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Kleiner Kuriositätenladen

Hinter diesem Blog und dem fröhlichen Kinderbild steckt Steph. Die begeisterte Hobbyköchin ist natürlich längst erwachsen und hat bereits vor sieben Jahren ihren Blog „Kleiner Kuriositätenladen“ gegründet. Hier stellt sie mehrmals pro Woche ihre kulinarischen Kreationen vor. Vielseitige Koch- und Backrezepte werden durch liebevoll gestaltete Fotografien abgebildet. Steph würde sich am liebsten selbst versorgen, jedoch ist dies mitten in Hamburg nicht ganz einfach. Sie legt daher großen Wert auf saisonale und regionale Küche und kauft am liebsten alles vor Ort und aus der Region. Die Herkunft der Lebensmittel ist ihr besonders wichtig: Sie kauft Eier und Fleisch ausschließlich aus regionaler Biohaltung. Bei Obst- und Gemüse legt Steph mehr Wert auf den regionalen Anbau und den saisonalen Verzehr. Die Aktionswoche #7xregional wird zeigen, ob der regionale Lifestyle in der Großstadt eine Woche lang funktioniert und ob Steph auch ihre Community zur regionalen Lebensweise motivieren kann.

Ich hab schon vieles ausprobiert

Im Laufe der Jahre habe ich schon einige Ernährungsmodelle ausprobiert. Ich hab mich einige Jahre vegetarisch ernährt, kurzzeitig sogar vegan und hatte natürlich auch eine Phase, in der mir mehr oder weniger alles egal war, ich regelmäßig in Fastfoodketten eingekehrt bin und sogar reichlich Tütenkram "gekocht" habe. Diese Phase fiel sicher nicht zufällig direkt auf die Zeit nach meinem Auszug von Zuhause ;o)

Synchron zu meiner wachsenden Begeisterung für das Kochen, ist mit der Zeit aber auch das Interesse für die Herkunft der Lebensmittel, die Transportwege der Produkte und besonders den saisonalen und regionalen Konsum gewachsen. Ich hab mich gefragt, was da alles kleingedruckt auf den Rückseiten der Tüten aufgeführt ist, welchen Zweck es erfüllt und ob es nicht auch anders, bzw. ohne all diese Zusatzstoffe geht. Weshalb im Winter Erdbeeren, Blaubeeren, Spargel und Wassermelonen in unseren Obstabteilungen angeboten und dafür durch die halbe Welt gefahren werden, während wir hier im Sommer erntefrisches und hocharomatisches Beerenobst und Gemüse vor der Haustür haben und ob ich wirklich auch im Winter Sommerobst, Tomaten und Zucchini essen muss, damit ich mich wohlfühle.

Ernährung nach Jahreszeiten ausrichten

Ist es nicht viel spannender und interessanter, sich so gut es geht mit den Jahreszeiten zu ernähren? Das auszunutzen, was hier vor Ort wächst und wenn es Saison hat und dadurch auch die Spannung und Freude auf die "fetten Jahreszeiten", in denen die Markttische und Obstabteilungen überquellen, zu erhalten? Oder bedeutet regionaler und saisonaler Konsum zwangsläufig Verzicht und Einschränkung?

Natürlich konsumiere auch ich im Alltag nicht 100 Prozent perfekt und genauso wenig ausschließlich regional, denn dann herrschte in meinem Gewürzregal gähnende Leere und mein Speiseplan, sowie mein Rezeptarchiv im Blog wäre deutlich eingeschränkter, bzw. um einiges übersichtlicher. Mir ist aber wichtig, die Ressourcen, die mir hier vor Ort zur Verfügung stehen, so gut wie möglich auszunutzen, also saisonal und dadurch natürlich auch in weiten Teilen regional zu konsumieren, denn das eine bedingt das andere.

Ich achte also darauf, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat und wecke auch einiges ein, um die Saisonen für uns zu verlängern. So können wir auch im Winter bedenkenlos Sommerobst und -gemüse konsumieren und müssen kein schlechtes Gewissen haben, weil es einmal rund um den Globus gereist ist.

Fairtrade-Produkte gehören auf den Speiseplan

Avocados, Zitronen, Bananen und Vanille sind deshalb aber nicht von unserem Speisezettel gestrichen, sondern ich verwende sie trotzdem - bewusst und in Maßen. Außerdem achte ich hier besonders auf die Herkunft, die Anbau-, Produktions- und Arbeitsbedingungen vor Ort, d.h., ich kaufe Bio- und wenn möglich, Fairtrade-Produkte ein.

Die Produkte die aber hier vor Ort produziert werden, die kaufe ich auch dann, wenn sie hier Saison haben und koste sie in vollen Zügen aus. Gerade jetzt zum Beispiel, steigt bei mir die Vorfreude auf die hoffentlich auch hier bald beginnende Erdbeersaison an. Ich fiebere dem Aufbau unseres Erdbeerstandes an der Ecke entgegen und überlege mir schon jetzt, welche Rezepte ich in der kurzen Zeit alle ausprobieren möchte. Das ist spannend und macht für mich auch einen Großteil des Spaßes, den ich am Kochen und Ausprobieren habe, aus, weil die Lebensmittel eine größere Wertigkeit haben, als wenn ich sie 12 Monate im Jahr konsumieren könnte.

Denn die Frage ist, wollen wir das wirklich? Bringt uns die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln, die eigentlich nur einige Wochen oder Monate Saison haben, nicht um eine ganze Menge Genuss? Von den ökologischen Konsequenzen des Transportes und den Anbaubedingungen in den Produktionsländern mal abgesehen.

Rückbesinnung auf das Wesentliche

Wer meinen Blog kennt, der weiß, dass es in meinem Arbeitszimmer mittlerweile aussieht, wie in Omas Vorratskeller und genau darauf läuft es auch insgesamt hinaus. Die Rückbesinnung auf das Wesentliche, das effiziente Wirtschaften mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen, die Achtung vor dem Lebensmittel, der Arbeit und Energie, die für die Produktion aufgewandt wird und für alle Fleischesser wie mich sehr wichtig, die Achtung vor dem Lebewesen.

Ganz grob und vereinfacht gesagt, stützt sich das Ernährungs-, bzw. Konsummodell, das sich im Laufe der Jahre für uns herauskristallisiert hat, auf zwei Grundpfeiler, nämlich Saisonalität und Regionalität. Bio ist selbstverständlich ebenfalls ein wichtiges Thema, bevor ich aber beispielsweise die berühmten Bio-Kartoffeln aus Ägypten kaufe, greife ich doch lieber zur konventionell angebauten Kartoffelsorte eines hiesigen Kartoffelbauern.

REWE Regional hat jetzt mit der Aktion "7x Regional" 7 Foodblogger aufgerufen, sich eine Woche möglichst regional zu ernähren, also nicht nur auf Mango, Ananas und das argentinische T-Bone-Steak zu verzichten, sondern auch auf Chilipulver aus Südfrankreich, den Urwaldpfeffer aus Madagaskar oder Lemon Myrtle aus Australien - und genau da wird es auch für mich schwierig, weil ich es gewohnt bin, aus dem Vollen zu schöpfen. Mit 15 verschiedenen Pfeffersorten zu arbeiten, Salze in unterschiedlichsten Farben und Konsistenzen zu verwenden und für jede Zutat das passende Gewürz zu haben. Also doch schwieriger als gedacht, aber auch viel spannender als erwartet. Challenge accepted!

Obst und Gemüse vom Bio-Markt

Als Hamburgerin mit dem Alten Land vor der Haustür und vielen Wochenmärkten und bestens sortierten Supermärkten um mich rum, ist es natürlich verhältnismäßig einfach, mich möglichst regional zu ernähren. Einen Großteil des Obst und Gemüses kaufe ich auf dem hiesigen Biomarkt, Fleisch- und Wurstwaren beim Schlachter meines Vertrauens, der direkt vor den Toren Hamburgs seine Schlachterei betreibt, Käse wird größtenteils ebenfalls regional aus Schleswig-Holstein gekauft, das Brot vom Bio-Bäcker um die Ecke, Olivenöl kommt nur ganz selten zum Einsatz, dafür aber seit vielen Jahren schon regionales Rapsöl, usw. usf. Aber natürlich schlendere auch ich nicht ausschließlich mit meinem Henkelkorb und Milchkännchen über den Wochenmarkt, sondern bin genauso auf die hiesigen Supermärkte angewiesen.

REWE hat mit der Produktlinie REWE Regional seit einiger Zeit eine ganze Reihe regionaler Produkte ins Sortiment aufgenommen, die es sich lohnt, mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei uns sind aktuell in der Gemüseabteilung beispielsweise schon Kartoffeln, Fenchel, Karotten, Radieschen, Äpfel, Kohlrabi, Spargel und Kräuter erhältlich, das Sortiment wird sich in den nächsten Wochen aber natürlich stetig erweitern.

Nicht nur für Kunden, die keine Wochenmärkte, Hofläden, etc. in direkter Nachbarschaft haben, sondern auch für Berufstätige eine gute Bezugsquelle für regionale angebaute und saisonale Lebensmittel.

Die ganze Woche über lasse ich Euch auf FB und Instagram an dieser Challenge teilhaben, zeige Euch, was bei uns auf den Tisch kommt und wie abwechslungsreich die Ernährung trotz des weitestgehenden Verzichts auf importierte, bzw. überregional produzierte Lebensmittel sein kann.

Das Olivenöl wurde noch weiter nach hinten ins Regal geschoben, als es ohnehin schon steht, das Gewürzregal ignoriere ich weitestgehend und setze vermehrt auf den Einsatz von frischen Kräutern, Zucker ersetze ich durch hiesigen Rapshonig und sogar das verwendete Salz kommt aus der Ostsee. Nur ein kleiner Ausschnitt aus den Veränderungen, die diese Challenge für mich mit sich bringt. Einen Joker muss ich aber ziehen, da ich bisher noch keinen adäquaten Ersatz für Pfeffer gefunden habe.   

Ich möchte Euch jetzt dazu auffordern, Euch uns anzuschließen und das Abenteuer des regionalen Konsums für den Rest der Woche mit uns gemeinsam zu erleben. Schaut Euch einmal in Eurem Vorratsschrank an, was alles nicht aus Eurer Region kommt und überlegt Euch, ob und wie man diese Produkte ersetzen könnte.

Müssen es wirklich die Mangoringe im morgendlichen Müsli sein oder schmeckt ein hiesiger Apfel nicht genauso gut? Braucht Ihr in jedem Essen den obligatorischen Schluck Olivenöl? Wäre es nicht viel spannender, sich zu informieren, welche Öle hier vor Ort produziert werden? Wollen wir frische Himbeeren, Blaubeeren und Erdbeeren das ganze Jahr über in der Obsttheke haben? Ist der Genuss nicht größer, wenn wir darauf warten, dass die Produkte bei uns vor Ort frisch vom Feld kommen?

Ich freue mich sehr, wenn wir mit dieser Aktion die Sensibilität schärfen und den Fokus auf dieses Thema lenken können. Macht mit, es ist gar nicht so schwer! Selbstverständlich hab ich Euch auch was mitgebracht und möchte Euch zeigen, dass man auch schon jetzt im Frühling mit den uns hier vor Ort zur Verfügung stehenden Produkten etwas Leckeres auf den Tisch bringen kann.

Los geht es morgens mit meinem Lieblingssaft aus Knollensellerie, Fenchel und Apfel. Das klingt vielleicht erstmal etwas abenteuerlich. Ich verspreche Euch aber, dass es sich lohnt, diesen Saft auszuprobieren. Seit ich diese Kombination das erste Mal auf einer Messe getrunken habe, liebe ich sie sehr.

Ein Hoch auf die Spargel-Zeit!

Mittags gibt es NATÜRLICH Spargel, denn die Saison muss jetzt kräftig ausgenutzt werden. Ich hab eine großartige Tarte aus grünem Spargel, Ziegenfrischkäse und vielen Kräutern zubereitet, deren Komponenten sich aber auch, falls Ihr beispielsweise keine hiesigen Schalotten oder Ziegenfrischkäse bekommt, problemlos austauschen lassen. Anstelle der Schalotten eignen sich natürlich auch normale oder Frühlingszwiebeln und den Ziegenfrischkäse könnt Ihr auch durch Frisch- oder Schichtkäse von der Kuh ersetzen.

Zum Abendbrot geht's an die Resteverwertung. Habt ihr auch öfter Kartoffeln übrig und wisst nicht, was Ihr damit anstellen sollt? Nichts einfacher als das, macht einfach Waffeln draus! Diese Waffeln sind eigentlich eher Kartoffelplätzchen, die ich im Waffeleisen ausgebacken habe und Ihr könnt sie genauso gut in der Pfanne ausbraten. Dazu ein leckerer Dipp und evtl. ein knackiger Salat und schon sind die Reste verbraucht und es steht ein leckeres und dazu noch günstiges Abendessen auf dem Tisch. 

Kartoffel-Kressewaffeln mit Radieschen-Schichtkäse

Zutaten:
750 g mehligkochende Kartoffeln
150 g Mehl
1 großes Ei
1 Zwiebel, sehr fein gehackt
1 Beet Kresse
Salz und Pfeffer
Außerdem: regionaler Käse zum Überbacken (bei mir hiesiger Hofkäse)

Zubereitung:
Die Kartoffeln waschen und Schälen, in Salzwasser gar kochen. Sobald die Kartoffeln gar sind, abgießen und auf der ausgeschalteten Herdplatte ausdampfen lassen.

Dann von der Platte ziehen und etwa abkühlen lassen. In eine Schüssel umfüllen und dort mit einem Kartoffelstampfer grob zerstampfen. Das Mehl, Ei, die Zwiebelwürfel und die Kresse dazugeben und alles miteinander zu einem klebrigen Teig verkneten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Mit einem Eiskugelportionierer in ein Waffeleisen geben und dort ausbacken, bis die Waffeln goldbraun sind (KA-Waffeleisen 5 Minuten). Die fertigen Waffeln mit etwas Käse belegen und nochmals im Backofen überbacken, dann mit dem Radieschen-Schichtkäse servieren.

Zutaten für den Radieschenschichtkäse:
500 g Schichtkäse
3 EL Rapsöl
Salz und Pfeffer
1 Bund Schnittlauch
1 Bund Radieschen
1 kleine Zwiebel, sehr fein gewürfelt

Zubereitung:
Den Schichtkäse mit dem Öl kräftig glatt rühren, das geht am besten mit dem Mixer. Mit Salz und Pfeffer würzen. Den Schnittlauch in feine Ringe schneiden, die Radieschen putzen und fein raspeln. Sehr gut mit den Händen ausdrücken, dann zusammen mit den Zwiebelwürfeln zum Schichtkäse geben und alles miteinander verrühren.

Knollensellerie-Fenchel-Apfelsaft

Zutaten:
800 g Knollensellerie (1 großer Knollensellerie)
800 g Fenchel
1 kg Apfel

Zubereitung:
Obst und Gemüse waschen, und putzen. Den Knollensellerie schälen und je nach Entsafter in handliche Stücke schneiden, den Fenchel und die Äpfel ebenfalls putzen (Kerngehäuse kann in der Regel mit entsaftet werden) und alles entsaften.

Spargeltarte mit Ziegenfrischkäse und Kräutern

Zutaten (für eine normale runde Tarteform):
Mürbeteig
250 g Mehl
125 g kleingeschnittene weiche Butter
1 Eigelb
50 ml kaltes Wasser

Belag
500 g grüner Spargel
6 Schalotten (ansonsten)
Rapsöl
Salz und Pfeffer
300 g Ziegenfrischkäse
150 g saure Sahne

3 Eier
3 EL frischgehackte Kräuter (bei mir Petersilie, Schnittlauch, Kerbel)
1/2 TL Rapshonig

Zubereitung
Für den Mürbeteig alle Zutaten miteinander vermengen und zu einem Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Ca. 15 Minuten vor dem Ausrollen aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und eine Tarteform damit auslegen. Den restlichen Teig einfrieren. In regelmäßigen Abständen mit einer Gabel einstechen, mit Backpapier abdecken und getrocknete Bohnen oder andere Hülsenfrüchte daraufgeben. 15 Minuten bei 180°C im Ofen blindbacken. Bohnen und Papier entfernen und weitere 5 Minuten backen. Aus dem Backofen nehmen und beiseite stellen.

Während der Tarteboden backt, den Spargel putzen und die holzigen Enden abschneiden. Die Stiele in ca. 1 cm lange Stücke schneiden, die Spargelspitzen auf ein Backblech geben. Die Schalotten schälen und längs halbieren. Zu den Spargelspitzen geben und mit etwas Öl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Bei 180°C im Backofen für ca. 15 Minuten backen, bis die Spargel und Schalotten etwas gebräunt sind. Die in Stücke geschnittene Spargelstiele in einer Pfanne in Rapsöl anbraten und ebenfalls mit Salz und Pfeffer würzen.

Den Ziegenkäse mit der sauren Sahne, den Eiern und Kräutern verrühren und mit Salz, Pfeffer und etwas Honig abschmecken.

Die in der Pfanne angebratenen Spargelstiele auf dem Tarteboden verteilen und den Guss darübergeben. Die Spargelspitzen und die Schalotten dekorativ darauf anrichten. Im auf 180°C vorgeheizten Backofen ca. 45 Minuten backen, bis der Guss vollständig durchgegart und leicht gebräunt ist.

Die fertige Teig herausnehmen und vor dem Servieren etwas abkühlen lassen.

Am Mittwoch erfahrt Ihr, wie Maja von Moey's Kitchen mit Ihrer Devise "Mit darf, was aus der Nähe kommt" in die Challenge einsteigt.