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Vegetarier leben gesünder und leiden weniger unter den sogenannten Zivilisationskrankheiten – das wird jedenfalls oft behauptet. Ob das wirklich so ist und ob eine vegetarische Ernährung und Lebensweise Krankheiten vorbeugt, erfahren Sie hier. Dass die Ernährung einen großen Einfluss auf die Gesundheit des Körpers hat, kann heute niemand mehr bezweifeln. Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus oder Herz- und Gefäßkrankheiten entstehen u. a. durch einen ungesunden Lebensstil. Dazu gehören Bewegungsmangel, Alkohol- und Tabakkonsum, Stress und eben eine unausgewogene Ernährung.

Veggie als Trend

Immer mehr Menschen in den westlichen Ländern ernähren sich vegetarisch: In Deutschland verzichten nach Angaben des VEBU (Vegetarierbund Deutschland) inzwischen fast 8 Millionen Menschen auf Fleisch. Das sind ca. 10 % der Bevölkerung.

So ist das Thema vegetarische Ernährung in den letzten Jahrzehnten immer mehr ins Interesse der Forschung gerückt: Vor allem die Frage, ob eine fleischlose Ernährung gesünder ist und Krankheiten vorbeugen kann, beschäftigt Wissenschaftler und Ärzte weltweit. In vielen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Vegetarier gesünder leben, eine höhere Lebenserwartung haben und weniger an Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herz- und Gefäß- bzw. Magen- und Darmkrankheiten leiden. Allerdings gibt es auch viele Studien, die keinen Unterschied zwischen Vegetariern und Allesessern sehen.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Herz aus Getreide für Vegetarier und Veganer

Fest steht, dass durch eine vegetarische Ernährung mehr gesunde und ausgewogene Lebensmittel auf den Tellern von Vegetariern landen sollten. Die große Menge an Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten, die Vegetarier zu sich nehmen, wirkt sich anscheinend positiv auf die Gesundheit aus. Erforscht wird derzeit, ob eine vegetarische Ernährung das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Dickdarmkrebs zu erkranken, verringert. Eine vegetarische Ernährung beugt wahrscheinlich chronischen Krankheiten wie Übergewicht, Arteriosklerose, Gicht und Bluthochdruck vor. 

Es muss allerdings auch gar nicht der Fall sein, dass sich Vegetarier immer für die gesündere Variante entscheiden. Wer auf Fleisch und Co. verzichtet, dafür aber umso mehr Schokolade und Süßigkeiten isst, tut seinem Körper auch nichts Gutes. Diese Menschen werden übrigens Pudding-Vegetarier genannt!

Bei den meisten Studien bleibt jedoch offen, ob der Vegetarismus die ausschlaggebende Ursache für ein geringeres Krankheitsrisiko ist oder nur eine der Ursachen neben Faktoren wie Bewegung, Stress, Alkohol- und Tabakkonsum. 

Vegetarische Ernährung als Therapie?

Immer öfter wird eine vegetarische Ernährungsweise zur Unterstützung herkömmlicher Therapien herangezogen, so z. B. bei Krebserkrankungen, Diabetes mellitus sowie Herz- und Gefäßkrankheiten. Ärzte und Wissenschaftler der Ernährungsmedizin sehen hier Potenzial, doch es gibt noch viel Forschungsbedarf und zu wenig gesicherte Studienergebnisse. Auf keinen Fall sollten sich Personen, die an diesen Krankheiten leiden, allein auf eine vegetarische Ernährung als Therapieform verlassen: Die Ernährung kann eine klassische Therapie allenfalls unterstützen, aber auf gar keinen Fall ersetzen!

Welche Empfehlungen zum Vegetarismus gibt es?

Dass eine vegetarische Ernährung keine Mangelernährung darstellt ist mittlerweile unumstritten. So erkennt die renommierte Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine ausgewogene ovo-lacto-vegetarische Ernährung als Dauerkost an und stellt damit fest, dass Fleisch für eine ausgewogene und gesunde Ernährung verzichtbar ist. Zumindest, wenn Vegetarier die fehlenden Nährstoffe über andere Lebensmittel zu sich nehmen.