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Zucker und Marshmallows in Gläsern

Wie schädlich ist Zucker?

Es ist ein Kreuz mit diesem Zucker! Ohne ihn müssten wir auf so viele lecker Dinge verzichten: Süßigkeiten, Kuchen, Desserts und den kleinen, herzförmigen Zuckerwürfel im Latte Macchiato. Für die meisten von uns, Hand aufs Herz, ist das einfach keine Option. Aber mit den ganzen Leckereien tun wir unserer Gesundheit und unserem Körper wenig Gutes und das Image der weißen Kristalle hat in den letzten Jahren stark gelitten: Da ist von Gewichtsproblemen, Karies, Diabetes und sogar unreiner Haut die Rede. Aber was davon stimmt eigentlich? Wir haben es uns mal genauer angeschaut...

Seit wann essen wir überhaupt so viel Süßes?

Früher war das weiße Gold ein absolutes Luxusgut und somit der reichen Oberschicht vorbehalten. Seine Gewinnung war aufwändig und man musste schon ein paar Münzen auf den Tisch legen, um ihn kaufen zu können. Im Zuge der Industrialisierung wurden die kleine Kristalle plötzlich in Massen produziert und auch die Mittelschicht konnte sie sich leisten. Von gesundheitlichen Problemen redete damals niemand – im Gegenteil, Zucker galt sogar als gesunder Muntermacher! Mit dem Wirtschaftswunder der Nachkriegsjahre gelangte das ehemalige Luxusprodukt sprichwörtlich in aller Munde. Doch er war nicht nur in Süßem enthalten, sondern auch immer mehr in herzhaften Fertigprodukten oder Kinder- und Babynahrung, deren Geschmack dadurch verbessert werden sollte. Und heute? Zumindest in den Industrienationen ist der Zuckerkonsum der Menschen immer noch sehr hoch – viele Experten sind sich sogar sicher, dass er zu hoch ist. 

Zuckerwürfel

Wie viel Zucker darf man essen?

Bevor wir auf die negativen Folgen eines hohen Zuckerkonsums zu sprechen kommen, sollte ein Satz noch vorgestellt werden. Ein kleines Zuckerstückchen im Kaffee oder ein Riegel Schokolade sind zwar vielleicht nicht gesund, stellen den Körper aber vor kein großes Problem. Diese Mengen kann unser Stoffwechsel (zumindest der von gesunden Menschen) ab! Einen kleinen, süßen Moment am Tag muss sich also niemand verbieten. Allerdings sollte es auch besser bei diesen geringen Mengen bleiben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher, dass der Mensch im Rahmen einer gesunden Ernährung weniger als 5 % seiner Gesamtkalorienzufuhr am Tag über Zucker decken sollte. Für einen erwachsenen Menschen sind dies ca. 25 g (oder ca. 6 Teelöffel), für Kinder schwankt dies je nach Alter und Größe zwischen 1 und 6 Teelöffeln. Diese Mengen schließen natürlich jeden Zucker ein, den wir essen, also auch den, der z. B. in Fertiggerichten versteckt ist. Babys im 1. Lebensjahr sollten am besten gar nichts Süßes zu sich nehmen.

Was ist Zucker? Lesen Sie hier mehr ...

Wie viel wiegt ein Zuckerwürfel?

Ein handelsüblicher Zuckerwürfel wiegt in Deutschland ca. 3 Gramm. Das Gewicht variiert, wenn es sich nicht um Würfel, sondern Herzchen oder andere Formen handelt.

Zucker und Diabetes

Das Wort "Diabetes" stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt "honigsüßer Ausfluss", auf Deutsch heißt die Krankheit ganz einfach "Zuckerkrankheit". Der Name verrät es schon: Der Zuckerstoffwechsel des Körpers ist bei dieser Krankheit gestört. Was passiert?

Normaler Haushaltszucker (Saccharose) ist ein Kohlenhydrat und besteht (wie alle Kohlenydrate) aus Einfachzuckern, in diesem Fall Glucose und Fructose, die im Darm gespalten und getrennt von dort ins Blut gelangen. Während die Fructose ohne große Umwege in die Leber gelangt und weiter verstoffwechselt wird, ist der weitere Weg der Glucose etwas komplizierter. Dabei ist sie sehr gefragt: Unsere Organe, allen voran das Gehirn und die Muskeln, benötigen sie, da sie aus ihr Energie gewinnen. Das Blut bringt die Glucose also zu dem Organ, das sie am meisten benötigt. Doch um in die jeweiligen Organe zu gelangen, braucht die Glucose das Hormon Insulin, das an einen Rezeptor an der Zielzelle andockt und die Glucose dann in die Zelle schleust. Man kann sich das Insulin auch als eine Art Schlüssel vorstellen, mit dessen Hilfe die Glucose das Tor zu einem Organ öffnet.

Blutzuckermessgerät

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Sie weiß immer, wie hoch der Blutzuckerspiegel ist. Wenn nach einer Mahlzeit besonders viel Glucose im Blut vorhanden ist, schickt die Bauchspeicheldrüse das Hormon los und der Einfachzucker landet in seinen Zielzellen. Der Blutzuckerspiegel senkt sich wieder und alle Beteiligten sind zufrieden.

Bei Diabetikern ist dieser Kreislauf gestört und die Glucose bleibt im Blut. Als kurzzeitige Folge kann eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) auftreten, die im schlimmsten Fall im diabetischen Koma endet, da besonders das Gehirn nicht lange ohne Glucose auskommt. Langzeitfolgen sind Schädigungen des gesamten Stoffwechsels, Nervenstörungen oder Erblindung.

Man unterscheidet bei Diabetes hauptsächlich zwischen zwei Typen: Typ 1 und Typ 2. Bei Typ-1-Diabetikern ist die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse gestört und ohne Spritzen können Kohlenhydrate weder abgebaut noch verwertet werden. Der Genuss von zuckerhaltigen Lebensmitteln ist für Diabetiker also schädlich – zumindest, wenn sie dem Körper nicht ausreichend Insulin zuführen.

Bei Typ-2-Diabetikern werden zwar ausreichend Hormone gebildet, aber die Rezeptoren der Zielzellen verweigern ihre Arbeit – man könnte sagen, das Schloss wurde zugeklebt und die Glucose mit ihrem Schlüssel in der Hand kommt einfach nicht mehr durch die Tür. Bei manchen Menschen ist dies genetisch bedingt. Bei anderen kann ein Diabetes Typ 2 durch einen zu hohen Zuckerkonsum entstehen oder unterstützt werden. Warum? Werden dem Körper über einen langen Zeitraum zu viele zuckerhaltige Lebensmittel zugeführt, ist die Bauchspeicheldrüse irgendwann überfordert und das wirkt sich auf die Insulinrezeptoren der Organe aus. Sie werden langsam, aber sicher resistent und machen ihre Schlösser zu. Die Bauchspeicheldrüse aber schickt dann immer und immer mehr Insulin los, da der Blutzuckerspiegel ja immer noch zu hoch ist. Ein gefährlicher Kreislauf beginnt, an dessen Ende der Mensch zuckerkrank werden kann.

Ein übermäßiger Zuckerkonsum kann für den Menschen in diesem Fall schädlich sein, da er zu einer Zuckerkrankheit führen oder deren Entstehung begünstigen kann. Oft tritt ein Diabetes Typ 2 bei Menschen auf, die gleichzeitig auch übergewichtig sind und nur wenig Sport treiben. Ein kleiner Lichtblick: Wird die Ernährung umgestellt, das Übergewicht abgebaut und mehr Bewegung in den Alltag integriert, kann der Körper in den meisten Fällen von alleine wieder gesund werden.

Macht Zucker dick?

Nicht jeder Mensch, der große Mengen an Zucker zu sich nimmt, ist gleichzeitig auch übergewichtig. Am Ende hängen das Gewicht und damit auch die Gesundheit von vielen Faktoren ab: Wie viel und welche Lebensmittel esse ich insgesamt, wie oft pro Woche bewege ich mich und wie gut kann mein Körper Lebensmittel verwerten. Der Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Übergewicht liegt in vielen Fällen trotzdem nahe.

 

Drei Gründe, warum eine hoher Zuckerkonsum oft zu Übergewicht führt:

1. Zuckerreiche Lebensmittel, wie Süßigkeiten, Torte und anderes Gebäck, enthalten oft auch viel Fett und somit insgesamt viele Kalorien. Ein übermäßiger Genuss kann sehr schnell zu etwas mehr Hüftgold führen.

2. Zucker ist ein Kohlenhydrat! An sich ist diese Tatsache nicht weiter schlimm, problematisch wird es nur dann, wenn wir zu viele Kohlenhydrate zu uns nehmen. Denn alle Energie aus Kohlenhydraten, die der Körper nicht sofort verwertet, z. B. durch Sport, wird vom Körper zu Fett umgebaut und für später gespeichert. Und das meist an Stellen, die uns vor dem Spiegel nicht so gut gefallen.

3. Stark zuckerhaltige Lebensmittel und Gerichte machen oft nur im ersten Moment satt und wir haben kurz danach wieder Hunger. Das liegt daran, dass weißer Zucker – im Vergleich zu z. B. Vollkornprodukten – sehr schnell vom Körper ins Blut aufgenommen wird und sofort hohe Mengen an Insulin ausgeschüttet werden. So schnell wie das Hormon ausgeschüttet wird, so schnell sinkt der Blutzuckerspiegel dann auch und das Gehirn bekommt das Signal: Hunger! Und wir? Wir fangen wieder an zu essen. Und das kann schnell dazu führen, dass wir ein paar Kilos zunehmen.

Bekommt man von zu viel Zucker unreine Haut?

Hautunreinheiten und lästige, kleine Pickel – auch sie sollen durch ein Übermaß an Schoki & Co. begünstigt werden. Aus wissenschaftlicher Sicht nachgewiesen ist dieses Phänomen nicht, doch trotzdem schwören viele auf Zuckerverzicht für eine reinere Haut. Dabei werden hauptsächlich zwei Erklärungen herangezogen:

1. Eine niedrige glykämische Last hemmt die Talgproduktion: Zucker und Weißmehl haben eine hohe glykämische Last, d. h., sie lassen nach einer Mahlzeit den Insulinspiegel in die Höhe schnellen. Dadurch werden auch wiederum Hormone und Wachstumsfaktoren begünstigt, die zu einer erhöhten Talgproduktion führen können. Hält man seinen Insulinspiegel auf einem normalen Level, sprich, man verzichtet ab und zu auf die Torte, kann man einer überschüssigen Talgproduktion womöglich entgegen wirken.

2. Zucker wirkt entzündungsfördernd: Akne und Pickel sind letztendlich kleine Entzündungen, die aus einer verstopften Pore entstehen können. Die süßen Zuckerkristalle gehören zu den Stoffen, die diese unschönen Entzündungen begünstigen können. Ein niedriger Zuckerkonsum kann also möglicherweise auch hier helfen, die Akne ein wenig zu lindern.

Und doch gibt es diese Leute, die essen können, was sie möchten und trotzdem eine wunderschöne Haut haben. Wahrscheinlich ist es wie bei vielen Dingen im Leben: Jeder Mensch is(s)t anders und jeder Körper reagiert anders. Es schadet allerdings niemandem, einfach mal eine Weile auf Zucker zu verzichten und seine eigenen Erfahrungen zu machen. Vielleicht klappt es ja!

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Bekommt man von zu viel Zucker Karies?

Unsere Zähne sollten wir nicht vergessen, denn ohne sie wäre ein leckeres Essen nur halb so schön. Der schädigende Einfluss von einer hohen Menge Zucker auf die Zähne gilt auch aus wissenschaftlicher Sicht als gesichert. Was passiert?

Unser Zahnbelag enthält bestimmte Bakterien, die aus Kohlenhydraten ihre Energie gewinnen. Bei diesem Vorgang entstehen Säuren, die dem Zahnschmelz Mineralien entziehen, was ihn löcherig macht. Unser Speichel wiederum enthält i. d. R. ausreichend Mineralien, um den Schmelz wieder aufzubauen. Es herrscht also eigentlich ein Gleichgewicht im Mund. Nehmen wir aber ständig Zucker oder zuckerhaltige Getränke zu uns, wird dieses Gleichgewicht gestört und der Zahnschmelz wird dauerhaft geschädigt. Das macht es schädlichen Mikroorganismen leicht, sich im Zahn anzusammeln und ihn von innen heraus zu zerstören.

Das Fazit?

Gönnen Sie sich ruhig ab und zu ein Stückchen Zucker im Kaffee oder ein Eis. Aber versuchen Sie einfach mal, ob sich ihr gesamter Zuckerkonsum an manchen Stellen nicht ein bisschen reduzieren lässt. Ihr Körper und Ihre Gesundheit werden es Ihnen sehr wahrscheinlich danken!

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