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Durian

Durian

Eine Frucht, die polarisiert: Durian. Der nussige Geschmack der Königin der Tropenfrüchte erinnert an Vanille – und lässt nicht erahnen, dass ihr Geruch so penetrant ist, dass das Mitführen von Durian in südostasiatischen Hotels und insbesondere in Flugzeugen untersagt ist. Deswegen wird sie in unserem Sprachgebrauch oft als Stinkfrucht oder Baumkäse bezeichnet. Doch was genau versteckt sich hinter der stacheligen Frucht? Aus welchen Ländern wird sie importiert? Und wie bereitet man sie zu?

Was ist Durian?

Durian

Der Durianbaum zählt zur Familie der Malvengewächse und trägt essbare Früchte. Seine Heimat ist der Dschungel Südost-Asiens. Der Baum wächst bis zu 40 m hoch und benötigt in seiner direkten Umgebung eine Mindesttemperatur von 22 °C. Er kann bis zu 100 Jahre alt werden und trägt in jedem Jahr mehr Früchte. Das Tropengewächs bevorzugt zwar sandige Böden, hält aber maximal eine Trockenperiode von drei Monaten aus. In der Blütezeit geben die Blüten einen strengen Geruch ab, der Fledermäuse, Vögel und Bienen anzieht und die Bestäubung einleitet. Drei bis vier Monate danach können die ersten Früchte geerntet werden. Sie sind reif, wenn sich die Schale leicht öffnet und sie von selbst auf den Boden fallen.

Heute werden in Thailand ungefähr 20 verschiedene Durian-Arten angebaut. Zu den bekanntesten zählen Kan-Yaw, Morn-Thong, Phantasm und Cha-Nee. Da Durian nach der Ernte frisch verzehrt werden sollte, eignen sich die meisten Arten nicht für den Export. Auf dem internationalen Markt ist meist nur eine Art, Durio zibethinus, erhältlich – in der Regel tiefgefroren. Bekannt ist die Frucht für ihre beeindruckende Größe und die mit Dornen besetzte Schale – mehr allerdings noch für den intensiven Geruch.

Die Frucht erinnert an eine überdimensionierte Litschi und hat im Schnitt einen Durchmesser von 15 cm und eine Länge von 30 cm. Dabei bringt sie 1 kg bis 3 kg auf die Waage. 80 % ihres Gewichts macht die Schale aus, die mit großen scharfen und circa 1 cm langen holzartigen Stacheln und Dornen übersät ist. Die Kapselfrucht ist länglich bis rund, die Farbe der dicken, äußeren Schale variiert von Grün bis Braun.

Woher stammt Durian ursprünglich?

Aufgrund des charakteristischen Geruchs kann man sich kaum vorstellen, dass das Gewächs mit der wohlriechenden Kakao-Pflanze verwandt ist. Ihren Ursprung hat die Durianpflanze in den Regenwäldern von Indonesien und Malaysia. Heute wird Durian in vielen tropischen Ländern Südostasiens, aber auch in Afrika und Australien kultiviert.

In ihren Herkunftsländern gilt Durian als Delikatesse. In vielen Kulturen hat die Verköstigung der unterschiedlichen Sorten einen hohen Stellenwert und ähnelt einer ausgedehnten Weinprobe, wie wir sie kennen. Denn in jedem Jahr finden Durian-Feste in den jeweiligen Anbauregionen statt, die wiederum Durian-Liebhaber aus aller Welt anziehen. Die Ernte der Frucht ist aufwendig, denn bis heute erfolgt sie nicht automatisiert, sondern von Hand. Auch aus diesem Grund ist sie das teuerste Obst in Südostasien.

Stinkfrucht! Warum riecht Durian so intensiv?

Die Konsistenz des frischen Fruchtfleisches von Durian ist cremig. Ihr fruchtiger Geschmack erinnert manchmal an Walnuss, manchmal an Mandeln und in der Regel auch an Vanille. Hinzu kommt allerdings ein kräftiger Zwiebel-Anteil. Ist die Frucht bereits überreif, bekommt das Fleisch einen matschigen Charakter. Dann ist es säuerlich – und riecht extrem nach Ammoniak, Essig und tatsächlich auchnachErbrochenem. Viele Menschen, hauptsächlich in Westeuropa, empfinden den Geruch des frischen Fruchtfleisches als äußert unangenehm.

Diesem Phänomen ist ein Forscher-Team der National University of Singapur auf den Grund gegangen. Sie haben das Genom von Durian entschlüsselt und herausgefunden, dass die Pflanze über 46.000 Gene verfügt. Das sind doppelt so viele wie beim Menschen. Einige Gene verursachen die Produktion eines Enzyms namens Methionin-y-Lyase, welches die schwefelhaltige Aminosäure Methionin abbaut – und den charakteristischen Geruch bedingt.

Eine gerade geöffnete Frucht ist in einem Umkreis von 100 m zu riechen. Aus diesem Grund wurde in der Metro von Singapur und Bangkok ein Durian-Mitnahmeverbot eingeführt. Zudem ist in ganz Thailand der Verzehr von Durian an öffentlichen Plätzen untersagt. Außerdem herrscht in vielen südostasiatischen Hotels ein generelles Durian-Verbot.Wer es missachtet, kann zur Kasse gebeten werden, da sich der unangenehme Geruch tagelang in der Umgebung festsetzt. Außerdem hat der bissige Geruch bereits zu Verspätungen im Flugverkehr geführt, wenn Passagiere die Frucht im Handgepäck mitführten und dadurch regelrechte Tumulte auslösten.

Wann und wo kann man Durian kaufen?

In manchen Metropolen – auch außerhalb Asiens – kannst du die Durianfrucht frisch kaufen – wenn du weißt, wo du suchen musst. In gut sortierten Feinkostabteilungen oder in Asia-Läden findest du sie am ehesten zwischen April und Juli. Eine reife Frucht erkennst du übrigens daran, dass du die Kerne beim Schütteln im Inneren hin- und herfallen hörst. Ein weiteres Signal für optimale Reife ist eine fast goldene Färbung der Schale. Nach dem Kauf solltest du die Frucht allerdings sofort verzehren, da ihr Fleisch schnell ranzig wird. Darüber hinaus gibt es auch ein Angebot an tiefgefrorenen Produkten.

Welche Nährstoffe enthält Durian?

Der Genuss der Durianfrucht soll aphrodisierend wirken – darauf schwört man zumindest in Malaysia. Das ist zwar nicht wissenschaftlich belegt, fest steht aber, dass Durian eine wahre Vitaminbombe ist. Reich an Vitamin B1 und B2 regt Durian den Energiestoffwechsel der Körperzellen an. Außerdem steckt in der kalorienreichen Frucht eine Menge Vitamin C.

Was kann man aus Durian machen?

In ihren Herkunftsländern wird die Durianfrucht meistens roh gegessen – gut gekühlt und frisch schmeckt sie am besten. Außerdem eignet sie sich zur Herstellung zahlreicher Produkte wie Marmelade, Bonbons, Nugat, Mousse, Cremes, Pudding, Crêpes, Eis-Shakes oder Speiseeis. Vor allem auf der indonesischen Insel Java werden die Kerne der Durian zur Herstellung von Mehl verwendet, um damit Gebäck herzustellen. Ein Pluspunkt dieser Kombination ist definitiv, dass ihr unvergleichlicher Geschmack erhalten bleibt, der Geruch jedoch nachlässt. In dünne Scheiben geschnitten kannst du Durian braten oder rösten. Die Kerne werden in den Anbaugebieten als Chips-Variante genutzt – was sich zu einem echten Street-Food-Trend entwickelt hat.

Vorsichtig sein solltest du bei der Kombination des Genusses von Durian und Alkohol, da dies zu krampfartigen Bauchschmerzen führen kann. Grund dafür ist die Hemmung eines zum Alkoholabbau benötigten Enzyms, die durch Schwefelverbindungen in der Durianfrucht verursacht wird.

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