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Lebensmitteluntervträglichkeiten

Lebensmittelunverträglichkeiten

Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Hautrötungen: Immer mehr Menschen sind von einer Lebensmittelunverträglichkeit wie z. B. Laktoseintoleranz betroffen. Sie vertragen bestimmte Lebensmittel nicht und leiden nach deren Verzehr unter den verschiedensten Beschwerden. Erfahre hier, welche Unverträglichkeiten es gibt, was typische Symptome sind und wie eine verlässliche Diagnose gestellt wird.

Was genau versteht man unter Lebensmittelunverträglichkeiten?

Der Begriff Lebensmittelunverträglichkeit, auch als Nahrungsmittelunverträglichkeit bekannt, ist ein Sammelbegriff für verschiedene Beschwerden, die nach dem Verzehr von Lebensmitteln auftreten. Das können reine Unverträglichkeiten (Intoleranzen) sein, aber auch Allergien auf bestimmte Lebensmittel. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um einfache Intoleranzen. Von einer Nahrungsmittelallergie sind nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung betroffen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Unverträglichkeit und einer Allergie?

Lebesnittelunverträglichkeiten

Oft werden die beiden Begriffe in einem Atemzug genannt und teilweise auch synonym verwendet. Doch tatsächlich stecken zwei ganz unterschiedliche Beschwerdebilder dahinter.

Eine Lebensmittelallergie liegt vor, wenn das Immunsystem auf den Verzehr eines bestimmten Lebensmittels, zum Beispiel Soja oder Nüsse, mit einer Abwehrreaktion reagiert. Der Körper bildet Antikörper, die im Blut nachweisbar sind. Die Allergie manifestiert sich vor allem auf der Haut oder im Magen-Darm-Bereich. Im Extremfall verursacht sie einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock.

Bei einer einfachen Intoleranz werden bestimmte Lebensmittel nicht vertragen. Der Körper bildet aber keine Antikörper wie bei einer Allergie. Oftmals liegt der Nahrungsmittelintoleranz ein Enzymmangel zugrunde. In diesem Fall fehlt ein bestimmtes Enzym, das zur Verdauung verschiedener Nahrungsmittel benötigt wird. Ein Mangel am Enzym Laktase ist beispielsweise einer der Hauptgründe für die Laktoseintoleranz. Der Körper reagiert in der Regel mit Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, die zwar lästig, aber erst mal nicht gefährlich sind.

Welche Lebensmittelunverträglichkeiten gibt es?

Neben Lebensmittelallergien gegen Nüsse, Soja oder Milcheiweiß gibt es fünf Lebensmittelintoleranzen, die mehr oder weniger weit verbreitet sind:

  • Laktoseintoleranz
  • Fructoseintoleranz
  • Glutenintoleranz (Zöliakie)
  • Histaminintoleranz
  • Sorbitintoleranz

Laktoseintoleranz

Lebensmittelunverträglichkeiten: Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz ist die Unverträglichkeit auf den in Milch natürlicherweise enthaltenen Milchzucker (Laktose). Normalerweise wird dieser durch das Enzym Laktase aufgespalten und kann problemlos verdaut werden. Produziert der Körper jedoch keine oder zu wenig Laktase, gelangt der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm und wird dort von Bakterien zersetzt. Dabei entstehen u.a. Gase, die zu den für Laktoseintoleranz typischen Symptomen führen: Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit oder Durchfall. Die Symptome treten meist kurz nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten auf.

Gut zu wissen: Kleinere Mengen an Milch und Milchprodukten werden meist auch mit einer Laktoseunverträglichkeit gut vertragen. Die Toleranzgrenze ist individuell sehr unterschiedlich.

Fructoseintoleranz

Wer von einer Fructoseintoleranz bzw. Fruchtzuckerunverträglichkeit betroffen ist, verträgt den in Lebensmitteln vorkommenden Fruchtzucker nur schlecht. Fruchtzucker ist ein ganz natürlicher Bestandteil von Obst und Gemüse. Er kommt aber auch in Fertigsoßen, Marmelade, Saft oder gesüßten Nahrungsmitteln vor. In den meisten Fällen ist die Unverträglichkeit von Fruchtzucker auf einen Mangel an GLUT-5-Transportproteinen zurückzuführen, die den Fruchtzucker im Dünndarm abbauen. Kommen sie unverdaut in den Dickdarm, bilden sich wie bei einer Milchzuckerunverträglichkeit Gase. Mögliche Symptome sind Magen-Darm-Probleme wie Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe, aber auch Übelkeit oder Völlegefühl.

Auch hier gilt: Die individuelle Verträglichkeit ist sehr unterschiedlich und sollte ausgetestet werden.

Histaminintoleranz

Histaminintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Histamin ist ein Abbauprodukt der Aminosäure Histidin. Es steckt hauptsächlich in reifen oder gegärten Lebensmitteln, z. B. Käse, Wein und Backwaren mit Hefe. Bei Menschen mit einer Histaminunverträglichkeit wird das über die Nahrung aufgenommene Histamin nicht vollständig abgebaut. Als Folge dessen erhöht sich der Histaminspiegel im Blut, was zu einer scheinbaren allergischen Reaktion führt - ohne jedoch eine zu sein. Die Symptome sind sehr unterschiedlich und reichen von Kopfschmerzen über Juckreiz und Hautrötungen bis hin zu Herzrasen oder Müdigkeit. Der Nachweis einer Histaminintoleranz ist deswegen entsprechend schwer.

Glutenintoleranz

Lebensmittelintoleranz: Glutenunverträglichkeit

Die Unverträglichkeit von Gluten wird auch Zöliakie genannt und ist im Gegensatz zu vielen anderen Intoleranzen eine schwerwiegende Krankheit. Gluten ist ein in vielen Getreidearten vorkommendes Klebereiweiß. Es steckt in Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer und Gerste. Liegt eine Zöliakie vor, produziert der Körper nach dem Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln wie Brot oder Nudeln Antikörper. Langfristig führt das zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Diese kann wiederum zu Problemen bei der Nährstoffaufnahme führen und unter anderem Mangelerscheinungen nach sich ziehen. Um das zu vermeiden, sollte man bei einer Glutenintoleranz vollständig auf glutenhaltige Lebensmittel verzichten. Die bei dieser Unverträglichkeit auftretenden Symptome können sehr unterschiedlich sein. Neben Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen können auch Blässe, Zahnprobleme oder Eisenmangel Symptome sein. Bei Kindern zudem Wachstumsstörungen oder mangelnde motorische Fähigkeiten.

Gut zu wissen: Neben der Glutenintoleranz gibt es auch die Glutensensitivität. Hier werden kleine Mengen an glutenhaltigen Lebensmitteln meist vertragen. Der Körper produziert keine Antikörper als Reaktion auf den Verzehr von z. B. weizenhaltigen Lebensmitteln.

Sorbitintoleranz

Sorbit ist ein beliebter Zuckeraustauschstoff, der oft in Kaugummis, Fertigprodukten sowie Light- und Diätlebensmitteln steckt. Natürlicherweise kommt er auch in Obst und Gemüse vor. Ab einer Zufuhr von mehr als fünf Gramm täglich sorgt er auch bei Menschen ohne Probleme für Magen-Darm-Beschwerden. Daneben gibt es Menschen mit einer Sorbitunverträglichkeit. Bei ihnen sorgen schon kleinste Mengen für Symptome wie Bauchschmerzen und Blähungen, aber auch Kopfschmerzen oder Aufstoßen.

Wie wird eine Nahrungsmittelunverträglichkeit festgestellt?

Wer den Verdacht hat, dass er von einer Lebensmittelintoleranz betroffen ist, sollte im ersten Schritt den Hausarzt aufsuchen. Dieser kann die ersten Tests machen und an entsprechende Fachärzte verweisen. Der Gastroenterologe kann beispielsweise mit einem H2-Atemtest feststellen, ob eine Fructoseintoleranz vorliegt. Auch eine Laktoseintoleranz und die Unverträglichkeit von Sorbit können auf diese Weise festgestellt werden. Ein Gastroenterologe ist auch die richtige Anlaufstelle bei Verdacht auf Zöliakie. Mithilfe von Bluttests und einer Untersuchung der Dünndarmschleimhaut kann er ein sicheres Ergebnis liefern. Die Diagnose einer Histaminintoleranz ist oft schwieriger, da die Symptome so unterschiedlich sind. In der Regel stellt ein Allergologe das Ergebnis anhand von Blut- und Urintests sowie gezielter Provokation. 

Wie werden Lebensmittelintoleranzen behandelt?

Die Behandlung der verschiedenen Unverträglichkeiten ist sehr unterschiedlich. Bei Histamin-, Laktose-, Sorbit- und Fructoseintoleranz sollte man durch Austesten herausfinden, welche Lebensmittel man in welchen Mengen verträgt. Ein komplettes Weglassen wird in der Regel nicht empfohlen. Menschen mit Laktoseintoleranz können auch auf spezielle Laktasetabletten zurückgreifen, die es in der Apotheke gibt.

Die Behandlung einer Zöliakie sollte in enger Absprache mit dem Arzt erfolgen. Um die Darmschleimhaut nicht dauerhaft zu schädigen, sollten glutenhaltige Lebensmittel streng vermieden werden.

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