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Bier

Bier

Durst wird bekanntlich durch Bier erst schön – und Bier macht den schönsten Durst. Diese wunderbare Wechselwirkung verdanken wir der Kunst der Brauer. Seit über 6.000 Jahren üben sie sich darin, nicht nur ein durststillendes, sondern auch ein Genuss spendendes Getränk aus Getreide herzustellen.

Die Sumerer gelten nachweislich als die ersten Braumeister, besser gesagt: ihre Frauen. Denn das Bierbrauen war wie das Brotbacken in seinen Anfängen eine weibliche Domäne. Erst im Laufe der Zeit entwickelte sich das Brauen immer mehr zur Männersache – und zu einer typisch deutschen Kunst. Heute präsentiert sich Deutschland – und das ist einmalig in der Welt – mit einer Bierlandschaft von über 2.000 Brauereien, die rund 5.000 verschiedene Biere herstellen. Ein in Fässchen, in Dosen, in PET und zum größten Teil in Flaschen abgefüllter »Biersee« von über 120 Millionen Hektolitern wird Jahr für Jahr geleert – die Deutschen sind Weltmeister im Biertrinken, wobei das hopfenherbe, blonde Pils bevorzugt wird.

Die Bier-Vielfalt reicht darüber hinaus von tiefgoldenen, aromatischen Sorten bis hin zu süffigen, leichten und spritzig-erfrischenden Bieren. Die unzähligen Biersorten werden dann auch meist in dazu passenden Gläsern serviert. 

Rohstoffe

Hopfenpflanze Rdk Aim

Zum Brauen werden nur die Fruchtzapfen des Hopfens verwendet. Je mehr Hopfen ein Bier enthält, desto herber ist es.

Wer in Deutschland gebrautes Bier trinkt, nimmt nichts anderes als den aus Gerstenmalz – bei einigen Sorten auch Weizen –, Hopfen, Hefe und Wasser vergorenen »Saft« zu sich. An diese vier Zutaten werden hohe Anforderungen gestellt.

Gerste ist der wichtigste Grundstoff beim Bierbrauen. Nur beim Weizenbier und bei Berliner Weiße darf auch Weizen mitverwendet werden. Beide Getreidesorten müssen vor dem Brauen zu Malz verarbeitet werden. Die Brau-Gerste, eine eigens angebaute hochwertige Sommergerste, ist zwar nicht so ertragreich wie andere Sorten, entwickelt aber u. a. durch einen geringeren Eiweißgehalt die beste Eigenschaft beim Mälzen und Vergären.

Hopfen, der zweitwichtigste Rohstoff, gibt dem Bier den typischen, mehr oder weniger herben Geschmack und erhöht die Haltbarkeit. Außerdem festigt Hopfen die Schaumkrone. Der Hopfen ist eine Nessel-Pflanze und rankt an bis zu sieben Meter hohen Gerüsten empor. Er wird vor allem in der bayerischen Hallertau, dem größten Anbaugebiet der Welt, gezogen. Weitere Anbaugebiete sind Tettnang, Spalt, Hersbrück, Rheinpfalz/Baden, Bitburg und Elbe/Saale. Von der Hopfenpflanze werden zum Brauen nur die zartgrünen weiblichen Fruchtzapfen verwendet.

Hefe dient dazu, die aus dem Malz gewonnene Würze zu vergären und den darin enthaltenen Zucker in Alkohol und Kohlensäure zu verwandeln. Diese Gärung wurde früher dem Zufall überlassen, bis es schließlich gelang, spezielle Hefepilze zu züchten. Die Brauereien züchten ihre Bierhefe selbst, um so einen gleichbleibenden Standard für Gäreigenschaften und Geschmack zu haben.

Wasser ist ebenfalls für Geschmack und Qualität eines Bieres entscheidend. Das Brauwasser unterliegt den gleichen Bestimmungen an Reinheit wie das Trinkwasser, doch stellen die Brauer oft noch höhere Ansprüche und verwenden Wasser aus eigenen Brunnen und Quellen. Das Wasser darf entkeimt, gefiltert, enthärtet oder gekocht und der Eisengehalt darf reduziert werden. Chemische Zusätze sind verboten.

Das Reinheitsgebot

Ganz gleich, ob blond, ob braun, leicht oder stark: Jedes in der Bundesrepublik gebraute Bier unterliegt einem ehernen – und in der EG heiß umkämpften – Reinheitsgebot, der ältesten heute noch gültigen lebensmittelrechtlichen Vorschrift der Welt. Dieses Reinheitsgebot wurde bereits im Jahre 1516 durch Herzog Wilhelm IV. von Bayern erlassen. Demnach darf Bier ausschließlich aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden.

Seitdem wurde das Reinheitsgebot nur geringfügig verändert: Die gezüchtete Bierhefe, die man zu Herzog Wilhelms Zeiten noch nicht kannte, wurde später als vierte Zutat ins Reinheitsgebot aufgenommen. Außerdem wurde aus Gerste Gerstenmalz.

Die Stammwürze

Stammwürze nennt man den Extraktgehalt der Bierwürze vor der Vergärung. Es sind die aus dem Malz gelösten Stoffe wie Malzzucker, Vitamine, Eiweiß- und Aromastoffe. Der schon bei der Herstellung geprüfte Extraktgehalt, die Stammwürze, bestimmt die Biergattung – z. B. Vollbier – und später, nach der Vergärung, auch die Biersteuer. Sie kann aus dem unvergorenen Rest-Extrakt und dem Alkoholgehalt nach der Ballingschen Formel berechnet werden.

Bei der Vergärung verwandelt sich je ein Drittel der Stammwürze in Alkohol und Kohlensäure, das letzte Drittel bleibt als Restextrakt erhalten und ist für Aroma und Geschmack entscheidend. So lässt sich aufgrund des Stammwürzegehalts der spätere Alkoholgehalt ungefähr (je nach Vergärungsgrad) bestimmen: Vollbiere mit 11–16 Prozent Stammwürze haben demnach 4,6–5,6 Vol-%.

Bierwärmer

Dafür so mancher schwärmt – Bier leicht angewärmt! Der Bierwärmer, heute aus Edelstahl, mit heißem Wasser gefüllt und ins Bierglas gestellt, bringt das Getränk auf eine magenfreundliche Temperatur. Allerdings ist die Gefahr, dass das Bier dann schal schmeckt, groß. Die optimale Trinktemperatur liegt zwischen 7 und 9 Grad Celsius. Wenn es nicht gerade hinuntergestürzt wird, erwärmt sich das Bier beim Trinken ohne hin, bevor es den Magen erreicht.

Brauen

Beim Brauen wird zunächst aus dem Getreide, meist Gerste, das Malz bereitet: Die gereinigten Getreidekörner werden etwa zwei Tage in Wasser eingeweicht, bis sie quellen und zu keimen beginnen. Dann werden sie in großen Bottichen ausgebreitet, wo sie etwa eine Woche lang unter der Kontrolle des Mälzmeisters weiterkeimen. Bei steigenden Temperaturen wird das sogenannte Grünmalz innerhalb eines genau dosierten Zeitplanes getrocknet – gedarrt, sagt der Brauer. Je höher die Temperatur beim Darren ist, desto dunkler wird das Malz – und später auch das Bier. Nach dem Darren wird das fertige Braumalz eine gewisse Zeit gelagert, dann geschrotet, mit Wasser zur Maische vermischt und in einer speziellen Pfanne langsam erhitzt. Der dabei entstandene braune Saft enthält die sonst nur schwer löslichen Bestandteile des geschroteten Malzes. Von dieser »Würze« trennt man schließlich die festen Partikel, den Malztreber.

Die flüssige Würze wird nun mit dem Hopfen vermischt und 1–2 Stunden in der Braupfanne gekocht – abgedeckt durch die Sudhaube aus Kupfer oder Edelstahl, dem attraktiven Mittelpunkt jeder Brauerei. Beim Kochen verbinden sich die Bitterstoffe und das aromareiche Öl des Hopfens mit der Würze. Je mehr Hopfen zugegeben wird, desto herber schmeckt später das Bier.

Die Würze wird bis zu einer bestimmten, vom Braumeister überwachten Konzentration eingedampft. Dieses Konzentrat wird auf den Gehalt an Stammwürze geprüft. Der Stammwürzegehalt ist der Anteil von gelösten und gärbaren Stoffen, vorwiegend Malzzucker und Eiweißstoffe, in der Bierwürze. Entsprechend des Stammwürzegehalts wird das Bier in Gattungen eingeteilt und besteuert.

Die Trübstoffe werden ausgeschieden. Im Gärkeller mischt man die abgekühlte, fertige Bierwürze mit untergäriger oder obergäriger Hefe, je nach der gewünschten Bierart. Nach der Hauptgärung wird das Jungbier in große Lagertanks umgefüllt. Dort gärt es noch nach, klärt sich und reift schließlich in Ruhe mehrere Wochen lang bei Temperaturen um 0 Grad Celsius. Bevor das ausgereifte Bier in Flaschen und Fässer gefüllt wird, filtriert man es ein letztes Mal.

Mehr als zwei Drittel der gesamten Bierproduktion werden heute in Flaschen und Dosen abgefüllt, der größte Teil verlässt die Brauerei in umweltfreundlichen Mehrwegflaschen. Abfüllen, Verschließen und Etikettieren geschieht meist, wie das Brauen auch, in einer computergesteuerten, vollautomatischen Anlage.

Die Stationen des Bier brauens:

Bier Brauen Rdk Aixs

1. Das rohe Gerstenkorn ist nicht zum Brauen geeignet. Um die Inhaltsstoffe aufzuschließen, wird es vermälzt, d. h. die Gerstenkörner werden in Wasser eingeweicht und zum Keimen gebracht.

Bier Brauen Rdk Aixs

2. Im Läuterbottich werden anschließend die in der Flüssigkeit gelösten Bestandteile, die Würze, von den Schrotüberresten, dem Treber, getrennt. Bei der Durchlaufkontrolle stellt der Braumeister fest, ob die Würze schon »blank« läuft. 

Bier Brauen Rdk Aixs

3. Die Bierwürze läuft dann in die Sudpfanne und wird dort unter Beigabe von Hopfen gekocht, damit die gewünschte Konzentration erreicht wird. Dieser sogenannte Stammwürzegehalt wird mit dem Saccharometer gemessen.

Bier Brauen Rdk Aixs

4. Die gehopfte und gekühlte Würze muss nun noch unter Beigabe von Hefe im Gärbottich gegoren werden. Während dieses Vorgangs bildet sich eine dicke Schaumschicht – die Kräusern. Nach acht Tagen ist das Bier – es wird dann »Jungbier« genannt – vorläufig fertig.

Bier Brauen Rdk Aixs

5. Anschließend ist noch eine Nachgärung unter Druck erforderlich, die dafür sorgt, dass die auf natürliche Weise erfolgte Anreicherung mit Kohlensäure auch im Bier erhalten bleibt. Diese Nachgärung und Reifung dauert mehrere Wochen und erfolgt in Lagertanks. Danach muss das Bier nur noch gefiltert werden, bevor es vollautomatisch in Flaschen, Dosen oder sonstige Behältnisse abgefüllt werden kann.

Flüssig Brot

Bier ist nicht nur ein Genuss-, sondern auch ein Nahrungsmittel. Der volkstümliche Ausdruck »flüssiges Brot« für Bier trifft genau, denn wie beim Brot sind im Bier Getreide und Hefe enthalten. Sie liefern allerdings nicht nur Nähr-, sondern auch Wirkstoffe, die das Bier zu einem wertvollen Getränk machen. Der mengenmäßig größte Bestandteil im Bier sind Kohlenhydrate in Form von Zucker, die aus dem Gersten- und Weizenmalz stammen. Sie bringen die Kalorien: 1 Kilogramm Vollbier (etwa 1 Liter) hat etwa 440 Kalorien (1810 Joule). Da der Alkoholgehalt beim normalen Bier gering ist, fällt er als Kalorienspender kaum ins Gewicht. Außerdem bietet Bier Eiweiß und eine Reihe von Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor sowie die Spurenelemente Eisen, Kupfer, Zink und Fluor. Der wichtigste Bestandteil aber ist die Bierhefe mit sieben Vitaminen der B-Gruppe. Dazu gehören Thiamin, Riboflavin und Niacin. 

Brauhäuser

Viele Brauhäuser können auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken. So gehören die Brauerei Weihenstephan mit rund 1.000 Jahren, die Klosterbrauerei Andechs und die Spitalbrauerei in Regensburg mit über 750 Jahren Tradition zu den ältesten Brauereien der Welt.

Das Einbecker Brauhaus kann mit einer Rechnung vom 28.4.1378 den Verkauf von Bier nach Celle belegen. Einbecker Bier wurde schon im 14. Jahrhundert im gesamten deutschen Raum und im Ausland, von Amsterdam bis Reval, vermarktet. Auch der Münchner Hofstaat importierte das teure Einbecker Bier. Um Kosten und Vergnügen wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, gründete Wilhelm V., Herzog von Bayern, 1589 das Hofbräuhaus in München, Deutschlands berühmtesten Bierkeller, der heute noch ein Ziel für Touristen aus aller Welt ist.

Köln blickt auf eine über 600 Jahre alte Braukultur zurück. Historische Kölsch-Brauereien und -Gaststätten sind beispielsweise die Brauerei Reissdorf, das Brauhaus Früh am Dom, das Gaffelhaus am Alter Markt, das Gildenhaus, die Dombrauerei und die Brauerei Päffgen.

Bis 1405 lässt sich die Reihe der Besitzer des »Schlenkerla« in Bamberg verfolgen, wo bis heute das echte, dunkle Rauchbier ausgeschenkt wird.

Bier ist ein Sensibelchen

Bier sollte frisch getrunken und nicht länger als 4–6 Wochen gelagert werden. Flaschenbier stehend und dunkel aufbewahren und unbedingt vor Sonnenlicht schützen! Denn Bier ist außerordentlich empfindlich gegen Licht und Sauerstoff.

Die beste Trinktemperatur beträgt 7–9 Grad Celsius. Das ist die normale Kühlschrankkälte. Zu kaltes Bier verliert an Aroma und bildet keinen Schaum. Deshalb sollte man Bier auch nur allmählich anwärmen oder abkühlen. Zu den »Schaumkillern« gehören neben zu großer Kälte auch Fettspuren oder Spülmittelreste am Glas, deshalb sollte man die Gläser nach dem Reinigen stets mit klarem Wasser nachspülen.

Bierarten

Bier wird, je nach verwendeter Hefe und Gärmethode, in zwei Arten, nach dem Gehalt an Stammwürze in vier Gattungen und, je nach Zutaten, Braukunst und Geschmack, in zahlreiche Sorten eingeteilt. Die beiden Bierarten nennt man nach dem Gärprozess untergäriges Bier und obergäriges Bier. Schon bei der Zugabe von Hefe – das ist entscheidend – wird die gewünschte Art bestimmt.

Untergäriges Bier

Untergäriges Bier benötigt beim Gärprozess niedrige Temperaturen von unter 10 Grad Celsius. Daher konnte dieses Bier vor der Erfindung der Kühlmaschinen nur in den Wintermonaten gebraut werden. Zum Gären der Würze wird eine spezielle untergärige Heferasse zugesetzt, die den Malzzucker bei 4–9 Grad Celsius langsam in einem Zeitraum von etwa 8 Tagen vergärt. Die Hefe setzt sich nach getaner Arbeit unten auf dem Bottichboden ab – daher kommt die Bezeichnung »untergärig«. Zu den untergärigen Bieren gehören beispielsweise Pils, Export, Dunkel, Märzen und Bockbier.

Obergäriges Bier

Obergäriges Bier vergärt durch eine ganz spezielle Hefe die Würze bei höheren Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Die Gärzeit ist entsprechend kürzer als beim untergärigen Bier. Nach dem Gärprozess steigt die Hefe nach oben an die Oberfläche und wird dort abgeschöpft. Daher der Name »obergärig«. Diese Art von Brauen ist die ältere der beiden Brauarten. Die bekanntesten obergärigen Biere sind Alt und Kölsch, Berliner Weiße und Weizenbier, Weißbier und Malztrunk. Außerdem zählen Starkbiere wie Weizenbock und Weizendoppelbock dazu.

Gattungen

Es gibt vier unterschiedliche Gattungen von Bier, die sich durch den Gehalt der Stammwürze unterscheiden:

  • Bier mit einem niedrigen Stammwürzegehalt bis maximal 7 Prozent.
  • Schankbier mit einem Stammwürzegehalt bis unter 11 Prozent, zu dem beispielsweise die Berliner Weiße zählt.
  • Vollbier, das meistgetrunkene Bier in Deutschland, mit 11 bis unter 16 Prozent Stammwürze, zu dem so bekannte Sorten wie Pils, Export, Alt und Kölsch gehören.
  • Starkbier mit dem höchsten Gehalt an Stammwürze – er beträgt 16 Prozent und mehr – und einem entsprechend hohen Alkoholgehalt. Bockbier zählt dazu.

Kleines Bier-ABC

Ale

Ale ist ein Bier aus England, hell, obergärig und mit einem Alkoholgehalt von 4–6 Vol.-%. Es gibt eine weniger stark und eine stärker gehopfte Sorte – Mild Ale und Pale Ale.

Alkoholarmes Bier

Alkoholarmes Bier enthält höchstens 1,5 Vol.-% Alkohol und wird unter verschiedenen Markennamen angeboten.

Alkoholfreies Bier

Alkoholfreies Bier darf höchstens 0,5 Vol.-% Alkohol enthalten. Die Bandbreite reicht vom Kölsch bis zum Pils.

Alkoholfreies Bier Rdk Ais

Altbier 

Das auch kurz »Alt« genannte Bier ist ein obergäriges Vollbier von dunkler Farbe, einem aromatischen, hopfenbitteren Geschmack und einem Alkoholgehalt von etwa 4,5 Vol.-%. Seine Heimat ist der Niederrhein mit Zentrum Düsseldorf. Der Begriff »Alt« bezieht sich auf die alte, traditionsreiche Brauart.

Altbier Rdk Ais

Bamberger Rauchbier

Das obergärige Spezialbier hat einen zarten Rauchgeschmack, der beim Darren des Malzes entsteht. Statt heißer Luft wird Rauch von Buchenholzfeuer über das Malz geführt.

Berliner Weiße 

Berliner Weiße ist eine erfrischende Spezialität, die mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup getrunken wird. Das Schankbier mit einem Alkoholgehalt von etwa 2,6 Vol.-% wurde zum ersten Mal in Berlin gebraut. Charakteristisch ist die Verwendung von Gersten- und Weizenmalz bei gleichzeitiger Hefe- und Milchsäurevergärung. Dadurch erhält das Bier eine aparte Säure und einen hohen Kohlensäuregehalt.

Bockbiere

Bockbiere sind untergärige Starkbiere, die hell und dunkel gebraut werden. Sie haben einen vollmundigen, malzigen Geschmack und einen Alkoholgehalt von mehr als 5,5 Vol-%. Heute gilt Bayern als Bockbier-Zentrum, und zu besonderen Anlässen werden spezielle Bockbiere wie der Weihnachtsbock oder der Maibock gebraut. Eisbock ist Bockbier, dem durch Gefrieren Wasser entzogen wurde.

Dampfbier

Dampfbier ist ein obergäriges, bernsteinfarbenes Bier und gilt als eine Spezialität aus Bayreuth. Der Name geht auf die Einführung der Brauerei-Dampfmaschinen zurück.

Dinkelbier

Dinkelbier ist eine Spezialsorte, bei der Dinkelmalz statt Gerstenmalz verwendet wird.

Doppelbock

Doppelbock ist ein etwas stärker, jedoch nicht – wie der Name vermuten lässt – doppelt so stark gebrautes Bockbier mit mindestens 18 Prozent Stammwürze und über 6 Vol.-% Alkohol. Meist wird es unter traditionellen Namen angeboten, die auf die Silbe » ... ator« enden, z. B. »Triumphator«.

Doppelbock Rdk Ais

Export

Export ist ein helles, untergäriges Vollbier, das vollmundig und weniger herb als Pils schmeckt. Es hat einen Alkoholgehalt von ca. 5 Vol.-% und ist erhältlich als bayerischer und als Dortmunder Typ. 

Export Rdk Ais

Gose

Das obergärige, helle Weißbier ist ein erfrischendes Traditionsbier aus Sachsen bzw. Thüringen. Pur schmeckt es säuerlich, deshalb wird es mit Kümmel oder Johannisbeersaft getrunken.

Icebeer

Icebeer ist ein Bier, dem mittels des ICE-Rifing-Verfahrens (Gefrieren) Wasser entzogen wurde. Es kommt aus den USA.

Klosterbier

Vom frühen Mittelalter an wurde Bier in größeren Mengen und mit wissenschaftlicher Akribie in den Klöstern Europas gebraut. Nur wenige überlebten die Säkularisierung, die Bekanntesten sind Andechs und Ettal.

Klosterbier Rdk Ais

Kölsch

Kölsch ist ein helles, obergäriges Vollbier von hopfenbitterem, aromatischem Geschmack mit einem Alkoholgehalt von ca. 5 Vol. %. Kölsch ist eine Herkunftsbezeichnung, deshalb darf das Bier nur im Großraum Köln gebraut werden.

Koelsch Rdk Ais

Lagerbier

Lager ist ein untergäriges Vollbier, das hell und dunkel gebraut und schwach bis mittel gehopft wird. Es schmeckt weniger bitter als Pils und ist – mit 4 Vol-% – alkoholärmer als Export. Früher lagerte es nach der Hauptgärung monatelang – daher sein Name –, heute nur noch wenige Wochen.

Lager Rdk Ais

Leicht- oder Light-Bier 

Light-Bier ist ein kalorienarmes Bier mit 2–3,2 Vol.-% Alkohol. Während der Gärung wird die Alkoholbildung gebremst oder der Alkohol wird nach dem Gärprozess entzogen. Leichtbiere haben rund 40 % weniger Kalorien als Vollbier. Im Angebot sind leichtes Pils, Alt, Kölsch und Weizen. Am besten schmecken sie mit einer Temperatur von etwa 7 °C.

Light Bier Rdk Ais

Maibock

Das Starkbier hat eine kräftige Farbe und einen Stammwürzegehalt von mindestens 16 %. Es wird nur im Mai gebraut.

Malzbier 

Malzbier – besser: Malztrunk – zeichnet sich durch den vollmundigen, süßen Malzgeschmack, die braunschwarze Farbe, den niedrigen Alkoholgehalt (meist deutlich unter 0,5 Vol.-%) und den hohen Nährwert aus. Die 7-prozentige Malzwürze wird durch Zucker und Karamell auf einen Gehalt von 12–13 % gebracht.

Märzen

Das Märzen ist ein echtes »Münchner Kindl«. Das untergärige Vollbier wurde früher gerade noch vor dem Start in die wärmere Jahreszeit, im März, gebraut. Auch heute noch wird das Wiesenmärzen, das 5 Vol.-% Alkohol enthält, im März angesetzt. Typisch sind seine satt-tiefgoldene Farbe und der vollmundige, malzaromatische Geschmack.

Pils

Zapfen Rdk Aim

Das Zapfen eines Glases Pils dauert ca. 7 Minuten. Nur dann erhält es eine schöne Blume.

 

Pils ist das Lieblingsbier der Deutschen, das etwa 70 % des gesamten Bierkonsums ausmacht. Pils wird hell und untergärig gebraut und hat einen fein-herben Hopfengeschmack. Typisch ist auch seine feste sahnig-weiße Schaumkrone. Sein Alkoholgehalt liegt bei 5 Vol.-%. 

Pils Rdk Ais

Pilsener

Pilsener ist die ursprüngliche Bezeichnung für das helle, stark gehopfte Bier, das in Pilsen (Tschechien) gebraut wurde. Pilsener ist heute jedoch keine Herkunftsbezeichnung mehr, sondern bezeichnet den Biertyp nach Pilsener Art: das Pils.

Porter

Porter ist ein dem deutschen Bockbier ähnliches englisches Bier von dunkler Malzfarbe, obergärig und mit dem hohen Stammwürzegehalt von 12–16 %. Sein Bittergeschmack rührt von einem Zusatz an gerösteter Gerste und einer hohen Hopfenzugabe her.

Schwarzbier

Das spritzige, untergärige Vollbier mit ca. 5 Vol.-% bekommt seine dunkle Farbe durch dunkle Röst-Malze.

Schwarzbier Rdk Ais

Stout

Stout ist ein dem Porter verwandtes englisches Bier, das sich durch einen noch höheren Stammwürzegehalt (bis zu 25 %) auszeichnet. Ein Starkbier von fast schwarzer Farbe und mit intensivem Bittergeschmack.

Weißbier

Weißbier ist die vorwiegend in Bayern übliche Bezeichnung für das helle, spritzige Weizenbier.

Weizenbier

Weizen ist ein helles, obergäriges Vollbier, das ganz aus oder mit einem besonders hohen Anteil an Weizenmalz gebraut wird. Es hat ein feines Malzaroma und einen schwachen Hopfengeschmack. Sein hoher Kohlensäuregehalt macht es extrem spritzig. Der Alkoholgehalt beträgt rund 5 Vol.-%, der Gehalt an Stammwürze 11–14 %. Das ungefilterte Weizenbier wird auch als »Hefeweizen« angeboten. Wird die Hefe vollständig herausgefiltert, so nennt man das kristallklare Bier auch »Kristallweizen«.

Weizen Rdk Ais

Ausländische Trendbiere

Nicht nur im Biertrinkerland Nr. 1, in Deutschland, wird süffiges Bier gebraut, sondern auch rund um den Globus. Weltweit soll es über 12.000 Biere geben. Der Unterschied zwischen deutschen und ausländischen Bieren liegt in der Reinheit des Bieres. Nach dem deutschen Reinheitsgebot darf Bier nur aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut werden. Kommen weitere Zutaten dazu, handelt es sich um ein kennzeichnungspflichtiges Biermischgetränk. In anderen Ländern dagegen ist fast alles erlaubt. Statt aus Gerste oder Weizen wird das Bier aus Mais, Reis oder Hirse gebraut, vielerorts aus Maniokknollen, Ginsengwurzeln, Kokosmilch und Bananen. Und den Zutaten sind erst recht keine Grenzen gesetzt. Chili, Früchte, Heidekraut, Hanf, Schokolade, Kräuter, Austernextrakt, Wacholder und anderes dürfen als Würze zugesetzt werden. Trotzdem liegen auch bei uns ausländische Biere und Biermixgetränke im Trend – sei es aus Neugierde, wegen der Abwechslung oder aus Lust an einer geschmacklichen Weltreise.

Grundsätzlich handelt es sich bei den ausländischen Bieren vor allem um Lagerbier, Ale & Stout, Fruchtbier (Lambic), Starkbier, Tex-Mex-Bier, Weizen, Trappisten- und Klosterbier.

Australien 

Aus Australien sind vor allem Lagerbiere erhältlich. Einige Sorten sind Foster’s, Crown – die bekannteste Marke – und Castlemaine XXXX mit 5 Vol.-%, das scherzhaft auch »four ex« –zum Extrinken– genannt wird.

Australisches Bier Rdk Ais

Belgien

Belgien ist, ähnlich wie Deutschland, ein Paradies für Biertrinker. Obwohl 90 % des Marktes von zwei Marktführern beliefert wird, bietet das Land etwa 50 Biersorten. Spezialitäten sind im Aufwind, allen voran Trappisten-Biere. Sie sind obergärig, besonders hefehaltig, flaschengereift, herb-würzig oder leicht süß, mit etwa 7–9 Vol.-% Alkohol. Am bekanntesten sind die Biere der Abtei Chimay in den Ardennen. Das Jahrgangsbier Chimay Grand Reserve, eine dunkle herb-malzige Spezialität, ist sogar verkorkt wie Champagner. Weitere Trappistenbiere kommen z. B. von Affligem, Corsendonk, Floreff, Grimbergen, Leffe, Orval und Rochefort. Lambic-Bier ist eine Brüsseler Spezialität. Es wird aus Rohweizen, gemälzter Gerste und Hopfen gebraut, danach in ein Kühlbecken geleitet und schließlich ins Fass abgefüllt, in dem es zwei Jahre lagert. Die Gärung erfolgt nicht durch Zugabe von Hefe, sondern spontan durch Hefesporen in der Luft. So entsteht ein säuerliches Bier, dem – je nach Sorte – Früchte wie Kirschen, Pfirsiche, Himbeeren oder Schwarze Johannisbeeren oder Kandiszucker zugesetzt werden. Ohne Früchte, aber mit jungem Lambic versetzt, heißt das Bier Gueuze, Lambic mit Kirschen heißt Kriek. Der Alkohol gehalt beträgt je nach Sorte 1,5 bis höchstens 5 Vol.-%.

Dänemark

Schon seit Jahren bei uns beliebt sind Carlsberg und Tuborg, im Trend liegt inzwischen auch das Giraf-Bier der Brauerei Albani.

Daenisches Bier Rdk Ais

England und Schottland 

Dunkles, sahniges Stout und vor allem Ale aus England schmecken auch deutschen Biertrinkern. Douglas Scotch Ale ist z. B. ein malziges, dunkles Ale aus Schottland mit 8,6 Vol.-% Alkohol, Gordon Finest Gold ein starkes schottisches Ale mit milderem Geschmack, Newcastle Brown ein bernsteinfarbenes, malziges Ale.

Frankreich

Frankreich, die Heimat des Champagners, bietet auch Bier in der Champagnerflasche an, z. B. Saint Druon de Sebourg, ein erfrischendes Sommerbier mit Weizennote. Wesentlich stärkere Biere sind Kronenbourg 1664 und Pelforth Brune – ein bockähnliches Bier mit 6,5 Vol.-% Alkohol.

Irland

Irland ist nicht nur für seinen Whiskey berühmt, sondern auch für seine Biere. Murphy’s Irish Stout z. B. ist ein leichtes Stout, das wie gezapft aus der Flasche kommt. Beamish Irish Stout schmeckt dagegen »trocken«. Aus der berühmten Guiness Bierfamilie ist das Special Export besonders dunkel und malzig. Auch Kilkenny wird hierzulande gerne getrunken.

Irisches Bier Rdk Ais

Japan

Japan überrascht ebenfalls mit gutem Bier: Die Nummer Eins – frisch, herb und hell – ist Kirin Beer. Bekannte Marken sind außerdem Sapporo Beer und das Lagerbier Asahi.

Mexiko

Corona, das bekannteste mexikanische Bier – hell und mild – war eines der ersten ausländischen Biere auf dem deutschen Markt. Auch Sol, ein spritziges, weiches Bier, ist ein hervorragender Durstlöscher.

Mexikanisches Bier Rdk Ais

Niederlande

Die Niederlande sind das bedeutendste Bierexportland Europas und Heimat der zweitgrößten Brauereigruppe der Welt. Heineken, Europas meistverkauftes Bier, ist spritzig mit leichtem Hopfencharakter. Weitere bekannte Biere sind Grolsch Bier, als Premium Pilsener leicht und schaumig, sowie Christoffel Blond – ein naturtrübes, herbes Spitzen-Pilsener.

Niederlaendisches Bier Rdk Ais

Österreich

Österreichs Biermarkt ist klein, aber fein. Von dort kommt beispielsweise das Samichlaus Bier, das stärkste Lagerbier der Welt mit 14 Vol.-% Alkohol. Es wird nur einmal im Jahr, am 10. Dezember gebraut und danach 10 Monate im Fass gelagert. Aus derselben Schlossbrauerei kommen weitere Spezialitäten wie z. B. ein aus Tirolhanf gebrautes Bier und ein Whiskymalz-Bier.

Schweiz

Die Schweiz beliefert den deutschen Markt mit leichten, spritzigen Bier-Spezialitäten wie Appenzeller Hanfblüte – ein naturtrübes Hanfblütenbier –, Appenzeller Kastanie, Appenzeller Swiss Mountain oder Appenzeller Vollmond.

Tschechien

Die Tschechische Republik ist die Heimat von Pilsener Urquell und Budweiser, die weltberühmt und -begehrt sind.

Tschechisches Bier Rdk Ais

USA

Anheuser Busch ist der größte Brauereikonzern der Welt, das Anheuser Busch »B« das meistverkaufte Bier der Welt. Weitere bekannte Marken sind Miller, Coors und Stroh. Miller Genuine Draft und Miller Light, ein leichtes Lagerbier, sind auch bei uns zu bekommen. Ebenso Samuel Adams – das erste amerikanische Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot.

Amerikanisches Bier Rdk Ais

Biermixgetränke

Seit einigen Jahren erfreuen sich in Deutschland auch die fertig gemischten Biermixgetränke immer größerer Beliebtheit. Vor allem Jugendliche greifen dazu, zum einen wegen des niedrigeren Alkoholgehalts – was in vielen Fällen ein Irrtum ist –, zum anderen, weil sie die bittere Hopfennote des puren Bieres nicht besonders mögen oder einfach nach einem neuen Geschmack suchen.

Bier mit Limonade oder Sirup zu mischen, ist an und für sich keine neue Erfindung. Helles Bier mit Zitronenlimonade, als »Alsterwassser«, »Radler« oder »Biker« bezeichnet, die Berliner Weiße mit einem Schuss Waldmeister- oder Himbeersirup oder Hefeweißbier mit Zitronenlimonade, »Russ« genannt, sind sozusagen die Vorläufer der heutigen Biermixgetränke. Der einzige Unterschied ist, dass man sich seine Mischungen inzwischen nicht mehr selbst mixen muss, sondern dass man sie fertigbekommt. 

Biermixgetraenke Rdk Ail

Biermixgetränke mit Cola 

Die Biermixgetränke mit Cola stellen den größten Anteil. Sorten wie Pils, Schwarzbier, Bockbier, Kölsch, Hefe- und Kristallweizen und Alt werden mit verschiedenen Anteilen an Cola vermischt. Teilweise werden die Getränke noch mit Zusätzen wie Lemongras oder Drachenfrucht angereichert.

Biermixgetränke mit Zitronenlimonade

Biermixgetränke mit Zitronenlimonade sind ebenfalls weit verbreitet. Basis ist zumeist Pils, es werden jedoch auch Starkbier oder alkoholfreies Bier verwendet. Auch die Bier-Mixgetränke mit Zitronenlimonade sind teilweise mit Aromastoffen versetzt, z. B. mit natürlichem Limetten-Aroma.

Biermixgetränke mit Spirituosen

Im Trend liegen auch Bier-Mixgetränke, die mit Spirituosen wie Wodka, Rum oder Tequila gemischt sind. 

Weitere beliebte Zusätze für Biermixgetränke sind Apfelsaft oder Apfellimonade, Orangenlimonade sowie Grapefruit. Als reine Geschmackssache muss man Biermixgetränke mit Energy-Drink-Zutaten betrachten. So gibt es Bier, das angereichert wurde mit Guarana, Taurin, Farbstoffen und aphrodisierenden Zutaten wie Damiana oder Ginseng.

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