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Rhabarber

Rhabarber

Wenn Jahr für Jahr am 24. Juni der sogenannte Johannistag vor der Tür steht, dann wissen Hobbygärtner: Die Rhabarber-Ernte ist vorbei. Aus den rot-grünen Stangen entstehen leckere Kuchen sowie süßes Kompott und auch sonst schmecken sie richtig gut. Doch was ist Rhabarber eigentlich genau? Dieser Artikel zeigt dir, ob Rhabarber zum Obst oder Gemüse gehört, wie er angebaut sowie verarbeitet wird und welche Nährstoffe er deinem Körper spendet.

Was ist Rhabarber?

Aus botanischer Perspektive gehört Rhabarber zur Familie der Knöterichgewächse und bildet darin eine eigene Gattung. Die Pflanzen können eine Höhe von über einem Meter erreichen und entwickeln während des Wachstums kräftige, faserige Stiele mit roter Färbung, an denen große grüne Blätter sitzen. Die Blätter haben für die Küche keinen Nutzen, denn ausschließlich die fleischigen Stiele sind genießbar. Rhabarber wird in Deutschland fälschlicherweise zwar oft zum Obst gezählt, botanisch ist er aber definitiv ein Gemüse. Die Verwechslung hängt sehr wahrscheinlich damit zusammen, dass die Stangen oft wie eine Obstsorte verarbeitet werden. Marmeladen, Kuchen oder fruchtige Säfte sind die Haupteinsatzgebiete von Rhabarber.

Der heutige Name der Pflanze leitet sich vom Lateinischen „rheum rhabarbarum“ ab, was so viel bedeutet wie „Wurzel der Barbaren“. Diese Bezeichnung gaben die alten Römer den rötlichen Stangen, nachdem sie die Pflanze zum ersten Mal durch den Handel mit Völkern aus Osteuropa und Asien kennenlernten. Ursprünglich stammt Rhabarber aus den Gebirgen Asiens.

In Europa wurde die Pflanze ebenfalls wie in ihrer Heimat vorerst nur als Heilpflanze verwendet. Der Wurzelstock enthält sogenannte Anthrachinone, die sehr giftig sind. Zu Pulver verarbeitet, wurde die Wurzel gegen Darmparasiten und Verstopfungen eingesetzt. Erst spät, im 19. Jahrhundert, fand der Rhabarber als Gemüsepflanze seinen Weg auf die Teller. Der Grund: Zucker war bis zu diesem Zeitpunkt sehr teuer. Ohne Zucker war der Rhabarber aber zu sauer und nicht wirklich genießbar. In den Ursprungsregionen ist Rhabarber mittlerweile weniger gefragt. In Europa hingegen bricht jedes Frühjahr ein regelrechter Ansturm auf das Gemüse aus.

Rhabarber – Pflanzen, Ernten, Verarbeiten

In der Regel kannst du Rhabarberpflanzen entweder im Herbst oder im Frühjahr in die Erde setzen. Wichtig ist, dass sie später genügend Platz haben, um großräumig Stiele und Blätter zu bilden. Wenn du die Pflanzen im Frühling abdeckst, beschleunigt dies das Wachstum. Damit der Rhabarber kräftig wird, solltest du im ersten Jahr auf die Ernte verzichten.

Wenn der Rhabarber ausreichend groß ist, kannst du mit der Ernte beginnen. Dabei sollten nicht alle Stangen auf einmal entfernt werden. Am besten erntest du nur so viel, wie du auch wirklich verarbeiten möchtest. Du kannst die Stangen einfach herausdrehen und im Anschluss das Blatt entfernen. Die Blätter eignen sich perfekt als Kompost. Wenn du selbst keinen Platz für eigene Pflanzen hast, findest du Rhabarber auch in jedem gut organisierten Supermarkt oder auf Wochenmärkten in deiner Umgebung.

Bei der Verarbeitung gilt: Roher Rhabarber ist schwer verdaulich und schmeckt meistens sehr sauer. Dennoch spricht nichts gegen den rohen Verzehr. Besser wird das Gemüse aber, indem du es weiterverarbeitest. Schneide dazu einfach die Reste von Blatt und Strunk mit einem Messer ab und entferne auch die faserige Haut. Anschließend solltest du den Rhabarber kurz in kochendem Wasser blanchieren. Nun kannst du ihn zum Beispiel mit Zucker zu einem süßen Kompott köcheln. Geputzt und geschnitten wird das Gemüse zur idealen Füllung für Kuchen oder Torte. Auch gedünstet oder gebraten als frisches Gartengemüse eignet sich Rhabarber.

Ein nützlicher Tipp:

Den blanchierten Rhabarber kannst du vorportionieren und in Gefrierbeutel abfüllen. Denn das Stangengemüse hält sich problemlos in der Gefriertruhe. So hast du auch außerhalb der Saison Rhabarber für verschiedene Rezepte zur Verfügung. Frisch solltest du die Stangen in ein feuchtes Tuch eindrehen und in den Kühlschrank legen. Auf diese Weise hast du etwas länger etwas davon.

Nährstoffe von Rhabarber

Der Grund für das Blanchieren von Rhabarber ist simpel. Er enthält vergleichsweise viel Oxalsäure. Menschen, die Probleme mit den Nieren haben, sowie Kinder sollten deshalb nicht zu rohem Rhabarber greifen. Der Johannistag ist der Stichtag für den Rhabarber. Danach steigt die Produktion der Säure an und du solltest das Gemüse nicht mehr ernten. Die Oxalsäure kann allerdings durch Beilagen mit hohen Kalziumwerten ausgeglichen werden. Die enthaltenen Apfelsäuren helfen dem Körper hingegen, Bakterien zu bekämpfen und die Verdauung anzuregen.

Rhabarber liefert zudem eine gesunde Portion Nährstoffe. Zunächst fällt der niedrige Kaloriengehalt auf. Das Gemüse hat auf 100 g nur etwa 13 kcal. Dazu liegen die Fette und Kohlenhydratwerte ebenfalls im niedrigen Bereich. Wenn bei dir also eine figurbewusste Ernährung auf dem Plan steht, kannst du Rhabarber ohne Bedenken in den Speiseplan einbauen.

Der Vitamin-C-Gehalt liegt allerdings lediglich bei 10 mg auf 100 g Rhabarber. Dafür überzeugt das Gemüse mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen. Mit einer großen Portion versorgst du deinen Körper mit unter anderem Kalium,Magnesium, Phosphat und einer kleinen Menge Eisen undZink.

Nährwerte von Rhabarber pro 100 Gramm

Kalorien14 kcal
Kohlenhydrate1 g
Natrium2 mg
Kalium290 mg
Kalzium 65 mg
Phosphat 20 mg
Magnesium 10 mg
Eisen0,4 mg 
Zink0,2 mg
Vitamin C  10 mg
Vitamin E 0,2 mg 
Vitamin B60,04 mg 
Vitamin B10,03 mg 
Vitamin B20,04 mg 

 

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