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Mungobohnen – die asiatischen Traditionsbohnen

Sprießende Mungobohnen.

Mungbohnen, Jerusalembohnen, Lunjabohnen – die Namen, unter denen man Mungobohnen im deutschen Sprachraum kennt, sind ebenso divers wie ihre Verwertungsmöglichkeiten. Waren die leckeren Hülsenfrüchte bis vor wenigen Jahren vor allen Dingen in asiatischen Gerichten zu finden, erobern sie langsam aber sicher die Küchen Europas und Nordamerikas. Tipps für einfache und exotische Rezepte findest du weiter unten im Text. Außerdem erfährst du, ob die Bohnen ein sinnvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein können. Und was genau haben Sojasprossen eigentlich mit Mungobohnen zu tun?

Was sind Mungobohnen?

Mungobohnen zählen zur Familie derHülsenfrüchte, genauer gesagt zu den Schmetterlingsblütlern. Die Bohnenpflanzen sind einjährig, können bis zu anderthalb Meter groß werden und sind eng mit der Linsenbohne (auch: Urdbohne) verwandt. Zum Verzehr geeignet sind die Samen, die eine grüne, braune oder gelbliche Farbe habe und im Normalfall erbsengroß oder kleiner sind. Ungefähr 7 bis 20 der gemeinhin als Mungobohnen bezeichneten Samen reifen in essbaren Hülsen. Ihr Geschmack reicht von mild bis leicht nussig. Nicht nur die Bohnenkerne selbst, sondern auch ihre Keimlinge kannst du in einer ganzen Reihe unterschiedlicher Gerichte verwerten.

Gut zu wissen

Neben den eingangs genannten Namen werden Mungobohnen in asiatischen Rezepten oft auch als Mung Dal, Mung Daal oder Moong Dal bezeichnet. Damit sind die geschälten, halbierten Bohnen gemeint.

Herkunft und Geschichte der Mungobohnen

Mungobohnen stammen wie ihre enge Verwandte, die Urdbohne, ursprünglich aus Indien. Hier wurden sie bereits vor mehreren tausend Jahren kultiviert und finden als proteinreiches Grundnahrungsmittel in zahlreichen traditionellen Gerichten Verwendung. Im Laufe der Zeit verbreitete sich die Hülsenfrucht zunächst in Richtung Ost- und Südasien.

Vor allem in China erfreute sie sich dabei schon früh großer Beliebtheit. Später hielt sie in Ostafrika, Australien und Südamerika Einzug. Heute sind Mungobohnen auch in Nordamerika und Europa angekommen. Sie werden damit nicht nur weltweit kultiviert, sondern werten auch in fast allen Regionen der Erde leckere Speisen auf.

Gut zu wissen

Je nach regionalen Bedürfnissen werden Mungobohnen als ganze Samen oder grüne Sprosse für den Handel produziert. Auch als Viehfutter und Gründüngung kann die Hülsenfrucht genutzt werden. Während in den USA und China beispielsweise Sprossen hoch im Kurs stehen, wird der Großteil der Ernte in Indien als ganzes Korn verwertet.

Anbau von Mungobohnen

Mungobohnen werden normalerweise gegen Ende der Regenzeit ausgesät. Sie benötigen wenig Wasser, wachsen auf schweren Böden und können auch in Höhenlagen von bis zu knapp 2.000 Metern gedeihen. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen 80 bis 120 Tage. Hauptanbaugebiet ist der asiatische Kontinent: Hier werden rund 90 Prozent der weltweiten Ernte produziert. Schätzungsweise 500.000 Tonnen entfallen dabei auf Indien, rund 190.000 Tonnen auf Thailand. Nach der Ernte werden die Mungobohnen getrocknet und gegebenenfalls geschält und halbiert, bevor sie in den Handel gelangen.
Übrigens kannst du Mungobohnen im Sommer auch im heimischen Garten anbauen. Erntereif sind deine Bohnen etwa 100 Tage nach der Aussaat, wenn die Hülse zu trocknen beginnt bzw. eine leicht bräunliche Farbe annimmt.

Gut zu wissen

In tropischen Gebieten werden Hülsenfrüchte wie Mungobohnen aufgrund ihrer recht geringen Ansprüche an die Bewässerung oft in der Trockenzeit kultiviert. Während der anschließenden Regenzeit wächst auf den landwirtschaftlichen Flächen dann Reis – so warten gleich zwei Erntephasen und damit zwei Einkommensquellen auf die Farmer:innen.

Welche Sorten von Mungobohnen gibt es?

Insgesamt gibt es über 200 verschiedene Arten von Mungobohnen. Die unterschiedlichen Arten lassen sich zum Beispiel in die folgenden drei Varietäten einteilen:

  • Vigna radiata var. typica bezeichnet die grünen Mungobohnen. Die Blätter der Bohnenpflanzen sind dunkelgrün.
  • Vigna radiata var. grandis verfügt über schwarze Bohnensamen, die in etwas größeren und vor allen Dingen längeren Hülsen liegen.
  • Vigna radiata var. aurea sind die gelben Bohnen – auch „golden gram“ genannt. Diese Bohnenpflanzen zeichnen sich durch hellere Blätter aus.

Die wohl bekannteste und bei uns meist in getrockneter Form erhältliche Art ist die grüne Mungobohne. Im englischen Sprachraum wird sie „green gram“ genannt.

Gut zu wissen

Die in Deutschland als Sojasprossen bezeichneten Keimlinge stammen in der Regel nicht etwa von der Sojabohne, sondern von der Mungobohne. Sie müssten also eigentlich als „Mungbohnensprossen“ oder „Mungobohnenkeimlinge“ deklariert werden.

Nährstoffe: So gesund sind Mungobohnen

Mungobohnen verfügen über einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Auch sind sie ein guter Lieferant von Eiweiß. Mungobohnen sind zudem reich an einer ganzen Palette von Mineralstoffen, darunter Calcium, Kalium und Natrium.

In Hinblick auf die Vitamine ist besonders Vitamin B5 hervorzuheben sowie Vitamins B1.
Nährwerte pro 100 g Mungobohnen (getrocknet)

Nährstoffe 

Nährwerte pro 100 g 

Kalorien  

274 kcal 

Eiweiß 

23g 

Fett 

1 g 

Kohlenhydrate 

42 g 

Ballaststoffe 

17 g 

Vitamin B5 

3500 μg 

Vitamin B1 

490 μg 

Calcium 

90 mg 

Kalium 

171 mg 

Natrium 

9 mg 

Magnesium 

166 mg 

Gut zu wissen

Mungobohnen gelten im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten als gut bekömmlich. Durch ihre bessere Verdaulichkeit sollen sie weniger blähend wirken.

Lagerung und Haltbarkeit von Mungobohnen

Getrocknete Mungobohnen können in feuchtigkeitsfreier und dunkler Umgebung rund ein Jahr gelagert werden. Gut eignen sich luftdicht verschließbare Gläser, die im Keller oder in der Speisekammer aufbewahrt werden. Dabei ist zu beachten, dass sich geschälte Bohnen normalerweise etwas weniger lange halten als ungeschälte.

Mungobohnensprossen solltest du jedoch schnellstmöglich verzehren, am besten innerhalb von zwei Tagen. Willst du die Haltbarkeit der Keimlinge um ungefähr einen Tag verlängern, empfiehlt sich die Aufbewahrung im Kühlschrank. Auch die Tiefkühltruhe ist eine Option – roh oder blanchiert sowie möglichst luftdicht verpackt kann die Haltbarkeit der Sprossen bis auf ein Jahr verlängert werden.

So kannst du Mungobohnen in der Küche verwerten

Sowohl Mungobohnen als auch ihre Sprossen oder Keimlinge können in vielen Gerichten, vor allen Dingen der asiatischen Küche, Verwendung finden. Dazu zählen zum Beispiel:Salate,

  • Suppen,
  • Curry,
  • Reis- und Nudelgerichte aus dem Wok und
  • Eintöpfe.

Auch in Glasnudeln finden sich Mungobohnen – allerdings in Form von Mungobohnenmehl

Wenn du die getrockneten Bohnen als Ganzes verwendest, musst du die Mungobohnen vor der Zubereitung einige Stunden (z. B. über Nacht) einweichen lassen. Anschließend beträgt die Garzeit etwa 30 Minuten. Geschälte und halbierte Mungobohnen müssen hingegen nicht eingeweicht werden. Sprossen kannst du roh essen, du solltest sie aber vorher gut abwaschen. 

Gut zu wissen

Du kannst Sprossen ganz leicht selber machen. Gib einfach ein paar Mungobohnen in ein mit Wasser gefülltes Glas oder eine Keimschale und lasse sie für ein paar Tage bei Zimmertemperatur stehen. Dabei solltest du nicht zu viele Samen in das Behältnis geben, sonst haben die Keime nicht ausreichend Platz, um sich auszubreiten.

Schmackhafte Rezepte mit Mungobohnen und Mungobohnensprossen

Gebratene Nudeln mit Mungobohnensprossen
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
30min
Mittel
Koreanische Pfannkuchen mit Mungobohnen
  • Vegan
  • Vegetarisch
  • Laktosefrei
12h 30min
Einfach
Vegetarisches Bibimbap mit Mungobohnensprossen
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
  • Glutenfrei
40min
Mittel
Bulgogi - Koreanisches BBQ
  • Laktosefrei
50min
Mittel