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Öko

Öko? Logisch

Ökologische Landwirtschaft

Beim ökologischen Landbau steht das Wirtschaften im Einklang mit der Natur im Mittelpunkt. Öko-Bauern legen besonderen Wert auf eine nachhaltige und umweltfreundliche Erzeugung der Lebensmittel. Der Verzicht auf Hilfsmittel beim Anbau von Gemüse und Obst, die bei der konventionellen Landwirtschaft genutzt werden, etwa Kunstdünger oder chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, ist eine Konsequenz dieses Grundgedankens. Zudem wird Artenvielfalt groß geschrieben. Viele Öko-Bauern greifen zu robusten, alten Pflanzensorten oder Tierrassen – und dies sind nicht selten Rassen, die rar geworden sind.

Ökologischer Landbau wird derzeit in rund 100 Ländern der Erde betrieben und die ökologisch bewirtschaftete Fläche wächst kontinuierlich. Die Länder mit der größten so bewirtschafteten Fläche sind Australien, China und Argentinien. In Europa haben Dänemark, Schweden, Österreich und Deutschland den ökologischen Landbau schon frühzeitig staatlich gefördert. Die Zahl der Öko-Betriebe stieg in Deutschland von 1997 bis 2007 von 8.184 auf 18.703 Betriebe. Die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche wuchs im gleichen Zeitraum von rund 390.000 Hektar auf knapp 865.400 Hektar. Dennoch liegt Deutschland, einst europäischer Spitzenreiter beim Öko-Landbau, inzwischen mit 5,1 % Öko-Anbaufläche (2007) nur noch auf einem mittleren Platz. Spitzenreiter sind Österreich (12,9 %), Finnland (7,2 %) und Italien (6,9 %).

In Deutschland gibt es zwei wesentliche Richtungen, wenn es um den ökologischen Landbau geht: den biologisch-dynamischen und den organisch-biologischen Landbau. Der biologisch-dynamische Landbau, 1924 von Rudolf Steiner begründet, verbindet die Agrar- und Geisteswissenschaft zu einer ganzheitlichen Sicht. Wichtigste Unterscheidungsmerkmale zu anderen Anbauweisen sind die Beachtung sogenannter irdischer und kosmischer Rhythmen und Lebenszusammenhänge sowie die Anwendung von Präparaten aus Heilkräutern, Mineralstoffen und Kuhdung zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit. Diesen Ansatz vertreten inzwischen auch andere Richtungen des ökologischen Landbaus. Produkte aus biologisch-dynamischem Anbau kommen unter dem Markenzeichen »Demeter« auf den Markt.

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Traktor

Der landwirtschaftliche Betrieb wird nach Steiners Lehre als eine Art Organismus angesehen, der aus sich heraus alle notwendigen Bestandteile hervorbringt. Sind Hilfen von außen nötig, so ist dies nach Steiners Ansicht ein Anzeichen für einen erkrankten Hof. Dennoch war er sich der Tatsache bewusst, dass der Idealzustand nur schwer für einen Bauern zu erreichen ist.

 

Auch der organisch-biologische Landbau setzt auf einen möglichst geschlossenen Betriebskreislauf. Diese Richtung wurde in den 1940er Jahren von dem Agrarpolitiker Dr. Hans Müller in der Schweiz entwickelt. Hier steht eine nachhaltige Wirtschaftsweise mit geschlossenen Kreisläufen in der pflanzlichen Produktion im Vordergrund – ein Ökosystem mit geschlossenem Stoffkreislauf. Der Nährstoffentzug durch die Ernte wird ersetzt durch Gründüngung und organische Dünger. Seit Anfang der 1970er Jahre sind die Produkte aus dem organisch-biologischen Landbau unter dem Warenzeichen »Bioland« auf dem Markt.

 

1991 trat die EU-Verordnung »Ökologischer Landbau (EWG)« in Kraft. Sie beinhaltet übergreifende Regelungen für Erzeugung, Import, Verarbeitung und Kontrolle von Öko-Lebensmitteln. Die meisten Bio-Bauern gehören ökologischen Anbauverbänden an. Diese Verbände haben meist strengere Richtlinien als die gesetzlichen, kontrollieren deren Einhaltung und vergeben eigene Gütesiegel. Seit dem 1. Januar 2009 gilt in der EU eine neue Basisverordnung, die Ziele und Grundsätze der ökologischen Produktion sowie auf Dauer angelegte Einfuhrregelungen enthält. Zum 1. Juli 2010 wird die Verwendung eines neuen EU-Logos verbindlich. Die gleichzeitige Nutzung von staatlichen Siegeln und privaten Logos der Anbauverbände ist weiterhin möglich.

Woran erkennt man Bio?

Noch nie war die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln und Bio-Produkten so groß wie heute. Doch immer mehr Verbaucher stellen sich angesichts der steigenden Zahl von Begriffsbezeichnungen die Frage: Wie erkenne ich Bio-Lebensmittel aus ökologischem Anbau?

Der Begriff »Bio« war lange Zeit nicht geschützt und konnte daher für alles Mögliche verwendet werden – was beim Verbraucher für Verwirrung sorgte. Seit Einführung der EU-Verordnung 2092/91 sind die Begriffe Öko und Bio geschützt und synonym zu gebrauchen.

Die EG-Öko-Verordnung legt Mindeststandards für den Pflanzenbau, die Tierhaltung und die Verarbeitung fest und regelt deren Kontrolle durch unabhängige Stellen sowie die Kennzeichnung der Produkte. Wer sicher sein will, dass er Bio-Lebensmittel aus kontrolliertem Anbau einkauft, der sollte sich den einfachen Leitsatz merken: Nur wo »Bio« oder »Öko« drauf steht, sind auch Bio-Produkte drin. Das sechseckige staatliche Bio-Siegel garantiert Produkte von Erzeugern und Herstellern, die der EG-Öko-Verordnung entsprechen. Es verbrieft die Einhaltung verschiedener Qualitätsanforderungen, die speziell an Bio-Artikel gestellt werden. Mitte 2008 nutzten bereits rund 3.000 Unternehmen das Bio-Siegel auf fast 50.200 Produkten.

 

Seit 2009 gilt: Werden Produkte als Öko-Produkte gekennzeichnet, muss bei vorverpackten Lebensmitteln auf der Verpackung auch das Gemeinschaftslogo stehen. Das Gemeinschaftslogo darf nicht für Umstellungserzeugnisse verwendet werden. Neben dem Gemeinschaftslogo muss der »Ort der Erzeugung der landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe« erscheinen.

Auch die Anbauverbände wie Biokreis, Bioland, Biopark, Demeter, Ecoland, Gäa, Naturland oder Ökosiegel stehen mit ihren eingetragenen Warenzeichen für Produkte aus Öko-Anbau. Daneben gibt es weitere Marken wie »Rewe Bio«, eine Eigenmarke der Rewe, die den Kunden Öko-Qualität garantiert. Rewe-Bio-Produkte tragen das EG-Bio-Siegel, doch das Unternehmen geht bei seinen Kontrollen weit über die des Bio-Siegels hinaus. Die Betriebe werden häufiger kontrolliert, die Produkte zusätzlich auf Rückstände untersucht. Außerdem werden regionale Lieferanten bevorzugt, auf das Einfliegen von Bio-Produkten wird vollständig verzichtet.

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