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Kochen mit oder ohne Deckel: So geht es richtig

Kartoffel Fleisch Topf

Auf jeden Topf passt ein Deckel, sagt ein altes Sprichwort. Und das hat auch seinen Sinn: Meist ist es clever, beides zusammen zum Kochen zu verwenden. Das spart Energie und Zeit. Doch es gibt auch Ausnahmen. Manche Gerichte köchelt man fĂŒr die perfekte Konsistenz und einen runden Geschmack lieber offen.

Warum gart man mit Deckel?

Oft stellt sich in der KĂŒche die Frage: Ist das Kochen mit oder ohne Deckel besser? Die Antwort: Ein Topfdeckel ist (fast) immer eine gute Idee und bringt gleich mehrere Vorteile mit sich:

  1. Saftige Ergebnisse: Dampf und FlĂŒssigkeit sammeln sich im Topf und schĂŒtzen das Gargut vor dem Austrocknen.
  2. Stromsparen leicht gemacht: Die WĂ€rme, die sich durch die Hitze auf dem Herd im Topf bildet, wird durch den Deckel eingefangen, Energieverluste werden so vermieden.
  3. Fixer am Ziel: Mit Topfdeckel kommen FlĂŒssigkeiten viel schneller in Wallung, die Kochzeit wird dadurch verkĂŒrzt.

Vor allem, wenn keine FlĂŒssigkeit verdampfen soll, heißt es: Deckel drauf! Das gilt fĂŒr Suppen, BrĂŒhen und beim Aufkochen von Wasser fĂŒr Kartoffeln oder Pasta.

Das Prinzip dahinter ist immer dasselbe: Über den Herd wird dem Kochtopf Energie in Form von Hitze zugefĂŒhrt, die dazu dient, den Inhalt zu erwĂ€rmen. Dabei sorgen – vereinfacht erklĂ€rt – MolekĂŒle durch Schwingungen dafĂŒr, dass WĂ€rmeenergie von unten nach oben transportiert wird. Das kĂŒhlere Wasser von oben sinkt gleichzeitig ab und wird dann ebenfalls erhitzt. Diesen Prozess nennt man Konvektion. Sobald die Hitze am Kochdeckel angekommen ist, erwĂ€rmt auch er sich und gibt die KonvektionswĂ€rme an die Umgebung außerhalb des Topfes ab. Hier entweicht also immer etwas Energie – das kann selbst der beste Deckel nicht verhindern.

Aber er lohnt sich trotzdem: Gleichzeitig entsteht wĂ€hrend des Kochvorgangs sogenannte VerdampfungswĂ€rme – also Energie, die benötigt wird, um FlĂŒssiges in Wasserdampf zu verwandeln. Das Wasser kondensiert, steigt also als Dampf aus dem Topf und schlĂ€gt sich auf OberflĂ€chen zu Wasserdampf nieder. Dabei spricht man von KondensationswĂ€rme.

Gut zu wissen

Liegt der Deckel fest auf dem Topf, kann die Energie, die durch das Verdampfen und Kondensieren entsteht, nicht entweichen. Sie bleibt im Topf, erwÀrmt das Wasser auch von der OberflÀche und verringert die Kochzeit. Kurzum: Beim Kochen mit Deckel sparst du tatsÀchlich Strom, schonst deinen Geldbeutel und die Umwelt.

Was sollte man mit Deckel garen?

Kartoffeln zugedeckt kochen

Bei der Frage „Kartoffeln kochen mit oder ohne Deckel“ scheiden sich die Geister. Auf jeden Fall sollte man die Knollen in kaltes Wasser geben und erst dann aufkochen, damit sie nicht matschig werden. FĂ€ngt es dann im Topf richtig an zu brodeln, nehmen viele den Topfdeckel wieder ab, damit nichts ĂŒberschĂ€umt. Das lĂ€sst sich aber auch verhindern, indem man weniger Wasser in den Topf gibt. Es reicht, wenn die Kartoffeln knapp bedeckt sind. Viele Deckel haben ein praktisches Ventil, durch das Druck entweichen kann, so wird Überkochen zusĂ€tzlich unterbunden. Auch Pellkartoffeln kochen ist mit Deckel sinnvoll, um Energie zu sparen.

Reis mit oder ohne Deckel kochen?

Reis wird grundsĂ€tzlich mit Deckel gekocht. Da er langsam köcheln und quellen muss, um die richtige Konsistenz zu erlangen, stellt man den Herd bei der Zubereitung auf die kleinste Stufe. Dadurch ist ÜberschĂ€umen ausgeschlossen.

Gut zu wissen

Falls du hĂ€ufig Reis zubereitest, kann sich die Anschaffung eines Reiskochers lohnen. Er ist im Vergleich zum Kochen auf der Herdplatte energiesparender. Ein weiterer Vorteil: Überkochen und Anbrennen sind mit einem Reiskocher Geschichte.

Milchreis mit Deckel kochen ist ebenso problemlos möglich. Auch beim Dessertklassiker sorgt niedrige und konstante Hitze fĂŒr ein perfektes, cremiges Ergebnis. Das klappt im geschlossenen Kochtopf besonders gut.

Risotto mit Deckel kochen – das ist schon etwas schwieriger. Schließlich muss man stĂ€ndig rĂŒhren – oder? Allerdings nicht ganz so hĂ€ufig, wie manche denken: Es genĂŒgt, den Reis hin und wieder durchzurĂŒhren, damit er nicht am Topfboden klebt. Dazwischen darf ruhig ein Deckel drauf.

Wie kocht man Pasta richtig?

Nudeln mit oder ohne Deckel kochen – das macht jeder anders. Was immer stimmt: Jede Nudel braucht stark sprudelndes Wasser, um gleichmĂ€ĂŸig zu garen. Weil beim Kochprozess StĂ€rke aus der Pasta austritt, schĂ€umt das Wasser sehr schnell ĂŒber, wenn ein Topfdeckel verwendet wird. Darum ist es am besten das Nudelwasser zunĂ€chst zugedeckt zum Kochen zu bringen und die Nudeln dann deckellos oder mit nur leicht aufgelegtem Topfdeckel zu Ende zu garen.

Welche Gerichte sollte man ohne Deckel kochen?

Soßen einkochen – so geht®s

Damit Soßen und Sugos eine schöne SĂ€migkeit bekommen, lĂ€sst man sie einkochen. Das sogenannte Reduzieren funktioniert am besten ohne Deckel. So kann Feuchtigkeit entweichen, der Topf- oder Pfanneninhalt also schneller andicken. Auch die Aromen der Soße werden dadurch intensiver. Damit nicht zu viel auf Herd und KĂŒchenfliesen spritzt, kannst du den Deckel halb auflegen oder einen Spritzschutz verwenden.

Sollte man mit Deckel braten?

Ein schönes Steak muss möglichst heiß in Fett angebraten werden, um eine leckere Kruste und Röstaromen zu bilden. Das heruntertropfende Kondensat, das sich im Topfdeckel sammelt, wĂŒrde diesen Vorgang stören, das Fleisch eher kochen als braten. Kommt Wasser ins heiße Öl in der Pfanne, kann es außerdem gefĂ€hrlich spritzen. Beim Braten ist es daher sinnvoller, auf den Deckel zu verzichten. Damit die StĂŒcke außen kross und innen schön saftig werden, kannst du sie nach dem Anbraten im Backofen garziehen lassen.

Fisch hingegen kann von der Feuchtigkeit, die durch einen Kochdeckel entsteht, profitieren: Er lĂ€sst sich dadurch in einer Pfanne saftig dĂŒnsten. Wer sein Fischfilet etwas krosser mag, brĂ€t es zunĂ€chst von beiden Seiten an, nimmt es dann von der Hitze und lĂ€sst es mit aufgelegtem Deckel noch etwas ziehen. Besonders lecker: Gegen Bratzeitende eine Knoblauchzehe und etwas Butter zum Fisch geben.

Jeder Tipp zÀhlt: Energiesparend kochen

  • Topf und Deckel sollten perfekt zusammen passen. Durch HohlrĂ€ume und Ritzen kann WĂ€rmeenergie entweichen.
  • Alte und verbeulte Töpfe leiten WĂ€rme schlecht. Zum Stromsparen ist ein neues Topfset besser geeignet.
  • Kochtopf passend zur Herdplatte auswĂ€hlen, damit keine Energie vergeudet wird.
  • Kochwasser im Wasserkocher vorerhitzen, um Strom zu sparen.
  • Die Kochplatte frĂŒher ausschalten und die NachwĂ€rme nutzen. Mit Deckel bleibt es in Topf und Pfanne noch mehrere Minuten heiß.

Kochen mit Deckel: Rezepte

Kokos-Linsen-Eintopf
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
  • Vegan
45min
Einfach
Pellkartoffeln mit Ei
  • Glutenfrei
35min
Einfach
Veganer Milchreis
  • Vegan
  • Laktosefrei
  • Vegetarisch
45min
Mittel
GemĂŒse-Risotto
  • Glutenfrei
30min
Einfach

Kochen ohne Deckel: Rezepte

SchmorgemĂŒse Sugo mit Spaghetti
  • Laktosefrei
  • Vegan
  • Vegetarisch
35min
Einfach
Tomatensoße aus frischen Tomaten
  • Laktosefrei
  • Vegan
  • Vegetarisch
45min
Einfach

FAQ

  • Spargel kochen mit oder ohne Deckel?

    Spargel kocht man am besten mit Deckel. Das spart nicht nur Strom: Die Stangen garen so auch gleichmĂ€ĂŸiger.

    Am besten eignet sich zum Spargelkochen ein Spargeltopf, in dem das GemĂŒse aufrecht stehen kann. Mit dem integrierten Korbeinsatz lĂ€sst sich der Spargel ganz einfach aus dem Kochwasser heben.

  • Suppenhuhn kochen mit Deckel?

    Ein Suppenhuhn sollte man mit Deckel kochen. Da es recht lange köcheln muss, bis man eine fertige BrĂŒhe hat, wĂŒrde man sonst zu viel Energie und FlĂŒssigkeit verschwenden.

    Zum Suppenhuhn gibt man klein geschnittenes SuppengrĂŒn, Lorbeer, Wacholder, Pfefferkörner und Salz, um eine krĂ€ftige BrĂŒhe zu erhalten.

  • Ziehen lassen mit oder ohne Deckel?

    Um Speisen im Topf ziehen zu lassen, lohnt sich ein Deckel: Damit kann man die RestwÀrme optimal nutzen und Energie sparen.

  • Wasser kochen mit oder ohne Deckel?

    Ein Deckel auf dem Topf lĂ€sst das Wasser schneller aufkochen. Das hilft beim Stromsparen und verkĂŒrzt die Zubereitungszeit fĂŒr viele Gerichte.

    Zwar gibt es selbst mit Deckel leichte Energieverluste durch Konvektion. KondensationswÀrme und VerdampfungswÀrme bleiben aber im Topf. So sparst du Energie.

  • Kocht man Spaghetti mit oder ohne Deckel?

    Wie bei allen Nudelsorten, ist es auch bei Spaghetti am besten, das Wasser zunĂ€chst mit Deckel zum Kochen zu bringen – das spart Energie. Ist die Pasta im Topf, den Deckel abnehmen oder nur leicht auflegen, damit nichts ĂŒberschĂ€umt.