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Lupinen – die eiweißreichen Hülsenfrüchte als Fleischalternative

Lupinen in einer Schüssel.

Neben Soja gelten Lupinen seit einigen Jahren als der Fleischersatz schlechthin. Doch die kleinen Samen können noch mehr, weswegen sie vielfältig weiterverarbeitet werden. Wie gesund sind Lupinenprodukte und was ist der Unterschied zwischen Lupinen und Süßlupinen?

Was sind Lupinen?

Lupinen sind krautige Pflanzen, die zur Familie der Hülsenfrüchte (Fabaceae) und der Untergruppe der Schmetterlingsblütler gezählt werden. Es gibt rund 200 verschiedene Arten an Lupinen, die weltweit vorkommen und vielerorts nicht nur angebaut werden, sondern auch wild wachsen. 

Hierzulande blühen sie von Juni bis August und tragen je nach Sorte blaue, lila, rosa, gelbe oder weiße Blüten. Doch nicht alle Lupinen sind essbar, denn viele Sorten, wie z. B. Wildlupinen, enthalten Giftstoffe. Kulinarisch relevant sind lediglich die Samen der Süßlupine und der Weißen Lupine.  

Sie enthalten sehr viel Eiweiß und werden unter anderem zu Lupinenmehl, Lupinenschrot, Lupinenkaffee, Brotaufstrichen, Proteinpulver und Fleischersatzprodukten weiterverarbeitet. Darüber hinaus enthalten sie wertvolle Nährstoffe, weshalb sie besonders in der vegetarischen und veganen Küche beliebt sind. 

Herkunft und Geschichte von Lupinen

Woher Lupinen ursprünglich kommen, lässt sich nur schwer nachvollziehen, da sie in vielen verschiedenen Regionen der Welt heimisch sind. Es wird jedoch vermutet, dass die Gattung Lupinus ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und sich von dort aus verbreitet hat. 

Als Nutzpflanze werden Lupinen in Europa seit dem 16. Jahrhundert angebaut, anfangs vor allem als Viehfutter. Außerdem verwendete man sie schon damals als natürliches Düngemittel, um die Qualität der Böden zu verbessern. Sie wachsen aber auch als Wildpflanze und werden gerne in Gärten gepflanzt. 

Heutzutage werden in vielen Ländern Süßlupinen und Weiße Lupinen kommerziell angebaut, um sie in der Lebensmittelindustrie zu verwenden. Essbare Lupinensamen werden aufgrund ihres Nährwertprofils, ihrer ökologischen Vorteile und ihres Potenzials als alternative Proteinquelle immer mehr geschätzt. 

Anbau von Lupinen

Lupinen werden weltweit angebaut, auch in Deutschland. Süßlupinen bevorzugen ein gemäßigtes Klima und gedeihen am besten bei 15 bis 25 Grad Celsius. Einige Sorten können jedoch auch in kühleren oder wärmeren Klimazonen angebaut werden. 

Die Pflanzen haben die Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu binden und in den Boden freizusetzen, wodurch sie zu einer verbesserten Fruchtbarkeit des Bodens beitragen. Ausgesät werden Lupinen im Frühjahr oder Herbst, je nach Region und Sorte. Die Aussaat erfolgt normalerweise in Reihen mit einem Abstand von etwa 20 bis 30 cm zwischen den Pflanzen. 

Lupinen benötigen ausreichend Feuchtigkeit, insbesondere während der Keimung und des Wachstums. Es ist wichtig, dass der Boden feucht, aber nicht übermäßig nass ist. Die Ernte der Samen erfolgt in Handarbeit oder mit einer Mähdreschmaschine. Danach können die Samen direkt weiterverarbeitet werden.

Welche Lupinenprodukte gibt es?

  • Lupinenmehl wird aus gemahlenen Lupinensamen hergestellt. Es hat einen hohen Proteingehalt und wird oft als glutenfreie Alternative zu Weizenmehl verwendet. Lupinenmehl eignet sich gut zum Backen von Broten, Keksen, Kuchen und anderen Backwaren.
  • Lupinenkaffee wird aus gerösteten und gemahlenen Lupinensamen hergestellt. Er hat einen milden, nussigen Geschmack und ist koffeinfrei.
  • Lupinenprotein ist eine gute pflanzliche Proteinquelle. Es enthält außerdem alle essenziellen Aminosäuren. Lupinenproteinpulver wird oft in Smoothies, Proteinshakes, Backwaren und anderen Lebensmitteln verwendet.
  • Lupinenfilets sind eine beliebte Fleischalternative, die sich gut zum Braten eignen. Sie sind besonders bei Veganern beliebt, da sie neben Eiweiß viele wertvolle Nährstoffe enthalten.
  • Geröstete Lupinensamen werden gerne als Snack verkauft. Sie haben einen knackigen Biss und sind in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie salzig, würzig oder süß erhältlich. Sie sind eine tolle Alternative für Chips oder gesalzene Nüsse.
  • Lupinenmilch ist eine pflanzliche Alternative zu Kuhmilch. Sie wird aus eingeweichten Lupinensamen hergestellt, die gemahlen und mit Wasser vermengt werden. Sie hat einen milden, leicht süßlichen Geschmack und kann in Kaffee, Müslis, Smoothies und zum Kochen verwendet werden.

Nährstoffe: Wie gesund sind Lupinenprodukte?

Das reichlich enthaltene Eiweiß in Lupinen enthält alle wichtigen Aminosäuren, was sie zu einer tollen Proteinquelle für Vegetarier und Veganer macht. Außerdem stecken Lupinensamen voller Vitamin E.

Mineralstofftechnisch können Lupinenprodukte mit Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen punkten.   

Menschen, die einen zu hohen Cholesterinspiegel haben, können bei Lupinenprodukten beherzt zugreifen. Sie sind nämlich cholesterinfrei und enthalten kein Gluten. Wer auf Hülsenfrüchte empfindlich reagiert, dem könnten Lupinen allerdings weniger gut bekommen, sie könnten zu Beschwerden führen. Am besten einfach mal vorsichtig austesten. 

Nährwerte pro 100 g Lupinensamen (gekocht)

Nährstoffe 

Nährwerte pro 100 g 

Kalorien 

119 kcal 

Kohlenhydrate 

10 g 

Eiweiß 

15,5 g 

Fett 

3 g 

Ballaststoffe 

2,8 g 

Kalium 

250 mg 

Calcium 

51 mg 

Magnesium 

54 mg 

Eisen 

1,2 mg 

Vitamin E 

2 mg 

Lagerung und Haltbarkeit von Lupinenprodukten

Verarbeitung 

Haltbarkeit 

Wie lagern 

Lupinenmehl 

4–6 Monate 

Kühl und trocken, luftdicht verpackt 

Lupinenkaffee 

ca. 4 Monate 

Kühl und trocken, luftdicht verpackt 

Lupinenproteinpulver 

mind. 6 Monate 

Kühl und trocken, luftdicht verpackt 

Geschrotete Lupinensamen 

46 Monate 

Kühl und trocken, luftdicht verpackt 

Lupinenfilet 

Ungeöffnet siehe MHD, geöffnet bis zu 4 Tage 

Im Kühlschrank 

Verarbeitung von Lupinen

Geschrotete Lupinensamen sind ein toller Zusatz für Müslis, Bratlinge oder Pfannkuchen. Sie können außerdem zu leckeren Brotaufstrichen weiterverarbeitet oder in Smoothies oder Säften verwendet werden.  

Wenn du kein Fleisch isst, dann ist Lupinenfilet eine schmackhafte Alternative. Du kannst es in der Pfanne anbraten und mit Salat, Gemüse, Reis oder anderen Beilagen servieren. In Streifen geschnitten ist es auch als „Geschnetzeltes“ oder als Füllung von Wraps geeignet.  

Glutenfreies Lupinenmehl ist ideal zum Backen von Brot, Brötchen oder Gebäck geeignet. Dazu passt auch eine Tasse Lupinenkaffee, der frei von Koffein ist. Wie du siehst, sind Lupinenprodukte äußerst vielseitig, sodass du deiner Fantasie freien Lauf lassen kannst.

Köstliche Rezepte mit Lupinen

Zweierlei Lupinen-Aufstrich
  • Vegetarisch
  • Glutenfrei
55min
Einfach
Lupinen Frühstücks-Bowl
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
  • Vegan
25min
Einfach