rewe.de
https://www.rewe.de/lexikon/schalenobst/
Schalenobst

Schalenobst

Nüsse sind natürlich keine diätetischen Nahrungsmittel. Das weiß wohl jeder, denn große Nährstoffmengen sind hier auf kleinstem Raum in den wasserarmen Kernen gespeichert. Um an sie heranzukommen, müssen oft harte Schalen geknackt werden.

Botanisch betrachtet sind Nüsse trockene »Schließfrüchte«. Logisch, dass man insofern die Nüsse ganz einfach bei den Trockenfrüchten ansiedelt. Schalenobst ist jedoch die richtige Fachbezeichnung für diese Warengruppe. Für viele Nusssorten ist im Winter Hochsaison, doch manche Nüsse konsumiert der Verbraucher inzwischen auch ganzjährig, besonders als Backzutaten, in Cremes, als Brotteig oder in Marzipan und in so mancher Tafel Schokolade. Und natürlich werden sie auch pur geknabbert.

Cashewnüsse

Cashewnüsse kommen vorwiegend aus Afrika und Indien auf unsere Märkte. Auf den bis zu 10 Meter hohen Cashewbäumen wachsen birnenförmige, gelbe oder rote Chashewäpfel, an deren Ende eine kleine nierenförmige Nuss hervorlugt. Das ist die Cashewnuss. Ihr mandelartiger Geschmack ist süßlich und nach dem Rösten aromatisch. Cashewnüsse werden im Handel meist geschält angeboten.

Cashewnuesse Rdk Gla Ais

Erdnüsse

Erdnüsse wachsen nur in klimatisch begünstigten Ländern, zum Beispiel in den Südstaaten der USA und in Indien. Die Hälfte aller Erdnüsse kommt aus sieben afrikanischen Staaten. Die Erdnusspflanze wird 30–60 Zentimeter hoch und ihre botanische Verwandtschaft zur Erbse kommt im amerikanischen Namen »Peanut« (Erbsennuss) zum Ausdruck. Doch wird die Frucht nicht gepflückt, sondern gerodet, weil sie sich bis ins Erdreich verkriecht. Die länglichen und leicht brüchigen Schalen sind grau bis hellbraun. Mit kaffeebraunen Häutchen umhüllt liegen im Inneren 2–3 weiße Kerne nebeneinander. Erdnüsse guter Qualität haben eine helle Schale. Ihr Kern bekommt ein noch besseres Aroma, wenn sie nach dem Schälen und Enthäuten im Backofen bei rund 175 °C 20 Minuten geröstet werden.

Erdnuesse Rdk Gla Ais

Haselnüsse

Haselnüsse sind hierzulande unter den Schalenobstsorten am längsten bekannt. Hängende Kätzchen an 6–9 Meter hohen Sträuchern sind charakteristisch für die Blütezeit im März. Im Himalaja-Gebiet wächst die Baumhasel sogar bis zu 20 Meter hoch. In Europa gilt der 63. Breitengrad als Haselnussgrenze, ihre Heimat ist der östlichen Mittelmeerraum. Die Haselnuss hat rund 2 Zentimeter Durchmesser, eine kräftig-braune  Schale und einen süß-aromatischen Kern. Nüsse der neuen, frischen Ernte erkennt man an der hellbraunen Schale. Ihre Kerne lassen sich leichter enthäuten, wenn man sie bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten in den Backofen legt.

Haselnuesse Rdk Gla Ais
Schalenobst Rdk Gla

Frische Haselnüsse erkennt man an der hellbraunen Schale.

Macadamianüsse

Die Heimat der Macadamianuss, der feinsten und aromatischsten Nussart, sind die Regenwälder Australiens. Dort wurde sie 1857 von dem Wissenschaftler Dr. John McAdam entdeckt und nach ihm benannt. Heutige Anbaugebiete sind Australien, Hawaii, Süd- und Ostafrika, Südkalifornien und Südamerika.

Die runden Früchte des immergrünen, bis zu 5 Meter hohen Macadamia-Baums ähneln Kastanien, mal mit dicker rauer, mal mit glatter Schale. Letztere lassen sich besser schälen und rösten. Die delikaten, teuren Nüsse schmecken frisch, aber auch in Schokolade, Karamel oder Backwaren.

Macadamia Rdk Gla Ais

Macadamianuss mit Schale

Paranüsse

Paranüsse kommen aus den Urwäldern des brasilianischen Amazonas-Gebiets. In einem der Kokonuss fast vergleichbaren »Behältnis« wachsen ein bis zwei Dutzend Paranüsse an bis zu 45 Meter hohen Bäumen mit einem Stammdurchmesser von annähernd 2 Meter heran. Die Blüte reicht von Oktober bis März, geerntet werden kann erst nach weiteren 14 Monaten. Gute Ergebnisse sind 300 Früchte je Baum. Benannt wurde die Nuss nach der brasilianischen Hafenstadt Para, von wo die Schalenfrüchte exportiert werden.

Paranüsse haben eine steinharte Schale. An den weißen, fettreichen Kern kommt man leichter heran, wenn man die Nuss vor dem Schälen 15 Minuten ins kochende Wasser legt.

Paranuesse Rdk Gla Ais

Pekannüsse

Pekannüsse kommen aus den USA. Dort werden sie handverlesen und hierzulande in frischer Qualität, gebleicht und poliert, in den Größen »large« und »extra large« angeboten. Bei uns sind die wohlschmeckenden Schalenfrüchte des ca. 50 Meter hohen Hickorybaums noch nicht allzu weit verbreitet, in den USA hingegen werden fast soviele Pekan- wie Walnüsse gegessen.

Das hat gute Gründe: Der Kern der kultivierten Pekannuss ist mit dem Inhalt der Walnuss vergleichbar. Die Schale der länglichen Frucht ist jedoch dünn und leicht zu zerdrücken. Der walnussähnliche, weichere Kern mit angenehmem Aroma füllt die Nussschale prall aus, der Geschmack ist lieblich. Die Pekannuss eignet sich zum Frischverzehr, zum Backen und als Zutat für manches Gericht.

Pekannuesse Rdk Gla Ais

Pistazien

Die haselnussgroßen Kerne des Pistazienbaumes, die eigentlich zu den Steinfrüchten zählen, kommen aus Zentral- und Nordasien, den Mittelmeerländern und aus den USA. Man verzehrt Pistazien roh, geröstet oder gesalzen. Wegen ihres hohen Ölgehaltes werden sie schnell ranzig. Bei längerer Lagerung verlieren sie außerdem ihre grüne Farbe.

Pistazien Rdk Gla Ais

Walnüsse

Walnüsse wachsen am bis zu 20 Meter hohen Edelholzbaum gleichen Namens. Er ist erst nach 15 Jahren ertragsfähig und liefert dann 50 Jahre lang rund 50 Kilogramm Früchte jährlich. Die Heimat der Walnuss ist Asien, in Westeuropa wächst sie vor allem in Frankreich und Italien. Kalifornien hält jedoch über 50 % Anteil an der Welternte.

Walnüsse werden im Herbst reif und halten sich etwa ein Jahr lang frisch. Wie die Schalennaht die Walnuss teilt, so besteht auch der Kern aus zwei filigranen Hälften. Walnüsse sollten eine saubere, fest geschlossene Schale haben. Ihr Kern schmeckt besser, wenn seine Haut nach dem Schälen entfernt wird. Das geht ganz einfach, indem man ihn mit kochendem Wasser übergießt und danach unverzüglich mit kaltem Wasser abschreckt.

Walnuesse Rdk Gla Ais

Wehret den Anfängen!

Für Erdnüsse, geröstet und gesalzen, wäre dieser Spruch mit Sicherheit eine miserable Werbung. Fast jeder kennt aber den Effekt: Wer erst einmal angefangen hat zu knabbern, der kann sehr schlecht wieder aufhören.

Es wird viel Aufwand getrieben, um aus der unscheinbaren Hülsenfrucht ein schmackhaft goldenes »Knabberchen« zu machen: Erdnussfrüchte werden zunächst in der Schale geröstet. Die rohen Nüsse dieser Art schmecken wie weiße Bohnen, ein Genuss ist das nicht. Wie beim automatischen Krabbenpulen werden erst nach dem Rösten die Schalen maschinell entfernt. Anschließend gelangen die Erdnusskerne zur elektronischen Qualitätsauswahl: Ein relativ hoher Prozentsatz scheidet für den Verkauf aus, denn die vorgegebene Norm ist unerbittlich im Programm gespeichert. Anschließend durchlaufen die Kerne ein Ölbad und eine weitere Röstung, die auf die Geschmacks-Intensivierung großen Einfluss hat. Die Nüsse bleiben nur kurz im Öl und streng sind die dafür vorgegebenen Maßstäbe. Jetzt wird auch das Erdnussaroma frei und verspricht genussreiche Gaumenfreuden. Erst nach dem zweiten Rösten wird mit mikroskopischen Prisen gesalzen. Nicht die Elektronik, sondern menschliche Augen begutachten das Ergebnis. Es wird aussortiert, was nicht der Norm entspricht. Elektronische Waagen steuern dann die Verpackung in eine aromaschützende Folie. Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum fehlt nicht.

Übrigens schmecken auch ungesalzene, geröstete Erdnüsse lecker und sind, nach fernöstlichem und US-Vorbild, für die moderne Küche eine brillante Bereicherung für manche Mahlzeit.

Nüsse zu Weihnachten

Im Plätzchenteig, als Topping für selbstgebackene Weihnachtskekse, als herzhafte Füllung im Weihnachtsbraten oder als knusprige Suppeneinlage: besonders in der Weihnachtszeit gehören Nüsse einfach auf den Speiseplan. Aber auch zum Basteln oder als Schmuck für den Weihnachtsbaum kommen gerne Nüsse zum Einsatz. Warum sind Nüsse gerade zur Weihnachtszeit so beliebt? Erfahren Sie es hier.

Nahrhafte Genüsse – Nüsse

Sie haben es wirklich in sich. Aber was besonders gut schmeckt, ist meist auch sehr gehaltvoll.

Bei den Nüssen gibt es hinsichtlich des Eiweiß- oder Fettanteils erhebliche Unterschiede. So enthalten zum Beispiel Erdnüsse von allen Nussorten am meisten Eiweiß und am wenigsten Fett, wenn man die Edelkastanie als weniger bedeutsame Frucht ausschließt. Das Fleisch der Kokosnuss bietet am wenigsten Eiweiß, in der Haselnuss können jedoch bis zu 73 % Fettanteil vorkommen. Die folgen den Zahlen zeigen die unter schiedlichen Werte von neun Nusssorten in Prozent:


 

Walnüsse

Haselnüsse

Paranüsse

Mandeln (süß)

Edelkastanien

Erdnüsse

Cashewnüsse

Pistazien

Kokosfleisch (getrocknet)

Eiweiß: 13-23, Fett: 56-68

Eiweiß: 11-18, Fett: 61-73

Eiweiß: 9-17, Fett: 63-68

Eiweiß: 18-27, Fett: 51-67

Eiweiß: 5-11, Fett: 2-7

Eiweiß: 26-34, Fett: 39-52

Eiweiß: 12-20, Fett: 44-47

Eiweiß: 20-22, Fett: 53-54

Eiweiß: 8-9, Fett: 60-67

Kokosnüsse

Kokosnüsse wachsen auf den beiden tropischen Seiten des Äquators, meist in Meeresnähe. Die wichtigsten Anbauländer sind die Philippinen, Indonesien, Indien, Sri Lanka und Mexiko. Die biegsamen Stämme widerstehen Wirbelsturm, Hitze und tropischem Regen. Je Palme werden bis zu 100 Nüsse geerntet. Eine Kokosnuss liefert rund 250 g Fruchtfleisch (Kopra).

In erster Linie werden Kokosnüsse als Rohstofflieferant für Öl und Fett genutzt. Die Industrie produziert weltweit über drei Millionen Tonnen Kokosöl jährlich, aber nur die Hälfte davon wird exportiert. Von weiterverarbeiteten Produkten abgesehen, hat die Kokosnuss hierzulande vor allem als Zutat in Süßwaren Bedeutung.

Kokosnuss Rdk Gla Ais

Mandeln

Mandeln gehören zur Familie der Rosengewächse und sind mit dem Pfirsich verwandt. Der bis zu 9 Meter hohe Mandelbaum, der weiß oder blassrosa blüht, war in China schon vor 3.000 Jahren bekannt, in Italien wurde er bereits 200 Jahre vor unserer Zeitrechnung kultiviert. Außer in Südeuropa gibt es Mandeln heute vor allem in Kalifornien. Die süßen Mandeln dominieren mit großem Abstand vor den bitteren. Frost ist der größte Feind der Mandel; er kann ganze Ernten zerstören.

Die flachen Kerne der Nuss werden nach der Ernte im Schatten getrocknet und dann in Behältern verschlossen und kühl gelagert. Tiefgekühlt halten sich Mandeln jahrelang frisch.

Solo werden Mandeln selten gegessen, sie werden meist als Zutat zum Backen verwendet. Bittermandeln enthalten Amygdalin, aus dem sich die giftige Blausäure abspaltet, wenn die Mandeln roh gegessen werden. Beim Kochen oder Backen verflüchtigt sich die Blausäure.

Ungeschaelte Blanchierte Mandeln Rdk Gla Ais

Ungeschälte und blanchierte Mandeln

Mandelbluete Schale Rdk Gla Ais
  • Die Zeit der Mandelblüte ist ein Naturerlebnis: Man findet rosarote Landschaften vor
  • Mandeln besitzen äußerst harte Schalen, die maschinell mit so genannten Crackern geknackt werden

Maronen

Die Edel- oder Esskastanie, ursprünglich aus dem Schwarzmeergebiet, liebt warmes Klima, deshalb wächst sie in Europa hauptsächlich in Italien, Spanien und Frankreich. Auch wenn ihre Früchte in ebenso stacheligen Hüllen sitzen, ist sie mit der Rosskastanie botanisch nicht verwandt. Die braunrote Fruchtschale mit kurzer Spitze und dem hellen »Nabel« springt beim Rösten auf – wie in der kalten Jahreszeit beim Maroni-Röster zu beobachten.

Das mehlige Fruchtfleisch enthält hauptsächlich Stärke, Eiweiß und Öl. Man unterscheidet Esskastanien und Maronen. Die herzförmigen Maronen schmecken besser – angenehm sahnig und aromatisch. Die gewöhnlichen Esskastanien sind größer und einseitig abgeflacht, im Geschmack nicht so gut, doch gibt es auch hochwertigere Sorten. Maronen bekommt man frisch ab September bis etwa November. Früchte, die nicht gleich verzehrt werden, müssen getrocknet werden, da sie sonst schnell ranzig werden.

Heiße, frisch geröstete und duftende Maronen sind im Winter sehr begehrt. Sie schmecken aber auch in Füllungen und als Beilage zu Geflügelbraten, als Püree zu Fleischgerichten und als Dessert, z. B. als Maronensoufflé, in Zucker eingelegt oder kandiert und glasiert (Marrons glacés).

Marone Rdk Gla Ais

Samen – eine gesunde Knabberei

Wer guten Gewissens etwas knabbern möchte, greift verstärkt zu Sonnenblumen-, Pinien-, Kürbis- oder  Melonenkernen – sie sind ein kerniger und gesunder Genuss. Die kleinen Dinger, ob pur oder geröstet, stecken voller wertvoller Wirkstoffe:

Sonnenblumenkerne enthalten hochwertiges Eiweiß und reichlich ungesättigte Fettsäuren, z. B. Linolsäure und Lezithin.

Sonnenblumenkerne Rdk Gla Ais

Pinienkerne haben einen hohen Anteil an Vitamin B1, das den Stoffwechsel, die Blutbildung und das Nervensystem positiv unterstützt. Kurz geröstet schmecken sie auch im Obstsalat, in Eintöpfen oder auf Gebäck.

Pinienkerne Rdk Gla Ais

Kürbiskerne: Kürbiskernen enthalten beispielsweise ätherische Öle, hormonartige Phytosterine, Alkaloide, Vitamine A, B und E, reichlich Zink, Phosphor, Eisen, Magnesium etc.

Kuerbiskerne Rdk Gla Ais

Melonenkerne: Die Kerne der Wassermelone, mit der Schale geröstet, oft gesalzen und mit Limonensaft aromatisiert, sind vor allem in asiatischen und arabischen Ländern schon lange eine sehr beliebte Knabberei. Sie enthalten von allen Kernen am wenigsten Fett.

Newsletter