicht eiskalt getrunken werden. Das gilt auch für den Doppelkorn mit einem Alkoholgehalt von 38 Vol.-%.

»Klare« sind die Stiefkinder unter den klaren Spirituosen. Sie können aus jeder Art Alkohol (Getreide, Obst, Wein etc.) hergestellt werden, der Alkoholgehalt wird dann mit Wasser herabgesetzt. Auf dem Etikett muss die Alkoholherkunft nicht angegeben werden.

Korn Rdk Ais

Die Stationen des Kornbrennens

Stationen Des Kornbrennens Rdk Aixl
  1. Im Dämpfer wird die im Getreide enthaltene Stärke freigelegt. Es entsteht ein Brei, die sogenannte Maische.
  2. Der Maische wird im Vormaischbottich Gerstenmalz zugesetzt. Das Malz bewirkt eine Umwandlung der Stärke in Zucker.
  3. Im Gärkessel wandelt sich der Zucker durch die Einwirkung von Hefe in Alkohol und Kohlensäure um.
  4. Die vergorene Maische wird in der Rohbrandkolonne zum Sieden gebracht. Der in Form von Dampf entweichende Alkohol wird am oberen Ende der Kolonne aufgefangen und durch Abkühlen wieder verflüssigt. Dies ist die erste Destillation.
  5. Eine zweite Destillation in der Feinbrandkolonne befreit den Rohbrand von allen unerwünschten Geschmacks- und Geruchsstoffen.
  6. Der hochprozentige Feinbrand wird auf die gewünschte Trinkstärke gebracht.
  7. Der trinkfertige Korn wird dann – nach einer gewissen Lagerzeit – in Flaschen abgefüllt.

Obstbrand

Aus vergorenen Früchten, Fruchtfleisch oder -saft wird Obstbranntwein hergestellt. Nach der Herstellungsart unterscheidet man Obstwasser und Obstgeist.

Obstwasser

Obstwasser entsteht aus vergorenen Früchten, die anschließend gebrannt werden. Zusätze wie Zucker oder Alkohol anderer Art sind nicht erlaubt. Einfaches Obstwasser aus Kernobst wie Äpfel und Birnen muss einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 Vol.-% haben.

Ein bekanntes Obstwasser ist Schwarzwälder Kirschwasser, das aus Kirschen aus dem Schwarzwald hergestellt sein muss und für das mindestens 40 Vol.-% Alkoholgehalt vorgeschrieben ist.

Beim Zwetschenwasser wird ein Teil der Steine zerschlagen, um das bittere mandelartige Aroma zu erhalten. Die bekannteste Zwetschenwassersorte ist der aus dem ehemaligen Jugoslawien stammende Slibowitz, der seine strohgelbe Farbe durch die Lagerung in Eichenholzfässern erhält. Zwetschenwasser hat mindestens 37,5 Vol.-% Alkoholgehalt.

Slibowitz Rdk Ais

Slibowitz

Obstgeist

Obstgeist wird nach einem anderen Verfahren hergestellt. Die unvergorenen Früchte werden mit Branntwein übergossen, damit die Aromastoffe in den Alkohol übergehen. Anschließend wird die Flüssigkeit gebrannt. Zusätze sind nicht erlaubt, der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 Vol.-%. Am bekanntesten ist Himbeergeist.

Williams Birne Rdk Ais

Williams-Birnen-Brand

Wacholder

Er wird angeboten als Wacholder, Steinhäger, Genever und Gin.

Wacholder

Dieser einfache Branntwein wird aus Monopolsprit, Korndestillat oder einer Mischung aus beiden hergestellt. Den Wacholdergeschmack erhält er durch hinzugefügtes Wacholderdestillat oder Wacholderlutter, dem ersten Destillat aus einer Wacholdermaische. Wacholder hat einen Mindestalkoholgehalt von 32 Vol.-%, als »Doppel-Wacholder« 38 Vol.-%.

Steinhäger

Bei seiner Herstellung wird Wacholderlutter mit anderen Destillaten und Wasser gemischt und eine geringe Menge Wacholderbeeren zugesetzt. Dieses Gemisch wird zu einem 75%-igen Destillat gebrannt, das eine Trinkstärke von 38 Vol.-% erhält. Steinhäger muss aus Steinhagen (Westfalen) stammen.

Genever

Für die Herstellung dieses holländischen Branntweines kennt man zwei Verfahren: Entweder wird Korndestillat mit unvergorenen Wacholderbeeren und anderen Gewürzen zum zweiten Mal destilliert oder Korndestillat wird mit Genever-Destillat gemischt und dann zum zweiten Mal gebrannt. Sein Mindestalkoholgehalt beträgt 35 Vol.-%. Alter oder »oude« Genever schmeckt stark nach Malz und Korn. Beim jungen Genever ist diese Geschmacksrichtung weniger ausgeprägt, er schmeckt milder. Die Bezeichnungen alt und jung haben nichts mit dem Alter zu tun, sondern drücken lediglich ein älteres bzw. jüngeres und etwas anderes Herstellungsver fahren aus. Genever wird meist zum Essen, aber auch zum Bier getrunken.

Genever Rdk Ais

Gin

Gin ist ein Abkömmling des Genevers, der zu einer englischen Spezialität wurde. Das erste Destillat stammt meistens aus Weizen, Mais, Roggen oder Gerste. Ihm werden Wacholderbeeren und Gewürze, u. a. Anis, Fenchel, Koriander, Kardamom und Kümmel zugesetzt. Dann wird ein zweites Mal gebrannt. Die Wacholderbeeren und Gewürze geben dem Gin seinen typischen Geschmack und sein zartes Aroma. Gin hat eine Trinkstärke von 37,5 Vol.-% und wird vor allem zur alkoholischen Veredlung für Longdrinks und Mixgetränke verwendet.

Gin Rdk Ais

Wie entsteht Alkohol?

Alkohol ist ein natürliches Produkt, das durch Gärung gewonnen wird. Der in Früchten enthaltene Zucker spaltet sich durch zugesetzte Hefekulturen in Kohlensäure und Alkohol. Bei der Gewinnung aus Getreide oder Kartoffeln wird zuerst die Stärke in Zucker umgewandelt, dann durch Hefen zu  Alkohol vergoren. Dieser wird aufgefangen, wieder verflüssigt und dann destilliert.

Wie Entsteht Alkohol Rdk Aim

Whisky

Whisky ist ein Branntwein aus verschiedenen Getreidesorten wie Gerste, Roggen, Hafer und – hauptsächlich in den USA – Mais. Beim Brennvorgang, dem Destillieren, müssen die aus dem jeweiligen Rohstoff stammenden und durch die Gärung gebildeten Aromastoffe erhalten bleiben.

Jede der zahlreichen Whisky-Arten hat deshalb einen ganz charakteristischen Geruch und Geschmack: Irische und kanadische Whiskys sind eher sanft und mild, amerikanische und schottische Malt-Whiskys eher kräftig und der beliebte, klassische »Scotch« ist typisch rauchig.

Schotten und Iren streiten darüber, wer von ihnen den Whisky – der sich in Irland und den USA Whiskey schreibt – vor mehr als tausend Jahren erfunden hat. Sicher und auch für Trinksitten bezeichnend ist jedenfalls, dass Schotten und Iren ihr Lieblingsgetränk schon in der uralten keltischen Sprache als »Wasser des Lebens« bezeichneten – als »uisge beatha«, »ischkewara« gesprochen.

Die bekanntesten Whisky-Arten sind:

  • Schottischer Whisky (Scotch)
  • Irischer Whiskey
  • Amerikanischer Whiskey (Bourbon)
  • Canadian Whisky
  • Deutscher Whisky

Schottischer Whisky

Scotchsorten Rdk Ail

Beim schottischen Whisky ist zunächst grundsätzlich zwischen einem »Malt« und einem »Grain« zu unterscheiden. Malt- oder Malz-Whisky wird ausschließlich aus angekeimter Gerste hergestellt. Nach dem Keimen wird das Getreide über Torf- oder Kohlerauch getrocknet – auf diese Weise erhält der Whisky seinen rauchigen Geschmack. Das
Malz – das gekeimte und getrocknete Getreide – wird zerkleinert und mit Wasser eingeweicht zur Maische. Diese Flüssigkeit wird mit Hefe zum Gären gebracht und anschließend nach einem speziellen Verfahren in den »Pot Stills«, den Kupferkesseln, zweimal destilliert. Das Destillat wird in Eichenholzfässern, vorwiegend in gebrauchten spanischen Sherry-Fässern, jahrelang gelagert. Guter Malt-Whisky reift mindestens 8 Jahre. Reiner Malt-Whisky, sogenannter Single Malt, hat einen intensiveren Geschmack als Grain-Whisky und findet bei uns immer mehr Liebhaber.

Grain- oder Korn-Whisky wird vorwiegend aus ungemälztem Getreide (Roggen, Mais, Hafer, Gerste) und aus Gerstenmalz ähnlich wie Kornbranntwein hergestellt. Das Trocknen über Rauch entfällt beim Grain. Der Grain-Whisky wird zudem nicht in den kupfernen »Pot Stills«, sondern in kontinuierlich arbeitenden Brennsäulen gebrannt. Außerdem wird das Destillat höher gebrannt (bis zu 95 Vol.-% Alkohol) als Malt-Whisky. Die Lagerzeit ist kürzer als die des Malt. Der Grain-Whisky ist Hauptbestandteil des Blended Whisky.

Der Großteil des schottischen Whiskys wird als »Blended Scotch« verkauft. Das ist eine Mischung aus Malt und Grain. Das Mischen ist eine hohe Kunst und der »Blendmeister« ist damit auch der wichtigste Mann in der Brennerei. Er sorgt mit  seiner Erfahrung und seiner feinen Nase dafür, dass die jeweilige Sorte stets den typischen Geschmack und eine gleichbleibende Qualität behält.

Beim »Blended« muss das jüngste Destillat mindestens 3 Jahre im Fass gelagert worden sein. Die Altersangabe auf dem Etikett bezieht sich auf dieses Destillat. Der Alkoholgehalt der bei uns vertriebenen Whiskysorten liegt im Allgemeinen bei 40 Vol.-%.

Whiskeyfaesser Rdk Aixs

1. Damals wie heute lagert schottischer Whisky – gehütet und gepflegt wie ein kostbarer Schatz – in Eichenholzfässern.

Brennerei Rdk Aixs

2. Die Destillieranlage ist das Herzstück einer jeden Brennerei. Die Brennblasen, in denen bei der Herstellung von Malt-Whisky die Maische zweimal destilliert wird, nennt man »Pot Stills«.

Irischer Whiskey

Irischer Whiskey wird überwiegend aus Gerste, aber auch aus anderen Getreidearten hergestellt und ist im Allgemeinen ein reiner Malt-Whiskey. Aus Irland kommen aber auch einige Blended-Sorten.

Im Gegensatz zu allen anderen Arten wird dieser Whiskey dreimal destilliert, er ist deshalb besonders sauber und rein und weitestgehend frei von Kopfschmerzen verursachenden Fuselölen. Das verleiht seinem Malzaroma eine besondere Milde. Ihm fehlt der rauchige Geschmack, weil die gemälzte Gerste nicht über offenem Feuer getrocknet wird.

Die Mindestlagerzeit beträgt ebenfalls 3 Jahre. Danach werden die Whiskeys verschiedener Fasstypen und Jahr gänge vermischt, um eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen.

Irish Whiskey Rdk Aim

Amerikanischer Whiskey

Der amerikanische Whiskey, der Bourbon, wird nach einem ähnlichen Verfahren wie der schottische Grain-Whisky hergestellt, jedoch mit anderen Rohstoffen.

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Verwendung von mindestens 51 % Mais. Dazu kommt Gerstenmalz und meistens noch Roggen. Die Mindestlagerzeit in ausgekohlten Eichenfässern beträgt 3 Jahre.

Der meiste Bourbon wird in Kentucky produziert. Wenn auf dem Etikett »Kentucky-Whiskey« steht, so muss er auch von dort stammen.

Bourbon-Whiskey wird hierzulande vor allem als »Straight« Whiskey – unvermischt aus einer einzigen Brennerei und seltener als »Blended Whiskey« –  Verschnitte mehrerer Bourbons untereinander – angeboten.

Tennesse Whiskey Kentucky Bourbon Rdk Aim

Canadian Whisky

Der Canadian Whisky wird zweimal destilliert, schmeckt   ausgesprochen mild und ist dadurch auch weniger aromatisch als der schottische Whisky oder der amerikanische Bourbon. Er muss mindestens 4 Jahre reifen. Für den Blended-Whisky dürfen nur Destillate aus Roggen, Mais und Gerstenmalz verwendet werden. Die Zugabe von neutralem Sprit ist verboten.

Deutscher Whisky

Auch in Deutschland wird Whisky hergestellt. Es dürfen für die Korn-Feindestillate 5 Getreidearten verwendet werden: Roggen, Weizen, Buchenweizen, Hafer und Gerste. Die daraus gewonnenen zarten Destillate werden mit rauchigem schottischen Malt-Whisky gemischt.

Die bekannteste deutsche Whisky-Marke hat wesentlich dazu beigetragen, hierzulande überhaupt erst einen Markt für die inzwischen so beliebte Spirituose zu schaffen.

Die Altersangabe

Beim Whisky ist die Altersangabe nicht vorgeschrieben. Wird sie auf dem Etikett vermerkt, so muss sie allerdings stimmen. Bei einem »Blended Whisky« gilt die Angabe stets für das jüngste Destillat. Steht auf der Flasche »12 Jahre alt«, ist also keines der Destillate jünger. Allerdings ist nicht allein das Alter entscheidend für die Qualität, sondern es sind vor allem die Malt-Sorten und das Mischungsverhältnis zwischen Malt und Grain. Je mehr Malt ein Whisky enthält, desto typischer und kräftiger ist der Geschmack.

Malt

Manche Whisky-Kenner bevorzugen den »Single-Malt-Whisky«, das ist Whisky ausschließlich aus Gerstenmalz, der stets aus einer Brennerei stammt und meist Angaben über das Alter hat. Da es in Schottland etwa 100 Whisky-Brennereien gibt, werden ebenso viele verschiedene Malts produziert, und jedes Haus hat seinen typischen Malt mit individuellem Geschmack, der von leicht bis kräftig reicht. Nicht zu verwechseln ist der »Single Malt« mit dem »Pure Malt«. Als »Pure Malt« werden aus verschiedenen Malts gemischte Whiskys bezeichnet. Man nennt sie auch »Blended Malt« oder »Vatted Malt«.

Grappa, Rum & Co.

Trester

Trester ist ein Branntwein, der aus Traubenrückständen wie Stängeln, Schalen und Kernen hergestellt wird. Er schmeckt intensiv und aromatisch, seine Farbe ist hell oder golden. Hat der Trester einen Goldton, wurde er im Holzfass ausgebaut.

Trester gibt es überall dort, wo es Wein gibt. In Deutschland erfreut sich Tresterbrand, z. B. Riesling-Trester, immer größerer Beliebtheit.

In Frankreich heißt der Trester Marc und schmeckt je nach Traubensorte kräftig, fein oder mild. Sein Mindestalkoholgehalt liegt bei 37,5 Vol.-%.

In Italien wird Tresterbrand als Grappa bezeichnet. Früher wurde er  direkt gebrannt, heute liefert das indirekte Brennverfahren, bei dem die Maische mittels Wasserbad oder Wasserdampf erhitzt wird, wesentlich feinere Brände. Meist sind sie klar, nur wenige reifen im Holz.

Sorten Grappa Rdk Ail

Rum

Der Rum, der von den Westindischen Inseln stammt, galt einst als Seelentröster der Piraten und Matrosen und war manchmal wertvoller als Gold. Auf Jamaika wurde für den deutschen Geschmack sogar ein besonderer Rum-Typ entwickelt, der German-flavoured-Rum, der sein intensives Aroma vor allem im Grog entfaltet.

Rum gilt als aromatischste Spirituose, weil es – je nach Herstellungsart und Provenienz – zahllose Sorten gibt. Die Verwendungsmöglichkeiten reichen von der Zubereitung heißer Getränke bis hin zur Herstellung von Mixgetränken aller Art – nicht zu vergessen das Pur-Trinken. Auch in der Küche gibt es viele Möglichkeiten für den Rum: Vor allem verwendet man ihn dort zum Flambieren, zum Einlegen von Früchten und zum Verfeinern von Süßspeisen und Gebäck. Zu den ganz besonderen Genüssen gehört der selbst angesetzte Rumtopf aus Früchten, Zucker und Rum.

Rum wird aus Zuckerrohr gewonnen und stammt daher aus Ländern, in denen der Anbau von Zuckerrohr betrieben wird. Das sind vor allem die Westindischen Inseln, Jamaika, Kuba, Haiti, Puerto Rico, Martinique und Barbados sowie die nordöstlichen Regionen Südamerikas.

Sorten Rum Rdk Aim

Rum wird in folgende Gruppen eingeteilt:

  • Original-Rum: Der Original-Rum muss aus dem Herstellungsland stammen und darf nicht verändert, das heißt weder mit Wasser noch mit anderem Alkohol vermischt werden.
  • Echter Rum: Echter Rum ist ein Original-Rum, der in Deutschland mit Wasser auf eine Trinkstärke von mindestens 37,5 Vol.-% herabgesetzt wurde. Im Handel allerdings gibt es auch Sorten mit  einem Alkoholgehalt von 40 und 54 Vol.-%
  • Rum-Verschnitt: Rum-Verschnitt ist eine Mischung aus Original-Rum (Mindestanteil 5 %) und neutralem Alkohol. Der Mindestalkohol beträgt 37,5 Vol.-%. Wenn das Herkunftsland angegeben wird, heißt es je nachdem »Echter Jamaica-Rum-Verschnitt«. Stammt das Erzeugnis aus verschiedenen Gebieten, wird beispielsweise von »Echtem Westindien-Rum« gesprochen.
  • Weißer Rum: Wie alle Destillationsprodukte ist Rum von Natur aus weiß. Weil der klare Rum vor allem in der Küche und zum Mixen immer beliebter wird, sind einige Brennereien schon vor längerer Zeit dazu übergegangen, weißen Rum anzubieten.
    Weißer Rum wird nicht so lange gelagert wie brauner Rum, oder die Lagerung erfolgt in Edelstahltanks. Schon die Gärzeit vor dem Brennen ist wesentlich kürzer. Natürlich wird der braune Rum auch nicht gefärbt. Die Färbung erfolgt durch Zusatz von Karamell oder Zuckercouleur, d. h., natürliche Farbstoffe kommen zum Einsatz. Bei weißem Rum verzichtet man also auf einige typische Geschmacksstoffe, die für braunen Rum charakteristisch sind.

Alle diese Bezeichnungen sagen nur bedingt etwas über die wirkliche Qualität von Rum aus, sie hängt nämlich vor allem von der Güte der Rohstoffe, der sorgfältigen Lagerung, den Rezepturen und der fachmännischen Herstellung ab. Die Produktion des Zuckerrohrbranntweins beginnt mit dem Maischen. Diese Maische besteht aus einem Nebenprodukt, das bei der Zuckerherstellung anfällt und ist eine braune, dickflüssige, sirupartige Zuckerrohrmelasse. Sie wird mit Wasser und frischem Zuckerrohrsaft verdünnt und mit Hefe versetzt. Für die Vergärung werden auch der beim Sieden anfallende Zuckerschaum, der so genannte »Skimming«, und alkoholfreie Rückstände aus früheren Gärprozessen, der »Dunder«, verwendet. Außerdem können Aromastoffe wie Rosinen, Zimtäpfel oder Vanille hinzugegeben werden. Nach dem Gärvorgang, der 2–4 Wochen dauern kann, folgt die Destillation. Dabei wird darauf geachtet, dass möglichst viele Aromastoffe erhalten bleiben. Der frisch destillierte Rum ist klar und erhält erst durch die Lagerung in gebrauchten Eichenholzfässern und durch die spätere Zugabe von Zuckercouleur seine bräunliche Färbung. Nach einer Lagerung von 3–6 Monaten ist der Rum genussfertig. Hochwertiger Rum kann 10 Jahre und länger lagern.

Wodka

Das Geheimnis des Wodkas ist die mehrfache Destillation mit anschließender Feinfiltrierung über Holzkohle, die dem Branntwein die charakteristische Weichheit gibt. Wodka wird üblicherweise aus einem Korndestillat hergestellt, in Russland wird er allerdings überwiegend aus Kartoffeln gebrannt.

Wodka schmeckt rein und neutral. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 Vol.-%. Es werden auch aromatisierte Wodkas angeboten, beispielsweise der leicht gelbliche aus Polen, der mit Büffelgras aromatisiert ist.

Sorten Wodka Rdk Aim

Aquavit

Der Kümmel gibt diesem Branntwein den charakteristischen Geschmack. Er wird aus Korn oder Monopolsprit hergestellt. Zur Gewürzmischung gehören – je nach Marke – Koriander, Dill, Fenchel, Nelken und Zimt.

Aquavit stammt ursprünglich aus Dänemark, ist heute aber ein Gattungsbegriff. Dänischer Aquavit muss aus Dänemark kommen. Ein Mindestalkoholgehalt von 37,5 Vol.-% ist vorgeschrieben, meist beträgt er aber 40 Vol.-% und mehr.

Sorten Aquavit Rdk Aim

Tequila

Mexikanischer Tequila ist ein Branntwein aus Agavensaft. Auf dem deutschen Markt überwiegen allerdings Mixturen, die nur zu 51 % aus Agavensaft destilliert wurden, der Rest kann jeder beliebige Alkohol sein.

Echter Tequila, der auf dem Etikett den Vermerk 100 % Agave trägt, darf dagegen nur aus dem destillierten Saft der blauen Agave Tequilana Weber bestehen und muss aus den mexikanischen Regionen Jalisco, Nayarit, Michoacán, Gujanajuato und Taumalipos stammen. Sonst darf er sich nicht Tequila nennen, sondern ist ein Mezcal (Mescal). Tequila muss in Mexiko abgefüllt und in versiegelten Flaschen exportiert werden.

Die Herstellung beginnt nach 6- bis 8-jährigem Wachstum der Agaven. Man hackt die Blätter ab und legt jeweils die Pina – die Frucht – frei. Die Pinas werden halbiert und im Ofen etwa 48 Stunden mit Dampf gegart. Nach dem Abkühlen bilden sie Honigwasser. Um möglichst viel Honigwasser zu gewinnen, zerquetscht man die gegarten Pinas in der »Chinesischen Mühle« unter einem Steinrad, in modernen Destillerien in Quetschmaschinen. Der Saft wird – in traditionellen Betrieben samt Fasern – in Gärbecken gebracht. Nach Abschluss der Gärung kommt der Saft in die Destillerie, wo er zweimal gebrannt wird. Tequila, der direkt von der Destillation in die Flasche abgefüllt wird, wird als »Silver« oder »Blanco« bezeichnet. Lagert er 2–12 Monate im Fass beliebiger Größe, heißt er »Reposado« und nimmt eine bräunliche Farbe an.

Tequila, der mindestens ein Jahr im Fass mit maximal 600 Litern lagerte und dabei regelmäßig vom CRT (Consejo Regulador del Tequila) kontrolliert wurde, darf als »Añejo« bezeichnet werden. Eine weitere Kategorie ist »Joven Apocado«: Silver oder Blanco mit gebranntem Zucker, der ihm die Farbe eines gelagerten Tequilas verleiht.

Tequila hat einen Alkoholgehalt von 38–45 Vol.-%. Er wird eiskalt getrunken, die weißen Sorten zusammen mit Salz und Zitronenschnitz, die braunen Sorten zusammen mit Orangenschnitz und Zimt. Tequila eignet sich aber sehr auch gut zum Mixen von Cocktails.

Tequila Rdk Aim

Liköre

Einigen unserer beliebten Liköre haftet noch der geheimnisvolle Duft mittelalterlicher Alchimistenküchen an. Ihre Rezepturen gehen auf die Zeit zurück, als es hauptsächlich Mönche waren, die nach immer neuen Kompositionen und Variationen aus Branntwein, Kräutern, Gewürzen, Früchten und anderen Zutaten suchten. 

Zu den Vorläufern der Liköre gehört der »Aufgesetzte« aus Kornbranntwein und Beeren, den unsere Großmütter noch herstellten und der sich wieder größerer Beliebtheit erfreut. Heute ist die Angebotspalette an Likören und Spezialitäten kaum noch zu überblicken. 

Der Grundstoff für Likör ist ein auf Trinkstärke herabgesetzter Alkohol. Das kann Monopolsprit, Rum, Obstwasser, Korn, Weinbrand oder Cognac sein. Der mit Zucker, Stärkesirup oder beidem versetzte Alkohol ergibt den Grundlikör, doch erst Kräuter, Früchte, Aromastoffe und andere Zutaten machen daraus einen Likör. Der vorgeschriebene Mindestalkoholgehalt für Liköre liegt bei 15 Vol.-%. Eine Ausnahme ist Eierlikör mit einem Mindestalkoholgehalt von 14 Vol.-%.

Likoere Aus Dem Sortiment Rdk Aixl

Kräuter-, Gewürz- und Bitterliköre

Sie werden auf unterschiedliche Weise hergestellt. Die einfachsten Sorten sind eine Mischung aus Grundlikör und Essenzen. Das sind Auszüge aus Kräutern und Gewürzen. Für hochwertige Liköre werden die natürlichen Kräuter und Gewürze verwendet. Berühmte Kräuterliköre sind z. B. Averna, Bénédictine, Chartreuse, Eskoriak oder Jägermeister. Zu den Bitterlikören zählen solch bekannte Namen wie Fernet-Branca und Campari, aber auch Boonekamp oder Cynar.

Fruchtaromaliköre

Fruchtaromaliköre bestehen aus einem Grundlikör sowie Fruchtteilen, Aromastoffen und Essenzen, die den charakteristischen Geschmack aus der jeweils genannten Frucht beziehen müssen. Meist handelt es sich dabei um Bitterorangen, Zitronen oder Gewürze. 

Bekannte Orangenliköre sind unter anderem der Cointreau mit 40 Vol.-%, der Grand Marnier und der  Curaçao, den es hell, in orange, grün und blau gibt. Er hat seinen Namen von der gleichnamigen Insel vor der Küste Venezuelas, auf der früher die Bitterorangen für seine Herstellung wuchsen. Heute kommt die getrocknete Schale, der mit Weingeist, Cognac oder Armagnac die Aromastoffe entzogen werden, allerdings aus Haiti. Der Alkoholgehalt von Curaçao beträgt 30–35 Vol.-%.

Anisette wird aus Sternanis, Fenchel, Gewürznelken, Koriander, Veilchenwurzel etc. hergestellt. Das Aroma von Amaretto stammt von süßen und bitteren Mandeln, Aprikosenkernen und Vanille. Sambuco, das italienische Nationalgetränk, ist ein anisähnlicher Genuss aus Holunderbeeren und Lakritz.

Fruchtsaftliköre

Fruchtsaftliköre müssen mindestens 20 % Saft der genannten Frucht enthalten. Farbstoffzusätze sind verboten. Erlaubt dagegen sind natürliche Aromastoffe. Zu dieser Gruppe gehören z. B. Kirschliköre wie der dänische Cherry Heering, der italienische Luxardo und Maraschino oder Fruchtsaftlikör aus exotischen Früchten wie Maracuja. Aus dem Saft schwarzer Johannisbeeren wird der Cassis mit mindestens 20 Vol.-% hergestellt. Crème de Cassis darf er sich nur dann nennen, wenn er einen Mindestgehalt an Zucker und Alkohol (15 Vol.-%) aufweisen kann.

Fruchtbrandys

Fruchtbrandys sind Fruchtsaft- und Fruchtaromaliköre mit einem Zusatz von Branntwein der genannten Obstart, beispielsweise Apricot Brandy aus Aprikosen oder Cherry Brandy aus Kirschen.

Emulsionsliköre

Emulsionsliköre bestehen aus Zutaten, die Fett enthalten wie Schokolade, Milch und Sahne. Diese Stoffe werden mit dem Grundlikör so verbunden, dass eine dickflüssige Mischung entsteht – eine Emulsion.

Zu den Sorten gehören z. B. Schokoladen-, Mokka-, Sahne-, Milch- und Eierlikör. Eierlikör muss mindestens 140 g Eigelb pro Liter enthalten, eihaltige Liköre müssen einen Eigelbgehalt von mindestens 70 g pro Liter aufweisen. Beliebte Emulsionsliköre sind beispielsweise:

  • Kaffee- oder Mokkalikör aus frisch gerösteten, gemahlenen Kaffeebohnen oder Pulverkaffee mit Sahne wie Kahlúa, ein mexikanischer Kaffeelikör, Tia Maria mit Zuckerrohralkohol oder Batida de Café.
  • Kakaolikör aus destillierten Kakaobohnen oder -pulver, häufig angereichert mit Kirschwasser
  • Kokoslikör auf der Basis von Kokosmilch, z. B. sahnig wie Batida de Coco oder Crème de Coco oder klar wie Malibu.

Daneben gibt es noch eine Reihe Likör-Spezialitäten wie  z. B. Whisky-Likör mit Fruchtaroma.

Vermouth

Vermouth oder Wermut ist ein mit Kräutern, Alkohol, Zucker, Karamel und Wasser versetzter Wein. Trockener (dry, extra dry) Vermouth ist weiß, hat mindestens 10 Vol.-% Alkohol und höchstens 40 g Zucker.

Halbtrockener Vermouth wird rosé angeboten, süßer Vermouth kann weiß (bianco) oder rot (rosso) sein und hat 15,5–16 Vol.-%. Bekannte Vermouth-Marken sind: Aus Italien Carpano Punte Mes, der bittersüß schmeckt und 20 Vol.-% Alkohol hat, Cinzano, der bianco, rosso und dry erhältlich ist sowie Martini, den es bianco, rosso, extra dry, rosé und d’Oro gibt. Martini d’Oro hat nur 9 Vol.-%, ist leicht und fruchtig und deshalb ausgezeichnet als Aperitif geeignet. Französische Vermouths sind Picon und Noilly Prat, der trockenste Wermut.

Neben den klassischen Wermuts gibt es noch andere Aperitifs auf Weinbasis, z. B. Dubonnet. 

Alle, die auf Alkohol verzichten möchten, bekommen aber auch alkoholfreien Vermouth.

Glas Vermouth Rdk Ais

Alcopops

Süße Limonadencocktails auf Branntwein-Basis in poppiger Aufmachung werden Alcopops, Premixe oder RTD Getränke (ready to drink) genannt.

Glas Mit Minze Rdk Ai

Wer nicht die Muße hat, sich selbst einen Cocktail zu mixen, kann inzwischen auf Alcopops zurückgreifen.

Alcopops sind laut Gesetzesvorlage (§1 Abs. 2 AlkopopStG) Getränke – auch in gefrorener Form –, die

  • aus einer Mischung von Getränken mit einem Alkoholgehalt von 1,2 Vol.- % oder weniger mit Erzeugnissen nach § 130 Abs. 1 des Gesetzes über das Branntweinmonopol bestehen,
  • einen Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Vol.-%, aber weniger als 10 Vol.-% aufweisen und
  • trinkfertig gemischt in verkaufsfertigen, verschlossenen Behältnissen abgefüllt sind.

Alcopops gibt es derzeit auf der Basis von:

  • Wodka
  • Rum
  • Cachaca (Zuckerrohrbrand)
  • Tequila
  • Gin
  • Whisky

Die Weinmixgetränke zählen streng genommen nicht zu den Alcopops, ebenso wenig wie die Biermixgetränke, wobei es sowohl Varianten mit Bier und Limonade als auch mit Bier und Branntwein wie Tequila gibt.

Alcopops schmecken ausgesprochen fruchtig und sind aufgrund ihres Kohlensäuregehalts erfrischend und spritzig. Der Begriff  ist eine englische Wortschöpfung aus den Worten »alcohol« und »pop«. »Pop« übersetzt man in diesem Zusammenhang mit »Limonade«, im Amerikanischen werden Cola, Pepsi und Co. so genannt. Alcopops sind also fertig abgefüllte Getränke, in denen Limonade mit starken Alkoholika wie Rum oder Wodka vermischt sind. Sie enthalten durchschnittlich 4-6 Vol.-% Alkohol – das ist mehr als die entsprechende Menge Bier oder zwei Schnapsgläser Korn.

Es handelt sich also nicht völlig um harmlose Limonaden-Cocktails – auch wenn sie geschmacklich an solche erinnern, weil der hohe Zuckergehalt der Fertig-Mixgetränke den Alkoholgeschmack überdeckt. Der hohe Zuckergehalt der beigemixten Limonaden ist zusammen mit dem Kohlensäuregehalt außerdem dafür verantwortlich, dass der Alkohol sehr schnell ins Blut gelangt.

Manche Alcopops enthalten Konservierungs- und Zusatzstoffe, beispielsweise E 210 (Benzoesäure) und E 211 (Natriumbenzoat), die wegen ihres hohen Allergiepotenzials und anderer Unverträglichkeiten umstritten sind. Oft werden die Fertig-Mixgetränke auch mit Farbstoffen und Zusätzen wie beispielsweise dem stark aufputschenden Stoff Guarana angereichert.

Freiwillige Warnhinweise der Hersteller

Alcopops sind in der letzten Zeit in die Kritik geraten, denn obwohl sie eigentlich nur an Volljährige ab 18 Jahren verkauft werden dürfen, werden die coolen und poppigen Partygetränke zum großen Teil von minderjährigen Jugendlichen zwischen 13 und 17 konsumiert.

Die großen Hersteller haben deshalb reagiert und – als erstes Eingeständnis ihrer Verantwortung – eine Alterskennzeichnung eingeführt und die Flaschen mit Warnhinweisen versehen, die deutlich machen, dass die Alcopops Alkohol enthalten und deshalb nur an Erwachsene verkauft werden dürfen. Auch alle Werbungen sind mit einem deutlichen Hinweis ausgestattet worden.

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