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Zuckerrohr – süße Pflanze mit großer Bedeutung

Zuckerrohr

In unseren Breitengraden ist Zuckerrohr kaum in voller Pracht zu sehen. Trotzdem kennt und liebt  jeder diese Pflanze, vor allem in Form einer süßen Backzutat – dem Zucker. Warum auch Rumherstellung und Stromerzeugung mit dem Zuckerrohranbau zusammenhängen? Alle Infos findest du hier.  

Was ist Zuckerrohr?

Zuckerrohr (botanisch: Saccharum officinarum) zählt zu den Süßgräsern. Die bis zu sieben Meter hohe Pflanze wächst in langen Halmen auf Plantagen und wird optisch oft mit Bambus verglichen. Zuckerrohr dient als Basis für die Herstellung von Haushaltszucker (auch Raffinade oder Saccharose) und ist weltweit der wichtigste Rohstoff dafür. 

Wo wächst Zuckerrohr?

Als Ursprung der Pflanze und Nutzung zur Zuckergewinnung gilt der ostasiatische Raum. Auf dem Malaiischen Archipel sowie in Neuguinea und China soll Zuckerrohr schon um das 5. Jahrhundert angebaut worden sein. Durch den Handel gelangte es dann vermutlich in weitere Teile der Welt. Im 16. Jahrhundert galt die Karibik als Zuckerrohr-Hochburg.  

Inzwischen hat Brasilien die Karibik als Nummer eins abgelöst und ist der größte Zuckerrohrproduzent weltweit. Dahinter folgen mit etwas Abstand Indien, China, Pakistan, Thailand, Mexiko, USA, Australien, Indonesien und Guatemala.

Innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte müssen die Halme weiterverarbeitet werden, da sie nur sehr kurz haltbar sind. Darum wird die Pflanze ausschließlich auf Plantagen kultiviert, die mit der nötigen Technik ausgestattet sind.

Kann man in Deutschland Zuckerrohr anbauen?

In Deutschland und anderen EU-Ländern werden nur Zuckerrüben angebaut. Sie haben mit 18 bis 20 Prozent einen vergleichbar hohen Zuckergehalt und eine ähnliche Zuckerausbeute wie Zuckerrohr, machen auf dem Weltzuckermarkt aber den kleineren Anteil aus.

Deutschland und Frankreich zählen in der EU zu den größten Zuckerrübenproduzenten. Weltweit hat Russland mit über 41 Millionen Tonnen die Nase vorn bei Anbau und Ernte der süßen Rüben. Zuckerweltmeister bleibt aber Brasilien mit über 715 Millionen Tonnen angebautem Zuckerrohr jährlich (Stand 2021).

Gut zu wissen

Man kann Zuckerrohrsamen kaufen und sein Glück damit im eigenen Garten versuchen. Allerdings dürfte der Anbau der Zuckerrohrpflanze ein schwieriges Unterfangen werden: Die tropische Pflanze benötigt gleichmäßig hohe Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad und verträgt keinen Frost. Für eine schnellwachsende Hecke ist robuster Bambus besser geeignet. Möglich ist eine Zuckerrohrpflanzung im Kübel. Die Gewächse müssen aber im Haus bei etwa 15 Grad überwintern. 

Was wird aus Zuckerrohr gemacht?

Um aus Zuckerrohr Haushaltszucker herzustellen, wird das Rohr zunächst gepresst, um den süßen Zuckersaft aus dem Inneren zu gewinnen. Ein Großteil davon wird anschließend in mehreren Schritten kristallisiert und gereinigt. So entsteht die schneeweiße Raffinade, die bei uns in den Regalen landet. Doch Zuckerrohr ist auch wichtige Zutat für einige weitere bekannte Produkte.

In den Anbauländern wird der Saft der Pflanze teilweise auch gekühlt und als Getränk verkauft. Gegorener Zuckerrohrsaft ist die Basis für die brasilianische Spirituose Cachaça (Zuckerrohrschnaps).

Auch ein anderes alkoholisches Getränk würde ohne den Anbau von Zuckerrohr nicht existieren: Rum. Er wird allerdings nicht aus dem frischen Saft gemacht, sondern aus Melasse. Dabei handelt es sich um den zuckerhaltigen Restsirup, der bei der Zuckerproduktion anfällt.

Kann man Zuckerrohr roh essen?

Ja, das geht. In seinen Ursprungsländern wird ein Teil vom Zuckerrohranbau auch für den Sofort-Vertrieb genutzt. Die Zuckerrohrstangen werden in Stücke geschnitten und gekaut, um an den süßen Zuckersaft im Inneren zu kommen. Einige Onlineshops bieten auch bei uns frisches Zuckerrohr an. 

Was ist der Unterschied zwischen braunem Zucker und normalem Zucker?

Brauner Zucker bzw. Rohrzucker wird häufig als gesünder eingestuft als raffinierter Haushaltszucker. Tatsächlich handelt es sich dabei aber nur um Zuckerkristalle, die mit Melasse vermischt bzw. nicht vollständig gereinigt wurden. Das verleiht ihnen eine braune Farbe – bringt in Sachen Gesundheit aber kaum nennenswerte Vorteile. Rohrzucker liefert ebenso viele Kohlenhydrate und wenige Nährstoffe und sollte daher nur in Maßen genossen werden.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten für die Zuckerrohrpflanze

Bei der Zuckergewinnung fällt als Abfallprodukt die sogenannte Bagasse an. Das ist der faserige Rohrteil, der nach der Pressung übrigbleibt. Die Bagasse wird teilweise direkt in der Haushaltszuckerproduktion als Brennstoff verwendet, um Energie zu erzeugen. Der größere Teil (etwa 70 %) dient als Rohstoff in anderen Bereichen – zum Beispiel als Brennstoff zur Erzeugung von Strom und als Brennbriketts.

Der Pressrückstand enthält viel Zellulose, was ihn in den letzten Jahren auch als Rohstoff für die Herstellung von Verpackungen und Einweggeschirr wie Becher und Tassen immer relevanter gemacht hat. Zuckerrohrgeschirr ist nur zur einmaligen Verwendung geeignet, dafür aber kompostierbar.

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