Warenkunde
Begriffslexikon
Warenkunde
Durstlöscher
Pfefferminztee, Kamillentee, Malventee – das alles hat, fachlich betrachtet, mit „richtigem Tee“ nichts gemein, obschon diese sogenannten Kräutertees ähnlich wie echter Tee zubereitet werden. „Echter“ Tee kommt aus Asien oder Afrika, hauptsächlich aus Indien und Ceylon, dem heutigen Sri Lanka. In der „Tee-Sprache“ aber heißt es weiterhin Ceylon.
Kaffee nimmt im Welthandel, nach dem Erdöl, die zweite Stelle ein und ist in der Bundesrepublik – noch vor Bier! – das beliebteste Getränk.
„Xocoatl“ hieß das Getränk, das die spanischen Eroberer zu Beginn des 16. Jahrhunderts im fernen Mexiko kennen lernten, was in der Sprache der Azteken soviel wie „herbsäuerliches Wasser“ bedeutet. So muss dieses Gebräu aus groß zerstampften Kakaobohnen auch geschmeckt haben. Denn es wurde ohne Zucker, dafür aber mit scharfen Gewürzen wie rotem Pfeffer, zubereitet.
„Nektar“ – das Wörtchen wirkt viel sympathischer und hochwertiger als die simple Bezeichnung „Fruchtsaft“. Dabei ist „Fruchtsaft“ unter den verschiedenen Kategorien von „flüssigem Obst“ das Beste, das Spitzenprodukt. Aber auch die anderen alkoholfreien Getränke wie Limonaden und Mineralwässer präsentieren sich in einer reichhaltigen Palette.
Alkohol ist keineswegs eine Erfindung des Teufels, sondern eine organische Verbindung, die durch chemische Prozesse entsteht. Seit die Menschen lernten, den Geist als Wein, Bier oder Spirituose in die Flasche zu sperren, hat er ihnen Himmel und Hölle beschert und manchen in Armut und Abhängigkeit gebracht. Doch weit größer ist die Zahl derer, denen der Alkohol als Quell der Freude und Heiterkeit dient. Da nicht nur Mäßigkeit, sondern auch Kennerschaft den Genuss erhöht, wird hier der Geist – theoretisch – aus der Flasche gelassen.
Durst wird bekanntlich durch Bier erst schön – und Bier macht den schönsten Durst. Diese wunderbare Wechselwirkung verdanken wir der Kunst der Brauer. Seit über 6000 Jahren üben sie sich darin, nicht nur ein durststillendes, sondern auch ein genussspendendes Getränk aus Getreide herzustellen.
Als der Mensch zu denken begann, fand er die Weinrebe – eines der ältesten Laubgewächse – schon vor. Er erkannte schnell, dass sich aus ihren Früchten ein köstliches und anregendes Getränk bereiten ließ. Auch bei uns wird Wein schon seit Jahrtausenden angebaut.
Wo die Pfropfen knallen und der Wein schäumt, muss nicht immer ein rauschendes Fest stattfinden. Sekt und Champagner haben sich längst zu einem erfrischenden Muntermacher entwickelt, den man auch mal zwischendurch genießen kann.





