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Dicke Bohnen: Comeback der vielseitigen Hülsenfrüchte

Dicke Bohnen.

Ackerbohne, Saubohne, Puffbohne – viele der Bezeichnungen für die dicke Bohne sind wenig schmeichelhaft. Dabei steckt viel mehr in den Hülsenfrüchten, als der Name vermuten lässt. Dicke Bohnen sind nicht nur nährstoffreich, sondern auch richtig lecker. Insbesondere die frischen, jungen Bohnen lassen sich vielseitig zubereiten. Aber woher kommt die dicke Bohne ursprünglich? Welche Nährstoffe enthält sie und für welche Gerichte eignet sie sich?

Was sind dicke Bohnen?

Die botanisch korrekte Bezeichnung der dicken Bohne ist Ackerbohne (Vicia faba). Die einjährige Pflanze gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und ist eine reine Kulturpflanze. Trotz ihres Namens ist die Ackerbohne aber eigentlich keine Bohne, sondern zählt zu den Wicken. Bis vor einigen Jahrhunderten waren die nahrhaften Bohnenkerne ein Grundnahrungsmittel. Heute werden dicke Bohnen in erster Linie als Viehfutter angebaut – zu Unrecht, denn die jungen Bohnenkerne schmecken köstlich in Salaten, Eintöpfen oder als Püree und Dip.

Fun Fact

Kaum eine Bohnensorte hat so viele Namen wie die dicke Bohne. Die Ackerbohne wird unter anderem auch Feldbohne, Puffbohne, Saubohne, große Bohne, Pferdebohne, Viehbohne oder Favabohne genannt.

Ackerbohnen reifen an krautigen, 50–150 cm hohen Pflanzen in grünen, bis zu 20 cm langen Schoten heran. Im Inneren jeder Schote sitzen drei bis sechs flache, rundliche Bohnenkerne. Ihre Farbe variiert von hellgrün bis grünlich-braun, es gibt auch rötliche Sorten. Für den Verzehr eignen sich vor allem die ganz jungen Bohnen. Sie schmecken mild und leicht nussig. Bei ausgereiften Bohnen färbt sich die Schote bräunlich – dann schmecken die Kerne wesentlich kräftiger und intensiv nach Bohnen.

Was ist der Unterschied zwischen dicken Bohnen und Edamame?

Mit ihrer hellgrünen Farbe und der runden Form sehen sich dicke Bohnen und die japanischen Edamame auf den ersten Blick sehr ähnlich. Botanisch sind die zwei Hülsenfrüchte aber nicht miteinander verwandt: Während dicke Bohnen zu den Wicken zählen, sind Edamame unreif geerntete Sojabohnen. Dicke Bohnen sind zudem flacher und meist größer als Edamame.

Gut zu wissen

Frische dicke Bohnen bekommst du nur wenige Wochen im Jahr, von Juni bis August. In der restlichen Zeit findest du die vorgegarten Bohnen als Konserve, als Tiefkühlware oder getrocknet im Supermarkt.

Herkunft und Vorkommen von dicken Bohnen

Heute lässt sich nicht mehr nachvollziehen, woher die dicke Bohne ursprünglich stammt oder aus welcher Wildpflanze sie sich entwickelt hat. In vielen Teilen der Welt gibt es Wildpflanzen, die der Ackerbohne ähnlich sind, darunter in Südspanien, im Vorderen Orient und in Nordafrika.

Bohnen zählen zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschheit. Ausgrabungen belegen, dass dicke Bohnen schon 3000 v. Chr. im Mittelmeer als Lebensmittel angebaut wurden. Im Laufe der Zeit verbreitete sich die Pflanze vom Süden bis in den Norden Europas. Da die anspruchslose Pflanze, anders als viele andere Hülsenfrüchte, auch auf den salzigen Böden entlang der Nordseeküste gedeiht, wurde sie dort schon in vorchristlicher Zeit kultiviert.

Noch im Mittelalter waren dicke Bohnen in vielen Teilen Europas ein Grundnahrungsmittel. Als ab dem 17. Jahrhundert immer mehr Getreide und später auch Kartoffeln angebaut wurden, verschwand die Ackerbohne vom Speiseplan. Heute wird sie als heimisches Lebensmittel wiederentdeckt – nicht nur aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts, sondern auch, weil die Bohnen vor Ort geerntet und verarbeitet werden können und damit nachhaltiger sind als viele andere Hülsenfrüchte.

Wie werden dicke Bohnen angebaut?

Die größten Anbaugebiete für dicke Bohnen liegen heute in China, Äthiopien und in Großbritannien. Auch in Deutschland werden die Bohnen angebaut. Allerdings eignen sich nur einige Regionen für den Anbau, da die Ackerbohne relativ schwere Böden braucht.

Dicke Bohnen wachsen im Freiland. Da sie unempfindlich gegen Frost sind, werden die Pflanzen oft schon im Februar ausgesät. Vom ersten Keimen bis zur reifen Bohne vergehen etwa 100 Tage. Ab Anfang Juni bis Anfang August haben sich die grünen Bohnenschoten ausgebildet und können geerntet werden. Je nach Größe der Anbaufläche findet die Ernte meist mit Mähdreschern statt. Die jungen Bohnen kommen in der Schote direkt in den Handel, das Bohnenstroh bleibt als Naturdünger auf den Feldern oder wird verfüttert.

Welche Sorten dicke Bohnen gibt es?

Sowohl für den Anbau im heimischen Garten als auch für den kommerziellen Anbau gibt es eine große Vielfalt unterschiedlicher Ackerbohnensorten. Sie unterscheiden sich in ihrer Wuchshöhe, in der Farbe ihrer Blüte und in der Größe und Farbe der Bohnenkerne. Auch geschmacklich gibt es leichte Unterschiede. Im Supermarkt bekommst du meist relativ große dicke Bohnen mit hellgrüner Farbe und mildem Geschmack.

Nährstoffe: Wie gesund sind dicke Bohnen?

Wie alle anderen Hülsenfrüchte sind auch dicke Bohnen reich an Eiweiß und Ballaststoffen. Der hohe Eiweißgehalt macht sie vor allem in der vegetarischen Ernährung zu einer beliebten Alternative zu Sojabohnen. Die Ballaststoffe tragen zu einer normalen Verdauung bei und sorgen zudem dafür, dass die Bohnen lange satt machen. Dicke Bohnen enthalten kaum Fett, dafür aber Kohlenhydrate, die der Körper als Energielieferant benötigt.

Auch darüber hinaus liefern Ackerbohnen viele wertvolle Nährstoffe. So sind die Hülsenfrüchte reich an den Mineralstoffen Magnesium und Calcium.

Auch das Spurenelement Eisen liefern dicke Bohnen. Zudem nimmst du mit den Bohnen Vitamin B3 (Niacin) und Vitamin C auf.

Nährwerte je 100 g dicke Bohnen, gekocht
 

Nahrstoff 

Nährwerte 

Kalorien 

110 kcal 

Fett 

0,5 g 

Eiweiß 

9 g 

Kohlenhydrate  

12 g 

Ballaststoffe 

12,7 g 

Magnesium 

74 mg 

Calcium 

39 mg 

Eisen 

2,2 mg 

Kalium 

377 mg 

Vitamin B3 

2,5 mg 

Vitamin C 

0,4 mg 

Lagerung und Haltbarkeit von dicken Bohnen

Im Supermarkt bekommst du je nach Saison frische dicke Bohnen, Bohnen im Glas oder in der Dose, aber auch tiefgefrorene und getrocknete Bohnen. Die Haltbarkeit der Ackerbohnen variiert, je nachdem, wie sie verarbeitet wurden.

Verarbeitung 

Lagerung 

Haltbarkeit 

dicke Bohnen, frisch 

im Gemüsefach des Kühlschranks 

6–10 Tage 

dicke Bohnen, gekocht 

abgedeckt im Kühlschrank 

3–4 Tage  

dicke Bohnen, getrocknet 

kühl und trocken, in einem verschlossenen Behälter 

bis zu 2 Jahre  

dicke Bohnen im Glas oder in der Dose, verschlossen 

Küchenschrank oder Vorratskammer 

bis zu 2 Jahre 

dicke Bohnen im Glas oder in der Dose, geöffnet 

im Kühlschrank, am besten mit der Einlegeflüssigkeit 

3–4 Tage 

dicke Bohnen, tiefgefroren 

Tiefkühlfach, -18° 

12–15 Monate  

Das Mindesthaltbarkeitsdatum, das auf Konserven oder anderen Verpackungen angegeben ist, ist übrigens eher eine Herstellerempfehlung. Gerade getrocknete und eingelegte Bohnen kannst du häufig noch weit über das Datum hinaus essen. Wenn das Lebensmittel gut aussieht, angenehm riecht und normal schmeckt, ist es in der Regel problemlos genießbar.

Wie kann man dicke Bohnen zubereiten?

Insbesondere die vegetarische Küche hat den dicken Bohnen in den vergangenen Jahren ein echtes Comeback beschert. Durch ihren hohen Eiweißgehalt und den milden Geschmack eignen sich die Hülsenfrüchte nämlich hervorragend als Fleischersatz. In vielen Supermärkten gibt es mittlerweile vegetarisches Hack oder Burger auf Ackerbohnen-Basis.

Gut zu wissen

Getrocknete dicke Bohnen sind praktisch, weil du sie ungekühlt über Jahre lagern kannst. Die Zubereitung ist allerdings etwas zeitaufwendig. Du solltest mindestens 12 Stunden Zeit zum Einweichen und weitere 1–2 Stunden Kochzeit einplanen.

Auch frische oder konservierte dicke Bohnen kannst du vielfältig zubereiten. Ein bekanntes Gericht aus der arabischen Küche ist Ful/Foul, für das die Bohnen mit verschiedenen Gewürzen sehr weich gekocht und mit Tahin und Fladenbrot serviert werden. Weitere Arten, wie dicke Bohnen serviert werden, sind:

  • Hummus aus dicken Bohnen
  • Bohneneintopf mit verschiedenen Bohnensorten
  • Salat mit dicken Bohnen
  • Quiches und Tartes mit dicken Bohnen
  • vegetarische Bratlinge aus dicken Bohnen
  • dicke Bohnen als Gemüsebeilage zu Fleisch und Fisch

Gut zu wissen

Wenn du frische dicke Bohnen zubereitest, lohnt es sich, nicht nur die Schoten zu entfernen, sondern auch die Außenhaut der Bohnenkerne. Das macht zwar etwas Arbeit, dafür schmecken die Bohnen viel zarter und knackiger.

Köstliche Rezepte, die du mit dicken Bohnen verfeinern kannst

Dicke-Bohnen-Salat
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
  • Glutenfrei
35min
Einfach
Linsen-Bohnen Braten
  • Laktosefrei
  • Vegan
  • Vegetarisch
1h 25min
Mittel
Bohnen-Topf
  • Glutenfrei
50min
Mittel
Medaillons auf dicken Bohnen
  • Low Carb
  • Glutenfrei
45min
Einfach