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Frühstückscerealien

Frühstückscerealien

In den letzten Jahren haben Brötchen und Brot starke Konkurrenz bekommen. Die sogenannten Müsli- und Frühstücksgetreide und Getreideprodukte, die in Milch eingerührt, zu Brei gekocht oder trocken geknabbert werden, erfreuen sich nicht nur bei Kindern zunehmender Beliebtheit.

Haferflocken

Der Hafer war Hauptnahrung der alten Germanen, die mit Hafergrütze stark genug waren, um der römischen Invasion zu widerstehen. Lange Zeit – bis die Kartoffel ihren Siegeszug antrat – stand er täglich auf deutschen Tischen und gab den Bauern Kraft, die harte »Fron«-Arbeit zu ertragen. Später »verkam« er zum Tierfutter, bevor er zunächst zur Krankenkost aufgewertet wurde, um nun in Flockenform sein endgültiges Comeback als gesunde, kräftigende und sättigende Frühstücks- und Zwischenmahlzeitszutat zu feiern. Im Hafer kommt Eiweiß (Protein) in biologisch sehr hoher Wertigkeit vor. Außerdem bietet Hafer viele Vitamine aus dem B-Komplex und Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Eisen, Mangan und Zink. Von den Haferflocken, die als unentbehrliche Zutat zum Bircher-Müsli Karriere gemacht haben, kennt man verschiedene Sorten: Mal sind sie dicker und größer, mal klein und zart. Warum dies so ist, zeigt ein kurzer Blick hinter die Herstellungskulisse: Erst einmal wird der Rohhafer gereinigt, sortiert und entspelzt, die so vorbereiteten Körner nochmals nach Größe sortiert, dann kurz gedämpft und gedarrt. Die Stärke wird dadurch aufgeschlossen, das Getreide wird bekömmlicher und erhält den leicht nussartigen Geschmack. Die größten ganzen Kerne werden zu den kernigen Haferflocken platt gewalzt. Sie können roh für Müsli verwendet oder in kurzer Garzeit zu einem deftigen Haferbrei gekocht werden. Die sogenannten zarten Haferflocken werden aus geschroteten Haferkörnern gepresst. Sie sind kleiner und schneller zu feinem Brei gekocht. Schmelzflocken oder Instant-Flocken werden aus dem gemahlenen Haferkorn (Hafermehl) hergestellt. Die hauchzarten Flöckchen lösen sich auch in kalter Flüssigkeit sofort auf. Hafergrütze ist geschältes, grob oder fein zerschnittenes Korn, aus dem man Porridge, den englische Frühstücksbrei, kocht.

 

Verschiedene Typen von Flocken

Flockensorten
  1. Roggenflocken – nahrhaft und kräftig im Geschmack
  2. Gerstenflocken – geeignet zur vollwertigen Ernährung
  3. Weizenflocken – u. a. für Diätkost
  4. Durumflocken – aus einer Weizenart gequetscht
  5. Haferflocken – populäre Frühstückscerealien
  6. Dinkelflocken – kräftiger im Geschmack als Weizen
  7. Weizen Hirseflocken – relativ fettreich
     

 

Müslis

Müslis sind Trockenmischungen aus Getreide, Früchten, Nüssen und anderen geschmackgebenden Stoffen wie Schokolade, Honig usw. Meistens werden sie zum Frühstück verzehrt, angerührt mit Milch, Sahne oder Joghurt. Manche lieben ihr Müsli auch »ohne alles«. Müslis können durch ihre wertvollen Bestandteile eine ganze Mahlzeit ersetzen. Es gibt viele Müsli-Mischungen, doch Hauptbestandteil ist immer Getreide in Form von roh genießbaren oder gerösteten Flocken, Grütze oder Kleie. Früchte wie Äpfel, Trauben, Aprikosen, Datteln, Bananen, Beeren werden getrocknet und zerkleinert zugegeben. Weiter können Nüsse, Schokolade, Zucker und Honig enthalten sein. Die Bestandteile müssen auf der Packung vermerkt sein: An erster Stelle steht die Hauptzutat, an letzter Stelle dann die mengenmäßig kleinste Zugabe. Müslis gehören – wie auch die Cornflakes – zu den sogenannten Cerealien. Darunter fallen Getreideprodukte und -mischungen aus Mais, Weizen, Reis und Hafer. Für Zwischendurch kann man außerdem auf Müsli-Riegel zurückgreifen, das sind Getreidemischungen, die in Zucker und Fett geröstet und zu Riegeln gepresst werden.

Mehr lesen: Müsli selber machen

Cornflakes

Cornflakes sind eine amerikanische Erfindung aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Sie werden aus dem entkeimten geschroteten Mais hergestellt. Mit dem Aufbrechen des Maiskornes und dem Entfernen des in jedem Korn eingebetteten Keimes beginnt die Wandlung des Mais zum Cornflake. »Grit« heißt ein so verkleinertes Korn, das anschließend zu einem süßen Maisbrei gekocht wird. Spezielle Geschmacksstoffe, die dem Grit dann zugefügt werden, zeigen bereits nach einigen Stunden Trocknens ihre Wirkung. Die typische Flockenform erhält das Produkt durch besondere Walzen, über die es geführt wird. Die Knackigkeit der Cornflakes bewirkt der Röstofen, der für Geschmack und Aussehen der Ware ganz wesentlich ist. Außerdem entstehen so das leichte Karamell-Aroma und der »Raschel-Effekt«. Natürlich gibt es auch bei Cornflakes erhebliche Qualitätsunterschiede. Minderwertig ist Ware mit einem hohen Bruch- oder Griesanteil und mit weißen Flecken: Die Grits wurden schlecht gekocht. Führende Hersteller reichern ihre Flakes übrigens mit Vitaminen an.

Kellogg und seine knusprigen Flocken

Dr. John Harvey Kellogg und sein Bruder, der Kaufmann William Keith, erfanden die gerösteten Maisflocken als Basis für eine leichte, gesunde, aufbauende Ernährung. Maisflocken (Cornflakes), die, zusammen mit Milch und Obst genossen, in aller Welt als »das« amerikanische Frühstück gelten, waren der Start für eine große Gruppe von Lebensmitteln, die längst nicht mehr nur aus Maiserzeugnissen besteht. Auch Reis und Weizen werden, in ähnlicher Form aufbereitet, angeboten.

Cerealien – Eine Göttin stand Pate

Ob Cerealien oder Zerealien – ihren Stamm haben beide Wörter von der Göttin Ceres entliehen, die im alten Rom und im römischen Reich zuständig war für Fruchtbarkeit und Wachstum der Feldfrüchte – besonders für die Feldfrucht Weizen, das Grundnahrungsmittel der Römer. Den Begriff »Cerealien« (eingedeutscht: Zerealien) für Getreide und Getreideprodukte haben wir von unseren Vorfahren übernommen. Auch in den romanischen und in der angloamerikanischen Sprache haben Getreideprodukte – außer Brot – den gleichen Wortstamm (»cereals«).

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