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Purine - Infos & Wissenswertes

Ernährungsphysiologisch haben Purine für die meisten Menschen eine untergeordnete Bedeutung. Wir nehmen sie auf, weil sie in vielen Lebensmitteln vorkommen. Der Körper kann die Verbindungen selbst herstellen, abbauen und ausscheiden. Allerdings haben etwa zehn Prozent der Menschen hierzulande Probleme mit ihrem Harnsäurewert. Sie sollten Purine in der Nahrung meiden und sich bewusst ernähren. Warum? Das und mehr erfährst du hier.

Was sind Purine?

Purine sind natürlich vorkommende organische Verbindungen, die von allen Lebewesen – auch vom Menschen – selbst gebildet werden. Sie sind unverzichtbare Bausteine der DNA und stecken im genetischen Material in jedem einzelnen Zellkern. Der Puringehalt hängt von der Art und Herkunft des Gewebes ab und ist deshalb in den einzelnen Lebensmitteln unterschiedlich hoch.

Was passiert mit den Purinen im Körper?

Sowohl die Purine aus der Nahrung als auch die von uns selbst gebildeten Purine aus dem Zellstoffwechsel müssen abgebaut werden, bevor wir sie ausscheiden können. Im Abbauprozess entsteht Harnsäure. Während fast alle Tiere in der Lage sind, Harnsäure noch weiter zu einem gut löslichen Endprodukt wie Allantoin abzubauen, kann der Mensch das nicht. Er muss die Harnsäure direkt ausscheiden. Weil diese aber schwer löslich ist, kann die Niere nur wenig Harnsäure auf einmal eliminieren.

Sammelt sich Harnsäure im Körper an, kann sie Kristalle bilden und die Erkrankung „Gicht“ auslösen. Ist der Harnsäurespiegel im Blut erhöht, ohne dass es schon zum Schub kommt, spricht man von einer Hyperurikämie.

Wer muss auf den Puringehalt achten?

Auf den Puringehalt der Nahrung zu achten, ist für Gicht- bzw. Hyperurikämie-Patienten unerlässlich. Sie müssen nach den Regeln einer purinarmen Diät leben, um einen Gichtschub zu verhindern. In Abhängigkeit vom Harnsäurespiegel im Blut muss die Purinaufnahme mehr oder weniger stark reduziert werden. Manche Lebensmittel sollten in dem Fall gar nicht, andere nur in geringen Mengen konsumiert werden. Am besten ist es, den Verzehr von Fleisch auf maximal zwei bis drei Mahlzeiten pro Woche zu beschränken und stattdessen viel Gemüse in den Speiseplan zu integrieren.

Welche Lebensmittel sind purinreich?

Purine sind in fast allen Lebensmitteln enthalten – die Menge pro Portion schwankt allerdings sehr stark. Zu den stark purinhaltigen Lebensmitteln gehören:

  • Innereien wie Niere und Milz
  • Haut, zum Beispiel die von Fisch und Brathähnchen
  • Fleisch vom Schwein, Kalb und Geflügel
  • Fisch und Meeresfrüchte wie Muscheln und Krustentiere
  • Fischkonserven

Grundsätzlich gilt: Je höher der Eiweißgehalt desto höher der Gehalt an Purin. Tierische Lebensmittel haben einen deutlich höheren durchschnittlichen Puringehalt als pflanzliche Nahrungsmittel.

Gut zu wissen: Gichtpatienten sollten purinreiche Lebensmittel nur in kleinen Mengen genießen. Gleiches gilt für Alkohol, obwohl reiner Alkohol keine Purine enthält. Allerdings beeinflusst er den Purinabbau ungünstig. Alkoholische Getränke wie Bier enthalten aufgrund der Hefegärung selbst größere Mengen Purine. Ähnlich ungünstig wie Alkohol wirkt Fruktose. Obst und Gemüse sind für Gichtpatienten erlaubt, sie sollten jedoch auf Fruktose als Zusatz in verarbeiteten Lebensmitteln wie Müsliriegeln etc. achten. Fruktose wird oft als Süßungsmittel verwendet und kann Gicht fördern.

Ernährungstipps für eine purinarme Küche

Eine gesunde Ernährung mit vielen Zutaten aus der vegetarischen Küche ist für Patienten mit Hyperurikämie oder bereits erfolgten Gichtschüben die beste Empfehlung. Aus den folgenden Produkten kannst du schmackhafte purinarme Gerichte zaubern:

  • Gemüse und Obst (mit wenigen Ausnahmen wie Rosenkohl und Trockenobst)
  • Kartoffeln, Nudeln und Reis
  • fettarme Milch und Milchprodukte
  • Getreideerzeugnisse wie Müsli, Brot und Backwaren, am besten Vollkornprodukte

Nüsse sind in kleinen Mengen als gesunder Snack auch bei einer purinarmen Ernährung geeignet. Auch kleine Menge an speziellen Fleisch- und Fischarten sind trotz der Purine empfehlenswert – wie etwa:

  • Fleisch vom Rind und Wild
  • Fisch wie Lachs, Scholle oder Kabeljau
  • Sojaprodukte wie Tofu
  • Hülsen- und Trockenfrüchte

Küchen-Tipp: Fleisch und Fisch sollten bevorzugt gekocht oder gedünstet statt gebraten werden, weil sich die Purine lösen und ins Kochwasser übergehen.

Purinarme Rezepte

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