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1. Wie viele Kartoffeln essen wir pro Jahr?

Kartoffeln sind ein Grundnahrungsmittel: Jeder Deutsche verdrückt im Jahr durchschnittlich 58 kg Kartoffeln. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist das absolutes Mittelmaß. Mit 115 kg pro Kopf essen die Polen zum Beispiel deutlich mehr Kartoffeln. Die Italiener essen dagegen nur 38 kg. Allerdings ist auch in Deutschland in den letzten Jahren ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Vor 15 Jahren lag der Kartoffelkonsum in Deutschland nämlich noch bei 70 kg. Der Verbrauch an frischen Kartoffeln hat sich in den letzten 20 Jahren sogar halbiert. Viele greifen lieber zum Fertigprodukt, um sich das zeitaufwendige Waschen und Schälen zu sparen.

2. Warum haben Kartoffeln weibliche Namen?

Sieglinde, Linda, Annabelle... Warum Kartoffeln meist weibliche Namen haben, weiß niemand so ganz genau. Die Einen behaupten, Kartoffelsorten hätten weibliche Namen, weil es "die Kartoffel" heißt und sie daher auch einen weiblichen Namen tragen müsse. Andere behaupten, Bauern hätten Kartoffeln früher nach ihren schönsten Töchtern benannt. Heute werden die Kartoffeln von ihren Züchtern benannt und die Tradition weibliche Namen zu vergeben hat sich gehalten. Es gibt tatsächlich nur wenige Kartoffelsorten, wie das "Bamberger Hörnla" oder den "Blauen Schweden", die keinen Frauennamen tragen. Im Jahr 2016 gab es sogar eine Petition, die eine Gleichberechtigung bei der Namensgebung der Kartoffeln forderte. Allerdings kamen kaum Unterschriften zusammen, sodass neue Kartoffelsorten wohl auch in Zukunft meist weibliche Namen bekommen werden.

Kartoffeln in verschiedenen Farben

3. Woher kommen Kartoffeln?

Kartoffeln kommen ursprünglich aus Südamerika. Schon die alten Inka bauten fleißig Kartoffeln an, da die Knolle auch wunderbar in den kargen Böden der Anden wächst. Sie nannten sie "papa", was übersetzt "Knolle" bedeutet. Wilde, in Südamerika vorkommende Kartoffeln schmecken nicht besonders gut, aber durch Züchtung konnten sie schon die Inka in einen wahren Leckerbissen verwandeln. Nach Europa gelangte die Kartoffel durch die spanischen Seefahrer im 16. Jahrhundert. Sie brachten die Kartoffel jedoch nicht als Lebensmittel mit, sondern als Zierpflanze für die höfischen Gärten.

4. Wann kamen Kartoffeln nach Deutschland?

Im 17. Jahrhundert gelangte die Kartoffel nach Deutschland. Anfangs wurde sie schräg beäugt und die Kirche nannte sie gar "Frucht des Bösen", weil sie nicht in der Bibel zu finden ist. Daher wurde sie zunächst von den meisten Leuten gemieden. Auch die Bauern wehrten sich zuerst, die unbekannte Knolle anzubauen. Der Preußenkönig Friedrich der Große erließ dann 1756 den "Kartoffelbefehl", der die Bauern zwang Kartoffeln anzubauen. Sein Reich wurde immer wieder von Missernten und Hungersnöten geplagt und in der Kartoffel sah er eine Möglichkeit, sein Volk zu ernähren. Er schaffte es der Legende nach aber nur mit einer kleinen List, die Bauern von der Kartoffel zu überzeugen: Er ließ seine Kartoffelfelder von Soldaten bewachen und die Bauern dachten dadurch, dass dort etwas sehr Wertvolles angebaut wird. Nachts taten die Soldaten dann so, als würden sie schlafen und es dauerte nicht lang, bis die Bauern die Kartoffeln vom Feld stahlen. Seitdem bauten auch die Bauern Kartoffeln an und die gelbe Knolle hielt Einzug in die deutsche Küche. Heutzutage ist sie nicht mehr wegzudenken.

Kartoffeln in der Blüte

5. Wo und wie wachsen Kartoffeln?

Kartoffelpflanzen wachsen fast überall auf der Welt. Sie sind gegenüber anderem Gemüse recht anspruchslos und wachsen auch auf kargen Böden. Weltweit werden die meisten Kartoffeln in China, Indien und Russland angebaut. Aber das kleine Deutschland liegt schon auf Platz sechs. Kartoffeln werden auf großen Kartoffelfeldern angebaut. Im Frühling werden die Saatkartoffeln in die Erde gesetzt. Schon nach etwa vier Wochen sprießen die ersten Triebe aus dem Boden und das Kartoffelkraut wächst in die Höhe, blüht weiß oder lila und bildet schließlich tomatenähnliche Beeren. Aber Vorsicht, die sind giftig! Erntereif sind die unterirdisch wachsenden Kartoffeln erst, wenn das oberirdische Kraut vollständig verwelkt ist. Frühkartoffeln können bereits Ende Mai geerntet werden, späte Sorten bis in den November hinein. Frühkartoffeln haben eine sehr dünne Schale und eignen sich wunderbar für Pellkartoffeln. Die Schale der späten Sorten ist deutlich dicker, weshalb sich diese Sorten auch für eine längere Lagerung im Winter eignen. 

6. Welche Kartoffelsorten sind am beliebtesten?

Es gibt über 4000 Kartoffelsorten, in Deutschland zugelassen sind 210 Sorten, aber im Supermarkt landet nur ein Bruchteil davon. Warum? Nicht jede Kartoffelsorte gelangt auf den Markt oder in die Supermärkte, denn in Deutschland werden viele Verarbeitungskartoffeln, wie Fontane, Arcade oder Challenger angebaut, die zu Fertigprodukten wie Pommes, Chips oder Kartoffelbrei verarbeitet werden. Interessant ist, dass sogar 70 % Verarbeitungskartoffeln und nur 30 % Speisekartoffeln in Deutschland angebaut werden. Das zeigt einmal mehr, wie bedeutend mittlerweile Kartoffel-Fertigprodukte sind.

Besonders beliebt sind festkochende Sorten wie Linda, Laura und Sieglinde. Sieglinde ist übrigens die älteste Kartoffel in der deutschen Sortenliste. Aber auch die mehligkochenden Sorten Agria und Adretta erfreuen sich großer Beliebtheit. Im Frühjahr können es viele Leute kaum erwarten, dass es endlich die ersten Frühkartoffeln gibt. Dann landen meist Christa, Cilena und Marabel im Einkaufswagen.

7. Festkochend oder mehligkochend? Wofür brauche ich welche Sorte?

Festkochende Kartoffeln verwendet man hauptsächlich für Salzkartoffeln, Gratins, Salate, Rösti oder Bratkartoffeln. Im Supermarkt erkennen Sie festkochende Kartoffeln meist an einer grünen Banderole. Zu den bekanntesten festkochenden Sorten gehörten Linda, Nicola, Cilena, Belana, Annabelle und Sieglinde.

Vorwiegend festkochende Kartoffeln sind ein wahrer Allrounder und lassen sich zu vielen Kartoffelgerichten verarbeiten. Besonders gut eignen sie sich für Pommes oder Kartoffelspalten. Ihre Verpackung hat meist eine rote Banderole. Besonders geläufig sind die Sorten Laura, Gala oder Marabel.

Mehligkochende Kartoffeln sind perfekt für Kartoffelpüree, Gnocchi, Kartoffelsuppe oder Knödel. Sie enthalten am meisten Stärke und zerfallen regelrecht bei langem Erhitzen. Ihre Verpackung hat meist eine blaue Banderole und die bekanntesten Sorten sind Adretta und Melina.

Kartoffeln ernten

8. Wie bereitet man Kartoffeln zu?

Kartoffeln sollten in jedem Fall gegart werden. Es spricht zwar nichts dagegen auch mal ein Stück roh zu probieren, aber in größeren Mengen sollten Sie das lieber nicht tun. Die Kartoffel gehört zu den Nachtschattengewächsen und enthält Solanin, ein schwaches Gift, das beim Erhitzen zerstört wird. Schälen müssen Sie die Kartoffel nicht, denn gerade in und unter der Schale sind viele Vitamine enthalten. Auf welche Weise Sie die Kartoffel zubereiten, kommt ganz auf das Rezept an, denn die Möglichkeiten sind schier unendlich. Lesen Sie hier mehr über die Basics der Kartoffelzubereitung.

9. Was bedeutet "nach der Ernte behandelt" bei Kartoffeln?

Zur Lagerung werden viele konventionell angebaute Kartoffeln nach der Ernte mit Chlorpropham behandelt. Dieser Wirkstoff verhindert das Keimen, sodass die Kartoffeln einige Monate gelagert werden können. Chlorpropham baut sich im Laufe der Lagerungszeit jedoch ab, sodass es bei den Kartoffeln, die in den Handel gelangen, nur noch in geringen Mengen vorhanden ist. Eingelagerte Kartoffeln, die meist sowieso eine dickere Schale haben, sollten Sie daher lieber schälen. Bei Bio-Kartoffeln ist der Einsatz von chemischen Keimhemmungsmitteln nicht erlaubt. Auch Frühkartoffeln werden in der Regel nicht behandelt, da sie unmittelbar nach der Ernte in den Handel gelangen und für den baldigen Verzehr bestimmt sind.

Kartoffeln ernten

10. Was sind die beliebtesten Kartoffelgerichte?

Ob pur, gebraten, frittiert oder gestampft, Kartoffeln sind wahnsinnig vielfältig. Doch was ist das beliebteste Kartoffelgericht? Je nach befragter Personengruppe kann das Ergebnis sehr unterschiedlich ausfallen. So erfreuen sich im Norden Kartoffelpuffer großer Beliebtheit, im Süden sind dagegen Kartoffelklöße sehr beliebt. Bratkartoffeln werden in ganz Deutschland gern gegessen und auch Pommes sind nicht aus deutschen Speisekarten wegzudenken. Und was ist Ihr liebstes Kartoffelgericht?

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