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Wildkräuter

Wildkräuter: lecker und gesund

Frische Kräuter verleihen so gut wie jedem Gericht das gewisse Extra. Neben den üblichen Verdächtigen wie Basilikum, Schnittlauch und Co. sorgen vor allem Wildkräuter für echte Überraschungen. Wo Sie essbare Wildkräuter finden, wie sie am besten schmecken und mehr, erfahren Sie hier.

Natürlicher geht's kaum

Wildkräuter sind die wohl günstigste Möglichkeit um dem Essen geschmacklich den letzten Schliff zu verleihen. Denn statt sie im Supermarkt zu kaufen, kann man Wildkräuter am Wegesrand, auf Wiesen und im Wald finden und ernten. Die Kunst dabei ist lediglich das leckere Kraut von gewöhnlichem Unkraut zu unterscheiden.

Was charakterisiert Wildkräuter?

Wildkräuter müssen laut Definition zwei Dinge erfüllen: Erstens sind es krautige (nicht verholzende) Pflanzen, die zum Verzehr geeignet sind. Zweitens sind sie Kraut, das nicht züchterisch bearbeitet wurde.

Worauf man in der Natur beim Sammeln achten sollte

Wer bislang wenig Erfahrung beim Kräutersammeln hat, sollte sich vorher unbedingt ein wenig einlesen. Denn so sieht der essbare Bärlauch beispielsweise den giftigen Maiglöckchen und dem Aronstab relativ ähnlich. Sauerklee wird leicht mit Sadebaum oder Buschwindröschen verwechselt. Gehen Sie also lieber ganz gezielt auf die Suche oder machen Sie sich vorher mit Ratgebern oder im Internet schlau.

Wie bewahrt man Wildkräuter am besten auf?

Hat man eine gute Sammelstelle für das Wildkraut entdeckt, wäre es doch viel zu schade nur eine kleine Menge der leckeren Blätter mit in die heimische Küche zu nehmen. Zum Verzehr in den folgenden Tagen lassen sie sich prima in verschließbaren Dosen im Kühlschrank aufbewahren. Für getrocknete Kräuter können Sie sie zu Bündeln zusammennehmen und kopfüber aufhängen. Auch eine schöne Möglichkeit um den Geschmack für die nächsten Monate zu konservieren: Bereiten Sie ein leckeres Pesto aus Ihrem selbstgesammelten Kraut zu. Eine andere Möglichkeit ist, die Kräuter zu hacken und in Eiswürfelbehältern im Verhältnis 2/3 Kraut und 1/3 Wasser oder Öl einzufrieren. Diese Variante ist perfekt, wenn Sie immer mal wieder kleine Portionen benötigen.

Nicht nur lecker, sondern auch gesund

Einige Wildkräuter werden nicht nur zu kulinarischen, sondern auch zu gesundheitlichen Zwecken eingesetzt: Sie zählen zu den Heilkräutern und werden als Hausmittel gegen Beschwerden wie Erkältungen oder bei Verdauungsproblemen eingesetzt.
Aber auch der gesunde Mensch kann von den Inhaltsstoffen der Wildkräuter profitieren. So enthält beispielsweise das Gänseblümchen 600 mg Kalium pro 100 g, der sowieso schon als nährstoffreich bekannte Grünkohl hingegen "nur" 490 mg. Brennesseln sind sehr eisenreich und enthalten viel Magnesium. Für die geballte Ladung an Nährstoffen lohnt es sich also nicht nur ein paar der Wildkräuter über das Essen zu streuen, man kann sogar ganze Salate aus ihnen zubereiten.

Monat Was kann gesammelt werden
Januar Bei mildem Winter: Spitzwegerich, Löwenzahn, Vogelmiere, Gundermann
Februar Huflattich, Sauerampfer, Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennessel
März Bärlauch, Scharbockskraut, Sauerklee
April Löwenzahn, Schafgarbe, Gundermann, Gänseblümchen, Brunnenkresse
Mai Spitzwegerich, Taubnessel, Gundermann, Brennessel
Juni Johanniskraut, Frauenmantel, Kamille, Knoblauchsrauke, Sauerampfer
Juli Johanniskraut, Brennesselblüten
August Samen von Breitwegerich und Brennessel, Besenheidenblüten, Beifuß
September Weißdornbeeren, Acker-Schachtelhalm, Breitwegerich
Oktober Wurzeln von Nachtkerze, Huflattich, Löwenzahn
November Wurzeln von Beifuß, Beinwell, Baldrian
Dezember Wurzeln von Bärenklau, Baldrian, Frucht der Mispel

 

Leckere Rezepte mit Wildkräutern

Die beliebtesten Wildkräuter im Überblick

Brennessel

Brennessel

Dem Genuss von Brennesseln stehen die meisten zunächst etwas skeptisch gegenüber. Zurecht: Erfahrungen mit den Juckreiz und brennenen Bläschen verursachenden Blättchen hat garantiert jeder mal gemacht. Dennoch sind Brennesseln schon seit der Antike als Heilkraut bekannt und verfügen über zahlreiche wohltuende Eigenschaften. Zudem sind sie reich an Eisen, Calcium, Vitamin C, Vitamin A, Kalium, Magnesium und Natrium.

Brennesseln in der Küche: Brennesseln können tatsächlich wie Spinat zubereitet werden, indem man sie in etwas Öl zusammen mit Zwiebelwürfeln dünstet. Wem das zu viel ist, der kann ein paar der Blättchen im Smoothie verarbeiten oder mit in den Salat geben. Auch lecker schmecken die grünen Blättchen in Form von Pesto.
Das Nesselgift verflüchtigt sind bei der Zubereitung übrigens schnell. Wer auf Nummer Sicher gehen will, schlägt die Brennesseln vor der Verarbeitung in ein Küchentuch ein und rollt ein paar Mal mit einem Nudelholz darüber.
Beim Ernten tragen Sie am besten Gummihandschuhe, damit kann nichts passieren. Die ganz jungen Pflanzen haben den feinsten Geschmack.

Brunnenkresse

Wasserkresse

Brunnenkresse, auch Wasserkresse genannt, wächst an Bächen, Seen oder anderen Quellen. Ihr werden einige wohltuende Wirkungen nachgesagt, so dass das Kraut gerne z. B. bei Frühjahrsmüdigkeit eingesetzt wird.

Brunnenkresse in der Küche: Das Wildkraut bringt einen scharfen, leicht bitteren Geschmack mit, weshalb Sie die Brunnekresse etwas vorsichtiger dosieren sollten. Sie schmeckt z. B. lecker in Smoothies mit anderen süßen Zutaten, wie z. B. reifer Banane. In Wildkräutersalaten, Suppen oder im Kräuterquark kann Brunnekresse ebenfalls für leckere Geschmacksnuancen sorgen.

Löwenzahn

Löwenzahn

Als "Pusteblume" kennen wir den Löwenzahn schon seit dem Kindesalter. Im Garten wird er meistens als Unkraut angesehen, dabei ist er in der Küche eine echte Bereicherung. Die beste Erntezeit für die Löwenzahnblätter ist im Frühjahr. Die Triebe sind dann noch jung und enthalten weniger Bitterstoffe. Wie auch die meisten anderen Wildkräuter, ist Löwenzahn nicht nur lecker, er bringt auch viele für die Gesundheit positive Inhaltsstoffe mit sich.

Löwenzahn in der Küche: Durch die leichte Bitternote sorgen die Blätter des Löwenzahns für eine interessante Geschmacksnote in Salaten. Auch beliebt ist Tee aus getrockneten Löwenzahnblättern- und blüten. Die hübschen Blüten lassen sich prima als Dekoration auf Desserts oder Kuchen verwenden.
 

Spitzwegerich

Spitzwegerich

Spitzwegerich ist ein echtes Urgestein unter den Wildkräutern: Er wurde schon in der Antike und im Mittelalter zu Heilzwecken eingesetzt. In der Natur findet man das Kraut besonders an Standorten mit nährstoffreichen Böden, auf Waldlichtungen, Wiesen oder auch am Wegesrand.

Spitzwegerich in der Küche: Spitzwegerich, der übrigens reich an Vitamin C ist, überzeugt durch seinen leicht pilzartigen Geschmack. Er kommt besonders gut in Kombination mit anderen Wildkräutern im Salat. Zum Würzen von Eierspeisen, Kräuterquark- oder Frischkäse ist er ebenso wunderbar geeignet. Wer ihn im Smoothie verarbeiten möchte, sollte nicht mehr als drei Blättchen verwenden – sonst wird der Geschmack zu intensiv.

Giersch

Giersch

Außer den Wurzeln kann man vom Giersch alles, also Blätter, Früchte und Samen, verzehren. Er kommt mit einem leichten Petersilien-Geschmack daher, gegart ähnelt sein Aroma dem von Spinat. Die beste Erntezeit für Giersch ist zwischen April und Mai. Die jungen Pflanzen sind besonders mild und zart im Geschmack. Die älteren schmecken würziger und herber.

Giersch in der Küche: Am vielseitigsten sind die Giersch-Blätter. Sie schmecken zubereitet wie Spinat, als Pesto, im Salat, in Nudelsoßen, Kräuterquark oder auch im grünen Smoothie. Mit den Blüten können Sie Ihr Wasser in Form eines sogenannten "Infused Waters" aufpeppen. Auch die Samen sind essbar und können, nachdem sie im Mörser zermahlen wurden, als Gewürz eingesetzt werden.

Gundermann

Melisse

Gundermann ist dank der kleinen blauen Blüten recht gut zu erkennen. Im Frühjahr ist er eines der ersten verfügbaren Wildkräuter – die frischen Blättchen treiben sogar unter der Schneedecke. Bis ins 17. Jahrhundert wurde Gundermann übrigens auch als Bierwürze verwendet.

Gundermann in der Küche: Gundermann hat einen relativ intensiven Geschmack, weshalb er meist in Kombination mit anderen Kräutern verwendet wird. Die herb-aromatischen Aromen passen zu Eierspeisen, Eintöpfen und Suppen. Süße Speisen wie selbstgemachtes Eis oder auch flüssiges wie Tee, Kräuterbowle oder Wein bekommen durch Gundermann spannende, neue Geschmacksnuancen.