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Was Eigenes

Frei nach Loriot formuliert, hat Bine sich mit ihrem Blog „Was Eigenes“ geschaffen und damit etwas, das sie mit Leidenschaft betreibt. Seit 2007 findet dort alles Schöne, Bunte und Leckere statt, was Bine und ihre Leser begeistert. Sie selbst schreibt: „Ich stelle gerne Dinge mit meinen Händen her und wenn mir das gelingt, dann zeige ich es auf meinem Blog.“ Wie gut ihr das gelingt und wie sie die Aktionswoche #7xregional meistert, seht ihr euch am besten einmal selbst an.

Mit Produkten aus der Region kochen

Neulich erzählte mir eine Freundin, die ihre Wohnung in Berlin direkt über einem Biosupermarkt hat, dass sie es irgendwie seltsam findet, dass es in diesem Biosupermarkt Bananen aus Spanien zu kaufen gibt. Die Bananen werden sicherlich dort in Spanien rein biologisch angebaut und so weiter... aber, wie kommen die Bananen denn nach Deutschland? Auf einem Eselskarren mit biologisch abbaubaren Reifen? Rund ums Essen gibt es eine Menge Diskussionsstoff. Wir beide kamen zu dem Schluss, dass man nicht immer alles richtig machen könne und dass, wenn man sich mit allen Für und Wider zum Thema Essen und Nahrungsmittel beschäftigen würde, den ganzen Tag zu nichts anderem mehr käme. Gesund oder nicht gesund? Ausgewogen oder einseitig? Bio oder industriell? Teuer oder günstig, gar billig? ...

Ich lebe nach dem Prinzip: jeder soll nach seiner Façon glücklich werden und wenn das Glück in Form von Burgern, Quinoa, einem Apfel oder einem Berg Nudeln daher kommt, dann bitte schön! Genießen Sie es! Hauptsache es wird gekocht! Mehrmals in der Woche steuere ich den hiesigen Dorf-Rewe, den Eierhof auf der anderen Seite der Strasse und den Bauernhof mit großem Obst- und Gemüseangebot an. In meinen Einkaufswagen wandert eine Menge gesundes Zeug, wie Obst, Gemüse, Tulpen (das Auge isst schliesslich mit!), aber auch Nutella, Nudeln, Schinkenwurst aka Kinderwurst, Chips, Schweinefilet und so weiter und so fort. Saisonale und regionale Produkte stehen bei mir meist ganz oben auf der Liste, aber nicht nur! Wie sollten meine Kids denn sonst wissen, wir eine Ananas oder Avocado schmeckt? Die wachsen hier nun mal nicht. Erdbeeren gibt es bei uns z. B. erst dann, wenn sie aus Deutschland angeboten werden, Tomaten dürfen das ganze Jahr über in den Einkaufskorb, denn ohne Tomaten könnte ich nicht leben. Punkt.

Als Rewe Regional mich fragte, ob ich Lust hätte an sieben Tagen Gerichte mit Produkten aus der Region zu kochen, war ich gleich Feuer und Flamme. Coole Challenge! In den Tagen darauf schaute ich also beim Einkaufen ganz gezielt auf die Herkunftsschilder. Ach, die Champignons kommen aus der Region, her damit! Und Äpfel, Birnen, Eichblattsalat, etc. auch? Super. Zucchini esse ich für mein Leben gerne. Kommt aktuell aber aus Belgien, da müssen wir rein theoretisch noch ein bisschen warten.

Ich habe also in den vergangenen Wochen möglichst viele Gerichte aus Produkten regionaler Herkunft kreiert. Heute möchte ich Euch drei Gerichte, für einen ganzen Tag vorstellen. Ich habe es nicht ganz geschafft nur regionale Produkte zu verwerten, aber der größte Teil meiner Zitatenlisten stammen aus der Region. Los geht's:

Frühstück

Zum Frühstück gab es eine Schale Obstsalat. Die Äpfel und Birnen kommen von Familie Moog aus Meckenheim,  die Erdbeeren zumindest aus Deutschland und der ordentliche Klecks Naturjoghurt vom Milchviehbetrieb Schäfer in Erfstadt-Gymnich. Normalerweise kaufe ich diese großen blauen Becher... Ihr wisst schon, aber in der letzten Woche durfte ein bisschen mehr Fett in den Obstsalat. Der Naturjoghurt hat mir wirklich geschmeckt! Mehr brauche ich morgens eigentlich nicht, um glücklich zu sein. Nein, halt! Kaffee! Kaffee darf auf keinen Fall fehlen. Und hin und wieder kommt noch ein Klecks Honig, den ich übrigens meist beim Imker einen Ort weiter kaufe, dazu.

Mittagessen

Zum Mittagessen gab es Möhrensüppchen. Mein Mann und ich sind ganz große Suppenfans und das nicht nur zu kalten Jahreszeit. Suppen können wir das ganze Jahr über essen. Besonders beliebt sind Zucchinisuppe, Champignoncremesuppe und Möhrensuppe à la Bine. Ich bin mittlerweile ziemlich experimentierfreudig, was die Zutatenliste meiner Suppen betreffen. Diese ist mal aus der Not heraus entstanden, weil ich nicht genügend Möhren im Haus hatte. Hinein kommen also Möhren, ein Apfel, eine Paprika und eine Zwiebel. Paprika und Zwiebel haben leider noch keine Saison und können daher nicht aus der Region bezogen werden, aber sie müssen da unbedingt rein! Hier das Rezept:

Zutaten:
1 Zwiebel
ca. 150 g Paprika
ca. 110 g Apfel
ca. 240 g Möhren

-> die Mengenangabe kann variieren. Insgesamt solltet Ihr auf 500 g Gemüse/ Obst (Möhren, Paprika & Apfel) kommen. Wiegt Eure Paprika 160 g und der Apfel vielleicht 130 g dann schmeißt bloß nix weg. Also am besten erst die Paprika und den Apfel würfeln und wiegen und dann auf insgesamt 500 g den Topf mit den Möhren auffüllen.

500 g Wasser
1-2 Brühwürfel (je nach Geschmack)
10 g Butter
40 g Schmelzkäse

Ein paar Streifen Putenschnitzel, wer mag. Speckwürfelchen gehen auch. Oder einfach nur eine Scheibe Brot.

Zwiebel, Paprika, Apfel und Möhren schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Die Zwiebel in einem Topf ganz kurz anschwitzen. Anschließend Paprika, Apfel und Möhren dazugebe, mit 500 g Wasser auffüllen, Brühwürfel dazugeben und kochen, bis das Gemüse weich ist. Dann Butter und Schmelzkäse dazugeben und alles mit dem Stabmixer schaumig mixen. Oder alles in die Küchenmaschine schmeißen und dort pürieren. Oder gleich alles in den Thermomix geben und 15 Min/ 100°/Stufe 1 kochen. Danach Butter und Schmelzkäse dazugeben und ca. eine Minute schrittweise bis Stufe 8 pürieren. Ich mag es, wenn in einer Suppe auch was zum Beißen drin ist, deswegen habe ich in unser Süppchen einige Streifen kaltes Putenschnitzel (Landwirt Ritte aus Wegberg) geworfen, welches noch vom Vortag im Kühlschrank lag. Fertig. Und lecker!

Abendessen

Zum Abendessen kannste mir alles hinstellen, Hauptsache herzhaft. Tomaten. Avocado, ein gekochtes Ei, Hüttenkäse oder Schafskäse, ein Omelett, Radieschen, Salatgurke, Paprika, whatever. Aktuell ganz heißbegehrt: Spargel! Ich liiiebe Spargel und könnte mich im Mai und Juni ausschließlich von Spargel ernähren. Zum Abendessen gab es lauwarmen Spargelsalat mit Rauke, Kirschtomaten und Omelett-Muffins. Den Spargel habe ich kurz in Salzwasser gekocht, nur 10-15 Minuten, damit er noch schön bissfest ist. Zusammen mit der Rauke habe ich ihn mit ein wenig Öl übergossen und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Für mein Empfinden das absolute Maximum.

Die Omelett-Muffins habe ich so gemacht: Eine Muffinform einfetten, Tomaten und Rauke in kleine Stückchen schneiden und auf die Muffin-Vertiefungen aufteilen. Eine Hälfte der Muffins bekam noch ein paar Krümel Ziegenfrischkäse mit. Diesen habe ich beim Bauernhof gekauft. Hergestellt wird er in Grefrath am Niederrhein, meine Heimat. In einer Schüssel habe ich dann 8 Eier mit ein wenig Milch aufgeschlagen und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Anschließend habe ich die Eiermasse auf die Muffin-Form verteilt und im Ofen bei ca. 220° 15- 20 Minuten gebacken. Ich habe nicht genau auf die Uhr gesehen... sobald das Ei vollständig gestockt ist, sollte es fertig sein. Dazu gab's Brot.

Es hat Spass gemacht, an dieser Challenge teilzunehmen und sich die Mühe zu machen, beim Einkaufen mal genauer auf die Schilder zu schauen. Wie gesagt, ich bin durchaus keine Nahrungsmittel-Päpstin, dafür habe ich weder Zeit noch Lust! Aber ich finde es gut, wenn man Produkte aus der Region beziehen kann, ohne von einem Bauernhof zum nächsten zu gurken. Ganz abgesehen davon, dass das für viele Stadtbewohner einfach unmöglich ist!

Was ich sonst noch so Regionales gekocht oder zusammengeschmissen habe, das zeige ich Euch diese Woche immer mal wieder auf Instagram unter dem Hashtag #7xregional.

Ich wünsche einen guten Start in die neue kulinarische Woche! Liebe Grüße, Bine