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Schokolade Rdk Gla

Schokolade

Viele mögen es süß. Je nach Geschmack kann man wählen zwischen den feinsten Schokoladensorten, edlen Pralinen, bunten Bonbons und anderen verführerischen Köstlichkeiten. Allerdings sollte man angesichts der riesigen Auswahl im Interesse der eigenen Gesundheit einen kühlen Kopf bewahren und das Maß nicht verlieren – damit das Naschen ein Genuss ohne Reue bleibt!

Ob sie nun bitter schmeckt oder süß, ob sie mit Nüssen verfeinert wird oder eine Füllung enthält – immer ist flüssige Kakaomasse, die durch das Mahlen gerösteter, geschälter und gebrochener Kakaobohnen entsteht, Grundstoff jeder Schokolade. Je nach Bedarf setzt man der Schokolade Kakaobutter zu, also den Rohstoff, den man bei der Herstellung von Kakaopulver aus der Kakaomasse gewinnt. Diese Kakaomasse wird durch Pressen in Kakaobutter und Kakaopresskuchen, der für die Herstellung von Kakaopulver erforderlich ist, getrennt. Weitere wichtige Zutaten sind Zucker und Milch bzw. Sahne – und zwar in Form von Milch- bzw. Sahnepulver. Frischmilch wird wegen ihres hohen Wasseranteiles nur noch selten für die Schokoladenherstellung verwendet.

Nüsse, Mandeln und Würzstoffe wie z. B. Vanille oder Zimt runden den Wohlgeschmack und das Aroma ab. Der Zusatz von Farb- und Konservierungsstoffen ist verboten. Deutsche Schokoladenhersteller verwenden fast ausschließlich Soja-Lezithine als Emulgiermittel, die die Schokoladenmassen fließfähiger machen.

Qualitätsstufen

Die Qualität einer Schokolade ist von mehreren Faktoren abhängig. Schon bei Auswahl und Mischung der verschiedenen
Kakaobohnensorten entscheidet sich, ob die Schokolade hochwertig oder qualitativ weniger gut wird. Qualitativ hochwertige Schokolade enthält einen besonders großen Anteil an Edelkakao und einen verhältnismäßig geringen Anteil an Konsumkakao. Durch die Verwendung von Milch- und/oder Sahnepulver mit hohem Milchfettanteil werden eine besonders wohlschmeckende milchige Note und hohe Qualität – erzielt, während Magermilch eher bei Konsumqualitäten eingesetzt wird. Letzteres gilt auch für hohe Zuckeranteile, die deshalb in der Kakao-Verordnung durch Höchstmengen begrenzt sind. Trotzdem kann man auf den Zucker nicht verzichten – er verleiht der Schokolade die notwendige Süße und Geschmacksharmonie.

Die Kakao-Verordnung nennt noch weitere Qualitätsmaßstäbe, beispielsweise den Anteil an Kakaobestandteilen als Gesamtkakaotrockenmasse, an Kakaobutter, an zugesetztem Fett (Milchfett) usw. Diese Werte spielen jedoch nur für Untersuchungs- und Kontrollzwecke eine Rolle.

Für den Verbraucher muss Tafelschokolade immer einen Hinweis auf die Kakaobestandteile tragen, zum Beispiel »Kakao: 30 % mindestens«. Mit diesem Kakaoanteil sind die Kakaobestandteile als Gesamtkakaotrockenmasse gemeint.

Man unterscheidet folgende Schokolade-Qualitäten:

Milchschokolade

Neben den üblichen Grundstoffen enthält Milchschokolade Milch, Sahne, Trockenmilch oder Kondensmilch-Erzeugnisse. Der Mindestgehalt an Milchtrockenmasse ist 14 %, an Milchfett 3,5 % und an Gesamtfett 25 %. Für die Gesamtkakaotrockenmasse ist ein Mindestgehalt von 25 % vorgeschrieben, davon mindestens 2,5 % fettfreie Kakaotrockenmasse. Der Zuckeranteil ist auf 55 % begrenzt.

 

Schokolade

Bei der Qualitätsstufe Schokolade liegt der Mindestanteil an Gesamtkakaotrockenmasse bei 35 % – davon müssen mindestens 14 % entölte Kakaotrockenmasse und 18 % Kakaobutter sein.

 

Magermilchschokolade

Diese Schokolade enthält Zusätze von Magermilchpulver. Vorgeschrieben sind folgende Mindestwerte: 25 % Gesamtkakaotrockenmasse – bei Mitverwendung von Kakaobutter muss der Anteil an Kakaotrockenmasse mindestens 10 % betragen –, außerdem 12,5 % fettfreie Milchtrockenmasse. Der Zuckeranteil darf 60 % nicht überschreiten.

 

Milchschokolade Rdk Gla Ais

Bei Milchschokolade dürfen die Kakaoanteile unter 30 % liegen. Dafür sind die Bestandteile an Milch und Zucker bei dieser Schokoladenart entsprechend höher. Diese Tatsache ist der Grund dafür, dass Milchschokolade vor allem von Kindern geliebt wird.

Vollmilchschokolade muss mindestens 30 % Kakaoanteile haben und enthält den höchsten Anteil an Milchfett. Sie hat einen hohen Nährwert, vor allem, wenn sie auch Haselnüsse enthält. Vollmilch-Sahneschokolade ist zusätzlich mit Sahne verfeinert.

Zartbitterschokolade Rdk Gla Ais

Zart- oder Halbbitterschokolade darf nicht weniger als 50 % Kakao enthalten. Je mehr Kakao eine Schokolade enthält, umso kräftiger, aber auch umso bitterer wird ihr Geschmack. Darum schätzt man Zartbitter- und Bitterschokoladen auch mit süßen Füllungen.

Bitterschokolade hat den kräftigsten, und gleichzeitig den bittersten Schokoladengeschmack, was mancher aber gerade liebt. Bitterschokolade hat mindestens 60 % Kakaoanteil, deswegen ist sie auch etwas teuerer als die anderen Sorten.

Qualitätshinweise

Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen »Schokolade« und »Milchschokolade« besondere Hinweise auf die Qualität tragen – zum Beispiel das Wort »fein«. Schokolade muss dann mindestens 43 % Gesamtkakaotrockenmasse und davon insgesamt 26 % Kakaobutter enthalten. Für »Vollmilch-Schokolade« gelten folgende Mindestwerte: 30 % Gesamtkakaotrockenmasse, 18 % Milchtrockenmasse (4,5 % Milchfett). Der erlaubte Zuckergehalt darf jedoch nicht höher sein als 50 %.

An besondere Voraussetzung ist auch die Bezeichnung »Edelschokolade« geknüpft. Trägt eine Schokolade auf dem Etikett diese Bezeichnung, dann müssen 40 % der Kakaomasse aus den Edelkakaosorten der nach dem internationalen Kakaoabkommen anerkannten Anbaugebiete und Länder wie z. B. Ecuador, Venezuela, Samoa oder Trinidad stammen.

Wie aus Kakao Schokolade wurde

Die Ersten, die Schokolade tranken, waren die Olmeken am Golf von Mexiko (1500 v. Chr. bis 300 n. Chr.). Das Wort Kakao, ursprünglich »kakawa«, stammt aus ihrer Sprache. Ihre Kultur wurde von der Hochkultur der Maya (300–900 n. Chr.) abgelöst. Die Maya schätzten die Kakaobohnen als Zahlungs- und Genussmittel, das jedoch nur dem Adel vorbehalten war. Bei den Azteken (bis 1521 n. Chr.) hatten die Kakaobohnen einen noch größeren Stellenwert – ihnen dienten die »cacahuatl«, wie sie die Kakaobohnen nannten, vorwiegend als Zahlungsmittel. Kolumbus brachte eine Menge Pflanzen aus »Westindien« nach Europa, nicht jedoch »Mandeln, die Kakao heißen und in Neu-Spanien als Zahlungsmittel gelten«.

Erst Hernando Cortez, der 1519 mit der Unterjochung der Azteken begann, entdeckte »xocolatl« als Getränk, das stärkte und belebte. Bald zählte es zu den Lieblingsgetränken der Spanier. Sie gossen die Kakaopaste nicht mehr mit kaltem Wasser auf wie die Azteken, sondern mit heißem. Knapp ein Jahrhundert später, um 1600, lernte ein Italiener die dickflüssige Köstlichkeit kennen – und führte sie in Italien ein. Schnell eroberte die Trink-Schokolade daraufhin ganz Europa, überall entstanden Schokoladenstuben. Doch nur Wohlhabende konnten sich den Luxus leisten.

Dies änderte sich erst mit der industriellen Kakaobohnenverarbeitung. Mitte des 18. Jahrhunderts gründete Joseph Frey in Bristol/England die erste Schokoladenfabrik. Sein Sohn Joseph S. Frey schaffte eine Watt’sche Dampfmaschine an, um damit die Kakaobohnen zu mahlen. Der Holländer van Houten entwickelte 1828 ein Verfahren zur Herstellung von Kakaopulver mit sehr geringem Fettanteil durch Einsatz einer hydraulischen Presse. Außerdem behandelte er das Pulver mit Alkalisalzen, wodurch es sich besser mit Wasser vermischen ließ.

Der Schweizer Suchard vermischte 1826 Zucker und Kakaomasse erstmals mit einem Mélangeur. Der Engländer Cadbury entwickelte in Birmingham ein Dutzend verschiedener Kakao-Getränke. Im Jahre 1879 erfand Rodolphe Lindt die Chonche – bis heute ist das Conchieren der Schokoladenmasse ein wichtiger Produktionsschritt. Der Schweizer Daniel Peter brachte um 1879 die erste Milchschokolade auf den Markt und nutzte dabei ein von Henri Nestlé erfundenes Verfahren zur Herstellung von Milchpulver.

Deutschland erreichte die Schokolade erst zu Beginn des 17. Jahr hunderts und wurde lange Zeit in Apotheken als Stärkungsmittel verkauft. Die erste deutsche Schokoladenmanufaktur gehörte Prinz Wilhelm von der Lippe in Steinhude und wurde 1756 gegründet. Eine der ersten deutschen Schokoladenfabriken mit Dampfmaschinen war die 1828 gegründete Firma Miethe in Potsdam. Nach dem Wegfall der Binnenzölle kam es zu einem Schokoladenboom. Immer mehr Schokoladenfabriken wurden gegründet, beispielsweise 1872 die Firma Stollwerck in Köln und 1890 die Firma Hachez in Bremen.

Qualität erkennen

Seidiger, fleckenloser Glanz ist der erste sichtbare Hinweis auf die Qualität von Schokolade. Wird ein Stückchen abgebrochen, ist der Bruch bei guter Qualität hart und knackend, die Bruchkanten sind sauber, und an der Bruchfläche darf nichts abbröckeln. Wer ein Schokoladen-Stückchen in den Mund steckt, spürt mit etwas Übung ganz deutlich: Gute Schokolade schmilzt »butterweich«, sie klebt weder pappig am Gaumen, noch fühlt sie sich auf der Zunge sandig an.

Schokoladenherstellung

Um bei der Schokoladenherstellung gleichbleibende Qualität garantieren zu können, gelangen die Einzelbestandteile exakt dosiert in eine Misch- oder Knetmaschine. Dort werden sie von Mischflügeln bzw. Knetarmen zu einer feinkörnigen, plastischen Masse verarbeitet. Noch ist diese Masse sandig, ihr fehlt die Feinheit, der zarte Schmelz, den Schokoladenliebhaber so schätzen. Denn neben der Auswahl der Rohstoffe und dem Mischungsverhältnis, das die Schokoladenhersteller natürlich geheim halten, spielt der Feinheitsgrad der Schokolade für die Qualität eine wichtige Rolle. Darum muss die Mischung durch ein ausgeklügeltes System von fünf übereinanderliegenden schweren Stahlwalzen wandern, die gegeneinander rotieren und durch starken Druck die Kakao- und Zuckerteilchen ganz fein zerkleinern.

Aber noch haben sich die feingewalzten Bestandteile nicht völlig miteinander verbunden. Die gewalzte Mischung wird zur Endveredelung den so genannten Conchen zugeführt. Früher hatten diese die Form einer Muschel, was auch ihren aus dem Französischen stammenden Namen (Conche = Muschel) erklärt. Das Conchieren ist ein ununterbrochenes
Aneinanderverreiben und Bewegen der Schokoladenmasse
, bis sie eine homogene Struktur besitzt. Dadurch entsteht Reibungswärme, die auf natürliche Weise die noch vorhandene Feuchtigkeit auf unter ein Prozent reduziert. Auch werden unerwünschte Aromastoffe ausgeschieden, so dass Schokolade unter ständiger Belüftung so »veredelt« wird, dass ihr hochfeines Aroma voll zur Geltung kommt. Die zerkleinerten Teilchen verbinden sich zu einer dickflüssigen, aromatischen Masse, die durch Beigabe von Kakaobutter und Lezithin noch homogener, fließfähiger und aufnahmebereiter für eventuelle spätere Zusätze gemacht wird. Bei hochwertiger Schokolade kann das Conchieren bis zu 48 Stunden dauern. Im Allgemeinen werden diese Zeiten heute allerdings durch moderne Verfahrenstechniken wesentlich verkürzt.

Nach dem Conchieren füllt eine Maschine die temperierte, flüssige Schokoladenmasse grammgenau und blasenfrei in Metall- oder Kunststoffformen, die die typischen Schokoladenrippen aufweisen. Will man Schokoladentafeln mit ganzen oder stückigen Zusätzen wie Nüssen oder Rosinen herstellen, dann gibt man diese unmittelbar vor dem Abfüllen in die Schokoladenmasse. Bei Schokolade mit Füllung wird die gefüllte Gießform gewendet, so dass die Schokoladenmasse bis auf eine dünne Schicht an den Wandungen der Form wieder abfließt. Durch Kühlung erhärtet diese Schicht. Nach dem Wiederaufrichten der Form erfolgt die Füllung. Hierauf dosiert man eine Schicht Schokolade, die glattgestrichen wird und später den Boden der gefüllten Tafel bildet.

In Kühlkanälen erhärtet die Schokolade und zieht sich dabei etwas zusammen, so dass sie später beim Wenden der Form leicht herausfällt.

Bei der Schokoladenherstellung wird die zunächst noch trockene, pulverartige Mischung stundenlang verrührt.

Schokoherstellung Rdk Gla Aixs

Beim so genannten Conchieren wird die Masse schließlich langsam flüssig und bildet eine homogene Masse.

Schokoherstellung Rdk Gla Aixs

Nach Stunden des ununterbrochenen Drehens, Wendens, Lüftens und Temperierens ist die Masse so glatt, dass sie gießbar ist.

Schokoherstellung Rdk Gla Aixs

Die flüssige Schokolade wird dann vollautomatisch dosiert in Formen zu Tafeln oder sonstigen Figuren gegossen.

Schokoherstellung Rdk Gla Aixs

In Kühlkanälen erhärtet sich die Schokolade und ist dann fertig zur Verpackung.

Schokoherstellung Rdk Gla Aixs

Lagerung und Haltbarkeit

Schokolade, Pralinen und ähnliche Erzeugnisse vertragen keine Fremdgerüche, keine Temperaturschwankungen und keine Wärme. Bei sommerlichen Temperaturen oder winterlicher Heizungswärme um 20 Grad Celsius sollte man Schokolade in den Kühlschrank legen oder in kühlen Räumen lagern. Vor allem flüssig gefüllte Pralinen können austrocknen – zu  erkennen sind sie an den eingesunkenen Böden. Richtig gelagert bleiben Schokolade und Pralinen aber bis zu sechs Monaten frisch.

Augen auf beim Schokoladenkauf!

Die »Verordnung über Kakao- und Schokoladenerzeugnisse« trat am 24. Juni 2004 in Kraft. Damit wurden EU-weit die Verkehrsbezeichnungen von Schokolade, ihre Zusammensetzung, die Herstellungsmerkmale, Verpackung und Etikettierung geregelt.

Im Rahmen dieser Neuregelung fiel auch das »Reinheitsgebot« für Schokolade, das heißt, seit diesem Zeitpunkt durften außer Kakaobutter und Milchfett auch bis zu 5 % andere pflanzliche Fette wie Palmöl, Shea oder Borneotalg zugesetzt werden. Die Mengenbegrenzungen für Zucker entfielen bzw. ergeben sich aus den definierten Mindestmengen der übrigen Zutaten wie Milcherzeugnisse, Nussmassen, Kaffee, Nüsse, Mandeln, Trockenfrüchte etc.

In einigen EU-Ländern – nicht in Deutschland – ist auch die Zugabe von Getreidemahlerzeugnissen und Stärke erlaubt. Deshalb lohnt beim Kauf von Schokolade aus anderen EU-Ländern, aber sicherheitshalber auch bei deutscher Schokolade ein Blick auf die Zutatenliste auf der Verpackung!

Geschmacksrichtungen

Der Geschmack der Schokolade wird durch ihre Bestandteile und Zusätze bestimmt. Grundsätzlich gilt: je mehr Kakaomasse, desto herber, bitterer und kräftiger der Schokoladengeschmack, je mehr Zucker, desto schwächer der Kakaogeschmack, je mehr Milch, desto betonter die Milchnote sowie vor allem die weiche Struktur der Schokolade.

Schokolade gibt es in unzähligen Geschmacksrichtungen. Trotzdem erfinden die Hersteller immer wieder neue Sorten.

Turm Mit Schokosorten Rdk Gla Aim

Man unterscheidet:

Magermilch-, Milch-, Vollmilch-, Sahneschokolade

Bei diesen Geschmacksrichtungen ist der Anteil an Gesamtkakaotrockenmasse mit 20, 25 oder 30 % verhältnismäßig gering. Die Milchtrockenmasse beträgt je nach Sorte 14, 18 oder 20 %, der Milchfettgehalt 3,5, 4,5 oder 5,5 %.  Die Schokolade schmeckt mild und süß.

Halbbitter- und Zartbitterschokolade

Hier beträgt der Anteil an Gesamtkakaotrockenmasse mindestens 50 %. Halbbitter- und Zartbitterschokoladen müssen mindestens 18 % Kakaobutter enthalten. Sie zeichnen sich durch einen ausgeprägten Kakaogeschmack mit angenehmer, leicht bitterer Note aus.

 Bittere oder herbe Schokolade

Diese Geschmacksrichtung enthält mindestens 60 % Gesamtkakaotrockenmasse und 18 % Kakaobutter. Die Zusammensetzung von Zart-/Halbbitter- und Bitterschokolade  unterliegt nicht der EG-Richtlinie wie die anderen Schokoladensorten, sondern richtet sich nach Handelsbrauch und Verbrauchererwartung.

Schokolade mit Qualitätshinweisen

Schokolade mit den Qualitätshinweisen »fein« oder »edel« muss mindestens 43 % Gesamtkakaotrockenmasse enthalten, davon mindestens 26 % Kakaobutter.

Weiße Schokolade

Weiße Schokolade unterscheidet sich von allen anderen Sorten durch das Fehlen von Kakao. Statt Kakaomasse wird bei der Herstellung mindestens 20 % helle, gelblich-weiße Kakaobutter verwendet. Weiße Schokolade enthält mindestens 14 % Gesamtmilchtrockenmasse, 3,5 % Milchfett und höchstens 55 % Zucker.

Besondere Sorten

Schokolade gibt es nicht nur als massive Tafelschokolade, sondern auch mit Zusätzen und mit Füllungen. Als Zusätze dienen ganze oder zerkleinerte Nüsse, Mandeln, Rosinen und andere Früchte. Nussschokolade ist die meistverkaufte Schokolade mit grobstückigen Zusätzen. Gefüllte Schokoladen enthalten Füllungen aus Fruchtcreme, Nugat, Marzipan, Persipan, Trüffel, Krokant und Fondant. Beliebt sind auch Füllungen aus dem Grundstoff Milch – zum Beispiel Joghurt- oder Kinderschokolade.

Der Anteil des Schokoladenüberzugs muss mindestens 25 % betragen, ist er kleiner, handelt es sich um eine schokoladenüberzogene Zuckerware.

Aero-Schokolade

Diese sogenannte Luftschokolade wird durch ein besonderes Verfahren hergestellt. In die Schokoladenmasse bläst man gezielt Luft, so dass zahlreiche Bläschen entstehen, die bei hochwertiger Tafelschokolade normalerweise vermieden werden müssen. Durch die Luft ist die Aero-Schokolade besonders locker und leicht. Beim Hineinbeißen zerfällt sie in viele kleine Krümel.

Gianduja-Haselnussschokolade

Sie wird häufig auch unter der Bezeichnung »Noisette« angeboten und enthält mindestens 20, aber höchstens 40 % sehr fein gemahlener Haselnüsse. Sofern ganze oder grob gehackte Nüsse, Mandeln oder andere Arten zugesetzt werden, kann der Gesamtanteil bis zu 60 % betragen. Die Gesamtkakaotrockenmasse beträgt mindestens 32 %, die entölte Kakaotrockenmasse 8 %. Der Geschmack erinnert an Nugat.

Mokkaschokolade

Der typische Geschmack der Mokkaschokolade wird durch einen Zusatz von Kaffeepulver oder Mokka-Paste erreicht.

Riegel

Riegel sind von Form und Größe her so etwas wie ein Mittelding zwischen gefüllter Schokolade und Praline. Man unterscheidet Schokoladen- und Gebäckriegel. Riegel werden mit den unterschiedlichsten Füllungen angeboten und sind vor allem bei Kindern und Jugendlichen außerordentlich beliebt.

Hohlfiguren aus Schokolade

Hohlfiguren sind häufig Saisonartikel, die z. B. zu Weihnachten und Ostern sehr gefragt sind. Andere Figuren wie Tierfiguren und Kugeln werden während des ganzen Jahres angeboten. Für die Herstellung gibt es zwei verschiedene Verfahren: Man gießt die Schokoladenmasse in halbe Hohlformen, erwärmt die Ränder und presst zwei Seiten fest zusammen, so dass eine vollständige Figur entsteht. Alternativ wird die Schokoladenmasse in fertige Hohlfiguren eingespritzt, dann durch Schleudern gleichmäßig auf die Wandungen verteilt und schließlich abgekühlt und ausgeformt. Hohlfiguren enthalten häufig auch die verschiedensten Füllungen.

Kuvertüre

Sie wird auch als Schokoladenüberzugsmasse bezeichnet. Man verwendet sie vorwiegend zum Überziehen von Kuchen und anderem Gebäck sowie für die Herstellung selbstgemachter Pralinen. Der hohe Gehalt an Kakaobutter (mindestens 31 %) macht die Kuvertüre leicht schmelzbar und fließend. Vor der Weiterverarbeitung muss Kuvertüre – z. B. im Wasserbad – geschmolzen und temperiert werden.

Blockschokolade

Blockschokolade ist Schokolade im Sinne der EG-Richtlinie, allerdings von einfacher Qualität. Die Bezeichnung »Block« kennzeichnet lediglich die besondere Art der Ausformung.

Der »Trick« mit der gefüllten Schokolade

  1. Gefüllte Tafeln entstehen durch eine spezielle Technik: das Hohlkörperverfahren. In Kunststoff- oder Metallformen wird – wie bei der massiven Tafel – flüssige Schokolade gefüllt.
  2. Greifarme erfassen die Formen und wenden sie, wobei durch leichtes Rütteln ein Teil der  Schokoladenmasse wieder abfließt.
  3. An den Formwandungen bleibt eine durch Kühlung bereits erstarrte Schokoladenschicht zurück – die Schokoladenhülse. Wieder in die Ausgangslage gewendet und nachgekühlt, gelangt sie zur nächsten Füllstation. Ein zweiter Gießkopf spritzt nun die flüssigen, halbflüssigen oder festen Füllungen in die Schokoladenhülsen.
  4. Bei fetthaltigen Füllungen wird das Füllgut erst gekühlt und dadurch fester. Füllungen aus Fondant können halbflüssig oder flüssig dosiert, feste Einlagen wie z. B. Krokant oder Waffeln maschinell eingelegt werden. Jetzt enthält die Füllung ihren Schokoladendeckel, der spätere Boden der Tafel wird darübergegossen.
Trick Mit Gefuellter Schokolade Rdk Gla Ail

Wie der Weihnachtsmann in »Form« kommt

  1. Osterhasen, Weihnachstmänner oder Ostereier, Baumbehang oder Fantasieartikel – all diese Hohlfiguren werden heute über wiegend auf Spezialmaschinen, aber auch häufig noch von Konditoren in Handarbeit hergestellt. In eine Hälfte einer Metall- oder Kunststoff-Doppelform wird die vom Endgewicht der Figur bestimmte Menge Milchschokolade gegossen.
  2. Man klappt die Form zusammen und befestigt sie auf einer rotierenden Trommel.
  3. Einige Minuten dauert das Drehen und Wenden, bis sich die Schokolade gleichmäßig an den Außenwänden der Formen verteilt hat und nicht mehr fließt.
  4. Nach anschließender Kühlung können die Hohlkörper den Formen entnommen werden. Dann werden die Osterhasen oder Weihnachtsmänner maschinell in buntes Stanniol eingeschlagen. Hierdurch wird jede Berührung der empfindlichen Hohlfiguren vermieden.
Weihnachtsmann Form Rdk Gla Ail
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