rewe.de
https://www.rewe.de/ernaehrung/inspiration-der-woche/die-schoensten-rezepte-aus-neunzig-jahren/
Idw Rezepte Aus Den Jahrzehnten Kaltes Buffet Rdk

Die schönsten Rezepte der letzten 90 Jahre

Zum 90. Geburtstag von REWE haben wir uns auf eine kleine Zeitreise durch die Küchen der Republik begeben. Gefunden haben wir die schönsten Rezepte, die in den letzten 90 Jahren bei uns auf den Tischen standen. Aber entdecken Sie selbst:

Die Zwanzigerjahre

Idw Rezepte Aus Den Jahrzehnten Koch Rdk Aim

Champagner, Charleston und Kaviar – so stellen wir uns heute die Zwanzigerjahre vor. Gar nicht zu unrecht, denn die oberen Zehntausend genossen das Jahrzehnt mit Stil und rauschenden Partys. Der Mittelklasse und der ärmeren Bevölkerung jedoch war solcher Luxus verwehrt – man musste schauen, wo man blieb und war froh, wenn es zu Kartoffeln und Brot ab und zu ein Stück Fleisch oder Fisch gab. Doch noch etwas prägte die Küche der Zwanzigerjahre: Kaum ein Privathaushalt hatte schon einen Kühlschrank! Besonders im Sommer war man darauf angewiesen, leicht verderbliche Lebensmittel länger haltbar zu machen. So wurde vergoren, gepökelt oder in Aspik eingekocht. In der gelierten Masse konnten besonders Fleisch, aber auch Fisch, das ganze Jahr über genossen werden. Ein bisschen hat die Sülze über die Jahre an Popularität einbüßen müssen, aber wer weiß – vielleicht geben Sie ihr mit unserem Rezept noch eine Chance?

Die Dreißigerjahre

Idw Rezepte Aus Den Jahrzehnten Koch Rdk Aim

Nach der Weltwirtschaftskrise Ende der Zwanzigerjahre mussten viele Menschen zu Anfang der Dreißiger schauen, wie sie jeden Tag eine sättigende Mahlzeit auf den Tisch brachten. Fleisch, Butter oder richtiger Kaffee waren der Oberschicht vorenthalten und für die Arbeiterklasse ein sehr seltener Luxus. Aber Not macht erfinderisch und da bediente man sich nicht selten an allem, was in der umgebenden Natur zu finden war. Bucheckern und Waldpilze beispielsweise oder Fische und Krebse, die zu dieser Zeit noch in vielen Flüssen und Seen zu finden waren. So fischte man im Rhein nach Lachsen und Hechten und die Spree um Berlin war für ihre zahlreichen Krebsarten bekannt. In den Sechziger- und Siebzigerjahren wurden viele Flüsse in Deutschland stark verschmutzt, sodass viele Fische aus den Gewässern verschwanden. Heute hat sich die Wasserqualität wieder gebessert und auch im Rhein wurden schon wieder Lachse entdeckt und in der Spree finden sich Flusskrebse, die für unsere Suppe perfekt sind!

Die Vierzigerjahre

Die Küche der Vierzigerjahre war natürlich sehr stark von den Entbehrungen der Kriegsjahre und der Nachkriegszeit geprägt. Während man sich in den wärmeren Monaten noch mit allem, was auf Bäumen oder im Boden wächst, behelfen konnte, war die Not besonders in den harten Wintermonaten groß. Statt gemütlichem Sonntagsessen mit der Familie, stand bei Manchem das Überleben im Vordergrund. Die Rettung für viele Menschen war eine eher unscheinbare Rübe, die Steckrübe. Sie sättigte und lieferte Vitamin C, was besonders im Winter wichtig war. Ein typisches Gericht aus dieser Zeit ist der Steckrübeneintopf – für den Steckrüben, je nachdem mit oder ohne Speck, zu einem Eintopf eingekocht wurden. In den Fünfzigerjahren war die Steckrübe dann von den Speiseplänen verschwunden – es konnte sie schlichtweg keiner mehr sehen oder schmecken. Heute erlebt sie – nicht zuletzt dank des Veggie-Booms – wieder ein kleines Revival und man findet sie wieder in der Gemüsetheke aus regionalem Anbau.

Die Fünfzigerjahre

Frau am Herd 50er Jahre

Die Fünfzigerjahre brachten das Wirtschaftswunder nach Deutschland und damit auch die Lust an Essen und Geselligkeit nach den Jahren der Entbehrung. Die Küche war meist gutbürgerlich und reichhaltig, ein Schweinebraten wurde durchaus auch mittags schon auf den Tisch gestellt und zum Nachmittagskaffee musste es die Buttercremetorte sein. Der wirtschaftliche Aufschwung machte auch erstmals Fernreisen für viele Menschen erschwinglich und manche kulinarische Urlaubserinnerung wurde in der heimischen Küche nachgekocht. Dank der großen Zahl an italienischen Gastarbeitern mussten sich die Deutschen schon bald der Herausforderung des Spaghetti-Aufwickelns und Pizza-Teilens stellen. Wer zu Hause blieb, konnte zumindest dank exotischer Früchte aus Dosen – Ananas und Mandarinen waren besonders beliebt – von fremden Ländern träumen. Clemens Wilmenrod, Deutschlands erster Fernsehkoch, brachte dieses neu gefundene Lebensgefühl in seiner Sendung “Clemens Wilmenrod bittet zu Tisch” auf den Punkt. Gerichte, wie das  “arabische Reiterfleisch”, der “Venezianische Weihnachtsschmaus” oder der Klassiker “Toast Hawaii” brachten dem Publikum eine gutbürgerliche Küche mit genau dem Hauch an fremdländischer Exotik, die es verlangte.

Die Sechzigerjahre

Das Alltagsessen in den Sechzigerjahren unterschied sich nicht sonderlich von dem der Fünfzigerjahre. Etwas Neues wurde in dieser Zeit allerdings eingeführt: Statt Einladungen zu Tanztee, Sonntagsbraten oder gesittetem Abendessen, wurde eine neue Form der Abendveranstaltung eingeführt: Die Cocktail-Party! Die Musik und das Tanzen wurden wilder und keiner wollte mehr steif am Tisch sitzen. Was passte da besser, als ein kaltes Buffet für die Party? Es waren sicherlich keine Gourmetköche oder Feinschmecker am Werk, aber ein typisches Buffet aus den Sechzigerjahren war bunt und lustig anzuschauen. Besonders beliebt waren beispielsweise Fliegenpilze – gefüllte Tomaten mit kleinen Mayonnaise-Tupfen – oder Käseigel, bei denen Käse-Trauben-Spieße in eine Melone oder Ananas gesteckt wurden. Tierfiguren wurden auch aus Mett geformt und Schnitzel wurden mit Cocktailkirschen oder Dosen-Ananas garniert. Dazu gab es wahlweise Bier – oder Cocktails! Nicht zuletzt inspiriert von den ersten James Bond-Filmen, waren alkoholische Drinks wie Martini, Manhattan, Grasshopper oder White Russian Standardprogramm auf jeder Cocktail-Party.  

Die Siebzigerjahre

Idw Rezepte Aus Den Jahrzehnten Utensilien Rdk Aim

Die wilden Siebziger machten auch vor den Küchen Deutschlands nicht halt. Neben klassischen, gutbürgerlichen Gerichten aus Fleisch, Kartoffeln und Soße, finden sich in den Kochbüchern der Siebzigerjahre auch recht abenteuerliche Kombinationen und Rezepte. Überbackene Hollandaise-Bananen im Speckmantel, Fischstäbchen mit Ananas oder herzhaft gefüllte Trauben gefällig? Wem sonst nichts mehr einfiel, der packte Fleisch und Salat einfach in Gelee und servierte es als Aspik. Während immer mehr Frauen Herd und Heim den Rücken kehrten und berufstätig wurden, stieg die Popularität von Fertiggerichten, wie Dosenravioli, fertigen Soßen oder Tütensuppen. Auch der klassische Party-Schichtsalat, an den sich die meisten noch gut erinnern können, besteht zu großen Teilen aus Dosenzutaten. Für eine moderne Variante können Sie unser Rezepte natürlich auch mit frischen Zutaten etwas aufpeppen!

Die Achtzigerjahre

Nouvelle Cuisine, Fast Food oder Vollwert – aus kulinarischer Sicht waren die Achtzigerjahre ein widersprüchliches Jahrzehnt. Während auf der einen Seite ein kleiner Feinschmecker-Boom einsetzte, war es auf der anderen Seite auch das Jahrzehnt der Fast Food-Ketten und Tiefkühlpizza. Wer es sich leisten konnte, servierte seinen Gästen Gravlax, Krabben-Cocktail und Rinder-Carpaccio – oder ging direkt ins Edelrestaurant und aß Hummersuppe. Die Globalisierung schritt mit schnellen Schritten voran und so zogen exotische Rezepte in die Küchen ein und die Zahl an internationalen Restaurants in den Städten stieg an. Neben Pizzerien und griechischen Restaurants waren es amerikanische Fast Food-Ketten, die die Besucher anzogen. Auch zu Hause setzte sich dieser Trend fort – vor allem schnell musste das Essen auf dem Tisch stehen. Der Siegeszug der Mikrowelle setzte ein: Fertiggerichte, die nur noch in ein paar Minuten in dem kleinen Kasten erwärmt werden mussten. Alternativ gab es Tiefkühlpizza, die nur noch in den Ofen geschoben werden musste. Doch auch eine dritte Form der Ernährung wurde im Zuge der Ökowelle wiederentdeckt und auf den Weg gebracht: die Vollwerternährung. Vollkorn wurde zum Trend und Lebensmittel sollten möglichst naturbelassen sein – es lockten Reformhäuser und neu entstandene Bio-Märkte.

Die Neunzigerjahre

In den Neunzigerjahren setzten sich die kulinarischen Trends und die Welle der Internationalisierung fort – man schaute sogar noch ein Stückchen weiter gen Osten über den Tellerrand. Die asiatische Küche war in aller Munde und plötzlich konnte man verschiedene Sojasoßen oder Bambussprossen in jedem Supermarkt kaufen. Passend dazu wurden alte Pfannen nicht selten durch Woks ausgetauscht und neue Kochbücher, die einem die exotische Küche näher brachten, waren Verkaufsschlager.

Caprese, Gravlax, Tiramisù und Apérol Spritz waren mittlerweile nicht mehr nur in teuren Restaurants, sondern auf fast jeder Party zu finden, sodass es manchem irgendwann zu viel wurde. Dieses Phänomen wird manchmal auch Tiramisù- oder Apérol-Effekt genannt: Ein Gericht ist neu und so lecker, dass es zum Trend wird. Eine Zeitlang sieht und isst man es dann überall – in jedem Restaurant oder Café, zu jeder Bürofeier oder Party. Das geht so lange, bis man das einst geliebte Gericht einfach nicht mehr sehen kann und es erstmal wieder vom Küchenradar verschwindet. Da Tiramisù aber trotzdem einfach so köstlich ist, haben wir für Sie das italienische Originalrezept aus den Fünfzigerjahren mal aufgeschrieben – vielleicht haben Sie ja wieder Appetit drauf?

Die Nullerjahre

Anfang des neuen Jahrtausend bekam der klassische deutsche Kaffeeklatsch große Konkurrenz aus den USA. Coffee Shops nach amerikanischem Vorbild schossen in den Großstädten aus dem Boden und lockten Besucher an – nicht nur zum Entspannen, sondern auch zum Arbeiten oder Studieren. Neben Cappuccino, Latte Macchiato oder Iced Frappuccino erschienen auch erstmals Bagels und New York Cheesecake auf dem deutschen Markt. Auch Obst und Gemüse fanden einen neuen Weg konsumiert zu werden. Man steckte einfach alles in einem Mixer und heraus kam der Smoothie – buntes, püriertes Obst, das auch unterwegs genossen werden konnte. Es wurde generell viel mehr unterwegs – also to go – konsumiert. Gegen Ende der Nullerjahre rückte auch der Vegetarismus langsam aber stetig  in den Vordergrund und mancher hörte zum ersten Mal etwas von veganer Küche, dem Verzicht auf alle tierischen Produkte – ein Trend, der bis heute andauert.

Die Zehnerjahre

Während der letzten sieben Jahre schien es manchmal, als ob ein Trend den nächsten nur so jagen würde. Vegan, Streetfood, Paläo, Grünkohl-Smoothies, Superfoods, Smoken im Grill, Glutenfrei, Craft Beer, Zuckerverzicht, Avocado-Toast und Einhörner – die Liste der Trends ist lang, aber schnelllebig. Unterstützt wurden die Trends auch durch die verschiedenen sozialen Medien, in denen mit gut gemachten Fotos und Geschichten Trends gesetzt, weitergeführt und verbreitet werden. Einen absoluten Food-Trend haben wir ausgemacht, der sich schon erstaunlich lange hält – ein Dauerbrenner der Zehnerjahre sozusagen. Es ist: Der Burger! Vielleicht liegt es daran, dass er so unglaublich vielseitig ist und sich allen anderen Trends anpasst. Ob als veganer Burger mit Superfood-Patty, mit glutenfreiem Brötchen und Avocado oder auch verkleidet als Einhorn – der Burger macht immer eine gute Figur. Welche Food-Themen uns noch für den Rest des Jahrzehnts erwarten? Wir sind gespannt!

Entdecken Sie weitere spannende Inspirationen:

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Werbeanzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anzubieten und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Webseite an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Weitere Informationen (auch zu einem Opt-out) finden Sie unter Details Details ansehen Zustimmen