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Bier

Bier

Ob im Stadion, am heimischen Grill, in der Bar oder als Start in den Feierabend – Bier ist eines der beliebtesten Getränke in Deutschland. Doch wie genau setzt sich Bier eigentlich zusammen? Welche Sorten haben sich am Markt etabliert und wie sieht das Angebot in anderen Ländern aus? Dazu erfährst du mehr in diesem Artikel. Na dann: Prost!

Die Bier-Geschichte und das Reinheitsgebot

Das Bierbrauen verbinden viele Menschen oft mit Europa. Vor allem in den Klöstern übten sich bereits im Mittelalter Mönche in der Herstellung des alkoholischen Getränks. Das ist historisch auch belegt, aber entstanden ist Bier an einem ganz anderen Ort – in Mesopotamien. Das sogenannte Zweistromland befindet sich zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris in Teilen des heutigen Syriens und Iraks. Dort soll ein Bäcker einen Brotteig in der Sonne vergessen haben. Die Hitze sorgte dafür, dass die Zutaten zu gären begannen und sich eine Masse entwickelte, die bei den Konsumenten einen leichten Rausch auslöste.

Dieser Effekt war so beliebt, dass sich der Vorläufer des Bieres schnell verbreitete und sogar bis ins alte Ägypten gelangte. Schriften aus dem Reich am Nil lassen darauf schließen, dass Bier dort häufig getrunken wurde. Durch den Handel und Reisende verbreitete sich der berauschende Trunk schnell in weiten Teilen der besiedelten Welt. Auch die Germanen fanden Gefallen am Bier. Somit war das Getränk auch in Europa angekommen.

Die bereits erwähnten Mönche stiegen erst viel später in die Braukunst ein.Im Mittelalter verfügten vor allem Klöster über größere Hopfenanbauflächen. Die Bewohner experimentierten viel, da sie auf der Suche nach einem nahrhaften Getränk waren, das sie während der Fastenzeit zu sich nehmen konnten. Im Zuge dessen machten viele Klöster großen Gewinn durch das Brauen von Bier.

Bis zur industriellen Revolution war die Braukunst harte Arbeit. Ab dann veränderten die neuen technischen Errungenschaften den Transport und Herstellungsprozess von Grund auf: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse konnten erlangt, größere Mengen produziert und mehr Profit generiert werden. Die einst handwerkliche Braukunst entwickelte sich zu einer Industrie, die bis heute zu den größten der Welt gehört.

Die einzige Konstante? Das Reinheitsgebot. Dabei handelt es sich um eine Vorschrift aus dem sechszehnten Jahrhundert, die sich über Bayern auf das gesamte Bundesgebiet und später sogar in ganz Europa ausbreitete. Das Reinheitsgebot besagt, dass Bier ausschließlich aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser bestehen darf. Weitere Zusätze wie Zucker verwandeln es in ein durchweg anderes Getränk. Die Brau-Branche will sich deswegen auf diese Weise gegen den Einfluss von Importbieren schützen und die Tradition der Arbeit wahren.

Bier Zapfhahn

Rohstoffe und Brauprozess

Die vier Rohstoffe sind essenziell für jedes Bier, das du im Laden finden kannst. Die jeweiligen Eigenheiten der Sorten entstehen durch die Kreativität der Braumeister. Der Ablauf ist jedoch in der Regel bei allen Sorten sehr ähnlich. Das Malz wird aus einem Getreide hergestellt. Häufig kommt dabei Gerste zum Einsatz, aber auch Weizen ist eine beliebte Grundzutat.

Um aus dem Getreide Malz zu machen, werden die Körner über wenige Tage in Wasser eingeweicht. Sie quellen und beginnen zu keimen. In großen Bottichen wird das sogenannte Grünmalz ausgebreitet und dann unter Hitzeeinwirkung getrocknet. Die Höhe der Temperatur entscheidet über die Farbe des Malzes. Je wärmer, desto dunkler ist der Farbton. Das wirkt sich abschließend auch auf die Färbung des Bieres aus.

Ist die Flüssigkeit bis zu einem festgelegten Grad eingedampft, prüft der Braumeister die Mischung auf ihre Stammwürze. Diese beschreibt den Anteil von gelösten und gärbaren Stoffen. Je nach Gehalt wird das Bier daraufhin zu einer bestimmten Gattung zugeordnet. Wenn die Bierwürze abgekühlt ist, mischen die Produzenten die Hefe dazu. Dabei beeinflussen sie durch den Einsatz unter- oder obergäriger Hefe die Art des Bieres. Wenn die Hauptgärung abgeschlossen ist, füllen die Braumeister das sogenannte Jungbier in Lagertanks, in denen es weitergärt, klar wird und vollständig ausreift. Die Temperatur liegt dabei knapp über dem Gefrierpunkt. Vor dem Abfüllen in Flaschen oder Dosen wandert das Bier ein weiteres Mal durch einen Filter.

Bier Herstellung II

Bierarten und -sorten

Bier bietet eine große Vielseitigkeit. Je nach Gärmethode, eingesetzter Hefe oder Malz entwickeln sich unzählige Bierspezialitäten – jeweils mit besonderen Vorzügen. Zunächst wird Bier in zwei Arten eingeteilt: untergärige und obergärige Biere. Braumeister können diesen Prozess durch die Zugabe der jeweiligen Hefe steuern.

Bei untergärigen Bieren findet der Gärprozess bei einer Temperatur unter 10 Grad statt. Die Hefe vergärt den Malzzucker unter diesen Umständen in etwa acht Tagen und sinkt danach zum Boden ab. Daher ergibt sich auch die pragmatische Bezeichnung. Früher wurden diese Bierarten vor allem im Winter gebraut, da es keine mechanische Kühlung gab. Ein Beispiel für untergäriges Bier ist das weit bekannte Pils.

Die eingesetzte Hefe für obergäriges Bier verhält sich deutlich anders. Die Gärung läuft bei 15 bis 20 Grad ab und benötigt insgesamt weniger Zeit. Nach dem Prozess schwimmt die Hefe an der Oberfläche und kann einfach abgeschöpft werden. Das Brauen obergäriger Biere erinnert stark an die traditionellen Methoden, die zum Beispiel in den Klöstern angewendet worden sind. Ein Beispiel für diese Bierart: Weizenbier.

Die bereits erwähnten Gattungen ergeben sich aus dem Gehalt der Stammwürze. Die Experten unterscheiden insgesamt vier Gattungen: zunächst Bier mit niedriger Stammwürze bis 7 %. Außerdem das sogenannte Schankbier, bei dem die Stammwürze 11 % nicht überschreitet. Beim Vollbier liegt der Gehalt zwischen 11 und 16 %. Die letzte Gattung ist das Starkbier, bei dem die Stammwürze über 16 % und auch der Alkoholgehalt höher liegt.

Im Rahmen der Arten und Gattungen haben sich viele unterschiedliche Sorten entwickelt, die einen eigenen Herstellungsprozess durchlaufen oder sich durch einen charakteristischen Geschmack auszeichnen. Bei manchen Sorten spielt zudem der Sitz der Brauerei eine übergeordnete Rolle, da die Biere fest mit der Tradition der jeweiligen Region verknüpft sind.

Ale:

Von den Britischen Inseln kommt das Ale – immer häufiger auch in deutsche Bars. Auch die Amerikaner und Australier mögen das obergärige Bier. Farblich zählt Ale zu den helleren Sorten. Der Alkoholgehalt liegt bei etwa 4 bis 6 Vol.-%. Untersorten sind Mild Ale und Pale Ale, jeweils mit unterschiedlichen Mengen an Hopfen.

Alkoholfreies Bier:

Wenn du Alkohol nicht verträgst oder immer auf dein Auto angewiesen bist, kannst du zum alkoholfreien Bier greifen. Der Gehalt liegt bei dieser Sorte nämlich unter 0,5 Vol.-%; immer mehr Marken bieten mittlerweile auch ausgewiesen 0,0-Prozentiges an. Im Laden findest du zudem alkoholarmes Bier. Dort ist der Alkoholgehalt auf 1,5 Vol.-% beschränkt.

Altbier:

Die Niederrhein-Region und Westfalen sind über die Grenzen hinaus für das Altbier bekannt. Im Laden findest du diese Sorte zum Teil auch nur als „Alt“. Die Brauart hat eine lange Tradition. Altbier bildet beim Herstellungsprozess eine dunkle Farbe und einen leicht bitteren Geschmack.

Berliner Weiße:

Spritziges Bier gepaart mit Himbeer- oder Waldmeistersirup? Klingt für dich vielleicht merkwürdig, ist aber das Erfolgsrezept von Berliner Weiße. Die Schankbier-Spezialität verfügt über einen Alkoholgehalt von etwa 2,6 Vol.-% und punktet mit hoher Kohlensäure, die es zu einer wahren Erfrischung macht.

Bockbier:

Das Bier hat rein gar nichts mit der männlichen Ziege zu tun. Die Bezeichnung stammt aus dem Bayerischen Volksmund und bezieht sich auf die Ursprungsbrauerei dieser Sorte. Bockbiere sind in der Regel untergärige Biere, es gibt aber auch Varianten mit obergäriger Hefe. Die Biere haben einen malzigen Geschmack und einen leicht erhöhten Alkoholgehalt von etwa 5,5 Vol.-%. Am bekanntesten sind die Sorten Mai- und Weihnachtsbock.

Doppelbock:

Ja, zwischen dem Doppelbock und dem Bockbier gibt es eine Verbindung, allerdings ist diese Sorte nicht einfach doppelt so stark. Doppelbock verfügt über eine Stammwürze von 18 % und der Alkoholgehalt liegt bei mehr als 6 Vol.-%. Die Bezeichnung geht auf den früher vorgeschriebenen Stammwürzegehalt zurück, der höher liegt als beim Bockbier.

Dampfbier:

Diese Sorte war bis zum 19. Jahrhundert in vielen Teilen Deutschlands verbreitet. Der Vorteil: Die Herstellung kostete wenig Geld, da oft selbst angebaute Rohstoffe eingesetzt wurden, die zudem weniger sorgfältig bearbeitet worden sind. Die Herstellungsmethode entwickelte sich durch den Einsatz der Dampfmaschine weiter, wodurch wohl auch der Name zustande kam.

Export:

Vor allem München und Dortmund sind für ihr Exportbier bekannt. Das untergärige Bier ist milder als Pils und hat einen Alkoholgehalt um die 5 Vol.-%. Die meisten Sorten sind hell, es existieren allerdings auch einige wenige dunkle Sorten.

Klosterbier:

An dieser Sorte erkennst du die lange Tradition der Braukunst. Als Klosterbiere gelten alle Biere, die ursprünglich in Klosterbrauereien hergestellt wurden. Über die Zeit gingen natürlich einige Sorten verloren. Die bekanntesten Marken, die noch heute auf dem Markt sind, stammen aus Andechs und Ettal.

Kölsch:

Hierbei handelt es sich um eine Herkunftsbezeichnung. Das bedeutet, dass Kölsch nur in den Regionen um die Großstadt Köln gebraut werden dürfen. Dort ist diese Sorte immer noch sehr beliebt. Das obergärige Bier punktet mit einem charakteristischen milden Aroma und einem Alkoholgehalt von etwa 5 Vol.-%.

Lagerbier:

Der Name war hier – zumindest früher – Programm. Denn das Lagerbier musste damals mehrere Monate lagern, bevor es verkauft wurde. Lager ist ein untergäriges Bier, das sowohl hell als auch dunkel auf den Markt kommt. Es hat mit 4 Vol.-% einen geringeren Alkoholgehalt als die anderen Sorten und schmeckt insgesamt milder als zum Beispiel Pils.

Light-Bier:

Die Sorte für alle Verbraucher, die auf die Kalorienzufuhr achten möchten. Denn Light- oder auch Leichtbier verfügt über weniger Kalorien als die anderen Sorten. Der Grund: Bei der Gärung wird die Alkoholbildung ausgebremst.

Malzbier:

Eine süße Note und wenig bis gar kein Alkohol zeichnen das klassische Malzbier aus. Es ist sehr dunkel gefärbt, da die Produzenten bei der Herstellung Zucker und Karamell zugeben.

Pils:

Ganz Deutschland kennt es, (fast) ganz Deutschland liebt es – das Pils. Es ist die Sorte, die in Deutschland am häufigsten konsumiert wird. Es ist immer hell und untergärig. Der Alkoholgehalt liegt bei etwa 5 Vol.-%. Im Glas bildet es die bekannte Schaumkrone und besticht durch einen fein-herben Geschmack.

Pilsener:

Die Experten haben diese Bezeichnung früher für Biere genutzt, die im Großraum der Stadt Pilsen in Tschechien gebraut wurden. Diese Herkunftsbezeichnung ist aber mittlerweile nicht mehr gängig, sondern beschreibt lediglich Biere, die nach der Pilsener Art hergestellt werden. Dabei handelt es sich – du kannst es am Namen erahnen – um das Pils.

Porter:

Seinen Ursprung hat das Porter in England. Es ähnelt in Aussehen und Geschmack den deutschen Bockbieren. Eine dunkle Farbe und ein Bittergeschmack sind die Markenzeichen. Porter sind in der Regel obergärige Biere.

Schwarzbier:

Auch bei dieser Sorte liegt die Herkunft der Bezeichnung auf der Hand. Es bekommt seinen Namen von der dunklen Farbe, die durch dunkles Röst-Malz entsteht. Schwarzbier gilt als Vollbier, ist untergärig und stammt ursprünglich sogar aus Deutschland. Die ersten Schwarzbiere wurden in Thüringen gebraut.

Stout:

Wenn dir Porter oder Bockbiere zu stark sind, dann dürfte Stout nichts für dich sein. Die englische Sorte ist eng mit dem Porter verwandt, überzeugt aber durch eine höhere Stammwürze von bis zu 25 %. Das Starkbier ist fast schwarz und überzeugt mit intensiv bitteren Geschmacksnuancen.

Weizenbier:

Gerade die Bayern lieben das Weizenbier. Dort wird es dir häufig als Weißbier begegnen. Diese Sorte hat einen hohen Anteil von Weizenmalz, ist hell und obergärig. Da es viel Kohlensäure enthält, wird es von vielen auch als Durstlöscher getrunken. Ungefiltertes Weizenbier kommt als sogenanntes Hefeweizen in den Handel.  

Ausländische Biere:

Neben den aus Deutschland bekannten Sorten findest du in den Ladenregalen außerdem eine riesige Vielfalt ausländischer Biere. Der große Unterschied zum deutschen Bier? Die Produzenten sind nicht dazu gezwungen, sich strikt an das Reinheitsgebot zu halten. Auf diese Weise entstehen kreative Kompositionen, die geschmacklich überzeugen.

Aus den Niederlanden stammen zum Beispiel Marken wie Heineken oder Grolsch. In Irland ist Kilkenny sehr beliebt. Mexiko exportiert das berühmte Corona und aus Dänemark kommen Carlsberg und Tuborg auf den Markt. Die USA und Australien schwören auf verschiedene Lagerbiere und auch in Japan entstehen süffige Sorten.

Ein Markt, der sich seit einigen Jahren besonders gut entwickelt, sind die sogenannten Biermischgetränke. Dabei mischen die Hersteller den Gerstensaft mit Limonade, Cola oder Spirituosen und kreieren Getränke mit einzigartigen Geschmacksnuancen. Wahrscheinlich hast du auch schon mal ein Alsterwasser oder Radler im Sommer zu dir genommen: Bei beiden handelt es sich um einen erfrischenden Mix aus Zitronenlimo und Bier.

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