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Koscher essen: z. B. Fisch

Koscher essen - Tipps & Infos

Jede Religion hat ihre ganz eigenen Gesetze und Regeln – so auch das Judentum. Für gläubige Juden gibt es einige Auflagen für die Ernährung, welche im sogenannten Kaschrut festgelegt sind. Speisen, die im Einklang mit den jüdischen Speisegesetzen sind, werden als koscher bezeichnet. Doch auch viele Vegetarier oder Personen, die unter einer Laktoseintoleranz leiden, greifen immer häufiger zu koscheren Produkten, da diese einen besonders hohen Reinheitsgrad aufweisen.

Was bedeutet koscher essen?

Der Begriff koscher wird in der Umgangssprache genutzt, um auszudrücken, dass etwas einwandfrei ist. Die eigentliche Bedeutung ist laut Wörterbuch allerdings "den jüdischen Speisegesetzen gemäß erlaubt". Wie vielschichtig diese Speisegesetze sind, erfährst du in unserer Übersicht zum Thema koscher essen.

Jüdische Speisegesetze

Die Speisegesetze des Judentums, welche auch als Kaschrut bezeichnet werden, haben ihren Ursprung in den fünf Büchern Moses, der sogenannten Tora. In diesen Vorgaben finden sich viele Vorschriften und Auflagen, welche die Nahrungsaufnahme genau regeln. Die Vorschriften dienen praktizierenden Juden daher als tägliche Richtlinie beim Essen.

Koscheres Essen

Generell gibt es drei Kategorien, in welche sämtliche Lebensmittel unterteilt werden.

  • Zum einen gibt es fleischige Speisen, auch basari genannt.
  • Zum anderen gibt es milchige Speisen, die auch chalawi genannt werden.
  • Parve sind neutrale Lebensmittel, die weder als fleischig noch milchig gelten. Zu den parve Lebensmitteln gehören unter anderem Fisch, Eier und Gemüse. Auch Honig ist parve, obwohl Insekten grundsätzlich nicht zu den koscheren Lebensmitteln gehören.

Die Speisegesetze schreiben vor, dass fleischige und milchige Lebensmittel strikt voneinander getrennt werden müssen. Auch die Zubereitung erfolgt getrennt, das heißt, dass beispielsweise unterschiedliche Küchengeräte zur Zubereitung verwendet werden müssen.

Wo kann man koscher einkaufen?

Einige koschere Lebensmittel gibt es in jedem Supermarkt. Andere Lebensmittel sind mitunter nicht überall erhältlich. In größeren Städten gibt es spezialisierte Einzelhändler, in den meisten kleineren Städten fehlt dieses Angebot jedoch. Es ist davon auszugehen, dass das Angebot weiter steigt, da die Vorteile von koscheren Lebensmitteln neben Juden auch von anderen Zielgruppen geschätzt werden. Vegetarier können sich bei Milch und Milchprodukten mit dem koscher Siegel sicher sein, dass diese völlig ohne tierische Zusatzstoffe auskommen.

Was sind koschere Lebensmittel?

Als koscher gelten Lebensmittel, die aus koscheren Zutaten hergestellt sind und bei denen darüber hinaus keines der Speisegesetze der Juden verletzt wurde, indem beispielsweise fleisch- und milchhaltige Produkte in Kontakt gekommen sind. Auch wenn auf den ersten Blick vielleicht kein Verstoß gegen die Vorschriften der Speisegesetze auszumachen ist, kann dies auf den zweiten Blick schon ganz anders aussehen, da einige Aromen aus tierischen Stoffen gewonnen werden.

Koscheres Fleisch

Nicht jede Fleischart ist koscher. Das Fleisch von Tieren wie Rindern, Ziegen, Schafen und Hirschen kann problemlos verzehrt werden. Verboten sind jedoch Schweinefleisch, das Fleisch von Pferden, Kaninchen oder Hasen.

Koscheres Geflügelfleisch stammt ausschließlich von Vögeln, die domestiziert sind. Das Fleisch von Raubvögeln ist nicht koscher und darf nicht gegessen werden. Ebenso verhält es sich mit Schalentieren wie Muscheln, Krebsen oder Hummern, denn koschere Meerestiere sind nur solche, die Schuppen und Flossen haben. Reptilien und Insekten sind ebenfalls nicht koscher und dürfen nicht gegessen werden.

Koscher Schlachten

Das koschere Schlachten wird auch Schächten genannt. Die Speisevorschriften verbieten den Verzehr von Blut. Daher muss bei der Schächtung ein vollständiges Ausbluten der Tiere sichergestellt werden. Die Tiere werden beim Schächten mit einem Schnitt durch die Kehle getötet, so ist der Blutverlust am höchsten. Nach dem Ausbluten wird das Fleisch zusätzlich gewässert, gesalzen und gespült.

Eier gehören zwar zu neutralen Nahrungsmitteln, aber auch bei ihnen ist genau zu überprüfen, ob sich ein Blutrest im Ei befindet oder nicht. Sollte das der Fall sein, ist das Ei nicht koscher.

Koscherer Wein

Die Kriterien, die ein Wein erfüllen muss, um als koscher zu gelten, sind durchaus vielschichtig und komplex und beginnen schon bei der Anpflanzung der Weinstöcke. Diese dürfen nämlich nicht mit anderen Gemüse- oder Obstsorten zusammen angepflanzt werden, sondern stehen ganz allein in den Feldern der Weinberge. Frühestens vier Jahre nach der Pflanzung dürfen die ersten Reben geerntet werden. Danach dürfen nur männliche Juden in den Weinbergen arbeiten, die den Sabbat einhalten. Es dürfen keinesfalls tierische Stoffe zum Filtern oder Klären verwendet werden. Im jedem siebten Jahr, dem sogenannten Sabbatjahr, ruht die Weinproduktion, welche sonst nur unter rabbinischer Aufsicht stattfindet.

Koscheres Salz

Koscheres Salz ist grundsätzlich frei von Zusatzstoffen. Das bedeutet, es handelt sich bei koscherem Salz um grobkörniges Natursalz, welches nicht zusätzlich mit Jod oder anderen Stoffen versetzt wurde. Im Grunde unterscheidet sich koscheres Salz kaum von anderen gängigen Salzarten. Der Hauptunterschied liegt in der grobkörnigen Beschaffenheit.

Welcher Käse ist koscher?

Oft wird zur Käseproduktion echtes Lab verwendet. Da dieses aus den Mägen von Kälbern gewonnen wird, gilt es als fleischiges Lebensmittel, also als basari. Koschere Käsesorten werden daher zwingend ohne echtes Lab hergestellt. Außerdem darf der Käse auch nicht mithilfe von echtem Kamin gefärbt werden, da dieses aus Schildläusen gewonnen wird und das Judentum den Verzehr von Insekten untersagt.
Einige Molkereiprodukte wie Quark oder Joghurt enthalten Gelatine. Da diese aus Schweinehaut oder -knochen hergestellt wird, sind solche Produkte ebenfalls nicht als koscher anzusehen.

Wie erkennt man koschere Lebensmittel?

Ein gesetzlich geschütztes Zertifikat für koschere Lebensmittel gibt es in Deutschland nicht. Wenn du ein Koscher-Zertifikat siehst und dich fragst, welche Kontrollinstanz diese Zertifizierung überwacht, solltest du dich im Internet über besagtes Zertifikat informieren. In der Regel muss die Produktion unter rabbinischer Aufsicht stehen. Der Rabbiner stellt dabei sicher, dass keine Vorschriften verletzt werden. Viele Juden vertrauen daher auf ein entsprechendes Zertifikat oder Siegel.

Koscher essen und kochen

Möchte man koscher kochen, gilt es darauf zu achten, dass milchige und fleischige Zutaten strikt voneinander getrennt behandelt werden. Die Trennung geht soweit, dass sogar unterschiedliches Kochgeschirr für Fleisch- und Milchprodukte verwendet werden sollte. Die jüdischen Speisegesetze sehen zudem eine mehrstündige Wartezeit vor, die zwischen dem Verzehr von Milch- und Fleischspeisen vergehen soll. Dies gilt es zu bedenken, wenn beispielsweise ein mehrgängiges Menü koscher gekocht werden soll.

Koschere Rezepte

Viele Rezepte haben über die Zeit einen besonderen Stellenwert in der koscheren Küche eingenommen, da ihre Zubereitung den Regeln des Kaschruts entspricht. Gerade Gerichte wie Gefillte Fisch, Matzeknödel oder Bagel werden mit der jüdischen Küche assoziiert.

Infografik "Was bedeutet koscher und koscher essen?"

Infografik Koscher

Passahfest

Das Passahfest, welches auch als Pessach oder Paschafest bekannt ist, ist eines der wichtigsten Feste im Judentum. Während der Feierlichkeiten wird an die Befreiung der Israeliten aus Ägypten und das Ende ihrer Versklavung gedacht. Das Fest dauert sieben Tage. Im orthodoxen Judentum dauert es sogar acht Tage. Es beginnt mit einem Festessen am Vorabend des Pessach-Festes, am sogenannten Sederabend. Vorher muss allerdings noch das Haus komplett geputzt werden. Während dieser Zeit wird gänzlich auf gesäuertes Essen verzichten.

Das Abendessen wird feierlich mit der ganzen Familie eingenommen und das, was auf den Teller kommt, ist fest geregelt. Die Getränke und Speisen sollen einen Bezug zur Leidenszeit in Ägypten haben. Daher wird ein Mus aus Äpfeln, Feigen und Nüssen mit Zimt gegessen, der von der Farbe an die Lehmziegel erinnert, die in der Sklaverei geformt werden mussten. Zudem werden Salzwasser und bittere Kräuter bei der Zubereitung des Essens verwendet, da sie an die bitteren Tränen vergegenwärtigen sollen, die damals vergossen wurden. Nach dem Abendessen werden gemeinsam Lieder gesungen und Psalme aufgesagt.

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