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Fluorid: Infos & Wissenswertes

Zahncreme, Zahnschmelz und Zähne sind für die meisten wahrscheinlich die Begriffe, die sie mit Fluorid in Verbindung bringen. Warum rund um die Dosierung des Spurenelements viele Fragen und Unklarheiten kursieren und worauf man dementsprechend achten sollte, erfährst du hier.

Was ist Fluorid?

Fluorid ist ein Mineralstoff, der zur Gruppe der Spurenelemente gehört und natürlicherweise in der Erdkruste vorkommt. Er ist in manchen Lebensmitteln und Wassern enthalten. Der erwachsene menschliche Körper weist einen Fluoridbestand von 2,5-4 g auf. 99 Prozent davon liegen im Skelettsystem und in den Zähnen vor. 
In den 1930er Jahren wurde erstmals eine Verbindung zwischen Fluorid und der Entstehung von Karies gezogen. Man fügte das Spurenelement Zahnpasta zu und konnte eine Verringerung der Kariesentstehung feststellen. Bis heute sind viele Zahncremes mit Fluorid angereichert. 

Was ist der Unterschied zwischen Fluor und Fluorid?

Auch wenn die beiden Bezeichnungen sehr ähnlich klingen und sich nur durch zwei Buchstaben unterscheiden, ist ihre jeweilige Wirkung eine ganz andere. Das gasförmige Element Fluor zählt zur chemischen Hauptgruppe der Halogene. Bereits kleine Mengen in der Luft können Augen und Lungen verätzen – es ist sehr giftig. Da es jedoch in seiner Reinform in der Natur gar nicht vorkommt, besteht normalerweise keine Gefahr. Natürlicherweise finden wir Fluor nur in gebundener Form, wie z. B. mit Natrium als Natriumfluorid in Zahnpasta. In dieser als Salz gebundenen Form hat es gänzlich andere Eigenschaften als das Gas Fluor.  

Wofür braucht der Körper Fluorid?

Die wohl wichtigste funktionelle Bedeutung des Spurenelements ist der Aufbau von Hartgewebe: Es ist entscheidend für die Härtung des Zahnschmelzes und die Stabilität der Knochenmatrix sowie die Knochendichte. 
Das Spurenelement spielt außerdem eine wichtige Rolle in der Prävention von Karies: Es stärkt den Zahnschmelz und führt langfristig zu einer Verringerung von Karies und Kariesdefekten. Seitdem Fluorid in Zahnpasta zugesetzt ist, konnte ein weltweiter Rückgang von Karies beobachtet werden. 
Außerdem ist Fluorid maßgeblich an der Wundheilung beteiligt.
Insbesondere bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass sie ausreichend mit dem Mineralstoff versorgt sind. Von vielen Kinderärzten wird empfohlen, ab dem ersten Lebensjahr eine Kombination aus Fluorid und Vitamin D zu supplementieren.

Wie viel Fluorid sollte man pro Tag aufnehmen?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Frauen 3,1 mg und Männer 3,8 mg Fluorid am Tag aufnehmen. Je nach Region wird zur zusätzlichen Einnahme von Fluoridtabletten geraten: Das ist der Fall, wenn das Trinkwasser weniger als 0,3 mg Fluorid/Liter aufweist. Das ist bei über 90 Prozent des deutschen Wassers zutreffend und kann beim Gesundheitsamt nachgefragt werden.
Die tatsächliche Zufuhr ist in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung als unbefriedigend einzustufen.
Kinder sollten die Zähne bis zum 3. Lebensjahr mit fluoridfreier Zahncreme gereinigt bekommen, sofern sie Fluoridtabletten bekommen. Welche Variante für Babys und Kleinkinder besser ist – Zahncreme oder Tabletten – darüber sind sich Zahnmediziner und Kinderärzte noch uneinig.
Bis zum 6. Lebensjahr sollte die Zahnpasta nicht mehr als 250-500 mg/kg Fluorid aufweisen und nur in kleinen Mengen verwendet werden.

In welchen Lebensmitteln ist Fluorid enthalten?

Fluoride kommen zwar in allen Lebensmitteln und im Trinkwasser vor, jedoch sind die Gehalte meist sehr gering. Besonders fluoridreich sind:

Da das Spurenelement jedoch größtenteils in den Schalen und Gräten lokalisiert ist, eignen sie sich nur bedingt als sinnvolle Fluorid-Lieferanten.
In Deutschland ist seit 1992 fluoridiertes Speisesalz erhältlich. Erwachsene sollten sich daher entscheiden, ob sie zu diesem greifen oder ob sie Fluoridtabletten wählen. Da Säuglinge und Kleinkinder nur wenig Salz zu sich nehmen, sollten sie immer zusätzlich die Tabletten bekommen.
Fluoridiertes Speisesalz enthält in Deutschland 250 mg/kg Fluorid.  

Welche Folgen hat ein Fluoridmangel?

Beim Menschen sind keine Fluoridmangelsymptome bekannt. Durch eine ausreichende Versorgung wird zwar die Entstehung von Karies vermindert, dennoch ist ein Mangel des Mineralstoffs nicht die Ursache von Karies. Diese ist vielmehr eine mangelhafte Ernährung und unzureichende Zahnhygiene. 

Gut zu wissen:

Einige Schwarzteesorten können recht hohe Fluoridgehalte aufweisen.

Welche Folgen hat eine Fluorid-Überdosierung?

Wird mehr als 1 mg/kg Körpergewicht Fluorid aufgenommen, tritt eine akute Toxizität auf, die sich durch Symptome wie Erbrechen, Bauchschmerzen und Übelkeit zeigt. Eine chronische Überdosierung in den ersten acht Lebensjahren ist durch meist bandförmige weißliche Flecken im Zahnschmelz erkennbar. 
Nehmen ältere Kinder oder Erwachsene täglich mehr als 10 mg Fluorid am Tag auf, besteht die Gefahr einer Skelettfluorose. Dabei reagieren die Knochen mit einer verhärteten und verdichteten Spongiosa (schwammartiges Innengewebe der Knochen) und teilweise einer Verdickung der äußeren Knochenschicht.

Wie wirkt fluoridhaltige Zahnpasta auf den Zahn?

Der Zahnschmelz des menschlichen Körpers besteht hauptsächlich aus Calcium und Phosphat. Unsere Zähne sind von einem Biofilm (Plaque) umgeben, der zahlreiche Mikroorganismen enthält. Diese spalten die Kohlenhydrate, die wir über die Nahrung aufnehmen, in Säuren auf. Diese Säuren lösen Calcium und Phosphat aus dem Zahnschmelz heraus, weichen ihn dadurch auf und schaden letztendlich dem Zahn. Fluorid hilft die Mineralien wieder ins Zahngitter einzubauen, härtet die Zähne und macht sie resistenter gegen Säuren. Außerdem hemmt Fluorid das Bakterienwachstum.

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