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Steine am Meer

Entschlacken

Zahlreiche Methoden der Alternativmedizin zielen darauf ab, den Körper neu zu starten und zu entschlacken. Ob Heilfasten, Detox oder Basenfasten – das Ziel besteht darin, ein paar Kilo loszuwerden und gleichzeitig gefährliche Schlacken aus dem Darm zu spülen. Aber gibt es dieses Entschlacken überhaupt?

Warum besteht überhaupt Grund zum Entschlacken?

Illustration Fast Food
  • Fette Speisen
  • zu viel Alkohol
  • zu viel Zucker
  • zu wenig Alltagsbewegung
  • zu wenig und zu unregelmäßiger Sport

Die Liste an Faktoren, durch die unser heutiges Leben oft ungesunde Ausmaße annimmt, ist lang. Abhilfe naht in Form einer Fastenkur, die den Körper von diesen "Sünden" befreien und einen gesünderen Neustart vorbereiten soll. Der Begriff der Entschlackung geht auf den Arzt Dr. Otto Buchinger zurück, der meinte, dass der Körper wie ein Ofenrohr ab und an gründlich durchgereinigt und von den Schlacken befreit werden müsse.

 

Wie soll das Entschlacken funktionieren?

Wasser mit Heidel- und Erdbeeren

Mit dem Heilfasten hat sich Otto Buchinger in Eigenregie geheilt. Er lenkte daraufhin sein Augenmerk auf eine ganzheitliche Medizin. Vor allem die körperlichen und seelischen Selbstheilungskräfte interessierten Buchinger, der aus dem Fasten eine ganzheitliche Therapieform entwickelte. Egal, ob Sie nach Buchinger fasten oder eine Detox-Kur machen, das Prinzip ist das gleiche. Nach einigen Entlastungstagen führt man dem Körper ausschließlich Flüssigkeit zu – in Form von Gemüsebrühe, Tee, Mineralwasser und frisch gepressten Obstsäften. Yoga, viel Bewegung an der frischen Luft, Leberwickel und sanfte Darmreinigungen gehören zum Repertoire des Buchinger-Fastens. Beim Basenfasten verzichtet man auf alle sauren Lebensmittel und soll dadurch das Entschlacken ermöglichen. So zumindest die Theorie der Befürworter...

Entschlacken – gibt es das überhaupt?

Smoothie-Bowl

Ein zentraler Begriff bei allen Fastenmethoden ist das Entschlacken. Aber gibt es diese Schlacken überhaupt? Unsinn, sagt die Schulmedizin. Der Darm sei kein starres Ofenrohr, sondern ein beweglicher Muskel, an dem sich nichts festsetzen könne. Und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung konstatiert ebenfalls, dass es in einem gesunden Körper keine Schlacken und Stoffwechselprodukte gebe. Für den Körper nicht verwertbare Produkte würden ohnehin über den Darm und die Nieren ausgeschieden. Die Vorstellung der Schlacken im Körper ist heute überholt, aber die positive Wirkung der Nahrungskarenz auf den Körper ist nicht zu leugnen. Man sagt dem Fasten nach, sich positiv auf die Darmflora auszuwirken und bei Krankheiten zu helfen, beispielsweise bei rheumatoider Arthritis oder dem Rheuma verwandten Krankheiten, wie der Fibromyalgie. Es gibt Beobachtungsstudien, die darauf hinweisen, dass das Fasten positive Wirkung bei Bluthochdruck, Arthrose oder Migräne zeigt. Diese Effekte halten lange an, wenn die Fastenkur den Startschuss in eine gesunde und bewusste Lebensweise darstellt und man anschließend auf Genussgifte, vor allem auf Alkohol und Nikotin, verzichtet.

Warum riecht der Körper während des Fastens anders?

Wer selber schon mal gefastet hat, wird es sicherlich beobachtet haben: Durch den längeren Verzicht auf feste Nahrung verändert sich der Körpergeruch. Ob das nicht ein Zeichen dafür ist, dass der Körper sich von den Schlacken befreit? Nein. Der ungewohnte Geruch ist durch den veränderten Stoffwechsel des Fastenden zu erklären. Der Körper zieht seine Energiereserven nach längeren Hungerphasen aus den Fettreserven und bildet dabei sogenannte Ketonkörper. Diese dienen dem Gehirn und den Muskeln als Zuckerersatz. Die Ketonkörper häufen sich im Blut an und der Körper versucht sie über Schweiß und den Atem loszuwerden. Dadurch entsteht der, meist weniger angenehme, Geruch.

Warum berichten so viele Fastende von wahren Hochgefühlen?

Wenn der Hunger nach den ersten Fastentagen besiegt ist, fühlen sich viele Fastende leicht, befreit und voller Energie. Auch das liegt nicht daran, dass der Körper die unliebsamen Schlacken nun endlich verbannt hat. Ursache dafür ist die verstärkte Endorphinbildung, die dem Menschen in Notsituationen, wie Verletzungen oder eben auch Nahrungsmangel, helfen sollen.

Entschlackung auch für den Geldbeutel

Aus der simplen Entschlackungskur nach Buchinger ist heutzutage ein richtiges Geschäft geworden. Kein Wunder - den Körper mal so richtig von innen zu reinigen und dabei Krankheiten oder körperliche Beschwerden loszuwerden, klingt ja auch äußerst attraktiv. Leider haben das auch einige Firmen erkannt, die mit fragwürdigen Entschlackungsprodukten viel Geld verdienen. So wurden beispielsweise Entschlackungspflaster entwickelt, die man sich über Nacht unter die Füße kleben soll. Die am nächsten Morgen aufgetretene dunkle Verfärbung, soll durch die vom Pflaster herausgezogenen Schlacken entstanden sein. 
Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sollte dieses Geld lieber in frisches Obst und Gemüse investieren, mal ein paar Tage auf Alkohol, Zucker und Fertigprodukte verzichten und sich viel in der Natur bewegen.

 

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