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Weißer Tee – die edelste Teesorte der Welt

Weißer Tee.

Teekenner lieben Weißen Tee wegen seines milden, harmonischen Geschmacks. Bai Cha, wie der Tee in seinem Ursprungsland China heißt, gilt als erlesenste Sorte der Welt. Da er kaum verarbeitet wird, enthält Weißer Tee viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Doch wie bereitet man ihn richtig zu? Und wie wird er hergestellt?

Was ist Weißer Tee?

Genau wie Grüner oder Schwarzer Tee wird Weißer Tee aus den Knospen und jungen Blättern der Pflanzengattung Camellia sinensis hergestellt. Im Unterschied zu den anderen beiden Sorten wird Weißer Tee jedoch nur geringfügig verarbeitet, was ihm seinzartes blumiges Aroma und seinen milden, leicht süßen Geschmack verleiht. Sein Name kommt vom weißen seidenartigen Flaum, der die Blattknospen umgibt und ein Qualitätsmerkmal des Weißen Tees ist. Dem Genuss von Weißem Tee werden zahlreiche gesundheitliche Vorteile zugesprochen, zu denen unter anderem eine verbesserte Herzgesundheit, eine bessere Verdauung und Unterstützung bei der Gewichtsabnahme gehören. Abschließend wissenschaftlich bestätigt sind diese jedoch nicht.

Fun Fact

2009 entdeckten chinesische Archäologen in einem Grab Blätter des Weißen Tees in einer kleinen Schale. Es stellte sich heraus, dass es sich hierbei um Silbernadeltee handelte, der rund 1.000 Jahre alt war.

Herkunft und Geschichte von Weißem Tee

Weißer Tee stammt ursprünglich aus dem Süden Chinas, wo er auch heute noch geerntet wird. Die Sorte Da Hao wurde bereits während der Song-Dynastie von 960 bis 1279 n. Chr. exklusiv für den Kaiser hergestellt, wie Aufzeichnungen belegen. Die heute verbreitete Varietät der Teepflanze, Da Bai, wurde von Teebauern in der chinesischen Provinz Fujian erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts gezüchtet. Auch dieser aus wild wachsenden Gebirgspflanzen hervorgebrachte Tee war ursprünglich nur für den chinesischen Kaiserhof bestimmt. Strenge Kontrollen stellten sicher, dass dem Kaiser und seinen Bediensteten ausschließlich die beste Tee-Ernte geliefert wurde – und das so frisch wie möglich.

Als der exklusive Tee zum ersten Mal nach Europa exportiert wurde, wurden auch die europäischen Adelshäuser auf ihn aufmerksam. Von da an stieg die Popularität des Weißen Tees stetig an. Dennoch konnte das erlesene Naturprodukt bis heute nicht den Massenmarkt erobern, sondern gilt eher als Schatz unter Teekennern. Von der chinesischen Gesamtteeproduktion macht erweniger als 0,2 % aus. Das liegt an seinem aufwendigen traditionellen Herstellungsverfahren und den hohen Standards. Neben China wird Weißer Tee heute auch in Indien, Sri Lanka oder Kenia angebaut. Geschmacklich kommt dieser Tee jedoch meist nicht an das Original heran.

Wie wird Weißer Tee angebaut und hergestellt?

Weißer Tee kann nur wenige Tage im Jahr, im Frühjahr, geerntet werden.

1. Die jungen ausgetriebenen Blattknospen werden von Hand gepflückt, bevor sie sich zu öffnen beginnen. Je nach Sorte werden für 1 kg Tee bis zu 30.000 handgepflückte Blattknospen benötigt.

2. Nach dem Pflücken werden die Blätter mehrere Stunden auf Bambusmatten in der Sonne ausgelüftet. Dieser Vorgang trägt dazu bei, den Feuchtigkeitsgehalt der Blätter zu reduzieren und verleiht ihnen ihre charakteristischen silbrig-weiß schimmernden Härchen.

3. Anschließend folgen zwei Trocknungsvorgänge. Beim ersten Trocknungsvorgang werden die Blätter auf speziellen Welkmatten ausgebreitet und für 10 Stunden getrocknet. Im Anschluss füllt man sie in Gefäße und erhitzt sie im Ofen auf über 100 Grad Celsius, um den Oxidationsprozess zu stoppen und den feinen Geschmack und das Aroma des Tees zu erhalten.

4. Dann folgt der zweite Trocknungsvorgang, der von kürzerer Dauer ist und bei höheren Temperaturen stattfindet.

5. Nach dem Trocknen werden die Blätter sortiert, entweder per Hand oder maschinell, bevor sie licht- und luftdicht für den Verkauf verpackt werden.

Dieses aufwendige traditionelle Herstellungsverfahren, bei dem der Weiße Tee weder gerollt noch anderweitig verarbeitet wird, ermöglicht den maximalen Erhalt der ursprünglichen Nährstoffe. Allerdings macht ihn das auch sehr teuer. Erfahrene Erntehelfer:innen können im Durchschnitt 500 g Blattknospen pro Tag pflücken, die getrocknet etwa 100 g Tee ergeben.

Welche Sorten von Weißem Tee gibt es?

Es gibt unterschiedliche Sorten von Weißem Tee, die sich in Preis und Geschmack stark unterscheiden. Die bekanntesten sind:

• Silbernadeltee: Hierbei handelt es sich um die hochwertigste Sorte von Weißem Tee. Für den in China als Yin Zhen bekannten Tee finden nur ungeöffneteBlütenknospen Verwendung. Nur wenige kleine Regionen in Südchina bauen ihn an, weshalb er eher hochpreisig ist. Sein Aufguss ist klar und sein Geschmack zart-elegant.

Pai Mu Tan: Die „Weiße Pfingstrose“, so der übersetzte Name, gilt nach dem Yin Zhen als zweitbeliebteste weiße Sorte. Pai Mu Tan schmeckt vollmundig mit floralen Noten.

• Shou Mei: Diese Sorte wird am häufigsten produziert. Da sie vor allem aus Blättern hergestellt und weniger aufwendig verarbeitet wird, gilt sie als nicht so hochwertig wie Yin Zhen und Pai Mu Tan.

Während alle diese Sorten lose im Handel erhältlich sind, findet man im Supermarkt häufig in Teebeuteln portionierte und mit Aromen versehene Sorten, die es in zahlreichen Geschmacksrichtungen – von Jasmin, Orange und Pfirsich bis zu Vanille und Mango – zu kaufen gibt.

Nährstoffe: Wie gesund ist Weißer Tee?

In der Regel enthält Weißer Tee keine Kalorien, keine Kohlenhydrate, Proteine, Fette oder Ballaststoffe. Da er nur minimal fermentiert, ist er im Vergleich zu anderen Teesorten besonders reich an Vitaminen und Mineralien. Unter anderem sind die Mineralstoffe Calcium, Eisen, Zink und Natrium in ihm zu finden sowie hohe Mengen Fluorid und Kalium.

Bei den Vitaminen ist Vitamin B1 am meisten vertreten. Daneben enthält Weißer Tee die dreifache Menge Catechine wie der mit ihm verwandte Grüne Tee. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben eine antibakterielle und antioxidative Wirkung.

Abhängig von Sorte und Ziehzeit kann Weißer Tee auch Koffein enthalten. Bei milden Sorten kann man von etwa 6 mg pro 100 ml ausgehen, bei stärkeren Sorten von rund 12 mg. Zum Vergleich: Schwarzer Tee hat 25 mg auf 100 ml. Je nach Koffeingehalt kann Weißer Tee also eine anregende Wirkung haben. Im Unterschied zu Schwarz- und Grüntee oder Kaffee ist er jedoch besonders magenschonend.

Schwangeresollten nicht mehr als zwei Tassen am Tag zu sich nehmen, da Weißer Tee die Wehentätigkeit vermindern kann. Gegen Ende der Schwangerschaft sollten werdende Mütter deshalb lieber darauf verzichten.

Nährwerte pro 100 g Weißer Tee

NährstoffNährwerte pro 100 g
Energie0 kcal
Kohlenhydrate0 g
Eiweiß0 g
Fett0 g
Ballaststoffe0 g

Lagerung und Haltbarkeit von Weißem Tee

Weißer Tee sollte in einem luftdichten Behälter an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort gelagert werden. So hält er sichbis zu zwei Jahre. Am besten verbrauchst du ihn jedoch innerhalb von sechs Monaten bis zu einem Jahr nach dem Kauf.

Wie wird Weißer Tee zubereitet?

Da Weißer Tee aus zarten Blättern und Blattknospen besteht, bedarf er einer sanften Zubereitung, um die in ihm enthaltenen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe nicht zu zerstören und den gewünschten Geschmack zu erzielen. Aufgießen solltest du ihn mit 75 Grad Celsius warmen Wasser. Dieses sollte außerdem weich sein. Ist das Leitungswasser deiner Region sehr kalkhaltig, empfiehlt sich ein Wasserfilter. Abhängig von der Sorte beträgt die Ziehzeit zwischen zwei bis fünf Minuten. Traditionell wird Weißer Tee im Gaiwan zubereitet, einem Gefäß für die chinesische Teezeremonie, das aus einer Tasse mit einem Deckel, häufig auch einer Untertasse, besteht.

Im Sommer ist ein Kaltaufguss des Weißen Tees eine leckere Erfrischung. Dazu gießt du Silbernadeltee mit kaltem Wasser auf und stellst den Tee 12 Stunden in den Kühlschrank. Durch den kalten Aufguss entfalten sich die blumigen und nussigen Aromen des Tees besonders gut.

Gut zu wissen

Weißer Tee sollte immer mehrmals aufgegossen werden, um das meiste aus den Blättern herauszuholen. Jeder Aufguss setzt andere Aromen und Nuancen frei, sodass die ganze geschmackliche Bandbreite erst nach mehreren Tassen zum Tragen kommt.