

























Hauchdünn, superknusprig und richtig vielseitig: Filoteig ist die perfekte Basis für Börek, Baklava & mehr. Hier gibt’s das einfache Grundrezept und viele kreative Ideen zum Nachmachen.
Bei Filoteig (auch Phyllo oder schlicht Filo genannt) handelt es sich um eine knusprige Teigspezialität, die ursprünglich in den Küchen des Nahen Osten und des Balkansbeheimatet ist. Er wird aus Mehl, Wasser sowie Salz geknetet und anschließend so dünn wie möglich ausgerollt. Bei der traditionellen Zubereitungsart werden mehrere Schichten des Teigs leicht mit Öl bestrichen, dann übereinandergelegt und ausgerollt. Um sie wieder zu trennen, werden sie auf einer heißen Platte kurz angebacken. Dadurch lösen sich nach und nach die zarten Schichten. In modernen Rezepten wird meist etwas Öl mit in den Filo eingearbeitet und die Teiglinge einzeln ausgerollt.
Filoteig ist der klassische Teig fürBaklava, Börek, und Spanakopita, eignet sich aber auch für viele weitere krosse Rezepte.
Dem Filoteig sehr ähnlich ist der türkische Yufkateig. Er wird aus denselben Grundzutaten gemacht und kann ähnlich verarbeitet werden. Darum lassen sich die Teigsorten sehr gut gegeneinander austauschen, werden in den meisten Rezepten sogar beide als mögliche Zutatenoption genannt. Und, wichtig in der rein pflanzlichen Küche: Von Natur aus sind sowohl Yufka- als auch Filoteig vegan.
Anders sieht es bei Blätterteig aus. Er kommt zwar genauso knusprig daher wie Filoteig, wird aber ganz anders hergestellt und erhält dadurch sehr spezielle Backeigenschaften: Seine vielen Schichten aus Teig und Butter gehen im Backofen stark auf und das Ergebnis ist deutlich fettreicher.
Bei Strudelteig besteht schon etwas mehr Ähnlichkeit. Auch er wird dünn ausgerollt und in der Regel in Form von gefüllten Gerichten serviert. Er ist allerdings etwas dicker, elastischer und dehnbarer als Filoteig. Im Notfall können diese Teigarten einander ersetzen, erzielen aber ein leicht abweichendes Ergebnis.
Auch Reispapier wird manchmal mit Filoteig verwechselt, ist aber ein völlig anderes Produkt: Es besteht aus Reismehl, Wasser und Salz. In der Küche wird es nicht zum Backen verwendet, sondern meist eingeweicht und zu Sommerrollen verarbeitet.
Du benötigst für die Zubereitung des Knusperteigs nur vier einfache Zutaten:
Mehl: am besten eignen sich backstarke Sorten, etwa Type 00 oder 550
Handwarmes Leitungswasser
Öl: je nach Geschmack ein neutrales Sonnenblumenöl oder aromatisches Olivenöl Salz
Und so geht’s Schritt für Schritt:
2. Den Teig mit den Händen auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 20 Minuten durchkneten. Dadurch wird der Teig elastisch und lässt sich später gut verarbeiten. Leicht mit Öl bepinseln und mit einem sauberen Tuch oder Frischhaltefolie bedeckt ca. 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
3. Teig in 6 gleichgroße Portionen teilen und diese jeweils zu einer Kugel formen. Zugedeckt weitere ca. 20 Minuten ruhen lassen.
4. Teigkugeln einzeln auf bemehlter Arbeitsfläche so dünn wie möglich ausrollen, dabei immer wieder mit Mehl bestäuben. Der Filoteig sollte am Ende ganz leicht transparent sein (ähnlich wie Strudelteigblätter).
5. Fertigen Filo auf Backpapier geben und nach Belieben füllen bzw. weiterverarbeiten. Übrige Teiglinge ebenso zu hauchdünnen Blättern ausrollen.
Gut zu wissen:
Wer nicht selber kneten und rollen möchte, kann fertigen Filoteig kaufen. Er ist im Kühlregal des Supermarkts, teilweise wird er auch tiefgekühlt angeboten.
Frisch gemachte Filoteigblätter trocknen schnell aus. Sie sollten daher maximal einen Tag mit einem feuchten Tuch bedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Alternativ lässt sich Filo luftdicht verpackt bis zu drei Monate einfrieren.
In den meisten Rezepten werden mehrere Teiglagen übereinandergeschichtet und zwischendurch mit flüssiger Butter oder Öl bestrichen. Möchte man Filoteig zu Dreiecken formen – etwa für knusprige Samosas – muss man die Teigenden dünn mit Wasser bepinseln, damit sie beim Zusammendrücken gut haften. Grundsätzlich wichtig: Nicht zu viel Füllung in den Filoteig geben, sonst kann er reißen.
Das Tolle an Filoteig: Ist er erst mal gemacht (oder geshoppt) und die leckere Füllung darin verpackt, dauert es nicht mehr lange, bis man losschlemmen kann! Je nach Rezept braucht der Teig im Ofen nur 15-25 Minuten.
Der Klassiker unter den deftigen Filoteiggerichten sind krosse Börek. Sie werden als Teigröllchen oder Teigschnecken und unterschiedlich gefüllt angeboten. Besonders beliebt sind Varianten mit Hackfleisch oder Börek mit Spinat und Feta.
In Griechenland serviert man Tiropita– Knuspergebäck mit einer Füllung aus Ei und Käse. Auch sehr beliebt: Bougatsa, die es entweder deftig mit Hack, Käse und Spinat oder als süße Leckerei mit Creme- oder Puddingfüllung gibt.
Neben klassischen Rezepten gibt es auch viele Möglichkeiten, Filoteig raffiniert und modern zu verarbeiten. Er eignet sich zum Beispiel für Zwiebel-Tarteletts mit Trauben oder gegrillte Filo-Feta-Spieße.
Ein toller Snack für den nächsten Fernsehabend: Filo-Chips! Dafür ein Blatt Filoteig von beiden Seiten mit Öl bepinseln, nach Belieben würzen und im Ofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 5 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen, in Stücke brechen – und wegknuspern!
Auch Naschkatzen kommen mit Filoteig voll auf ihre Kosten – und das nicht nur mit klassischen Baklava!
Ähnlich süß und verführerisch ist das griechische Dessert Galaktoboureko mit cremiger Grießpuddingfüllung.
Für einen kleinen Wow-Effekt zum Nachtisch sorgen süße Röllchen mit Banane und Schokolade oder nussige Baklava-Rosen.
Filoteig ist verglichen mit Blätterteig recht fett- und kalorienarm. Allerdings liefert er selbst so gut wie keine Nährstoffe. Sein Fit-Faktor steht und fällt mit seiner Füllung. Vorteilhaft sind Varianten mit viel Gemüse und frischen Kräutern. Mit viel Butter, Zucker und Sirup geht Filoteig nicht als gesundes Essen durch – dafür aber als wunderbares Seelenfutter!