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Phytoöstrogene: Infos & Wissenswertes

Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose kommen in asiatischen Ländern wie Japan im Vergleich zu westlichen Industrienationen seltener vor. Steht der höhere Gehalt an Phytoöstrogenen in der traditionellen Kost der asiatischen Länder damit im Zusammenhang?

Was sind Phytoöstrogene?

Phytoöstrogene sind sekundäre Pflanzenstoffe, sie zählen zur Gruppe der Polyphenole. Man unterteilt sie in drei Strukturklassen: Die Isoflavone, die Lignane und die Coumestane.
Der Name Phytoöstrogene lässt ihre östrogene Aktivität schon erkennen: Im menschlichen Organismus wirken sie ähnlich wie das weibliche Sexualhormon 17-ß-Östradiol. Sie haben jedoch eine weitaus schwächere Wirkung. Aufgrund der wechselseitigen Beeinflussung mit den Östrogenrezeptoren können sie die physiologische Wirkung des Hormons nachahmen oder blockieren. Sie haben also eine östrogene und eine antiöstrogene Wirkung. Diese ist abhängig von der Höhe des endogenen Östradiolspiegels.
In den asiatischen Ländern werden die höheren Mengen an Phytoöstrogenen in der Ernährung mit Soja in Verbindung gebracht. Zahlreiche Studien haben sich bislang mit der Wirkung von Soja auseinandergesetzt. 

Wie wirken Phytoöstrogene im Körper?

Phytoöstrogene binden im menschlichen Körper an dieselben Rezeptoren wie die körpereigenen Östrogene. Die Hormonwirkung ist dabei jedoch wesentlich geringer, etwa 0,1 %,  als die der körpereigenen Östrogene. Phytoöstrogene können aber auch eine Anti-Östrogen-Wirkung aufweisen: Durch das Anheften an die Geschlechtshormon-Rezeptoren hemmen sie die Bindung der wirksamen Östrogene und schwächen dadurch deren Effekte. Außerdem wird die Synthese des Sexual-Hormon-Bindenden-Globulins (SHBG) erhöht, dadurch wird mehr Östrogen im Blut gebunden und inaktiviert.

Fazit:

Phytoöstrogene haben zwar eine deutlich geringere Wirksamkeit als endogene, von innen kommende, Östrogene, liegen aber im Körper in einer 100-10.000-fach höheren Konzentration vor. Demnach können sie eine östrogene als auch eine anti-östrogene Wirkung ausüben.

In welchen Lebensmitteln sind Phytoöstrogene enthalten?

Phytoöstrogene können durch verschiedene Lebensmittel über die Ernährung aufgenommen werden. Gute Quellen für Isoflavone sind beispielsweise Soja und Sojaprodukte wie Tofu oder Sojajoghurt. Darüber hinaus stecken sie in Gemüse, Hülsenfrüchten, Zwiebeln und Teeblättern. 
Bislang wurden Phytoöstrogene in über 300 Pflanzen nachgewiesen. Dabei kommen Isoflavonoide in vergleichsweise wenigen Pflanzenarten vor, Lignane sind weiter verbreitet. Besonders reich an Lignanen sind beispielsweise Leinsamen, aber auch Weizenkleie, Roggenmehl, Kürbiskerne, Gerste und Walnüsse.
Erst durch die Verstoffwechslung durch Darmkeime werden die Substanzen für den Menschen verfügbar. Die Voraussetzung dafür ist eine intakte Darmflora.

Coumestane sind nur in wenigen Lebensmitteln enthalten, sie spielen in der Ernährung daher eine untergeordnete Rolle.

Wie viele andere Nährwerte ist auch der Phytoöstrogengehalt pflanzlicher Lebensmittel abhängig von Sorte, Klima, Erntezeit und Reife. Eine Erhöhung der Konzentration und der Bioverfügbarkeit lässt sich durch die Fermentation der Lebensmittel erreichen. Beispiele hierfür sind die traditionelle Herstellung von Tempeh und Miso, beides Produkte, die aus Soja zubereitet werden. 

Helfen Phytoöstrogene in den Wechseljahren?

Seit einigen Jahren sind in Apotheken und Drogerien Isoflavone als Alternative zur Hormontherapie in den Wechseljahren zu finden. Dazu wurden einige wissenschaftliche Studien durchgeführt, die solche als keinen geeigneten Ersatz herausstellten. Laut derzeitigem Wissensstand hat die Einnahme von Präparaten auf Basis von Soja oder Rotklee keine vergleichbare Wirkung wie die einer klassischen Hormontherapie.

Lebensmittel und ihre durchschnittlichen Phytoöstrogengehalte

LebensmittelIsoflavone (mg/100 g Frischegewicht)
Sojabohnen60-145
Tofu13,5-33,2
Sojadrink4,7-9,7
Miso60,4
verschiedene Sorten Bohnen0-6,3
verschiedene Sorten Erbsen0-7,3
 Lignane (µg/100 g Trockengewicht)
Leinsamen371.100
Kürbiskerne21.400
Roggen112,1
Gerste58
verschiedene Sorten Nüsse96-257
Brokkoli437
Oliven1.254
Erdbeeren1.578,1
Cranberries1.054

 

Phytoöstrogenreiche Rezepte

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