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Esskastanien: vielseitige Früchte der Edelkastanie

Esskastanien auf Präsentierteller.

Esskastanien kennst du vielleicht am ehesten als heiße, geröstete Leckerei vom Weihnachtsmarkt. Aber die süßen Kastanien können noch viel mehr: Aufgrund ihres hohen Stärkegehalts galten sie früher sogar als „Brot der armen Leute“. Doch woher kommen Esskastanien eigentlich? Welche Nährstoffe stecken in den Früchten? Und wie kann man die Kastanien am besten zubereiten?

Was sind Esskastanien?

Esskastanien sind die Früchte der Edelkastanie (Castanea sativa). Der auch als Echte Kastanie bekannte Baum stammt aus der Familie der Buchengewächse und kann bis zu 35 Meter groß werden. Botanisch gesehen, zählen die Esskastanien damit zu den Nussfrüchten, ähnlich wie Bucheckern.

Gut zu wissen

Trotz der Namensähnlichkeit besteht keine Verwandtschaft mit der hierzulande weit verbreiteten Rosskastanie – deren Früchte sind auch nicht für den menschlichen Verzehr geeignet.

Esskastanien sind 2–4 cm groß, haben eine halbrunde, spitz zulaufende Form. Je 2–3 Kastanien sitzen in einer kugelrunden, stacheligen Fruchthülle. Ihre Schale ist dunkelbraun und glänzend, das Innere ist gelblich-weiß und bei rohen Kastanien sehr fest. Gegarte Esskastanien schmecken nussig und leicht süßlich. Aufgrund ihres hohen Stärkegehalts haben sie eine mehlige Konsistenz, die an Kartoffeln erinnert. Grundsätzlich kann man Esskastanien auch roh essen – gegart kommt ihr Aroma aber deutlich besser zur Geltung.

Im Supermarkt findest du Esskastanien meist vorgegart und vakuumiert oder bereits verarbeitet als Kastanienpüree oder Kastanienmehl. Im Herbst und Winter gibt es manchmal rohe Kastanien in der Schale zu kaufen.

Gut zu wissen

2018 wurde die Esskastanie zum Baum des Jahres gewählt. Ausschlaggebend dafür war unter anderem die Anpassungsfähigkeit der Pflanze an unterschiedliche Klimazonen.

Herkunft und Geschichte der Esskastanie

Die Früchte der Edelkastanie dienen den Menschen vermutlich schon seit der Steinzeit als Lebensmittel. Vor etwa 3.000 Jahren begann man die Bäume im Gebiet zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer gezielt zu kultivieren, um Kastanien in großen Mengen zu ernten. Heute sind Esskastanien auf der ganzen Welt verbreitet. Im kommerziellen Anbau werden jährlich mehrere tausend Tonnen Kastanien geerntet, wobei diese Zahl sowohl Esskastanien als auch Maronen und andere Edelkastanien einschließt.

Die alten Römer und die Griechen stellten aus Esskastanien Mehl her, um Brot und Gebäck daraus zu machen. Im Mittelalter gehörte die Esskastanie zu den Grundnahrungsmitteln. Da Kastanien überall wild gesammelt werden konnten und sehr sättigend waren, waren sie vor allem bei der armen Bevölkerung beliebt. Mit der Verbreitung von Roggen, Weizen, Kartoffeln und anderen Grundnahrungsmitteln geriet die Esskastanie zunehmend in Vergessenheit. Heute werden viele alte Anbauflächen für Esskastanien wieder aufgeforstet. Auch im Supermarkt findest du wieder häufiger frische oder vorgegarte Esskastanien.

Gut zu wissen

Esskastanien und Maronen werden oft verwechselt. Bei Maronen handelt es sich aber um die Früchte einer besonderen Zuchtform der Edelkastanie. Sie sind meist etwas größer als Esskastanien.

Ernte von Esskastanien

Wild wachsende Esskastanien sind in Deutschland relativ selten geworden. Manchmal findet man die Bäume in Parks oder in privaten Gärten. Die Esskastanien, die du im Handel bekommst, stammen aus kommerziellen Anbaugebieten im Südwesten Deutschlands, aus Frankreich, Spanien oder aus der Türkei.

Nach der Blüte im Frühsommer bilden die Kastanienbäume ihre stachligen Früchte aus. Im Inneren sitzen jeweils mindestens zwei Kastanien. Im Herbst öffnen sich die Früchte und fallen vom Baum. Geerntet werden sie mithilfe großer Netze oder mit Saug- und Lesemaschinen. Nachdem alle Kastanien von den Fruchthüllen befreit sind, werden sie gekühlt gelagert oder direkt in die Fabriken transportiert, um sie weiterzuverarbeiten.

Nährstoffe: Wie gesund sind Esskastanien?

Botanisch gesehen zählen Esskastanien zu den Nussfrüchten. Im Vergleich zu Haselnüssen oder Walnüssen haben sie aber deutlich weniger Fett – nur knapp 2 Gramm auf 100 Gramm Esskastanien. Dafür liefern die Früchte jede Menge Kohlenhydrate und sind damit ein guter Energielieferant für den Körper.

Esskastanien enthalten eine Reihe von Vitaminen. Darunter vor allem Vitamin B6 und Vitamin B1. Auch Vitamin C, das eine normale Immunfunktion unterstützt, nimmst du mit Esskastanien zu dir.

Mineralstoffe sind in Esskastanien ebenfalls enthalten – unter anderem Kalium. Dazu kommt Calcium, das zum Aufbau von Knochen und Zähnen und für die Muskelfunktion benötigt wird. Der Nährstoffgehalt schwankt, je nachdem, wie du die Kastanien zubereitest.

Nährwerte pro 100 g Esskastanien (gegart)

Nährstoffe 

Nährwerte 

Kalorien 

196kcal 

Eiweiß 

2 g 

Fett 

2 g 

Kohlenhydrate 

40 g 

Vitamin C 

27.000 µg 

Vitamin E 

500µg 

Vitamin B6 Pyridoxin 

350µg 

Kalium 

707mg 

Gut zu wissen

Wenn du rohe Esskastanien mit Schale kaufst, achte auf unbeschädigte Früchte, bei denen die Schale leicht glänzt.

Lagerung und Haltbarkeit von Esskastanien

Die feste, glänzende Schale trügt: Esskastanien sind nicht besonders lange haltbar. An einem kühlen, trockenen Ort gelagert, kannst du Kastanien mit Schale bis zu einer Woche aufbewahren. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleiben sie bis zu vier Wochen frisch. Geröstete oder gekochte Esskastanien solltest du ebenfalls im Kühlschrank lagern und binnen ein bis zwei Tagen verzehren.

Vorgegarte, vakuumierte Esskastanien aus dem Supermarkt sind ungekühlt 6–12 Monate haltbar. Häufig sind Esskastanien auch über das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar. Solange sie gut aussehen, riechen und schmecken, kannst du die Kastanien in der Regel bedenkenlos essen. Nach Anbruch der Verpackung solltest du die gegarten Kastanien im Kühlschrank lagern und innerhalb von 3–5 Tagen verbrauchen.

Wie kann man Esskastanien zubereiten?

Esskastanien sind vielseitig: du kannst sie roh essen, kochen, braten und im Backofen oder über offenem Feuer rösten und sogar einlegen. Besonders schnell lassen sich vorgegarte, vakuumierte Esskastanien oder Kastanienpüree in der Dose zubereiten. Ein paar typische Rezepte mit Esskastanien sind:

  • Cremige Esskastaniensuppe
  • Im Ofen geröstete Esskastanien

  • Esskastanien als Füllung für Braten und Fleischgerichte

  • Süßes oder herzhaftes Esskastanienpüree

  • Glasierte Esskastanien als Beilage

  • Kuchen und Gebäck aus Esskastanienmehl

In den traditionellen Anbaugebieten in Frankreich oder Spanien kann man geröstete und glasierte Esskastanien häufig als Snack auf der Straße kaufen.

Frische Esskastanien zubereiten

Du kannst Esskastanien im Ofen backen oder sie kochen. Damit sie gleichmäßig garen, sollest du die Schale vorher mit einem Messer einritzen.

Im Ofen backen: Gib die Esskastanien für rund 20 Minuten bei 180 Grad in den Backofen. Nach einer Weile platzt die Schale auf, sodass du die weichen Kastanien dem Abkühlen ganz leicht pellen kannst.

In Wasser kochen: Gib die eingeritzten Kastanien in einem Topf mit kochendem Wasser und koche sie etwa 20 Minuten. Nach dem Abgießen lassen sie sich ganz leicht schälen.

Leckere Rezepte, die mit Esskastanien gelingen

Esskastanien im Backofen
  • Glutenfrei
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
40min
Einfach
Maronen-Apfel-Brotaufstrich
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
25min
Einfach
Maronen-Cremesuppe
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
  • Glutenfrei
20min
Einfach
Maronen-Pilz-Ragout
  • Vegetarisch
40min
Einfach