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Teffmehl: Alles über die nährstoffreiche Mehl-Alternative

Teffmehl

In Äthiopien zählt das Hirseprodukt zu den Grundnahrungsmitteln und hat einen festen Platz in jeder Küche. Auch in Deutschland erfreut sich Teffmehl immer größerer Beliebtheit als Zutat für Gebäck und gesunder Weizenersatz. Das steckt dahinter! 

Was ist Teffmehl?

Teffmehl wird aus Teff (Eragrostis tef) – auch bekannt als Zwerghirse – gewonnen. Dabei handelt es sich um ein winziges Getreide aus der Familie der Süßgräser, das ursprünglich aus dem äthiopischen Hochland stammt. Die Körner sind mit nur 1-1,5 mm Durchmesser etwa 100-mal kleiner als Weizenkörner und gehören damit zu den kleinsten Getreidearten der Welt. Das Besondere am Zwerghirsemehl: Es ist von Natur aus glutenfrei, reich an wertvollen Nährstoffen und punktet mit einem einzigartigen Aroma. Teffmehl schmeckt angenehm nussig und erinnert leicht an geröstete Haselnüsse oder Sesam. Je nach Sorte fällt das Aroma kräftiger oder milder aus:  
  • Dunkles/braunes Teffmehl schmeckt kräftiger und leicht erdig mit malzigen Noten.
  • Rotes Teffmehl ist besonders intensiv nussig
  • Helles/weißes Teffmehl ist dezenter und schmeckt leicht süßlich.  

Teffmehl vs. Hirsemehl: Die Unterschiede

Teffmehl zeichnet sich durch die verwendete Hirseart aus und ist nicht zu verwechseln mit normalem Hirsemehl aus Braunhirse. Diese Merkmale unterscheiden die Sorten
Merkmal Teffmehl Braunhirsemehl 
Botanischer Name Eragrostis tef  Panicum miliaceum L 
Herkunft Äthiopien Europa, Asien 
Korngröße 1-1,5 mm  2-3 mm 
Geschmack nussig, malzig mild, getreidig 
Farbe Braun, rötlich oder cremeweiß gelblich bis bräunlich 

 

Teffmehl kaufen

Das Produkt aus Zwerghirse gehört bei uns noch nicht zum Kochstandard und ist im Supermarkt oft schwer zu bekommen. Bessere Chancen hat man in Reformhäusern, Bioläden, Feinkostläden und Onlineshops. 

Was man wissen sollte: Teffmehl ist deutlich teurer als die üblichen Produkte aus Weizen, Dinkel und Co. (ab etwa sechs bis 20 Euro pro Kilogramm). Das liegt vor allem daran, dass durch die minimale Größe der Körner der Ertrag bei Teff sehr gering ist. Hinzu kommen eine recht aufwändige Verarbeitung, lange Transportwege (meist aus Äthiopien importiert) und die bisher bei uns noch stark begrenzte Nachfrage. Trotzdem lohnt sich Ausprobieren! Denn in der Küche hat das Hirsemehl einiges zu bieten.  

Teffmehl richtig verwenden

In seiner Heimat Äthiopien zählt Teff seit Jahrtausenden zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. In Mehlform wird das Mini-Getreide vor allem für Injera verwendet. Dabei handelt es sich um ein weiches, sauerteigähnliches Fladenbrot, das traditionell als Beilage zu fast allen Speisen gereicht wird. Es eignet sich aber auch für viele andere Rezepte, etwa:  
  • Pfannkuchen und Waffeln
  • Muffins und Kuchen 
  • Kekse und Plätzchen
  • Brot und Brötchen 
  • Müsli und Porridge 
  • Pizza- und Flammkuchenteig
  • Wraps und Tortillas 
  • Als Paniermehl-Ersatz 
  • zum Andicken von Suppen & Soßen 
  • als Bindemittel für Burger-Patties & Bratlinge 

Backen mit Teffmehl

Wer Teffmehl zum Backen verwenden möchte, muss zunächst seine Backeigenschaften verstehen: Es handelt sich um ein glutenfreies Mehl. Es fehlt also das Klebereiweiß Gluten, das Teigen und Gebäcken als Strukturgerüst dient. Gleichzeitig wird das ganze Korn vermahlen, was zu einer höheren Flüssigkeitsbindung führt. Man muss darum etwas tricksen, um glutenhaltige Mehle durch Teff zu ersetzen – und leckere Ergebnisse zu erzielen. 

Weizenmehl durch Teffmehl ersetzen

Bei sehr einfachen Rezepten – etwa Pfannkuchen oder Waffeln – ist es möglich, Weizenmehl 1:1 gegen Teffmehl auszutauschen. Um das fehlende Klebereiweiß Gluten auszugleichen, ist ein Bindemittel nötig. Als Faustregel gilt: ein Teelöffel Johannisbrotkernmehl oder Flohsamenschalen pro 100 g Mehl. Damit diese Zutaten für die richtige Konsistenz sorgen können, sollten Teffteige 30 bis 60 Minuten quellen. Zusätzlich braucht das Vollkornmehl etwa 25% mehr Flüssigkeit und meist eine etwas längere Backzeit. Für Brot, Brötchen, Kuchen und anderes Gebäck ist es oft sinnvoll, verschiedene glutenfreie Mehl-Alternativen zu mischen. Gute Ergänzungen sind zum Beispiel Mandelmehl oder Reismehl. Auch Triebmittel wie Natron, Backpulver oder Hefe helfen, dem Teig mehr Volumen zu verleihen. Ein leicht erhöhter Anteil an Zucker und Fett verbessert die Struktur

Gut zu wissen

Gerade bei Brot und anderen Hefegebäcken auf Basis von Vollkornmehl solltest du längere Gehzeiten einplanen als bei der Verwendung von fein ausgemahlenem Weizenmehl. 

Wie gesund ist Teffmehl?

Nicht ohne Grund wird Teff als kleines Superfood bezeichnet: Es ist prall gefüllt mit wertvollen Inhaltsstoffen. Das steckt drin: 
  • Ballaststoffe: Sie sind in Vollkornprodukten besonders üppig enthalten, tragen zu einer normalen Darmfunktion bei und können das Sättigungsgefühl unterstützen.
  • Pflanzliches Eiweiß: Wichtig für den Aufbau und Erhalt von Muskeln und anderen Körpergeweben. Teff enthält eine vielfältige Zusammensetzung an Aminosäuren (Proteinbausteinen). 
  • Mineralstoffe: Besonders hervorzuheben sind Eisen, Magnesium, Zink und Calcium, die den Erhalt wichtiger Funktionen im Körper unterstützen können, z.B. den Energiestoffwechsel, die Muskelfunktion oder die Knochengesundheit.
  • Gutes Fettsäuren-Profil: Das Getreide enthält insgesamt nur wenig Fett. Dieser Anteil setzt sich aber vor allem aus ungesättigten Fettsäuren zusammen, die als gesundheitlich besonders vorteilhaft gelten.  

Teffmehl: Nährwerte & Kalorien

 

Nährwert pro 100 g 

 

Brennwert 345 kcal/1.463 kJ 
Fett  3 g 
Kohlenhydrate 67 g 
Eiweiß 11 g 
Ballaststoffe 6 g 

 

Ist Teffmehl immer glutenfrei?

Von Natur aus ist Hirse glutenfrei. Allerdings kann das Getreide beim Anbau mit dem Klebereiweiß kontaminiert werden. Wer strikt darauf verzichten muss, sollte bei Teffmehl daher nach dem expliziten Hinweis „glutenfrei“ Ausschau halten. 

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