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Eine Glutenunverträglichkeit ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die den Körper daran hindert, das Klebereiweiß Gluten normal aufzuspalten und zu verdauen. Die Folgen sind für jeden Betroffenen anders – doch Unwohlsein und Verdauungsbeschwerden gehören immer dazu. Zu dieser Krankheit kursieren viele Gerüchte und Halbwahrheiten, die für Verwirrung sorgen.

1. Fast alle Lebensmittel enthalten Gluten

Die Nahrungsmittelindustrie baut auf das Klebereiweiß als wichtigen Roh- oder Hilfsstoff in der Nahrungsmittelherstellung. Darum enthalten viele verarbeitete Produkte Gluten – ausgenommen sind lediglich unverarbeitete Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse oder als glutenfrei ausgewiesene Produkte.

Obst und Gemüse in Marktkörben

2. Eine Zöliakie kann auch symptomfrei sein

In Deutschland leiden viel mehr Menschen an Zöliakie, als man glaubt. Denn nicht alle Patienten haben Symptome oder können diese auch der Erkrankung zuordnen.

3. Haushaltsgeräte können gefährlich sein

Es wird gern vergessen, dass Küchenutensilien eine Gluten-Quelle sein können, wenn sie nicht sorgfältig gereinigt wurden. Das gilt auch für eigentlich glutenfreie Lebensmittel, die falsch in der Nähe glutenhaltiger Produkte gelagert werden.

4. Zöliakie kann die Psyche beeinflussen

Neben den typischen körperlichen Symptomen, wie Blähungen und Durchfällen, kann sich die Unverträglichkeit auch auf die Psyche auswirken. In wie weit ein Zusammenhang zwischen Zöliakie und Depressionen besteht, wird derzeit noch erforscht.

5. "Glutenfrei" heißt nicht frei von Gluten

Laut deutschem Lebensmittelrecht dürfen alle Lebensmittel als glutenfrei bezeichnet werden, in denen weniger als 20 mg Gluten pro Kilo Produkt stecken. Besonders empfindliche Personen können allerdings schon auf diese geringe Menge reagieren und müssen besonders vorsichtig sein.

6. Zöliakie ist keine Weizenallergie

Wer auf Weizenprodukte reagiert, hat nicht unbedingt eine Glutenunverträglichkeit. Diese beiden Beschwerdebilder werden allerdings gerne verwechselt. Weizenallergiker kommen meist sehr gut mit anderen glutenhaltigen Getreideprodukten zurecht.

Glutenfreies Mehl auf Löffeln

7. Die Diagnose kann dauern

Es vergehen mitunter vier Jahre zwischen den ersten Symptomen und einer abschließenden Diagnose. Denn meist zeigen sich erste Symptome eher unspezifisch und werden im Laufe der Zeit stärker. Es sind außerdem über 300 verschiedene Symptome bekannt und die Krankheit kann in jedem Alter auftreten.

8. Dinkel enthält Gluten

Leider gehen viele Menschen davon aus, dass Dinkel kein Gluten enthält. Dies ist aber falsch – als enger Verwandter des Weizens ist er keineswegs glutenfrei und muss bei einer Zöliakie gemieden werden.

9. Das Alter beeinflusst Neuerkrankungen

Auch wenn einen Zöliakie in jedem Alter treffen kann, wurde beobachtet, dass zwischen dem 1. und 8. und dem 20. und 50. Lebensjahr Neuerkrankungen besonders häufig auftreten.

10. Hysterie ist nicht angesagt

Kritiker warnen vor der übertriebenen Gluten-Hysterie und haben damit vermutlich recht. Treten Symptome nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel auf, sollte man zunächst abwarten und sich selbst beobachten. Manchmal wird aufgrund von Fehlinformationen und falschen Annahmen eine übertriebene Selbstdiagnose gestellt. Eine Zöliakie lässt sich indes nur sicher über einen Bluttest nachweisen.