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Rund 7,8 Millionen Menschen ernähren sich in Deutschland vegetarisch und rund 900.000 Menschen vegan - so die Schätzung des Vegetarierbund Deutschland. Dabei gibt es durchaus unterschiedliche Formen vegetarischer Ernährung. Die vegane Ernährung ist dabei die konsequenteste, da sie auf alle Produkte vom Tier verzichtet.

Pflanzen als Hauptnahrungsmittel

Vegetarische Ernährung: Pflanzenmilch

Das Wort Vegetarismus ist eine Übersetzung des englischen Wortes vegetarianism, was aus den Worten vegetable ("pflanzlich", "Gemüse") und  -arian ("eine Überzeugung haben") gebildet wurde. Es wurde übrigens schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Oxford Dictionary als Wort aufgenommen - in die Welt getragen wurde die Überzeugung von der englischen Vegetarian Society, die schon 1847 gegründet wurde. Es beschreibt also eine Ernährungsart, bei der überwiegend Pflanzen konsumiert werden. Manche Ausprägungen lassen allerdings auch Produkte von lebenden Tieren, wie Eier und Milch, zu. Veganer verzichten komplett auf tierische Produkte. Die unterschiedlichen Ausprägungen im Überblick:

  • Ovo-Lakto-Vegetarier sind die größte Gruppe unter den Vegetariern. Ovo-Lakto-Vegetarier meiden Fleisch und Fisch, essen aber Eier und Milchprodukte.
  • Lakto-Vegetarier verzichten auf Fleisch, Fisch und Eier, verzehren aber Milch und Milchprodukte.
  • Ovo-Vegetarier essen kein Fleisch, keinen Fisch, keine Milch und Milchprodukte. Eier sind dagegen erlaubt.
  • Pescetarier meiden das Fleisch gleichwarmer Tiere, essen aber Fisch und Meeresfrüchte. Pescetarier zählen im strengen Wortsinn nicht zu den Vegetariern, da Produkte von lebenden Tieren gegessen werden.
  • Flexitarier essen nur in Ausnahmefällen Fleisch. Dieses ist von möglichst hoher Qualität oder stammt von Biohöfen. Im Wesentlichen ernähren sich Flexitarier vegetarisch.
  • Veganer lehnen alle Produkte vom Tier ab. Sie essen also kein Fleisch, keinen Fisch und keine tierischen Erzeugnisse wie Milch, Milchprodukte, Eier oder Honig. Der Verzicht geht bis hin zu Bekleidung und Produkten des Alltags. So sind zum Beispiel Schuhe aus Leder oder Bekleidung aus Wolle tabu. Produkte, die in Tierversuchen getestet werden, lehnen viele Veganer ebenfalls ab.
  • Frutarier ernähren sich lediglich von solchen Pflanzen, die bei der Ernte nicht beschädigt werden, also von Obst, Nüssen und Samen. Die Verwendung von Gemüsepflanzen ist unter Frutariern umstritten.

Der kleinste gemeinsame Nenner: Tierleid verhindern

Ob Vegetarier oder Veganer, beiden gemeinsam ist die hohe ethische Ausrichtung des persönlichen Lebensstils und der Ernährungsweise. Sowohl Vegetarier als auch Veganer wollen das Töten von Tieren vermeiden und lehnen die industrielle Massentierhaltung ab. Während die vegetarische Lebensweise - je nach Ausprägung - noch tierische Produkte wie Milch oder Eier erlaubt, verzichten Veganer konsequent darauf. Auch Lederwaren, Wolle und Honig werden von Veganern gemieden. Denn Veganer sind der Auffassung, dass auch die Produktion von Fleisch, Milch, Eiern, Wolle und allen anderen tierischen Produkten mit Tierleid und dem Töten von Tieren verbunden sei.

Woher bekommen Vegetarier und Veganer ihre Nährstoffe?

Viele wichtige Nährstoffe stammen aus tierischen Quellen. Bei einer vegetarischen Ernährung ist es in der Regel kein Problem, den täglichen Bedarf an Kalzium, Eisen, Protein und Vitamin B12 zu decken. Veganer müssen hier ihre Ernährung genau planen und die Zufuhr von wichtigen Nährstoffe über Getreide, Nüsse, Öle, Hülsenfrüchte und Blattgemüse decken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Veganern, das wichtige Vitamin B12 durch ein Nährstoffpräparat einzunehmen, da dieses nicht aus pflanzlichen Quellen zugeführt werden kann. Außerdem ist eine regelmäßige Kontrolle des Vitamin-B12-Status anzuraten.