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Uneingeschränkter Genuss wann immer man möchte? Das ist für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten nicht immer möglich. Auch das Verständnis im sozialen Umfeld fehlt oft. Erfahren Sie, was bei Unverträglichkeiten wichtig ist!

Frage: Was ist eine Nahrungsmittel-unverträglichkeit?

Menschen, die an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden, reagieren auf bestimmte Stoffe in unserer Nahrung mit körperlichen Beschwerden. Das können Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen oder plötzliches Herzrasen sein.

Von der Nahrungsmittelallergie unterscheidet sich die Nahrungsmittelunverträglichkeit durch die Art der körperlichen Ursache. Während bei der Allergie das Immunsystem überreagiert, verursacht der Mangel an bestimmten körpereigenen Stoffen die Unverträglichkeit. Bei der Laktoseintoleranz, einer in Deutschland weitverbreiteten Nahrungsmittelunverträglichkeit, fehlt beispielsweise im Dünndarm das Enzym Laktase. Dieses ist verantwortlich für die Aufspaltung des in Milchprodukten enthaltenen Milchzuckers (Laktose). Wenn dies nicht oder unzureichend geschieht, gelangt der Zucker in den Dickdarm. Während ihn dort die Darmbakterien bearbeiten, entstehen die typischen Symptome, wie zum Beispiel Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen Unverträglichkeiten und Allergien?

Unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien leiden heute mehr und mehr Menschen. Man unterscheidet zwischen:

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Nahrungsmittelallergien:

Eine Nahrungsmittelallergie liegt vor, wenn das Immunsystem den Genuss eines bestimmten Lebensmittels, wie zum Beispiel Soja oder Nüsse, mit einer Abwehrreaktion beantwortet und der Körper Antikörper bildet, die im Blut nachweisbar sind. Die Allergie manifestiert sich vor allem auf der Haut oder im Magen-Darm-Bereich. Im Extremfall verursacht dies als allergische Reaktion einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock.

Nahrungsmittelintoleranzen:

Hier werden bestimmte Lebensmittel nicht vertragen, aber es ist keine immunologische Reaktion nachweisbar. Oftmals liegt der Nahrungsmittelintoleranz ein Enzymmangel zugrunde. In diesem Fall fehlt ein bestimmtes Eiweiß, das zur Verdauung verschiedener Nahrungsmittel benötigt wird. Ein Laktasemangel ist einer der Hauptgründe für die Laktoseintoleranz. Die Fruktoseintoleranz ist eine weitere Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit. Pseudoallergien zählen ebenfalls zu den Lebensmittelintoleranzen.

Frage: Welche Nahrungsmittel-unverträglichkeiten gibt es?

Von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit spricht man, wenn es nach dem Verzehr von Lebensmitteln zu körperlichen Beschwerden kommt. Man unterscheidet folgende Lebensmittelunverträglichkeiten:

Laktoseintoleranz: In Deutschland leiden circa 15 Prozent aller Menschen an der Milchzuckerunverträglichkeit. Die nach dem Verzehr von Milchprodukten auftretenden Symptome, wie beispielsweise Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall, sind unangenehm. Ursache der Laktoseintoleranz ist der Mangel des Enzyms Laktase.
Fruktoseintoleranz: Bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit kommt es ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden – in dem Fall, wenn Fruktose verzehrt wird. Diese steckt vor allem in Obst, da sie für seine angenehme Süße sorgt.
Glutenunverträglichkeit: Diese Nahrungsmittelunverträglichkeit ist in aller Munde, da zunehmend glutenfreie Lebensmittel erhältlich sind. Schätzungen gehen dessen ungeachtet davon aus, dass nicht mehr als jeder 20. Deutsche an der Klebereiweiß-Allergie leidet. Die Ursache der Unverträglichkeit ist eine chronisch-entzündete Darmschleimhaut.
Histaminintoleranz: Hautausschlag, Darmbeschwerden, geschwollene Augen und Herzklopfen weisen oftmals auf eine Histaminunverträglichkeit hin. Histamin versteckt sich beispielsweise in Rotwein, geräucherten Fleischprodukten, Fischkonserven, reifem Hartkäse und Essig. 

Frage: Nehmen Nahrungsmittel-unverträglichkeiten zu?

Brötchen bei Glutenunverträglichkeit

Bei dieser Frage kommt es drauf an, wen man fragt. Zweifler behaupten, dass Nahrungsmittelunverträglichkeiten, beispielsweise gegen Laktose oder Gluten, zum Modethema geworden sind und sich zahlreiche Menschen als betroffen sehen, die es nicht sind. Hier spielt laut der Kritiker viel Hysterie mit.

Zusätzlich gibt es oftmals eine Verwechslung zwischen Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Allergien sind ein Krankheitsbild, das mehrere Ursachen und Auslöser haben kann, wobei die Nahrung einen Aspekt von vielen darstellt. Bei Unverträglichkeiten ist der Körper nicht in der Lage, einen bestimmten Inhaltsstoff zu verdauen.

Viele vermeintlich Betroffene versäumen es, den Arzt aufzusuchen und greifen zur – übereilten – Selbstdiagnose. Eine echte Nahrungsmittelunverträglichkeit lässt sich aber ausschließlich durch spezielle Test vom Arzt feststellen. Es bleibt demzufolge abzuwarten, ob sich die momentan steigende Tendenz bestätigt oder ob es sich hier um ein medial verbreitetes Phänomen handelt.

Fragen: Wie bemerke ich, ob ich an einer Nahrungsmittel-unverträglichkeit leide?

Bei Menschen, die unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden, funktionieren bestimmte Prozesse im Körper nicht, wie sie sollten. Aus diesem Grund kommt es bei der Verdauung der betreffenden Substanzen zu Unverträglichkeitsreaktionen.

Die wesentlichen Symptome für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zeigen sich im Zusammenhang mit dem Magen-Darm-System. Beispielsweise kommt es nach der Aufnahme von Milchzucker oder Glukose zu Beschwerden, wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen oder Erbrechen. Bei einigen Unverträglichkeitsreaktionen ist der Zusammenhang mit der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel nicht unmittelbar erkennbar. Menschen mit einer Histamin-Unverträglichkeit leiden oftmals unter Kopfschmerzen oder Herzrasen, wenn sie histaminhaltige Speisen aufgenommen haben.

Wer regelmäßig nach dem Essen Beschwerden hat, benötigt ein Ernährungs-Tagebuch, um mögliche Zusammenhänge zu erkennen. Besteht ein konkreter Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, erbringt ein Gastroenterologe anhand spezieller Tests den Nachweis und gibt Ihnen anschließend Tipps für Ihre zukünftige Ernährung.

Fragen: Wie teste ich, ob ich an einer Nahrungsmittel-unverträglichkeit leide?

Sobald der Verdacht aufkommt, dass der Körper beispielsweise gegen Gluten oder Laktose rebelliert, muss man die körperlichen Reaktionen sorgfältig beobachten.

In diesem Fall ist es notwendig, sich den fraglichen Inhaltsstoffen bewusst und weitestgehend unverstellt auszusetzen. Häufen sich bestimmte, ungewollte Körperreaktion nach dem Verzehr von z. B. Milch oder Brot, liegt der Verdacht einer Nahrungsmittelunverträglichkeit nahe. Um sich Klarheit zu verschaffen, muss ein Arzt aufgesucht werden. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist ausschließlich durch spezielle Tests beim Mediziner zuverlässig feststellbar.

Frage: Was hilft bei Nahrungsmittel-unverträglichkeiten?

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Der richtige Schritt bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist der Gang zum Arzt. Dieser versucht – mithilfe von Allergie- und Bluttests und mit einem Ernährungstagebuch -, die Lebensmittel herauszufinden, auf die Ihr Körper allergisch oder unverträglich reagiert.

In den meisten Fällen besteht die einzige Therapie für Betroffene anschließend darin, die entsprechenden Nahrungsmittel gänzlich oder meistens zu meiden. Das ist im Alltag nicht leicht. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten umzugehen.

  • Informieren Sie sich weitestgehend über die Intoleranz, damit Sie in der Lage sind, die entsprechenden Lebensmittel zu meiden.
  • Holen Sie sich Hilfe bei einem Ernährungsberater. Dieser begleitet Sie in der Anfangszeit und erstellt abwechslungsreiche Ernährungspläne.
  • Meiden Sie Fertigprodukte, da diese oftmals eine Vielzahl von Inhaltsstoffen enthalten, die nicht identifizierbar sind.
  • In einigen Fällen verträgt der Körper kleine Mengen des betreffenden Nahrungsmittels und streikt in Ausnahmefällen bei einer zu großen Zufuhr. Probieren Sie es vorsichtig aus.
  • Achten Sie beim Kauf auf Produkte, die keine Allergene oder andere Stoffe enthalten, die Sie nicht vertagen. So z. B. die REWE Frei von Produkte, ohne Laktose oder Gluten.

Frage: Nahrungsmittel-unverträglichkeit – was jetzt?

Ist eine diagnostizierte Nahrungsmittelunverträglichkeit ein Grund zur Panik? – Auf keinen Fall. Wer beispielsweise Gluten oder Laktose meiden muss, benötigt nach der Diagnose ausreichend Zeit, um die individuellen Reaktionen des Körpers – und seine Bedürfnisse – auszuloten.

Eine Unverträglichkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein bestimmter Inhaltsstoff in jeder Menge und Form gemieden werden muss. Manche vertragen zum Beispiel keine Kuhmilch, kommen aber mit Käse oder Quark hervorragend zurecht. Andere bemerken wiederum schon Beschwerden, wenn das Brot nicht in einer glutenfreien Umgebung hergestellt wurde.

Wichtig ist es, sich bewusst den Inhaltsstoffen auszusetzen und zu überprüfen, wie weit die Unverträglichkeit geht. Mit diesen Informationen wird es leichter, gefährliche Situationen beziehungsweise Lebensmittel zu meiden.

Zusätzlich benötigt man Informationen, welche Alternativen zu Laktose, Gluten und Fruktose zu haben und wo versteckte Vorkommen des Inhaltsstoffes enthalten sind. Was man in jedem Fall nicht aufgeben darf, ist der Genuss.