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Fischetikettierung

Wie frisch ist der Fisch? In welchem Meer wurde er gefangen? Oder stammt er aus einer Aquakultur? Fisch und Fischerzeugnisse sind sensible Lebensmittel. Je transparenter die Informationen über ihre Herkunft und Produktion sind, desto stärker ist das Vertrauen der Verbraucher in die vermarkteten Erzeugnisse.

Seit dem 1. Januar 2002 gelten deshalb laut EU-Verordnung für die gesamte Vermarktungskette – vom Einkauf über den Großhandel bis zum Verkauf an den Verbraucher im Lebensmittel-Einzelhandel – von Fisch, Krebs- und Weichtieren zusätzliche Kennzeichnungsvorschriften.

Fischtheke Rdk Gla Ais

Die Kennzeichnung ist sowohl für lose als auch für verpackte Ware Pflicht. Bei loser Ware muss die Kennzeichnung in unmittelbarer Nähe der Ware angebracht werden, beispielsweise auf dem Preisschild, auf dem Behältnis oder der Bedienungstheke. Bei verpackter Ware müssen die Angaben auf der Verpackung selbst oder auf einem auf der Verpackung angebrachten Etikett stehen.

Die Kennzeichnungsverordnung verlangt folgende zusätzliche Angaben:

  • Handelsbezeichnung der Fisch-, Krebs- oder Weichtierart
  • Produktionsmethode
  • Fanggebiet

Als Handelsbezeichnung – Name der Fisch-, Krebs- oder Weichtierart bzw. der Erzeugnisse daraus – sind nur die in nationalen Listen erfassten Bezeichnungen erlaubt. Soll eine bislang nicht in diesem Verzeichnis gelistete Fisch-, Krebs- oder Weichtierart vermarktet werden, muss eine vorläufige Handelsbezeichnung beantragt werden. Erst wenn diese endgültig in das Verzeichnis aufgenommen wurde, ist eine Vermarktung zulässig. Neben der jeweiligen Handelsbezeichnung kann der wissenschaftliche Name in Klammern angegeben sein, also z. B. Kabeljau (Gadus morhua). Dies ist aber keine Pflicht.

Die Angabe der Produktionsmethode ist ohne Abkürzung oder Veränderung wortgetreu für die gesamte Vermarktungskette vorgeschrieben.

  • Für Meeresfischerei:
    »…gefangen in...« (Angabe des FAO-Fanggebietes)
  • Für Binnenfischerei:
    »…aus Binnenfischerei…« (Angabe des Herkunftslandes)
  • Für Aquakulturen:
    »…aus Aquakultur...« (Angabe des Herkunftslandes) oder
    »… gezüchtet in …« (Angabe des Herkunftslandes)

(FAO bedeutet: Food and Agriculture Organization of the United States)

Angaben wie Norwegischer Zuchtlachs, Schottischer Wildlachs, Bodensee-Felchen, Schwarzwald-Forelle etc. sind also nicht mehr zulässig. Vielmehr muss es beispielsweise korrekt heißen:

  • Lachs, gezüchtet in Norwegen,
  • Lachs, gefangen im Nord-Ost-Atlantik,
  • Felchen aus Binnenfischerei in Deutschland,
  • Forelle aus Binnenfischerei in Deutschland.

Auch das Fanggebiet muss während der gesamten Vermarktungskette wortgetreu angegeben werden:

  • Für die Seefischerei eines der FAO-Fanggebiete: Nordwestatlantik, Nordostatlantik, Mittlerer Westatlantik, Mittlerer Ostatlantik, Südwestatlantik, Südostatlantik,  Indischer Ozean, Pazifischer Ozean, Antarktis, Mittelmeer und Ostsee. Zulässig sind auch die Bezeichnungen Nordsee-Kabeljau oder Ostsee-Dorsch, weil hier ein eindeutiger Hinweis auf die Herkunft erfolgt.
  • Für Erzeugnisse aus Binnenfischerei das Land, in dem das Erzeugnis seinen Ursprung hat.
  • Bei Aquakultur das Land, in dem das Erzeugnis entwickelt oder gezüchtet wurde. Hat die Entwicklung in mehreren Ländern stattgefunden, können entsprechende Angaben gemacht werden. Das Land, in dem die finale Entwicklung erfolgte, muss in jedem Fall genannt werden. Beispiel: Salzkarpfen werden in Ungarn gezüchtet, in Polen zu Speisekarpfen herangezogen und anschließend nach Deutschland verkauft. Hier ist die Angabe erforderlich: »Karpfen, gezüchtet in Polen« oder »Karpfen aus Aquakultur, Polen«.

 

Für welche Produkte gilt die Fischkennzeichnung? Betroffen sind:

  • Fische: frisch oder gekühlt, gefroren, getrocknet, gesalzen oder in Salzlake, geräuchert, auch während des Räucherns gegart.
  • Fischfilets und anderes Fischfleisch, auch fein zerkleinert: frisch, gekühlt oder gefroren.
  • Krebstiere, auch ohne Panzer: lebend, frisch, gekühlt, gefroren, getrocknet, gesalzen oder in Salzlake.
  • Krebstiere, auch in ihrem Panzer: in Wasser oder Dampf gekocht, auch gekühlt, gefroren, getrocknet, gesalzen oder in Salzlake.
  • Weichtiere, auch ohne Schale: lebend, frisch, gekühlt, gefroren, getrocknet, gesalzen oder in Salzlake.
  • Wirbellose Wassertiere (andere als Krebs- und Weichtiere): lebend, frisch, gekühlt, gefroren, getrocknet, gesalzen oder in Salzlake.

 

Nicht gekennzeichnet werden müssen: Panierte Fischerzeugnisse, Fischzubereitungen mit Saucen, Fischmarinaden, Fischdauerkonserven, Fischsalate, Kaviar, Kaviarersatz, panierte Krebs- und Weichtiererzeugnisse, Schlemmerfilets.

Besonderheiten der Fischkennzeichnung

Auch Besonderheiten der Fischkennzeichnung gibt es: Wird eine Mischung verschiedener Fische zum Verkauf angeboten, müssen für jede Art die Angaben gemacht werden, ebenso wenn es sich um eine Mischung gleicher Arten, aber unterschiedlicher Produktionsmethoden handelt. Sind Fang- oder Zuchtgebiet einer Mischung gleicher Arten unterschiedlich, muss zumindest das Gebiet für die mengenmäßig überwiegende Partie genannt werden, jedoch mit dem Vermerk, dass es sich um Fische aus verschiedenen Fanggebieten oder aus Aquakultur verschiedener Länder handelt.

Fischetiketten Rdk Gla Ais

Kleine Mengen von Fisch aus dem eigenen Betrieb des Verkäufers (Direktvermarktung) sind von der zusätzlichen Kennzeichnung befreit, wenn der Wert der verkauften Ware 20 Euro nicht übersteigt. Jeder in der Lebensmittelkette – vom Einkauf über den Großhandel bis zum Einzelhändler – ist verpflichtet, über die Angaben ordnungsgemäß Buch zu führen und die Nachweise für die Angaben wie Lieferscheine etc. aufzubewahren. Die Aufzeichnungen müssen ab Eintragung mindestens zwei Jahre aufgehoben werden.
 

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