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Küchenhygiene - Unsere 10 Tipps

Immer wieder erkranken Menschen in Deutschland durch Salmonellen, Campylobacter oder andere Erreger, die sich in Lebensmitteln befinden. Besonders junge Erwachsene sind häufig davon betroffen. Denn auch wenn die Küche auf den ersten Blick blitzsauber aussieht, lauern dort viele versteckte Bakterien. Manchmal sogar mehr als auf dem Toilettensitz! Erfahren Sie hier, wie Sie Keimen in der Küche ganz ohne Desinfektionsmittel keine Chance geben.

1. Persönliche Hygiene ist das A & O

Persönliche Hygiene ist das Wichtigste in der Küche, denn nur so vermeiden Sie es, Bakterien von Ihren Händen auf Lebensmittel zu übertragen. Waschen Sie Ihre Hände deshalb immer gründlich, bevor Sie mit dem Kochen beginnen. Legen Sie Ihren Schmuck ab und reinigen Sie Ihre Fingernägel, denn dort können sich einige Bakterien tummeln. Damit Sie keine Bakterien von Ihren Händen auf Ihr frisch gewaschenes Geschirr übertragen, ist es ratsam unterschiedliche Handtücher für die Hände und fürs Geschirr zu verwenden. Aber auch während Sie kochen, lauern verschiedene Bakterienfallen. Waschen Sie Ihre Hände unbedingt immer gründlich nachdem Sie rohes Fleisch, Eier oder Rohmilchprodukte angefasst haben. 

2. Küchenhandtücher und Spülschwämme sind die größten Keimschleudern!

Mal ehrlich, wie oft wechseln Sie Ihre Küchenhandtücher und Spülschwämme? Beide sind durch das feuchtwarme Klima ein Paradies für Bakterien! In einem Milliliter Wringwasser können bis zu vier Millionen Mikroorganismen stecken. Wechseln Sie Ihren Spülschwamm daher regelmäßig und waschen Sie ihn bei mindestens 60 °C. Die Spülbürste können Sie einfach in die Spülmaschine stecken. Kleiner Tipp: Sie können Spüllappen und -schwämme auch zwischendurch für zwei Minuten in die Mikrowelle stecken. Dadurch werden 99% der Erreger abgetötet und Sie können den Schwamm wieder bedenkenlos verwenden. Lassen Sie Spüllappen und Spülbürsten nach dem Spülen nicht in der Spüle liegen, denn bei Feuchtigkeit gedeihen Keime besonders gut. Das Spülbecken ist durch das feuchtwarme Klima ein idealer Ort für Bakterien und Keime. Reinigen Sie es deswegen unbedingt täglich mit heißem Wasser und einem Reinigungsmittel, zum Beispiel Essigwasser. Benutzen Sie zum Aufwischen von Tauwasser oder tierischen Produkten am besten immer Küchenpapier und entsorgen Sie es sofort. Wenn Sie regelmäßig von Hand spülen, sollten Sie auch Ihre Geschirrtücher spätestens alle 2-3 Tage wechseln und bei mindestens 60°C waschen.

Schwämme in der Küche

3. Niemals Fleisch und Gemüse auf demselben Brett!

Verwenden Sie unterschiedliche Brettchen für Fleisch und Gemüse. Schneiden Sie beispielsweise zuerst Fleisch und anschließend Gemüse auf demselben Brett, übertragen sich Mikroorganismen und Bakterien vom Fleisch auf das Gemüse. Besonders gefährlich sind Campylobacter Bakterien und Salmonellen, die vor allem in Geflügel und Rohmilchprodukten auftreten. Beide können zu starken Bauchkrämpfen mit Fieber und Durchfall führen. Verwenden Sie daher unterschiedliche Schneidebretter für unterschiedliche Lebensmittel. Idealerweise nutzen Sie Schneidebretter aus Plastik für sensible Produkte wie Geflügel. Kaufen Sie einfach Schneidebrettchen aus unterschiedlichen Materialien und Farben, um sie leichter unterscheiden zu können oder kennzeichnen Sie Ihre Brettchen. Nach jeder Nutzung sollten Sie ihre Schneidebrettchen gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel abschrubben. Außerdem ist es ratsam, dass Sie Ihre Schneidebrettchen aus Holz einmal wöchentlich gründlich desinfizieren. Reiben Sie sie einfach nach dem Abspülen sorgfältig mit Essigessenz ein. Alternativ halbieren Sie eine Zitrone und reiben das Brett gründlich mit der Schnittseite ein. Anschließend bedecken Sie das Brett mit einer dünnen Schicht Salz und reiben es nach 15 Minuten mit der Zitrone in das Brettchen ein. Spülen Sie das Brettchen ab und reinigen Sie die andere Seite auf dieselbe Weise. Mit dieser Methode desinfizieren Sie das Brettchen nicht nur, sondern befreien es auch von unschönen Gerüchen wie Zwiebeln oder Fisch. Zusätzlich können Sie Ihre Holzbrettchen alle paar Monate ölen oder wachsen, um sie vor dem Eindringen von Bakterien zu schützen. Holzbrettchen mit großen Rissen sollten Sie umgehend entsorgen, da sich in den Rissen Keime einnisten können. Brettchen aus Plastik können Sie problemlos in die Spülmaschine stecken. Durch die heißen Temperaturen werden die Keime abgetötet.

4. Auch im Kühlschrank schlummern Bakterien!

Wussten Sie, dass es trotz der Kälte viele Bakterien im Kühlschrank gibt? Damit sie sich nicht im Kühlschrank verbreiten, sollte die Temperatur maximal 4 °C betragen. Jeder Kühlschrank ist in verschiedene Wärmezonen eingeteilt. Lagern Sie Ihre Lebensmittel in der richtigen Wärmezone, halten sich diese länger frisch und die Gefahr der Baterienübertragung sinkt. Der Bereich über dem Gemüsefach ist am kältesten. Lagern Sie dort Fleischprodukte und Fisch. Ins mittlere Fach gehören Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder Käse. Ganz nach oben stellen Sie geöffnete Konserven, gegarte Gerichte oder originalverpackte Milchprodukte.

Räumen Sie den Kühlschrank mindestens einmal im Monat aus und reinigen Sie ihn sorgfältig mit Essigwasser. Entfernen Sie verdorbene Lebensmittel umgehend, stellen Sie ältere Lebensmittel nach vorne und verbrauchen Sie sie zügig. Am besten lagern Sie Ihre Lebensmittel nicht offen, sondern in Dosen oder abgedeckt durch Frischhaltefolie. Fleisch und Gemüse sollten Sie immer getrennt voneinander lagern, um Kreuzkontaminationen von Bakterien zu vermeiden. Bei Kreuzkontaminationen übertragen sich die Bakterien eines Lebensmittels auf ein anderes und können vor allem bei Fleisch zu einer Lebensmittelvergiftung führen.

5. Auf der Arbeitsfläche tummeln sich auch Bakterien!

Arbeitsflächen sind oft ein wahres Paradies für Viren und Bakterien. Wischen Sie Ihre Arbeitsflächen zwischen den Arbeitsgängen deshalb immer gründlich mit heißem Wasser und einem Reinigungsmittel. Im privaten Haushalt sind Desinfektionsmittel nicht notwendig, weil sonst die Gefahr besteht, dass Sie resistente Bakterien heranzüchten. Nutzen Sie für die Arbeitsfläche nicht denselben Lappen wie fürs Geschirr, damit Sie keine Bakterien von der Arbeitsfläche aufs Geschirr übertragen. Vergessen Sie auch nicht Tür- und Schrankgriffe regelmäßig zu reinigen, denn oft fassen Sie diese unbewusst mit schmutzigen Händen an.

Arbeitsfläche in der Küche sauberhalten

6. Vorsicht vor Auftauflüssigkeiten!

Bakterien und Keime überleben sogar im Kühlfach. Tauen Sie Lebensmittel auf, können sich Bakterien - wie beispielsweise Salmonellen - erneut verbreiten. Achten Sie daher darauf, dass Sie Ihre Lebensmittel immer im Kühlschrank oder in der Mikrowelle auftauen. Nur so geben Sie Bakterien keine Chance sich schnell zu vermehren. Entsorgen Sie das Tauwasser sofort und wischen sie es nur mit Küchenpapier auf, das Sie sofort entsorgen. In einem Milliliter Tauwasser können sich nämlich bis zu einer Milliarde Salmonellen befinden. Entsorgen Sie auch die Verpackungen aufgetauter Lebensmittel sofort.

7. Geben Sie Lebensmittelmotten keine Chance!

In trockenen Lebensmitteln wie Reis, Cornflakes oder Nudeln können sich schnell Lebensmittelmotten ansiedeln. Sichten Sie eine Motte in der Küche, sollten Sie sie sofort entfernen und ihre Schränke überprüfen. Lebensmittelmotten legen ihre Larven gerne in kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Mehl oder Müsli. Entdecken Sie fadenartige Strukturen oder feinen Kot in Ihren Lebensmitteln, ist dies ein sicheres Zeichen für einen Mottenbefall und Sie sollten diese Lebensmittel sofort entsorgen. Gespinnstrümpfe (fadenartige Strukturen) und Kot können ernsthafte Erkrankungen der Atemwege hervorrufen. Am besten Sie geben Lebensmittelmotten erst gar keine Chance und füllen Ihre Lebensmittel in luftdichte Behältnisse. Besonders gut eignen sich dafür Bügelgläser oder Schraubgläser.

Lebensmittel in Gläser verpacken

8. Bakterien lieben Mülleimer!

Vor Mülleimern ekeln sich die meisten Menschen, denn auch der Mülleimer ist ein wahres Paradis für Bakterien und Keime aller Arten. Leeren Sie Ihren Mülleimer daher mindestens einmal pro Woche und waschen Sie ihn immer gründlich mit einem Reinigungsmittel aus. Bei Zimmertemperatur herrscht das beste Klima für Bakterien und Keime. Vor allem Erreger in tierischen Produkten sind gefährlich und vermehren sich schnell. Je wärmer es ist, desto schneller verbreiten sich die Bakterein. Leeren Sie Ihren Mülleimer im Sommer daher am besten häufiger.

9. Vorsicht vor dem Hund

Welcher Hundebesitzer kennt das nicht: Sie packen Ihre Lebensmittel aus und schon kommt der Hund in froher Erwartung auf einen Leckerbissen angestürmt. Aber so gern Sie Ihren Vierbeiner auch haben, halten Sie ihn besser aus der Küche fern, denn Tiere tragen meist viele Bakterien und Keime mit sich. Auch Katzen verbreiten oft Keime aus der Natur in der Küche. Wenn Sie ihre Tiere in der Küche füttern, so sollten Sie dies nicht tun, während Sie Ihr eigenes Essen zubereiten. Lassen Sie ihre Tiere nicht auf die Arbeitsflächen und reinigen Sie die Küche immer gründlich.

10. Vergessen Sie Elektrogeräte nicht!

Elektrische Küchengeräte können wahre Keimschleuder sein! Schnell sammeln sich in Gummidichtungen und kleinen Ritzen allerhand Keime und Baktereien. Besonders Pürierstäbe und Standmixer sind oft von verschiedenen Bakterien befalllen. Achten Sie deshalb beim Spülen darauf, dass Sie auch die Dichtungen abnehmen und die Geräte gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel abwischen.

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