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Die moderne Textilindustrie hat uns eine Vielzahl von Kunstfasern beschert, die auch in der Wäscheindustrie verwendet werden. Häufig kommen sie bereits knitterfrei daher und sind nach dem Waschen und Trocknen sofort benutzbar. Doch nicht jedes Wäschestück kommt faltenfrei aus der Maschine. Viele Textilien müssen nachträglich noch gebügelt werden. Gerade Baumwolle, die immer noch mit Abstand am häufigsten verwendete Faser, braucht Hitze, um glatt zu werden. Wer geht schließlich gern mit zerknitterten Hemden ins Büro?
Auch wenn man hobbymäßig näht, muss man Stoffe glätten und Kanten umbügeln, bevor man sie verarbeiten kann. Viele andere kleine Anwendungen im Alltag kommen hinzu: Bügelperlenbilder mit Kindern basteln, Flicken auf Löcher in Kleidung anbringen – ja, sogar Wachsflecken aus Stoffen entfernen mithilfe von Hitze und Zeitungspapier. Gut, dass es Bügeleisen gibt, die uns bei diesen alltäglichen Aufgaben helfen.
Was heute in kaum einem modernen Haushalt fehlt, hat schon vor mehreren hundert Jahren die Hausarbeit erleichtert. Bereits im 15. Jahrhundert wurden die ersten, einfachen Bügeleisen verwendet. Damals waren sie noch ganz simple Eisenteile, hatten aber bereits ihre typische Schiffchenform. Sie wurden einfach auf dem Herd oder im Ofen erhitzt. Etwas später wurden die massiven und dadurch sehr schweren Bügeleisen durch hohle Eisen ersetzt. Sie hatten üblicherweise einen Haken, um sie direkt in den Ofen zu hängen. Es bot sich an, zum zügigen Arbeiten gleich mehrere Bügeleisen vorzuheizen. Jetzt weißt du, woraus sich die Redewendung „mehrere Eisen im Feuer haben“ ableitet. Manche Eisen wurden sogar direkt mit heißen Kohlen befüllt, damit sich die Hitze länger hielt.
Elektrische Bügeleisen, wie wir sie heute verwenden, wurden um 1880 erfunden, und in mehreren Ländern fast gleichzeitig. Offenbar gab es einen großen Bedarf an Hilfsmitteln dieser Art. Gebügelt wurde eben schon immer. Damals waren die Geräte noch sehr einfach konstruiert und erweiterte Optionen wie Temperaturregelungen oder Dampffunktionen gab es noch nicht.
Die ersten Bügeleisen waren sogenannte Trockenbügeleisen, die es noch heute gibt. Hierbei handelt es sich um Bügeleisen ohne Dampf, die nur mit Druck und hohen Temperaturen arbeiten. Letztere kann meist am Gerät reguliert werden, denn nicht alle Stoffe vertragen gleich hohe Temperaturen. Baumwolle kann bei voller Hitze gebügelt werden. Seide hingegen solltest du lieber nicht heiß bügeln, denn Hitze zerstört das Gewebe. Trockenbügeleisen haben einige Vorteile. Sie sind meist günstig in der Anschaffung, haben ein relativ geringes Gewicht und sind unkompliziert in der Handhabung. Mehr als Stromzufuhr brauchen sie nicht, um ihren Zweck zu erfüllen. Manchmal ist es jedoch nicht ausreichend, trocken zu bügeln. Gerade wenn du es mit kleinen Knittern oder hartnäckigen Stofffalten zu tun bekommst, wird dir ein Bügeleisen mit Dampf bessere Dienste leisten. Natürlich kannst du ebenso mit einem Trockenbügeleisen arbeiten und die Textilien manuell befeuchten, aber das kostet dich unnötig viel Zeit.
Ein Dampfbügeleisen ist da wesentlich praktischer. An dessen Unterseite befinden sich Düsen, durch die Wasserdampf austritt und die Wäsche direkt befeuchtet. Manche Modelle besitzen zusätzlich eine Sprühstoßfunktion, mit der auf Knopfdruck eine größere Menge Dampf ausgestoßen werden kann. Dampfbügeleisen werden mit destilliertem Wasser oder Leitungswasser gefüllt. Sie wiegen daher mehr als Trockenbügeleisen. Für ganz hohe Ansprüche gibt es Dampfbügelstationen. Allerdings sind diese für den Haushaltsgebrauch aufgrund der Anschaffungskosten und des erhöhten Platzbedarfs eher nicht geeignet.
Bügeleisen gibt es in verschiedenen Varianten und mit zahlreichen Zusatzfunktionen. Es ist sinnvoll, sich ein Gerät zuzulegen, das auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.